Donaueschingen ist eine Stadt im Südwesten Baden-Württembergs, die etwa 13 Kilometer südlich der Kreisstadt Villingen-Schwenningen liegt. Das Mittelzentrum ist die zweitgrößte Stadt des Schwarzwald-Baar-Kreises. Bis zur Kreisreform am 1. Januar 1973 war Donaueschingen Kreisstadt des Landkreises Donaueschingen und gehört seitdem zum Schwarzwald-Baar-Kreis. Seit dem 1. Juli 1993 ist Donaueschingen eine Große Kreisstadt.
Die nächsten größeren Städte sind neben Villingen-Schwenningen noch Tuttlingen etwa 24 km östlich, Singen (Hohentwiel) etwa 34 km südöstlich und das in der Schweiz gelegene Schaffhausen etwa 30 km südlich von Donaueschingen.
Geographie Geographie und Geologie Donaueschingen, das seit 2022 die offizielle Zusatzbezeichnung „Donauquellstadt“ führt,Donaueschingen ist jetzt offiziell Donauquellstadt – aber was bedeutet das für Furtwangen? In: Region › Schwarzwald › Donaueschingen. 9. Dezember 2021. Auf Suedkurier.de, abgerufen am 27. Dezember 2022. liegt auf dem Hochplateau der Baar, zwischen dem Ostrand des südlichen Schwarzwalds und der westlichen Schwäbischen Alb in der Talung der Brigach, deren Zusammenfluss mit der Breg am östlichen Stadtrand von Donaueschingen als der eigentliche Beginn der Donau gilt. Eine gefasste Karstaufstoßquelle im Schlosspark, die Donaubachquelle, deren Wasser in die Brigach fließt, wird auch als „Donauquelle“ bezeichnet.
Als einzige Gemeinde der Region erstreckt sich die Gemarkung durchgehend vom Granit und Gneis des Schwarzwalds über die Trias-Formationen der Schwarzwald-Ostabdachung und der Baar bis zum Jura der Schwäbischen Alb und kann sämtliche Gesteinsschichten des süddeutschen Schichtstufenlands aufweisen. Die Höhen senken sich von 1020 m im Schwarzwald auf ca. 660 m auf der Baar ab, um auf der Schwäbischen Alb die 900-Meter-Marke wieder zu überschreiten. Ein Modell stellt die außergewöhnliche geologische Situation der Stadt und ihres Umlands im Park gegenüber dem Bahnhof anschaulich dar.
Klima
Nachbargemeinden Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Donaueschingen. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordwesten genannt:
Vöhrenbach, Villingen-Schwenningen, Brigachtal, Bad Dürrheim (alle Schwarzwald-Baar-Kreis), Geisingen (Landkreis Tuttlingen) sowie Hüfingen und Bräunlingen (alle Schwarzwald-Baar-Kreis).
Stadtgliederung Das Stadtgebiet besteht aus dem Stadtkern, den in den 1930er-Jahren eingegliederten Orten Allmendshofen und Aufen und den im Rahmen der Gemeindereform der 1970er-Jahre eingegliederten Gemeinden Aasen, Grüningen, Heidenhofen, Hubertshofen, Neudingen, Pfohren und Wolterdingen.
Die zuletzt eingegliederten Stadtteile sind zugleich Ortschaften im Sinne von § 67ff der Gemeindeordnung, das heißt, sie haben jeweils einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl direkt zu wählenden Ortschaftsrat, mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden. Die Zahl der Ortschaftsräte beträgt je nach Einwohnerzahl zwischen sechs und zehn.
Zu einigen Stadtteilen gehören weitere räumlich getrennte Wohnplätze mit eigenem Namen, die oft sehr wenige Einwohner haben oder Wohngebiete mit eigenem Namen, deren Bezeichnung sich im Laufe der Bebauung ergeben haben und deren Grenzen dann meist nicht genau festgelegt sind. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Gebiete:
zur Kernstadt: Dürrheimer Landstraße, Fohrenhöfe und In den Tannenäckern, Jägerhaus sowie Bruch- und Schluchsiedlung und Neue Heimat zu Neudingen: Auf Teil, Gnadental und Mariahof zu Pfohren: Immenhöfe zu Wolterdingen: Hintere Schand, Lettenäcker und Zindelstein
Raumplanung Donaueschingen bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg, in der Villingen-Schwenningen als Oberzentrum ausgewiesen ist. Zum Mittelbereich Donaueschingen gehören neben der Stadt Donaueschingen noch die Städte Blumberg, Bräunlingen und Hüfingen.
