Der Töpfermuseum Duingen wurde am 15. August 1988 vom ehemaligen Ortsheimatpfleger Friedrich Becker in Duingen eröffnet. Träger der Einrichtung ist der Flecken Duingen, Gründungsmitglied des Verbands der deutschen Keramikstädte e.V. Das Töpfermuseum verfügt über 1000 Exponate, die dokumentiert und zum Teil ausgestellt sind.

Haus Am Standort des Fachwerkhauses mit der Hausnummer 8 befand sich eine der ältesten Töpfereien des Ortes. Der erste nachweisbare Besitzer der Töpferei war der 1629 geborene Töpfermeister Heinrich Lampe. Zu seiner Kötnerstelle gehörten noch 15 Morgen Ackerland und eine Wiese. Heinrich Lampe war mehrfach gewählter Bürgermeister und gehörte zu den am besten situierten Handwerkern in Duingen. 1689 musste er mit 5 Taler und 24 Groschen die höchste Kopfsteuer aller Einwohner zahlen. 1789 ließ das Ehepaar Pilster das Wohnhaus abreißen und baute das heute stehende große Fachwerkgebäude. 1845 eröffnete der spätere Besitzer, der Apotheker August Grünhagen aus Salzhemmendorf, eine Filiale in diesem Gebäude. Die „Adler Apotheke“ gab es bis 1985. Seit 1987 wird ein Teil des Gebäudes als Standort für das Töpfermuseum an den Flecken Duingen vermietet.

Das Schild Das Schild „Kulturtreff Töpfermuseum“ zeigt neben dieser Schrift eine Töpferscheibe, auf der eine Blumenvase mit Blume steht. Das war über Jahrhunderte das Symbol der Töpfer.

Museum Im Raum Duingen entwickelte sich um 1120–1150 das wichtigste und am längsten wirksame Zentrum der Töpferei im heutigen Niedersachsen. Anfangs wurde relativ poröse Irdenware hergestellt. Nach Bodenfunden von mehreren Stellen im Ortskern von Duingen wird angenommen, dass dort in der Mitte des 13. Jahrhunderts die Herstellung von Steinzeug begann.

1940 fand man im Boden Funde, die eine Produktion vom 16. bis 19. Jahrhundert belegen. Sie bilden die Basis für das heutige Museum. Der Heimatpfleger Ludwig Böker legte aus den Funden eine umfangreiche Sammlung an, die 1961 in den Besitz der Gemeinde überging. Die Ergebnisse seiner Forschungen in Archiven existieren nur als handschriftliche Manuskripte; 1949 verfasste er die Geschichte der Duinger Töpferei. Die Manuskripte wurden später von Friedrich Becker, ehemaliger Leiter des Museums und Ortsheimatpfleger, in Druckschrift übertragen.

Die Dauerausstellung zeigt Irdenware (Kugeltöpfe, Kugelkannen, Kugelbauchkrüge; teilweise mit leicht gewellten Standring) aus dem 12./13. Jahrhundert, engobiertes und salzglasiertes Steinzeug (Tafelgeschirr, Becher, Krüge, Tüllenkannen) aus dem 13./14. Jahrhundert, aufwendig verzierte Gefäße der Renaissance- und Barockzeit (z. B. Bierhumpen), einfaches Vorratsgeschirr des späten 18. und 19. Jahrhunderts, Werke des Kunsttöpfers Jürgen Riecke und Industriekeramik des 20. Jahrhunderts.

Außerdem findet man im Museum Weserware, ein typisches Produkt des Pottlandes, das nicht in Duingen hergestellt wurde. Die Ausstellung vermittelt einen Einblick in das historische Töpferleben und behandelt Themen wie Tonaufbereitung und Ofentechnik. Zusätzlich finden im Museum Sonderausstellungen statt. Dabei werden lokale Themen behandelt, aber auch moderne Keramikausstellungen gezeigt.

Literatur Friedrich Becker: Die alte Duinger Apotheke. Duinger Heimat- und Kulturverein e.V, 1999. Ludwig Böker: Die Geschichte der Töpferei. Duingen 1949. Aus dem Pottland in die Welt. Eine historische Töpferregion zwischen Weser und Leine. Verlag Mitzkat, Holzminden, 2012, ISBN 978-3-940751-53-9.

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Einzelnachweise

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