mini|hochkant|Brauerei Die Fürstlich Fürstenbergische Brauerei GmbH & Co. KG braut in Donaueschingen verschiedene Biersorten. Dazu gehören Pils, Export, Helles, Radler und andere. Fürstenberg beliefert neben der Gastronomie auch Groß- und Einzelhändler vornehmlich im süddeutschen Raum.

Geschichte mini|Fürstlich Fürstenbergische Brauerei, Plakat aus den 1920er Jahren Am 18. Januar 1283 erhielt Graf Heinrich I. von Fürstenberg von König Rudolf I. von Habsburg die Grafschaft Baar als Lehen, womit auch das Brauprivileg auf ihn über ging.Fürstenberg Brauerei. In: Sauwettertipps. Sonderheft der Bodensee-Ferienzeitung. Ausgabe 2/2009. Südkurier GmbH Medienhaus, Konstanz 2009, S. 13. Bereits 1575 wurden in der Fürstenberg-Brauerei zwei verschiedene Biersorten gebraut. Nachdem man 1700 wegen verschiedener Kriege sowie steigender Getreide- und Malzpreise die Arbeit der Brauerei für fünf Jahre niedergelegt hatte, wurde 1705 unter Fürst Anton Egon zu Fürstenberg wieder gebraut – überwiegend „Ordinaribier“ (obergäriges Weißbier) sowie Märzen- und Doppelbier.

Nachdem Fürst Joseph Wilhelm Ernst zu Fürstenberg 1723 seinen Herrschaftssitz nach Donaueschingen verlegt hatte, stieg auch die Nachfrage nach den Bieren. Darum wurde 1739 mit dem Neubau der Fürstenberg Brauerei begonnen. Seither hat sich der Standort der Brauerei nicht mehr verändert.

1801 wurde erstmals „Luftbier“, ein obergäriges Bier aus Weizen und Gerstenmalz, gebraut, das dem heutigen Weizenbier der Brauerei ähnlich ist. Zudem wird seither ausschließlich heimische Gerste verwendet. Damit pflegt die Fürstenberg Brauerei eine über 200-jährige Tradition, hauptsächlich Rohstoffe aus dem Süden Deutschlands zu beziehen.

Das Bier aus Donaueschingen wurde schon bald außerhalb des Fürstentums getrunken. Mit den ersten Eisenbahnen wurde das Bier 1868 bereits über größere Strecken ausgeliefert, beispielsweise in die Schweiz und nach Paris. Die Brauerei gehörte damit zu den ersten Versandbrauereien Deutschlands. Durch die Einführung eines Flaschenbier-Pasteurs im Jahre 1880 wurde das Flaschenbier erstmals pasteurisiert und damit deutlich haltbarer gemacht, sodass die Biere auch für weltweite Transportwege gerüstet waren.

Mit Josef Munz erhielt die Fürstenberg Brauerei 1884 einen neuen und sehr innovativen Braumeister. Zwei Jahre nach seinem Eintritt in die Brauerei gelang ihm die Herstellung einer Spezialität nach Wiener Brauart. Das goldgelbe „Salvator“ fand unter dem Namen „Danubia-Exportbier“ sogar in Brasilien seine Liebhaber.

1895 begann die Brauerei – wieder als eine der ersten in Deutschland – mit der Produktion eines Bieres Pilsener Brauart: das „Bohemia“, das später „Fürstenberg-Bräu hell“ und heute „Premium Pilsener“ genannt wird. Das Fürstenberg-Pilsener wurde 1900 von Kaiser Wilhelm II. zum „Tafelgetränk Seiner Majestät“ erhoben.