Schutzgebiete
In Donaueschingen liegen die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Weiherbachtal und Birken-Mittelmeß, das Naturschutzgebiet Grüninger Ried sowie ein kleiner Teil des Naturschutzgebiets Unterhölzer Wald. Zudem liegt östlich der Stadt das Landschaftsschutzgebiet Huflen. Darüber hinaus hat Donaueschingen Anteil am FFH-Gebiet Baar, Eschach und Südostschwarzwald sowie an den Vogelschutzgebieten Wutach und Baaralb, Baar und Mittlerer Schwarzwald. Donaueschingen liegt zudem teilweise im Naturpark Südschwarzwald.Daten- und Kartendienst der LUBW
Geschichte mini|Donaueschingen, um 1680 mini|Wilhelm Scheuchzer: Donaueschingen, 1827 mini|Donaueschingen um 1900 mini|Donauquelle um 1900 mini|alt=|Donautempel am Ausfluss des Donaubachs in die Brigach, 1910 unter der Leitung von Franz Schwechten im Auftrag von Wilhelm II. errichtet mini|Diana-Brunnen von Bildhauer Wilhelm Sauer zur Erinnerung an den Besuch von Wilhelm II., seiner Frau Auguste Viktoria und deren Tochter Viktoria Luise Prinzessin von Preußen im Jahr 1904
Mittelalter Donaueschingen wurde 889 als Esginga erstmals urkundlich erwähnt. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag Donaueschingen im Herzogtum Schwaben. Von 1101 bis ins 13. Jahrhundert gehörte der Ort zu einer örtlichen Adelsfamilie, die vermutlich Dienstleute des Klosters Reichenau waren. Eine heute nicht mehr auffindbare Burg wird 1250 erwähnt. Spätestens Ende des 13. Jahrhunderts waren es die Herren von Blumberg, die bis Mitte des 15. Jahrhunderts über den Ort herrschten, dann folgte bis 1465 Ritter Sigmund vom Stein.In Donaueschingen erwähnt werden 1292 Bertholdus pupillus, in Tůnovweschingen residentes, […] Johannes de Tůnovweschingen: „Die Burg Donaueschingen war ein uralter Stammsitz des Blumberger Geschlechts.“ (Andre Bechthold: Blumberg. S. 39, Zitat in Anm. 80 in: Kindler von Knobloch: Oberbadisches Geschlechterbuch. Bd. 1, S. 110.) Die Blumberger Herrschaft bestand dort bis 1450 zum Tod von „Rudolf von der alten Blumberg d. J. zu Donaueschingen, [… der] ohne männliche Erben zu hinterlassen starb. Sein Schwager, Ritter Sigmund vom Stein, vermochte sich, ohne daß wir über die Vorgänge im einzelnen unterrichtet sind, in den Besitz der Eigen- und Lehensgüter zu setzen.“ (Karl Bader: Herrschaft Blumberg. S. 19 f.)
Im Jahr 1283 belehnte Rudolf von Habsburg den Grafen Heinrich von Fürstenberg mit der Grafschaft Baar und Donaueschingen. Damit war auch das Recht verbunden, Bier zu brauen. Hier hat die Fürstlich Fürstenbergische Brauerei ihren Ursprung.
Frühe Neuzeit bis 19. Jahrhundert Im Jahre 1488 ging der Ort Donaueschingen durch Kauf in den Besitz der Grafen von Fürstenberg über. Ab 1500 lag der Ort im Schwäbischen Reichskreis. 1653 wählte Ferdinand Friedrich von Fürstenberg Donaueschingen als Residenz. Seit 1716 ist der Ort Hauptsitz der Fürsten von Fürstenberg. 1801 wurde Donaueschingen Sitz eines Obervogteiamtes der Herrschaft Fürstenberg. Im Jahr 1806 kam der Ort zusammen mit dem Fürstentum an das Großherzogtum Baden und wurde ein Jahr später Sitz eines Amtes, das jedoch 1810 wieder aufgelöst wurde. Dafür erhielt Donaueschingen am 27. Januar 1810 das Stadtrecht. 1813 wurde das Amt Donaueschingen wieder errichtet, 1818 erneut aufgelöst und 1849 zum zweiten Mal wieder errichtet und später zum Bezirksamt erhoben.
