Die Miami Heat sind eine Basketballmannschaft der nordamerikanischen Profiliga National Basketball Association (NBA) aus Miami im Bundesstaat Florida. Sie wurden nach der Hitze benannt, da in der Region Südflorida das ganze Jahr über hohe Temperaturen vorherrschen. Die Teamfarben sind seit jeher Rot, Orange, Schwarz und Weiß.
Sie gehören gemeinsam mit den Atlanta Hawks, den Charlotte Hornets, den Orlando Magic und den Washington Wizards der Southeast Division innerhalb der Eastern Conference an. Von der Gründung im Jahr 1987 bzw. ihrer ersten Saison 1988/89 bis zum Umzug in die American Airlines Arena 2000 (heute: Kaseya Center) spielten sie in der Miami Arena ebenso in Downtown Miami. Der Besitzer des Teams ist Micky Arison, der seit 1995 die Geschicke der Franchise leitet. Der israelisch-US-amerikanische Geschäftsmann ist außerdem Vorstandsvorsitzender der Carnival Corporation, dem größten Kreuzfahrtunternehmen weltweit. Laut dem Forbes Magazine sind die Heat mit einem geschätzten Wert von 2,3 Milliarden US-Dollar das zwölft-wertvollste Franchise der NBA (Stand: 18. Oktober 2021).
Die Heat wurden 1988 gemeinsam mit den ursprünglichen Charlotte Hornets im Rahmen einer Erweiterung der Liga in die NBA aufgenommen. Nachdem sie 2006 gegen die Dallas Mavericks zum ersten Mal NBA-Champion wurden, erreichten sie von 2011 bis 2014 viermal in Folge die Finalserie und konnten dabei zwei weitere Titelgewinne feiern. Nach der Niederlage 2011 bei der Neuauflage gegen die „Mavs“ waren sie 2012 gegen die Oklahoma City Thunder und 2013 gegen die San Antonio Spurs erfolgreich, bevor sie 2014 im Rematch gegen die Spurs verloren. In den aufgrund der Coronavirus-Pandemie in der „NBA Bubble“ von Orlando ausgetragenen Playoffs 2020 kehrten die Heat in die Finals zurück, unterlagen dort aber den Los Angeles Lakers, ebenso wie 2023 den Denver Nuggets.
Teamgeschichte Gründung und Start in der NBA (1987 bis 1990) Nachdem zwischen 1968 und 1972 für kurze Zeit die Mannschaft der Miami Floridians aus der American Basketball Association (ABA) in Florida existierte, hatten zahlreiche Unternehmen Interesse daran, ein professionelles Basketballteam der National Basketball Association (NBA) in dem bis dahin franchiselosen US-Bundesstaat anzusiedeln. Letztendlich gestattete die „Miami Sports and Exhibition Authority“ einer Gruppe, die von Hall-of-Famer Billy Cunningham, Theaterproduzent Zev Bufman und dem ehemaligen Management-Mitglied der New Jersey Nets Lewis Schaffel angeführt wurde, ein Team in Miami zu gründen. Finanzielle Rückendeckung bekamen sie vom Gründer der Kreuzfahrtreederei Carnival Cruise Lines Ted Arison, der dadurch zum Hauptanteilseigner wurde. Zur Ermittlung des Namens für das neue Team wurde eine Umfrage durchgeführt, bei der sich der von Stephanie Freed vorschlagene Name „Miami Heat“ knapp gegen „Miami Vice“, dem Titel der zu dieser Zeit sehr populären TV-Serie, durchsetzte. Mit dem Namen entschieden, brauchte das neue Team immer noch ein Logo. Dieses wurde ebenfalls durch ein Fan-Votum entschieden, bei welchem mit 34 % das Logo von Mark Henderson und Richard Lyons gewann. Den zweiten und dritten Platz der Umfrage belegten beide Basketbälle welche Sonnenbrillen trugen. Das Logo ist – bis auf einige kleine Farbänderungen – das gleiche wie heute.
Am 22. April 1987 traten die Miami Heat gegen eine Aufnahmegebühr von 32,5 Millionen US-Dollar schließlich der NBA bei, nachdem das Expansionskomitee der Liga zunächst den neuen Franchises in Charlotte und Minneapolis zugestimmt hatte. Da es ursprünglich nur drei neue Teams geben sollte, musste die Entscheidung für den letzten freien Platz zwischen Miami und Orlando fallen. Aufgrund einer Pattsituation bei der Abstimmung wurde die NBA letztlich um vier Teams erweitert, wobei die Heat gemeinsam mit den Charlotte Hornets den Spielbetrieb zur Saison 1988/89 aufnahmen, während die Orlando Magic und die Minnesota Timberwolves erst ein Jahr später an den Start gingen.
