Die Liste der Stadtoberhäupter von Eckernförde enthält die bekannten Bürgermeister der Stadt Eckernförde (mit abweichenden Funktionen) und die Stadtoberhäupter mit anderen Bezeichnungen. Eingeschlossen sind auch die für die Stadt zuständigen Kommandanten der Britischen Besatzungsmacht nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Liste weist Lücken auf; insbesondere für den Zeitraum bis etwa 1700 gibt bezüglich der Eckernförder Bürgermeister es zu wenig Archivmaterial, aber auch für den Zeitraum nach 1700 gibt es eine Menge von Unsicherheitsfaktoren.Egernførde bys historie. S. 279.

In einer Urkunde aus dem Jahr 1502 gibt es einen ersten Hinweis auf Eckernförder Bürgermeister. Nach Angaben soll es in Eckernförde bis ins 17. Jahrhundert hinein zwei Bürgermeister gegeben haben, die abwechselnd nach einem Modus den Vorsitz führten.Thomas Thomsen: Das Eckernförder Kirchenregister von 1586. In: Heimatgemeinschaft des Kreises Eckernförde e.V., Jahrbuch der Heimatgemeinschaft des Kreises Eckernförde, Jahrgang 1967, S. 154 ff.,156 Später wurden schon Personen als Bürgermeister bestallt, obwohl das Amt noch besetzt war (Bestallung für den Eventualfall).

Liste

Jahr(e)NameAnmerkungen1551*, 1553*Claues Bornsen1553*, 1558*Hynrich Holste1561*Paul Kremer1586*, 1589*, 1600* n. a. A.: 1586–1604Eckernförde Lexikon. 2014, S. 56.Jürgen Maeszuerst 2. Bürgermeister1589*, 1600*, 1601*, 1604*, 1606*Jürgen KremerNachname auch: Krämer1604*, 1605*, 1611* n. a. A.: 1598–1611Eckernförde Lexikon. 2014, S. 56.Peter Mandixen († 1611)Nachname auch: Mandixßen, Mandixß; im Amt verstorben1611*, 1612*, 1617*, 1631*, 1633*Melchior Witte (1591–1658)Nachname latinisiert auch: Albinus; auch Pastor in Satrup1612*, 1613*, 1614*, 1615* n. a. A.: 1613–1615Eckernförde Lexikon. 2014, S. 57.Simon Christian († 1616)1615*, 1619*, 1620*Heinrich Stadtlander († 1632)Er war vor dem 1. September 1632 „bei jungst entstandener Kriegs Unruhe mit todt abgegangen“nd-gen.de, S. 4/35.1633*, 1634*Joachim Thilbehr1641*, 1647*Simon KruseNachname auch: Crusius1651*Christian Mechlenburg1652*Hans BlanckNachname auch: Blancke1657*, 1672*, 1674*Jürgen ThielbehrNachname auch: Tylbehr1658*, 1661*, 1664*, 1666*, 1672*Joachim Wichmann1658, 1661, 1664, 1666, 1672 (zumindest) 2. Bürgermeister, 1672 auch 1. Bürgermeister1659*, 1683*Otto Witte († 1683)im Amt verstorben1661*Otto Thielbehrmglw. ohne Ratsmandat1682*, 1692*Paul Hoekell († 1692)im Amt verstorben1691*, 1693*, 1701*Wilhelm B. Valentiner († 1706)1696*, 1705*Ewald Kistemacher († 1705)im Amt verstorben1701* – März 1711*August Valentin Rhenius († 1725)Name auch: Anthon Rhenius; eingesetzt durch den Herzog; erste Amtszeit1705*, 1707*Bendix Deichmann († 1708)Vorname auch: Benedict; war (zumindest) 2. Bürgermeister1707*, 1713*Johann Albrecht Semmelhak († 1713)im Amt verstorben; war zuvor (ab ?) 