Neudörfel ist eine Ortslage des Ortsteils Jocketa der Gemeinde Pöhl im sächsischen Vogtlandkreis. Die ehemalige Landgemeinde wurde am 27. Februar 1964 nach Jocketa eingemeindet, welches sich wiederum am 1. Januar 1994 mit den Gemeinden Ruppertsgrün, Helmsgrün, Möschwitz und Herlasgrün zur neuen Gemeinde Pöhl zusammenschloss.
Geografie Lage Neudörfel befindet sich im Zentrum des Naturraumes Vogtland (Vogtländische Schweiz) im sächsischen Teil des historischen Vogtlands. Die südliche Ortsflur reicht an die Talsperre Pöhl heran, in welcher die Trieb aufgestaut wird.
Nachbarorte
Geschichte Das Platzdorf Neudörfel wurde im Jahr 1412 erstmals als „Newendorff“ erwähnt. Der Ort wurde jedoch schon in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts gegründet, worauf die bis heute erkenntlichen Reste einer frühdeutschen Wehranlage, u. a. Turmhügel, Graben und Außenwall, in der Ortsflur deuten. Bezüglich der Grundherrschaft war Neudörfel im 16. Jahrhundert zwischen den Rittergütern Liebau, Christgrün und Helmsgrün geteilt. Im 18. Jahrhundert war die Grundherrschaft zwischen den Rittergütern Liebau, Ruppertsgrün und Pöhl geteilt. Durch die Einführung der regelmäßigen Postverbindungen kam Neudörfel gegen Ende des 17. Jahrhunderts eine Bedeutung als Halt und Kreuzungsort zu, da im Ort – auf halber Strecke zwischen Plauen und Reichenbach im Vogtland liegend – auch die Alte Greizer Straße abzweigte. Das Posthaus, welches seine Entstehung der vorbeiführenden Poststraße verdankt, ist bis heute als Gaststätte und Pension vorhanden.
Neudörfel lag bis 1856 im kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Plauen.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 76 f. 1856 wurde der Ort dem Gerichtsamt Plauen und 1875 der Amtshauptmannschaft Plauen angegliedert.
Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam die Gemeinde Neudörfel im Jahr 1952 zum Kreis Plauen-Land im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der ab 1990 als sächsischer „Landkreis Plauen“ fortgeführt wurde und 1996 im Vogtlandkreis aufging. Nach der Fertigstellung der Talsperre Pöhl im Jahr 1964 entstanden im Ort ein Freizeitzentrum und eine Bungalowsiedlung. Am 27. Februar 1964 wurde Neudörfel nach Jocketa eingemeindet. Die Gemeinde Jocketa mit ihren Ortsteilen Barthmühle, Trieb und Neudörfel schloss sich im Zuge der Gemeindereform im Freistaat Sachsen am 1. Januar 1994 mit den Gemeinden Helmsgrün, Herlasgrün, Ruppertsgrün und Möschwitz zur neuen Gemeinde Pöhl zusammen.
Neudörfel war bis 2017 staatlich anerkannter Erholungsort.Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit über die Änderung der Liste der Sächsischen Kur- und Erholungsorte gemäß § 3 Abs. 5 Sächsisches Kurortegesetz (SächsKurG) vom 25. Oktober 2006 (SächsABl. S. 1012) auf: revosax.sachsen.de2017 kein Erholungsort mehr, siehe Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr über die Änderung der Liste der Kur- und Erholungsorte im Freistaat Sachsen gemäß § 3 Absatz 5 des Sächsischen Kurortegesetzes vom 14. November 2017 (SächsABl. S. 1576) auf: revosax.sachsen.de
Öffentlicher Nahverkehr Neudörfel ist mit der vertakteten RufBus-Linie 74 des Verkehrsverbunds Vogtland an Jocketa, Plauen und Thoßfell angebunden. In der Sommersaison verkehrt dieser Bus als feste Linie ohne Voranmeldung rund um die Talsperre Pöhl. In Jocketa besteht Anschluss zur Vogtlandbahn und in Thoßfell zur TaktBus-Linie 63.
Sehenswürdigkeiten Talsperre Pöhl mit Campingplatz gut erhaltener Burgstall einer frühdeutschen Wasserburg/Turmhügelburg in NeudörfelRolf Weber: tourist Wanderatlas: Talsperren Pöhl und Pirk (Syrau-Plauen-Oelsnitz). VEB Tourist Verlag Berlin/Leipzig, 3. Auflage 1988, S. 10, ISBN 3-350-00237-4
Literatur Bodendenkmal Burgstall einer Wasserburg namens „Schlößchen“ bei Jocketa-Neudörfel (S. 52), in Volkmar Geupel: Die geschützten Bodendenkmale im Bezirk Karl-Marx-Stadt. Hrsg. Heinz-Joachim Vogt, Kleine Schriften des Landesmuseums für Vorgeschichte Dresden, Heft 3, Dresden 1983, ISSN 0232-5446 (Lage: in Quellmulde inmitten von Neudörfel. Bodendenkmal seit 15. Oktober 1959).
Weblinks
Neudörfel In: Webauftritt der Gemeinde Pöhl (aus Webarchiv).
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Vogtlandkreis Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Vogtlandkreis) Kategorie:Ehemaliger staatlich anerkannter Erholungsort in Sachsen Kategorie:Geographie (Pöhl)