Goleń () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Landgemeinde Piecki () im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg).
Geographische Lage Goleń liegt östlich des Weiß-Sees () in der südlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 16 Kilometer südlich der Kreisstadt Mrągowo ().
Geschichte Mit 30 Hufen wurde Gollingen 1552 nach Kulmer Recht gegründetGollingen bei GenWiki. Das um 1777 Gollenen genannte Dorf bestand aus einem Gut und ein paar HöfenDietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Gollingen.
Am 8. April 1874 wurde Gollingen Amtssitz und namensgebend für einen AmtsbezirkRolf Jehke, Amtsbezirk Gollingen, der bis 1945 bestand und zum Kreis Sensburg im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Sieben Orte waren in den Amtsbezirk integriert.
Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Gollingen gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Gollingen stimmten 120 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 112
Als 1945 in Kriegsfolge das gesamte südliche Ostpreußen an Polen überstellt wurde, war auch Gollingen davon betroffen. Es erhielt die polnische Namensform „Goleń“ und ist heute Sitz eines Schulzenamtes () und somit eine Ortschaft im Verbund der Landgemeinde Piecki (Peitschendorf) im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg), bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugeordnet.
Einwohnerzahlen Jahr Anzahl 1818 168 1839 230 1867 280 1885 294 1898 231 1905 238 1910 186 1933 199 1939 199 2011 112Wieś Goleń w liczbach
Amtsbezirk Gollingen (1874–1945) Bei seiner Errichtung bildeten sieben Ort den Amtsbezirk Gollingen: Name Geänderter Name1938 bis 1945 Polnische Name Bemerkungen Ganthen Gant vor 1908 in den Amtsbezirk Borowen umgegliedert Gollingen Goleń Langendorf Dłużec Macharren Machary Sdrojowen (ab 1930:)Bornfeld Zdrojewo 1928 nach Zatzkowen eingegliedert Zatzkowen, Dorf Eisenack Czaszkowo Zatzkowen, Gut 1928 in die Landgemeinde Zatzkowen eingegliedert
Kirche Bis 1945 war Gollingen in die evangelische Kirche AweydenWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 500 in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union sowie in die katholische St.-Adalbert-Kirche Sensburg im damaligen Bistum Ermland eingepfarrt. Heute gehört Goleń zur evangelischen Kirchengemeinde Nawiady, einer Filialgemeinde der Pfarrei Mrągowo in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, außerdem zur katholischen Pfarrei Nawiady im jetzigen Erzbistum Ermland in der polnischen katholischen Kirche.
Verkehr Goleń liegt westlich der beiden Landesstraßen 58 und 59 und ist über Babięta (Babienten, 1938 bis 1945 Babenten), Nawiady (Aweyden) bzw. Piecki (Peitschendorf) zu erreichen. Über Dłużec (Langendorf) besteht außerdem Anschluss an die Woiwodschaftsstraße 600 bei Borowe (Borowen, 1938 bis 1945 Prausken).
Ein Anschluss an das Schienennetz besteht nicht.
Einzelnachweise
Kategorie:Gegründet 1552 Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Piecki