1684 StadtkämmererMärz 1711* – Februar 1714*Heinrich Claus Fick (getauft 1678, † 1750)Name auch u. a.: Heinrich Claus von Fick, Hinrich Fick; Stadtkommissar, eingesetzt durch den König.Silke Spieler: Fick, H(e)inrich Claus (von). In: Biographisches Lexikon für Schleswig-Holstein und Lübeck. Band 6, Wachholtz, Neumünster 1982, ISBN 3-529-02646-8, S. 94 „Nachfolger von Rhenius“Februar 1714–1725August Valentin Rhenius († 1725)eingesetzt durch den König; zweite Amtszeit; im Amt verstorben1726–1731 und Januar 1731 – Juni 1756Detlev Julius Tamm (1696–1756)Nachname auch: Thamm; war vor 1726 Ratsherr; Dimission 10. Juni 1756; Zweiteilung der Amtsperiode ergibt Sinn, wenn er bis 1731 nur kommissarisch im Amt gewesen sein sollte, Pust gibt nur die Periode 1731–1756 an, für die Tamm als Bgm. bestallt wurdeD. Pust: Die ersten Eckernförder Kommunalwahlen 1832–1848. 1975/2001, S. 86.(Juni 1741–) 1756–1766Friedrich Wilhelm Otte (1715–1766)besaß seit 1741 bereits eine Bestallung zum Bürgermeister für den Eventualfall und war Adjunkt des Bgm., im Amt des Bgm. seit 1756; verstarb 1766 im Amt(Mai 1756–) 1766–1786 n. a. A.: ab 1760Thomas Otto Achelis: Studenten aus Schwansen 1517 – 1864 In: Heimatgemeinschaft des Kreises Eckernförde: Jahrbuch 1953, S. 21Thomas Hinrich Classen (1721 oder 1729–1786)Nachname auch: Clausen, Vorname auch: Thomas Heinricus; Advokat; besaß seit 1756 bereits eine Bestallung zum Bürgermeister für den Eventualfall und war Adjunkt des Bgm., im Amt des Bgm. seit 1766; verstarb im AmtMärz 1787–1815Johann Nicolaus Fürsen († 1815)verstarb im Amt1815–1828Nicolau Georg Ferdinand Suadicani (1786–1828)genannt: „Nicolaus“ Suadicani; zunächst kommissarisch, ab Juni 1817 (in Dänisch) bestallter Bgm.; ab 1821 auch Stadtsekretär (gem. Kgl. Resolution); verstarb im AmtDezember 1828 – August 1840Detlef Heinrich Christian Claudius (1780–1840)Neffe von Matthias Claudius; war zuvor Assessor und Aktarius bei den Gerichten auf Ærø; kam während einer Amtshandlung bei Schloss Gottorf durch einen Rohrkrepierer beim Salut für Christian VIII. am 19. August 1840 ums LebenSeptember 1841–1853Caspar Conrad Langheim (1806–1864)zwei Bestallungen: 1. als Bürgermeister, 2. als Stadtvogt und Polizeimeister (gem. Kgl. Resolution); durfte ab Oktober 1841 auch die Polizeidirektor-Uniform von Kopenhagen tragenD. Pust: Die ersten Eckernförder Kommunalwahlen 1832–1848. 1975/2001, S. 86.1853–1856Louis Hammerich (1830–1916)Jurist; später u. a. Hardenvogt in der Bökingharde, Richter in Niebüll, Polizeimeister in Flensburg; Lit.:denstoredanske.dk, 1856–1859Graf Ludwig Frederik Henrik Brockenhuus-Schack (1825–1906)Vorname auch: Ludvig; mglw. kein konstitutioneller Bgm.; war auch Hardenvogt der Eckernförder Harde1859–1860Hans Rudolf Hiort-Lorenzen (1832–1917)später Hardenvogt in Satrup und Redakteur in Kopenhagen1860 – Februar 1864Christoffer Leisner (1813–1868)Justizrat; 1848–1851 Bgm. von Sonderburg, bis 1860 Bgm. von Schleswig; wurde am 1. Februar 1864 aus der Stadt verjagt, nachdem preußische Truppen die Stadt besetzt hatten(1864–) 1866–1882Wilhelm Jahnvon 1866 bis 1870 kommissarisch, davor seit 1864 als Stadtsekretär