Ausbau zur Groß- und Exportbrauerei

Als Max Egon II. zu Fürstenberg die Brauerei 1897 übernahm, war diese noch ein mittelgroßer Betrieb, unter seiner Leitung entwickelte sie sich zum Großbetrieb. Ab 1908 begann eine umfangreiche Neubauphase, zugleich wurde das Vertriebsnetz erheblich erweitert. Hatte die Brauerei bis 1901 lediglich einen Vertreter, verfügte sie bis 1913 über ein Vertriebsnetz, das zahlreiche deutsche Großstädte, die Nachbarländer und auch Absatzmärkte in Übersee umfasste. Der Bierabsatz stieg von 30.490 Hektolitern im Jahr 1897 auf 116.611 Hektoliter im Jahr 1913.Christopher Deutsch: „Des Kaisers Bier. Der Ausbau der Fürstlich Fürstenbergischen Brauerei zur Exportbrauerei“. In: Heinrich Fürst zu Fürstenberg, Andreas Wilts (Hrsg.): Max Egon II. zu Fürstenberg – Fürst, Soldat, Mäzen. Ostfildern 2019, S. 324–349.

Max Egon II. nutzte auch seine Freundschaft mit Kaiser Wilhelm II. für seine wirtschaftlichen Interessen. Bereits vor der Ernennung des Fürstenberg-Bieres zum „Tafelgetränk Seiner Majestät“ bezog der Kaiser offenbar Bier aus Donaueschingen. Der erhaltene Schriftverkehr mit dem kaiserlichen Hof zeigt, dass Wilhelm II. Freiherr Hugo von Reischach damit beauftragte, Max Egon II. bei der Einführung des Bieres in Berlin zu unterstützen. Der Kaiser schlug außerdem vor, das bis dahin als „Bohemia-Bräu“ bezeichnete Bier unter dem Namen „Fürstenberg-Bräu“ zu vermarkten. Max Egon II. bat daraufhin darum, das Bier als „Tafelgetränk Seiner Majestät“ bezeichnen und diese Bezeichnung auch auf den Etiketten führen zu dürfen.

In einem Telegramm vom 20. Dezember 1900 wurde die gewünschte Bezeichnung vom kaiserlichen Hof genehmigt: „Seine Majestät, der Kaiser und König wollen gerne allergnädigst gestatten, dass das Fürstenberg-Breu als Tafelgetränk seiner Majestät des Kaisers bezeichnet werde.“Christopher Deutsch: „Des Kaisers Bier. Der Ausbau der Fürstlich Fürstenbergischen Brauerei zur Exportbrauerei“. In: Heinrich Fürst zu Fürstenberg, Andreas Wilts (Hrsg.): Max Egon II. zu Fürstenberg – Fürst, Soldat, Mäzen. Ostfildern 2019, S. 336–337.

Die kaiserliche Genehmigung wurde gezielt für die Vermarktung des Bieres genutzt. Fürstenberg-Bier wurde nicht nur in Berlin eingeführt, sondern unter anderem auch auf der Industrie- und Gewerbeausstellung in Düsseldorf 1902 präsentiert. Weitere Absatzmärkte entstanden in Frankreich, Italien, den Niederlanden, Luxemburg, der Schweiz, England und Belgien.Christopher Deutsch: „Des Kaisers Bier. Der Ausbau der Fürstlich Fürstenbergischen Brauerei zur Exportbrauerei“. In: Heinrich Fürst zu Fürstenberg, Andreas Wilts (Hrsg.): Max Egon II. zu Fürstenberg – Fürst, Soldat, Mäzen. Ostfildern 2019, S. 324–349.

International bekannt wurden die Fürstenberg-Biere auch durch Verträge mit Transport- und Reiseveranstaltern. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatten die Schiffe der Hapag und des Norddeutschen Lloyd das Fürstenberg-Pilsener an Bord. Weitere Kunden waren die MITROPA, die Lufthansa und die Zeppelin-Reederei.

1988 führte die Fürstenberg Brauerei das „Fürstenberg Frei“ ein, eines der ersten alkoholfreien Biere Deutschlands.