20. Jahrhundert 1908 fiel ein großer Teil der Stadt einem Brand zum Opfer.
Ende April 1945 wurde der Raum Donaueschingen zu einem Brennpunkt letzter Kämpfe am Kriegsende im Südschwarzwald (1945). Durch Luftangriffe wurde Donaueschingen, das 1939 8901 Einwohner zählte, zu 13 % zerstört.leo-bw.de
Aus dem Bezirksamt Donaueschingen war 1939 der Landkreis Donaueschingen hervorgegangen, der bei der Kreisreform 1973 aufgelöst wurde. Die meisten seiner Gemeinden und mit ihm die Kreisstadt Donaueschingen wurden dem neu gebildeten Schwarzwald-Baar-Kreis zugeordnet. Infolge der Eingliederung von sieben Nachbargemeinden in den 1970er-Jahren entwickelte sich Donaueschingen zur zweitgrößten Stadt des Kreises, 1992 überschritt die Einwohnerzahl die 20.000-Grenze. Daraufhin stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg dann mit Wirkung vom 1. Juli 1993 beschloss.
Geschichte der Stadtteile Auch die Stadtteile Donaueschingens haben eine lange Geschichte. Sie gehörten meist zum Fürstentum Fürstenberg und kamen 1806 an Baden. Zunächst zum Oberamt Hüfingen, 1813 zum Amt Donaueschingen, 1819 wieder zum Amt Hüfingen und seit 1849 erneut zum Amt Donaueschingen, später Bezirksamt Donaueschingen, aus dem 1939 der Landkreis Donaueschingen hervorging. Grüningen kam jedoch erst 1936 zum Bezirksamt Donaueschingen.
Aasen wurde 973 als Usin erstmals erwähnt. Ab 1094 ist ein örtlicher Adel genannt, von der Burg Aasen ist noch der Burgstall erhalten. Allmendshofen wurde 870 als Aleuuigeshouun erstmals erwähnt. Auch hier ist ein Ortsadel genannt, von deren Burg jedoch nichts mehr erhalten ist. Wohl über die Herrschaft Blumberg und von Schellenberg kam der Ort an Fürstenberg. Aufen wurde 889 als Uffheim erstmals erwähnt. Es handelt sich wohl um einen Ausbauort von Donaueschingen, der im 14. Jahrhundert in Unteraufen (später Niederaufen), Suntheim und Oberaufen aufgeteilt war. 1488 gelangte der Ort mit Donaueschingen an die Herren von Fürstenberg. Grüningen wurde 1109 als Gröningen erstmals erwähnt. Andere Quellen berichten, dass Grüningen im Jahr 805 erstmals in einer Urkunde des Klosters St. Gallen in der heutigen Schweiz erwähnt wurde. Im 13. Jahrhundert gab es einen Ortsadel, doch gelangte der Ort dann an Fürstenberg und mit dem Verkauf von Villingen 1326 an Österreich (Vorderösterreich). 1805 kam Grüningen an Württemberg und wurde 1806 im Tausch an Baden abgegeben. Der Ort gehörte dann zum Obervogteiamt bzw. Bezirksamt Villingen und kam erst 1936 an das Bezirksamt/Landkreis Donaueschingen. Graf Gebhard zu Fürstenberg, Domherr zu Konstanz und Pfarrrektor für Grüningen war leiblicher Bruder von Graf Egon zu Fürstenberg. Diesem adeligen Geistlichen werden die Wandfresken in der Mauritiuskirche in Grüningen aus dem 13. und 14. Jahrhundert zugeschrieben,Christian Roder: Die Pfarrkirche zu Grüningen und die neulich in derselben entdeckten alten Wandgemälde. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO), Jg. 45 (1891), S. 636–644 (Digitalisat). die heute noch zu besichtigen sind. Auch Spuren des spanischen Erbfolgekrieges sind in Grüningen sichtbar. Zwei Relikte aus dieser Zeit erinnern daran, einmal die Kanonenkugeln am Chorbogen in der Kirche und das Spanische Kreuz, welches die Ermordung eine Edelmannes aus königlichem Geschlecht anzeigt und im Gewann Ochsenberg steht. Heidenhofen wurde 759/60 als Heidinhova erstmals erwähnt. Das Kloster St. Gallen hatte Besitzungen. Im 10. Jahrhundert gelangte der Ort an das Kloster Reichenau. 1447 wurde Heidenhofen an die Herrschaft Fürstenberg verkauft. Hubertshofen wurde 1440 als Humbrachtzhoven erstmals erwähnt. Anders als die anderen Stadtteile gehörte Hubertshofen zur Nachbargemeinde Bräunlingen und teilte die Geschicke mit dieser Stadt. Bis 1805 blieb der Ort daher österreichisch. Die Fürstenberger erkannten spätestens 1686 die Landeshoheit über den Ort an. 1805 an Württemberg kam Hubertshofen 1806 an Baden und war dann zunächst dem Amt Villingen, ab 1813 dem Amt Hüfingen, 1832 dem Stabsamt und 1840 dem Bezirksamt Villingen zugeordnet, kam dann 1849 zum Bezirksamt Donaueschingen.