Wojciechy [] () ist eine Ortschaft in der Gmina Bartoszyce (Landgemeinde Bartenstein) im Powiat Bartoszycki (Kreis Bartenstein (Ostpr.)) der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.
Geographische Lage Das Kirchdorf liegt in der historischen Region Ostpreußen, etwa 15 Kilometer südlich der Stadt Bagrationowsk (Preußisch Eylau) und zehn Kilometer westnordwestlich der Stadt Bartoszyce (Bartenstein).
Geschichte Albrechtsdorf wurde im Jahre 1335 von Bartenstein aus als deutsches Bauerndorf gegründet. Die erste Gründungsurkunde ist verschollen und es liegt nur die Handfeste 20. Mai 1392 vor. Erster Lokator und erster Schulze des Dorfes war ein Lambert Krumm. Spätestens 1362, verlor der Ort seine Unabhängigkeit und wurde bis zur Aufhebung der Gutsuntertänigkeit nicht wieder selbständig. Im Laufe der Zeit wechselte es sehr oft den Grundherrn und war auch mehrfach unter zwei oder mehr Herren geteilt. 1362 kam Albrechtsdorf in den Besitz des prussischen Ritters Santunge und zu magdeburgischen Rechten, nachdem es zuvor im Besitz der Malgedins gewesen war. Als der Besitz Santunges zerfiel, fiel es an diese wieder zurück.
Im Hungerkrieg des Deutschen Ordens gegen Polen im Jahre 1414 erlitt der Ort großen Schaden. Er wurde für den Ort mit 3000 Mark, und für die Kirche mit 300 Mark angegeben. mini|Haus mit Storchennest im Dorf, von der Woiwodschaftsstraße 512 aus gesehen mini|Albrechtsdorf (Albrechtsdf.), südlich von Preußisch Eylau und westnordwestlich von Bartenstein, auf einer Landkarte von 1910 1419 bekam Joseph Malgedins Witwe ein Viertel des Ortes verliehen. 1429 gehörte die Hälfte von Albrechtsdorf – mit inzwischen zwei Krügen – Lorenz und Ambrosius Malgedin. 1470 erwarb die Familie Malgedin weitere elf Hufen in Albrechtsdorf und 1491 kaufte ein „Vogt zu Preußisch Eylau“ acht Hufen von Hans Lossau. 1504 erhielt der Söldnerführer Hans Ponnau daselbst acht Hufen verliehen. Nach dem in der Region wütendem Reiterkrieg von 1520, erwarb 1535 Melchior von Kreytzen auf Groß Peisten 14 Hufen mit einem Krug in Albrechtsdorf. Damit legte er den Grundstein für den späteren Gesamtbesitz des Dorfes. 1542 kaufte Georg von Aulack Teile des Dorfes und erhielt 1555 das Kirchenlehen. 1572 verkaufte Hans von Kalckstein 45 Hufen an die Familie Aulack. Dieser gehörte damit der größte Teil von Albrechtsdorf. 1584 erfolgte eine Verschreibung an Caspar von Aulack auf Loyden über 8 Hufen. Im selben Jahre (1584) erhält dann wieder Hans von Kalckstein als Hofdiener des Kurfürsten von Brandenburg 10 Hufen von Albrechtsdorf verliehen. 1584 ein Vergleich zwischen Johann von Kreytzen und Jakob von Kalckstein über Albrechtsdorf, wonach Johann von Kreytzen für sich und seine Nachkommen Albrecht von Kreytzen und dessen Erben und Erbnehmer 40 Hufen von Albrechtsdorf erhält, darunter acht Freischulzenhufen samt dem freien Kruge. Albrecht von Kreytzen, besaß nun zusammen mit den vier Kirchenhufen insgesamt 63 Hufen des Dorfes. Den Rest bestehend aus 17 Hufen erwarb er erst später dazu.
Nach dem Jahr 1600 war ganz Albrechtsdorf mit dem Kirchenpatronat bis 1820 im Besitz der Familie von Kreytzen auf Groß Peisten. Ein Teil seiner Hufen war anderen Herren verpfändet oder zum Nießbrauch bestellt. Dennoch behielt das Dorf seine Handfeste nach kulmischem Recht, das seine Bewohner in ihrem Recht und Besitz schützte. Lediglich die Oberhoheit und die Zinszahlungen gingen an die adligen Lehnsherren. Die Größe des Dorfes blieb mit 80 Hufen seit der Gründung bestehen. Auch die Anlage blieb unverändert erhalten und noch heute verläuft die Dorfstraße in der Nord-Süd-Richtung.
