mini|hochkant=1.35|Der stehende Menhir von Fixard

Der Menhir von Fixard ist ein mittelgroßer Menhir. Er steht im Norden der Gemeinde Saint-Estèphe im Département Dordogne im Südwesten Frankreichs. Er wird von einem umgefallenen und zerbrochenen Stein begleitet.

Etymologie mini|hochkant=1.35|Menhir von Fixard, im Vordergrund der umgefallene und zerbrochene Begleitstein

Die Wortschöpfung menhir leitet sich von den bretonischen Wörtern maen („Stein“) und hir („lang, hoch“) ab – und bezeichnet einen länglichen (ursprünglich stets stehenden) Stein.

Die Ortsbezeichnung Fixard ist in der Dordogne recht selten. Das Wort setzt sich zusammen aus fix mit dem Suffix -ard (seinerseits abgeleitet vom Germanischen -hard). Die Bedeutung von fix verweist entweder auf einen „Verankerungspunkt“ oder ist vom Lateinischen finis abgeleitet und bezieht sich auf eine „Grenzmarkung, Grenze“ oder einen „Randbereich“.

Eine andere Herangehensweise geht von dem im Patois geläufigen Wort fissou aus, welches vom Okzitanischen fisson „Stachel“ oder dem Zeitwort fissar „stechen“ abgeleitet ist.

Geographie Die beiden Menhire befinden sich am Ende einer Lichtung auf 260 Meter Meerhöhe, nur 100 Meter rechtsseitig der D 88 von Saint-Estèphe nach Busserolles. Sie können von der Straße aus über einen kleinen Feldweg problemlos erreicht werden. Der Feldweg beginnt 150 Meter nordwestlich des rechtsseitigen Abzweigs nach dem namensverleihenden Weiler Fixard, der nur 200 Meter von den beiden Menhiren entfernt ist (Fixard liegt nordöstlich und wird durch einen Wald von den Megalithen getrennt).

Das ehemalige Grammontenserpriorat Badeix aus dem 12. Jahrhundert wurde nur 500 Meter weiter südöstlich erbaut.

Beschreibung Geologie mini|hochkant=1.6|Nahaufnahme des Menhirs

Die beiden neolithischen Menhire bestehen aus dem unterlagernden Granodiorit des Piégut-Pluviers-Granodiorits. Die genaue Herkunft der beiden Steine ist jedoch nicht bekannt. Petrologisch gehört das Gestein der grobkörnigen Normalfazies γ3M an. Sehr schön zu erkennen sind die großen Oligoklasleisten und milchig-grauen Quarzkörner. Dazwischen haben sich winzig kleine Flechten und auch Moose niedergelassen, welche sich insbesondere oben auf dem Menhir ausbreiteten.

Dimensionen Es wird angenommen, dass der noch stehende Menhir einen Meter tief in die Erde eingegraben ist. Er ist etwa 2,4 Meter hoch, hat einen Durchmesser von 1,1 Meter und weist eine phallische Form auf. Sein Gewicht wird auf gut 9 bis 10 Tonnen abgeschätzt.

Der Begleitstein ist wesentlich kleiner und flacher und liegt nur ein paar Meter weiter südlich. Seine rechte obere Ecke ist an zwei Klüften herausgebrochen. Es ist nicht ersichtlich, ob er jemals aufgerichtet worden war und sodann umstürzte, oder ob der Bruch schon vorher erfolgt war.

Trivia Aufgrund einer nahen Wasserader wurden dem Menhir einst heilende Kräfte bei allerlei Beschwerden nachgesagt. Während der Französischen Revolution soll es hier zu Hinrichtungen an den Schlossbewohnern von Puycharneaud gekommen sein.

Siehe auch Dolmen und Menhire des Midi

Literatur Jürgen E. Walkowitz: Das Megalithsyndrom. Europäische Kultplätze der Steinzeit (= Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas. Bd. 36). Beier & Beran, Langenweißbach 2003, ISBN 3-930036-70-3.

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Beschreibung engl. und Bilder

Kategorie:Kultstätte Fixard Fixard Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Europa Kategorie:Saint-Estèphe (Dordogne)