Die Fürstenberg Brauerei übernahm im Mai 2000 die Riegeler Brauerei. Im gleichen Jahr war die Brauerei zum ersten Mal beim Cannstatter Volksfest mit einem Großzelt vertreten. Zuerst mit einem 5000 Plätze bietenden Zelt, betrieben durch den Festwirt Walter Weitmann, seit 2005 mit einem 4500 Plätze fassenden Zelt des Festwirts Peter Brandl.

Seit 2005 gehörte die Brauerei zur Brau Holding International AG, der heutigen Paulaner Brauerei Gruppe.Susanne Maerz: Qualität, Vielfalt, Regionalität. Brauereien aus dem Südwesten, in: Wirtschaft im Südwesten, Juli/August 2014, S. 6–10, hier S. 7.

Produkte mini|hochkant|Historisches Werbeschild, Schriftzug noch mit langem ſ Die Brauerei füllt in 0,33-Liter- und 0,5-Liter-Flaschen sowie in 0,5-Liter-Dosen ab. Es werden folgende Biersorten angeboten (Stand November 2023): Fürstenberg Premium Pilsener Fürstenberg Pilsener 0,0 % Alkoholfrei Fürstenberg Original Export Fürstenberg Naturtrübes Helles Fürstenberg Hefeweizen Hell Fürstenberg Hefeweizen Dunkel Fürstenberg Kristallweizen Fürstenberg Natur Radler Fürstenberg Natur Radler 0,0 % Alkoholfrei Fürstenberg Zitrus Radler 0,0 % Alkoholfrei

Saisonale Biere Fürstenberg Winterbier Brauwerk-Spezialitäten

Riegeler Biere Riegeler Felsen Pils Riegeler Export Riegeler Landbier

Bilger Bier Bilger Stümple

Im April 2014 wurde das „Bilger Stümple“, ein mildgehopftes Helles in der 0,33-l-Steinieflasche auf den Markt gebracht, nachdem die Gottmadinger Brauerei Bilger 1968 von Fürstenberg gekauft und die Produktion 1976 nach Donaueschingen verlagert wurde.

Zusätzlich wird in Donaueschingen das Bären Pilsner der ehemaligen Schwenninger Bärenbrauerei (1797–1977) produziert.Badische Zeitung, 23. Januar 2009

Alle Biere werden nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 gebraut. Im Jahr 2021 betrug das gesamte Absatzvolumen der Marke Fürstenberg 316.000 Hektoliter.

Sponsoring Musik Fürstenberg unterstützt bzw. unterstützte verschiedene Festivals wie das ehemalige Bang-Your-Head-Festival in Balingen, das Zelt-Musik-Festival in Freiburg oder die Donaueschinger Musiktage.

Sport Das Unternehmen ist Sponsor der Eishockeymannschaft Schwenninger Wild Wings. Außerdem wird das Reitturnier CHI Donaueschingen, der Schwarzwaldpokal in Schonach und das ebenfalls dort stattfindende Weltcup-Finale der Nordischen Kombination unterstützt.

Fasnet Fürstenberg engagiert sich bei regionalen Kulturveranstaltungen und fördert das lebendige Brauchtum wie die Fasnet. Dazu werden die Flaschen diverser Produkte als „Fasnetbier“ vermarktet: Das Design des Etiketts ändert sich jedes Jahr, indem jeweils eine Fasnetsfigur zweier Narrenzünfte der Region abgebildet werden. Ergänzt werden die Figuren um Terminankündigungen von Narrentreffen der abgebildeten Zünfte, die in der jeweiligen Fasnetssaison stattfinden. Fürstenberg tritt bei diesen Veranstaltungen meist als Hauptsponsor und exklusiver Bierlieferant auf.

Weblinks

Offizielle Website der Fürstenberg Brauerei

Einzelnachweise

Brauerei Kategorie:Brauerei (Baden-Württemberg) Kategorie:Unternehmen (Donaueschingen) Kategorie:Schörghuber Unternehmensgruppe Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Schwarzwald-Baar-Kreis) Kategorie:Paulaner Brauerei Gruppe Kategorie:Unternehmensgründung 1283