Der Beginn der Reformation in Albrechtsdorf kann nicht genau ermittelt werden. Sicher ist lediglich, dass zu Ende des Jahres 1523 kein Zins mehr von den ausstehenden Kapitalien, welche der Kirche gehörten, abgetragen wurde. Nachdem am 8. April 1525 zwischen dem vormaligen letzten Hochmeister und nunmehrigen Herzog von Preußen, Markgraf Albrecht I. von Brandenburg-Ansbach, und König Sigismund von Polen der endgültige Friede zu Krakau geschlossen wurde, schwand die letzte Aussicht auf Wiederherstellung des vorigen Zustandes. Aus Mangel an Geistlichen, welche die neue evangelische Lehre verkünden konnten, fand in Albrechtsdorfund den umliegenden Ortschaften zunächst kein Gottesdienst statt. Der Nachbarort Reddenau bekam 1568 den ersten evangelischen Pfarrer und in Albrechtsdorf wirkte ab 1577, als erster evangelischen Pfarrer, Gregorius Braun.
Ob die in Preußen im Jahre 1529 wütende pestartige Krankheit „Englischer Schweiß“ in Albrechtsdorf Opfer gefordert hat, ist nicht zu ermitteln gewesen. Gesichert brach die Pest zu Anfang des 17. Jahrhunderts aus. Im Kirchenbuch findet sich zwar keine wesentlich erhöhte Sterberate in Albrechtsdorf, aber gemäß der Familienchronik der von Kreytzen auf Peisten fielen mehrere Familienangehörige durch der Pest zum Opfer.
1785 hatte das adlige Kirchdorf Albrechtsdorf 42 Feuerstellen, 1820 waren es dann 45 Feuerstellen mit 274 Einwohnern.
1820 fand auch die Gutsauseindersetzung mit den 18 Bauern statt. Diese waren neben dem Scharwerk dem Lehnsherrn in Groß Peisten zu einem jährlichen Zins von 544 Talern, 18 Gänsen, 108 Hühnern, 540 Eiern, 18 Stück Leinwand und 18 Stof Schwadengrütze verpflichtet. Die Bauern behielten ihr ganzes Land als freies Eigentum ohne Scharwerksdienste, zahlten dafür eine jährliche Rente von 665 Talern, 15 Silbergroschen, 4 Pfennig sowie für die „Hofwehr“ (das war der frühere, von den Lehnsherrn gestellte „Besatz“, also Vieh, Saatgut und die Arbeitsgeräte für einen Bauernhof) den einmaligen Betrag von 1829 Talern. Was darüber hinausging, gehörte den Bauern als persönliches Eigentum. Die jährliche Grundsteuer an die Kreiskasse betrug nun 136 Taler, 22 Silbergroschen, 6 Pfennig.
1831 hatte Albrechtsdorf 5.340 preußische Morgen Land. Diese entfielen unter anderem auf das Vorwerk von Gr. Peisten mit 810 Morgen, 18 Bauerngüter mit 4252 Morgen Land und eine Pfarrkirche mit 272 Morgen Land. Albrechtsdorf umfasste 29 Kätner, 3 Handwerker, 6 Instleute; zusammen 318 Einwohner. 15 Jahre später, 1846, waren in Albrechtsdorf schon 74 Wohnhäuser und 646 Einwohner. Nach der Separation wuchs das Dorf schnell weiter, da das zu Groß Peisten gehörende Vorwerksland an Bauern verkauft wurde. Dadurch sowie durch Hofteilungen entstanden viele neue Besitzungen. 1859 besaßen 58 Bauern 4436 Morgen Land und 48 Kätner 350 Morgen. 1862 wanderten die Albrechtsdorfer Familien Scheffler und Fuhr nach Wolhynien und Russland aus. 1871 gab es 147 Wohngebäude, 280 Haushalte und 1109 Einwohner im Dorf, darunter 2 Katholiken und 41 Baptisten. 1885 war die Dorfflur 1325 ha groß; davon 922 ha Ackerland und 183 ha Wiesen. Im Dorf befanden sich 156 Wohnhäuser, 236 Haushalte und 1214 Einwohner. Dieses war die höchste Einwohnerzahl des Ortes. 1895 gab es 162 Häuser und 237 Haushalte, aber nur noch 1048 Einwohner.
Die 1928 gebildete Gemeinde Albrechtsdorf war 1.270,70 ha groß, hatte 156 Wohnhäuser, 220 Haushalte und 834 Einwohner. Im Ort waren eine Kirche, ein Standesamt und ein Amtsbezirk. Albrechtsdorf gehörte zum Amtsgericht Bartenstein. Der Grundsteuerreinertrag betrug 7,47 Rm je ha und deutete auf leichte Mittelboden hin.
Die Schule soll 1662 eingerichtet worden sein. Im Kirchenbuch wird im 18. Jahrhundert ein Kirchschullehrer erwähnt. Seit 1863 war sie zweiklassig, ab 1886 dreiklassig und 1925 wieder zweiklassig. Als letzte Schulleiter und Organisten waren August Eduard Guske (1873–1910), Karl Anton Guske (1910–1928), Karl Reichwald (1928–1945) im Amt. Als zweiter Lehrer war Ewald Weißgräber von 1920 bis 1945 in Albrechtsdorf tätig. mini|Ordenskirche (2012) Die alte Ordenskirche, 1335 gegründet, lag in der Mitte des Ortes und war aus verputzten Feldsteinen gebaut. Sie wurde 1655 und 1818 renoviert.