de facto kommissarisch, bestallter Bgm. seit 1870; nach ihm benannt ist der Bürgermeister-Jahn-Weg1882–1893H. Fürstenwerth1894–1906Carl Felgenhauer1906–1914Karl Heldmann (1872–1914)war Jurist; nach ihm benannt ist die Bürgermeister-Heldmann-Straße; auch Bgm. von Bad Salzuflen1916–1920AlbersAmtszeit eigentlich bis 1921; er verließ die Stadt nach dem Kapp-Putsch1920–1921Willers Jessen (1870–1949)kommissarischer Bgm.; nach ihm benannt wurde die Willers-Jessen-Schule1921–1922 evtl. nur 1921, siehe: PönitzschBruhnkommissarischer Bgm.1922–1926 n. a. A.: 1921–1926Eckernförde Lexikon. 2014, S. 51.Curt PönitzschVorname auch: Kurt; Amtszeit eigentlich bis 1928, wurde 1926 suspendiertSeptember 1924–?Hermann Aeissen (1873–1952)Rechtsanwalt; kommissarischer Bgm. während eines Kuraufenthaltes Pönitzschs in MeranHeinz Jürgen Karlisch: Getreu bis in den Tod – Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs in Eckernförde. In: Heimatgemeinschaft Eckernförde e.V.: Jahrbuch 2017. S. 355 ff., 366Juli–September 1926Wilhelm Kuhrkommissarischer Bgm.Stefan Deiters: Turbulenzen im Rathaus. In: Kieler Nachrichten. Ausgabe Eckernförder Nachrichten. 20. September 2014.1926–1931Walther Heinnkommissarischer Bgm. zumindest anfangs; war auch Bgm. von Wyk auf Föhr, OranienburgStadt Oranienburg - territorial zeitw. gleichzeitig kommissarisch von Babelsberg sowie kommissarisch auch von Bad Oldesloe1931–1933Wilhelm Sievers (1896–1966, NSDAP)Jurist; war bis 1927 Bgm. in Visselhövede, 1933–1936 Oberbgm. von Flensburg, 1937–1945 Oberbgm. von Brandenburg an der Havel; nach dem 2. Weltkrieg CDU-Stadtpräsident von Kiel 1933–1938Helmut Lemke (1907–1990, NSDAP)Jurist; war anschl. Bgm. in Schleswig, nach dem 2. Weltkrieg u. a. CDU-Ministerpräsident Schleswig-Holsteins (1963–1971)Januar 1938 – November 1943 (– 1945)Friedrich Böhm (NSDAP)offizielle Amtszeit bis 1945, aber 1943 strafversetzt nach WesterlandNovember 1943 – Juni 1945Heinz Loewer (NSDAP)offiziell kommissarisch; war Rechtsanwalt; die britische Besatzungsmacht beließ ihn zunächst im Amt und trug ihm vorübergehend auch das Amt des kommissarischen Landrats des Kreises Eckernförde auf, nachdem Walter Mentzel in Haft genommen warI. Rathjen-Couscherung: Eckernförde unter britischer Besatzung. 2008, S. 38.BZ 1945–1948S. C. OrmsbyBritischer Stadtkommandant - The British ResistentI. Rathjen-Couscherung: Eckernförde unter britischer Besatzung. 2008, S. 41 ff.Juni – August 1945Hans Ohm (1898–1981)Rechtsanwalt; kommissarisch, Amt durch Loewer am 8. Juni übertragen;I. Rathjen-Couscherung: Eckernförde unter britischer Besatzung. 