Mit einem Kader, der hauptsächlich aus jungen Spielern bestand, verloren die Heat ihre ersten 17 Spiele. Dies war damals ein neuer NBA-Rekord, der in der Saison 1998/99 von den Los Angeles Clippers eingestellt wurde. Die Mannschaft beendete die Saison mit 15 Siegen und 67 Niederlagen.
Für die Saison 1989/90 wählten sie im Rahmen des NBA Drafts in der ersten Runde Glen Rice, der zuvor für die Basketballmannschaft der University of Michigan gespielt hatte. Die sportlichen Leistungen waren ähnlich wie im Vorjahr anzusiedeln und die reguläre Saison wurde mit einer Bilanz von 18 Siegen und 64 Niederlagen beendet. Mit Rony Seikaly stellten die Heat jedoch den Meistverbesserten Spieler der Saison. Die Heat konnten in dieser Saison nie mehr als zwei Spiele in Folge gewinnen. Die folgende Saison 1990/91 war von zwei Draftpicks gezeichnet, die den Erwartungen nicht gerecht wurden. Das sportliche Abschneiden mit 24 Siegen und 58 Niederlagen war weiterhin deutlich negativ geprägt.
Die Loughery-Ära (1991 bis 1995) Die Heat verpflichteten vor der Saison 1991/92 Kevin Loughery, der 29 Jahre lang sowohl als Spieler als auch als Trainer Erfahrung sammelte, als ihren neuen Cheftrainer. Im NBA Draft dieses Jahres verpflichteten die Heat Steve Smith, einen flinken und mobilen Guard. Mit 38 Siegen und 44 Niederlagen konnten sie sich erstmals für die NBA-Playoffs qualifizieren. In den Playoffs kam die Mannschaft nicht über die erste Runde hinaus, da sie in einer Best-of-Five-Serie in drei Spielen den Chicago Bulls unterlagen. Steve Smith wurde ins NBA All-Rookie Team gewählt, während sein Teamkamerad Glen Rice auf Platz zehn der besten Punktesammler dieser Saison landete.
In der folgenden Saison 1992/93 konnte das Team an diesen Erfolg nicht anschließen und startete die Saison verletzungsbedingt mit 27 Niederlagen in den ersten 40 Spielen. Nach der Rückkehr von Steve Smith verbesserten sich die Resultate, die Saison wurde mit einer Bilanz von 36 Siegen und 46 Niederlagen beendet, womit sie die NBA Playoffs knapp verpassten.
Mit weniger Verletzungspech starteten die Heat erfolgreicher in die Saison 1993/94 und sie schlossen diese erstmals mit einer positiven Quote ab: 42 Siege und 40 Niederlagen. Nachdem sie in den Playoffs zwei der ersten drei Spiele für sich entschieden, mussten sie sich jedoch in den letzten beiden Spielen dieser „Best-of-Five“-Serie den Atlanta Hawks geschlagen geben.
In der Saison 1994/95 wurde das Team neu aufgebaut. Steve Smith und weitere Spieler wurden abgegeben und ein Neuanfang geplant. Cheftrainer Kevin Loughery musste ebenfalls weichen und die Heat beendeten die Saison mit 32 Siegen und 50 Niederlagen.
Die Mourning/Riley-Ära (1995 bis 2001) mini|hochkant|Hall of Famer Alonzo Mourning Vor der Saison 1995/96 engagierten die Heat Pat Riley als neuen Team-Präsidenten und Headcoach. Pat Riley konnte zahlreiche Erfolge mit den Los Angeles Lakers in den 1980er und mit den New York Knicks in den 1990er-Jahren feiern. Am Abend, bevor die Saison 1995/96 begann, schickte Pat Riley Glen Rice und Matt Geiger zu den Hornets und erhielt dafür All-Star Center Alonzo Mourning zurück. Während der Saison verpflichtete er noch Spieler wie Tim Hardaway und Chris Gatling. Die reguläre Saison wurde erneut mit einer positiven Quote beendet. In der ersten Runde der NBA-Playoffs traf die Mannschaft auf die Chicago Bulls um Michael Jordan, die in dieser Saison einen NBA-Rekord mit 72 Siegen in 82 Spielen aufgestellt hatten. Die Bulls entschieden diese „Best-of-Five“-Serie mit drei Siegen in Folge für sich.