Der Reiterkrieg von 1519 bis 1521 brachte Preußen und Natangen neue Notzeiten. Auch in dem Bürgerkrieg von 1454 bis 1466 hat Albrechtsdorf gelitten, da um Bartenstein häufig Kämpfe tobten. Dabei kam es zu einer Belagerung der Stadt Bartenstein durch polnische Truppen und eine Plünderung der umliegenden Dörfer. Anzunehmen ist, dass sich die Bewohner von Albrechtsdorf zum größten Teil mitsamt ihrem Hab und Gut zusammen mit den Adelsherren nach Bartenstein zurückgezogen hatten. Trotz mehrfacher Aufforderung, verlorener Vorgefechte und Verlustes der Johannis-Vorstadt in Bartenstein ergab sich die Stadt nicht. Dennoch kam es zu Plünderungen und Verwüstungen im Umland.
Über Albrechtsdorf im 17. und 18. Jahrhundert sowie im Vierten Koalitionskrieg von 1806/07 lässt sich wenig feststellen, jedoch tobte unweit die Schlacht bei Preußisch Eylau zwischen den verbündeten Preußen und Russland gegen Napoléon am 7./8. Februar 1807. In damaliger Zeit war es üblich, dass die durchziehenden Armeen von der Bevölkerung alle benötigten Sachen requirierten. Der Pfarrer Kolbe aus Landsberg/Ostpr. hat ermittelt, welchen Schaden er durch die Besatzung erlitten hatte.
Im Februar 1807 verzeichnete der Pfarrer von Landsberg im Kirchenbuch: „Vom 7. bis 20. d. Mon. (Febr. 1807) stand allhier die feindliche französische Armee, die Kriegsunruhen dauern fort, und seit dieser Zeit sind durch neuentstandene faulartige Diarrhoen sehr viele, die fast alle in der Stille und ohne Anmeldung begraben wurden, gestorben. Nach langer angewendeter Mühe sind nachstehende Verstorbene ausgemittelt und hier eingetragen“. Es folgen bis 1. März ca. 44 Sterbefälle. Bis zum 31. Dezember 1807 sind im Kirchspiel Landsberg 396 Sterbefälle eingetragen, gegenüber 50 bis 70 in den anderen Jahren. Diese Ruhrepidemie hatte im Sommer 1807 auch Albrechtsdorf erreicht. Das Albrechtsdorfer Kirchenbuch verzeichnet von 1800 bis 1805 im Durchschnitt 20 Sterbefälle im Jahr. 1807 stieg diese Zahl im Kirchenspiel auf 157 Menschen an, allein im August gab es 29 Tote. Der überwiegende Teil starb an Ruhr, vor allem Kinder und Menschen im Alter von 55 bis 65 Jahren.
Aus den Hausbüchern von Bartenstein lässt sich für die Zeit von 1603 bis 1700 folgendes über Albrechtsdorf feststellen:
Vertrag zwischen Ludwig und Friedrich von Aulack und Hans von Malgedin wegen einer zu Albrechtsdorf hinterlassenen Erbschaft von 5 Hufen, die von Aulack auf Loyden verliehen werden.
Kontrakt zwischen Albrecht von Kreytzen und Ludwig und Friedrich von Aulack. Nach diesem Kaufvertrag erhalten die von Aulack 11 Hufen zugesprochen.
1638 wurde Albrechtsdorf Herrn von Lehndorf zum rechtmäßigen Unterpfande verschrieben. Diese rechtmäßige Verpfändung von Albrechtsdorf an Herrn von Lehndorf erklärt vielleicht auch die heute noch bestehende Inschrift C.B.v.L. mit dem Wappen in dem alten Stand rechts des Haupteinganges der Kirche.
Protestation Albrechts von Kreytzen wegen 3 Hufen von Albrechtsdorf aus dem Jahre 1675.
1695 erhielten die Brüder Wolf und Achatius von Kreytzen bei ihrer Konfirmation über ihre Güter Albrechtsdorf nebst dem freien Kruge zugesprochen.
Bevor Albrechtsdorf an die von Kreytzen auf Groß Peisten fiel, war es in den Händen des Hauses von Tettau auf Tolks, woran auch noch der alte Stand in der Kirche, geschmückt mit dem Wappen der Familie von Tettau und der Inschrift G.A.v.T, erinnert. Aus der Hand der Familie von Tettau ist Albrechtsdorf dann endgültig durch ein Patengeschenk des Herrn von Tettau an einen jungen von Kreytzen an Peisten gefallen. Anschließend ließ die dortige Gutsherrschaft ein Vorwerk bauen. Von diesem Vorwerk wurden aber nur 12 Hufen bewirtschaftet. Das übrige Areal, welches damals noch viel Wald umfasste, wurde von 20 Bauern und 24 Arbeitsleuten bewirtschaftet.