2008, S. 38. späterer Bürgervorsteher EckernfördesAugust 1945 – April 1946Ewald Wendenburg (1883–1959)kommissarisch, von der Britischen Besatzungsmacht eingesetzt; erste Amtszeit mit dem Titel Bürgermeister und erste als Verwaltungschef; war zuvor Gemeindevorsteher (wäre heute: Bürgermeister) von Holtenau, Langeoog und Heringsdorf.Holtenauer GeschichteApril 1946 – September 1946Heinrich Schumacher (KPD)Bürgermeister; nach der von den Briten eingeführten Deutschen Gemeindeordnung der MilitärregierungAmtsblatt der Militärregierung No. 7 vom 1. April 1946. war von April 1946 bis April 1950 der Bürgermeister der Vorsitzende der Ratsversammlung, wohingegen der Verwaltungschef Stadtdirektor hieß.April 1946 – April 1950Ewald Wendenburg (1883–1959, zuletzt CDU)Stadtdirektor (siehe Anmerkung unter Heinrich Schumacher); zweite Amtsperiode als VerwaltungschefSeptember 1946 – April 1950Daniel Hinrichsen (CDU)Bürgermeister (siehe Anmerkung unter Heinrich Schumacher)BZ 1948 – September 1949Dudley SmithBritischer Kreiskommandant (Kreisresistent)BZ September 1949 – April 1954Errol B. DaniellBritischer Kreiskommandant (Kreisresistent)April 1950 – September 1952Ewald Wendenburg (1883–1959, CDU)zweite Amtsperiode unter dem Titel Bürgermeister, dritte als Verwaltungschef (neue Gemeindeordnung: fortan trägt der Verwaltungschef wieder die Bezeichnung Bürgermeister; den Vorsitz der Ratsversammlung hat der Bürgervorsteher inne).1952–1966Werner Schmidt (1911–1990, GKGGemeinschaft der Kriegsgeneration innerhalb der Schleswig-Holsteinischen Wählergemeinschaft (SHWG) – dann parteilos – dann FDP)Jurist; der schleswig-holsteinische Innenminister Paul Pagel veranlasste, die Ernennung Schmidts zum Bürgermeister zunächst aufgrund von Vorwürfen, daß er Vereinigungen der jüngeren Vergangenheit angehört bzw. angehört hat, welche die Grundsätze der Demokratie nicht bejahen, auszusetzen.Karl Friedrich Schinkel: Eckernförde – ein Spaziergang durch die Stadtgeschichte. Verleger: Manfred Goos, Horn-Bad Meinberg, 2. Auflage 2002, S. 445.1966–1969Hans Wiedemann (parteilos)1969–1987Kurt Schulz (1922–2017, SPD)war zu Beginn kurze Zeit lang als Erster Stadtrat kommissarischer Bgm.1987–1998Klaus Buß (* 1942, SPD)Rechtsanwalt; war danach schleswig-holsteinischer Landwirtschaftsminister (1998–2000) und Innenminister (2000–2005)1998–1999Ingrid Ehlers (SPD)war als Erste Stadträtin kommissarische Bgm.1999–2007Susanne Jeske-Paasch (* 1958, SPD)Juristin2007–Juni 2022Jörg Sibbel (* 1965, parteilos, ab 2019 CDU)zuvor Bürgermeister von Osterrönfeld, anschl. Staatssekretär im Innenministerium Schl.-Holsteins (Kabinett Günther II) Juli–Dezember 2022Katharina Heldt (* 1964, CDU)als erste Stellvertreterin kommissarische Bgm. ab 2023Iris Ploog (* 1979, SPD) * = bis Februar 1714: Amtsjahre, die nach Borgmestre i Egernførde in Egernførde bys historie als belegt gelten BZ = Britischer für Eckernförde zuständiger Kommandant

Quellen Borgmestre i Egernførde. In: Harald Jørgensen, O. M. Olesen, Frants Thygesen (Red.): Egernførde bys historie. Studieafdelingen ved Dansk Centralbibliotek for Sydslesvig, Flensburg 1980, ISBN 87-980393-5-0, S. 279 ff. Dieter Pust: Die ersten Eckernförder Kommunalwahlen 1832–1848. In: Heimatgemeinschaft Eckernförde: Jahrbuch 1975. S. 72 ff. und in Heimatgemeinschaft Eckernförde (Hrsg.): 700 Jahre Stadt Eckernförde. Eckernförde 2001, ISBN 3-00-008372-3, S. 231 ff.