In der folgenden Saison konnten sich die Heat stark verbessern und blickten am Saisonende auf 61 Siege und 21 Niederlagen sowie ihren ersten Titel in der Atlantic Division zurück. Neuverpflichtungen wie Dan Majerle, P. J. Brown und Jamal Mashburn waren maßgeblich an dieser Verbesserung beteiligt. Dieses Jahr erreichten sie die Eastern-Conference-Finals, mussten sich dort jedoch erneut den Chicago Bulls geschlagen geben.
Ihr zehnjähriges Bestehen feierten die Heat in der Saison 1997/98 mit ihrem zweiten Atlantic-Division-Titel. In den NBA-Playoffs verloren sie in der ersten Runde gegen die New York Knicks, die sie im Vorjahr noch besiegt hatten.
In der Saison 1998/99 war der NBA-Lockout, der zur ersten verkürzten Saison führte, die die Heat mit einer Eastern Conference Bestleistung von 33 Siegen und 17 Niederlagen beendeten. Obwohl die Quote für sie sprach, unterlagen sie in den NBA-Playoffs erneut gegen die New York Knicks. Die Knicks schafften es in diesem Jahr in die NBA-Finals, verloren dort gegen die San Antonio Spurs. Dank ihrer Erfolge zogen die Miami Heat nach der Saison in die American Airlines Arena, die Platz für 19.600 Zuschauer bietet. In der folgenden Saison wurden die Heat in den NBA-Playoffs erneut von den New York Knicks in sieben Spielen bezwungen.
Im Sommer 2000 war es erneut Zeit für eine große Veränderung. Da die Miami Heat beim Versuch Tracy McGrady für sich zu sichern von den Orlando Magic überboten wurden, entschieden sich die Heat P. J. Brown und Jamal Mashburn für Eddie Jones, Anthony Mason und Ricky Davis zu tauschen. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Heat als Favorit in der Eastern Conference gehandelt, nach seiner Rückkehr von den Olympischen Spielen 2000 verkündete Alonzo Mourning, dass die Heat die gesamte Saison aufgrund einer seltenen Nierenerkrankung auf ihn verzichten müssten.
13 Spiele vor Ende der Saison 2000/01 kehrte Mourning zu den Heat zurück, konnte jedoch nicht direkt an seine früheren Erfolge anschließen. Das Team musste sich in den NBA-Playoffs in der ersten Runde den Charlotte Hornets geschlagen geben.
Die zwei folgenden Saisons waren zwei der erfolglosesten in der Geschichte der Miami Heat. Pat Riley verpasste zum ersten Mal in seiner Karriere als Trainer die Playoffs und der Großteil des Kaders des Teams wurde aufgelöst. Für die Saison 2001/02 wurden viele frühere Stars unter Vertrag genommen, die nicht mehr an ihre früheren Leistungen anschließen konnten. In der Saison 2002/03 wurde damit begonnen, das Team ganz neu aufzubauen. Die Heat konnten sich im NBA-Draft in der ersten Runde die Rechte an Caron Butler sichern.
Verpflichtung von Dwyane Wade (2003 bis 2004) Alonzo Mournings Vertrag lief nach der Saison 2002/03 aus und verschaffte den Heat ausreichend finanziellen Spielraum, um das Team weiter zu verbessern. Diesen neuen Spielraum nutzten sie, um Lamar Odom und Rafer Alston unter Vertrag zu nehmen. Im NBA-Draft sicherten sie sich mit dem fünften Pick die Rechte an Dwyane Wade, der zuvor für das Team der Marquette University gespielt hatte. Zudem nahmen die Heat Udonis Haslem unter Vertrag und bildeten mit Odom, Alston, Haslem, Wade, Grant, Jones, Allen und Caron Butler sowie Rasual Butler eines der Überraschungsteams des Jahres.
Kurz bevor die Saison 2003/04 begann, trat Pat Riley als Cheftrainer zurück, um sich auf seine Rolle als Team-Präsident konzentrieren zu können und eröffnete damit Stan Van Gundy die Chance, sich als Headcoach zu beweisen. Das energische und athletische Team rund um Dwyane Wade, der in diesem Jahr zahlreiche NBA-Rookie-Rekorde brach, schaffte es in die NBA-Playoffs. Wade konnte noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, als er sein Team siegreich gegen die Charlotte Hornets durch die erste Runde der NBA-Playoffs führte. Im Eastern Conference-Halbfinale verlor die Mannschaft jedoch gegen die Indiana Pacers.
Die Wade/O’Neal-Ära (2004 bis 2008) mini|hochkant|Shaquille O’Neal gewann mit den Heat 2006 die NBA-Meisterschaft