alternativtext=Aufkleber „Vom Frieden her denken und handeln“ des Frauennetzwerk für Frieden e. V.|mini|Aufkleber „Vom Frieden her denken und handeln“ des Frauennetzwerk für Frieden e. V. Das Frauennetzwerk für Frieden e. V., auch FNF, ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Bonn.

Gründung und Geschichte Die Idee zu einem Netzwerk für Frieden entstand während der 4. Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen in Peking/Huairu, in der Themen wie „Frauen und bewaffnete Konflikte“ und „Frauen als Friedensakteurinnen“ diskutiert wurden. Im Friedenszelt in Huairu trafen sich Frauen und stellten fest, dass es viele Initiativen gab, diese aber etwas vereinzelt waren und es daher sinnvoll ist, diese zu bündeln und damit zu stärken. Daher wurde am 3. Februar 1996 das Frauennetzwerk für Frieden e.V. in Bonn gegründet.

Bereits im ersten Jahr der Gründung gelang es, die deutsch-tschechischen Beziehungen zu stärken, indem Frauen aus beiden Ländern ein Versöhnungsprojekt mit dem Namen „Fenster zu Geschichte“ durchführten und das Deutsch-Tschechische Forum für Frauen gegründet wurde. Ein zweiter assoziierter Verein entwickelte sich mit der Ukraine, der sich um Waisenhäuser in der Ostukraine kümmert. Auf lokaler und regionaler Ebene engagierte sich der Verein u. a. in einem Koordinationskreis bei den Bonner Friedenstagen, beim Friedenslauf der Schulen und bei der Vernetzung der Schulen durch den überregionalen Streitschlichtungstreff im Bonner Raum. Ein langjähriges Projekt war auch die Erinnerung an die erste Friedensnobelpreisträgerin Berta von Suttner zu erhalten, deren friedenspolitische Analysen auch nach 100 Jahren noch Gültigkeit haben.

Die internationale Ausrichtung des Netzwerks war auch an der Beteiligung am internationalen Projekt „1000 Peace Women Across the Globe / 1000 Friendesfrauen Weltweit“ ersichtlich. Diese hatte zum Ziel 1000 Frauen für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen. Die begleitende Ausstellung zum Projekt wurde mehrmals gezeigt und war auch digital abrufbar.

Der Wahlspruch des Frauennetzwerks ist „Kriege werden von Menschen gemacht - Frieden auch“.

Inhaltliche Schwerpunkte Ziel aller Aktivitäten ist der Aufbau einer nachhaltigen Friedenskultur und der gleichberechtigten Partizipation von Frauen an allen Friedensaktivitäten in Politik und Gesellschaft. Dabei steht der Frauenfokus gleichberechtigt neben der Genderperspektive und dem kontinuierlichen Bemühen um die Sensibilisierung von Männern und Frauen für diese Perspektive.

Der Verein sieht seinen Zweck in der Vernetzung von frauen- und friedenspolitischen Netzwerken und in deren Kooperation. Eines der Hauptanliegen des FNF ist die Umsetzung der UN-Sicherheitsratsresolution 1325 zu „Frauen, Frieden und Sicherheit“ in Deutschland und weltweit. Außerdem arbeitet er auf eine Friedenskultur hin, indem er Streitschlichtungstreffs an Schulen in Bonn und der Umgebung veranstaltet.

Tätigkeiten Der Verein hat 14 Mitgliedsorganisation und -gruppierungen und kann damit dem Ziel der Vernetzung nachkommen. Die Vernetzungsarbeit innerhalb des Frauennetzwerks geschieht punktuell bei einzelnen Themen, die vertieft werden, und kontinuierlich durch Informations- und Vernetzungsangebote.

Ein Schwerpunkt des Vereins liegt in Veranstaltungen zu frauen- und friedenspolitischen Themen. Dazu zählen beispielsweise Vorträge von für den Frieden engagierten Frauen aus dem In- und Ausland und die seit 2011 jährlich stattfindende Mitarbeit im Koordinationskreis der Bonner Friedenstage. Friedenspolitisch tätig wird der Verein auch in der AG Gender und Frieden im Bund für Soziale Verteidigung sowie im zivilgesellschaftlichen „Bündnis 1325“.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Erinnerungsarbeit an die erste weibliche Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner, beispielsweise durch die Initiierung einer Gedenkstele am Bertha-von-Suttner-Platz in Bonn. 2019 gestaltete das Frauennetzwerk für Frieden e. V. eine Straßenbahn zur Bertha-Bahn um.

Des Weiteren organisiert das Frauennetzwerk für Frieden e. V. jährlich regionale Streitschlichtungstreffs in Bonn und der Umgebung. Im Jahr 2023 hat das FNF in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Friedenskooperative den Friedensweg Bonn ins Leben gerufen und am 3. September 2023 im Rahmen der Bonner Friedenstage eingeweiht. Auch die Präsentation und Ausleihe der österreichischen Ausstellung „Bertha von Suttner - ein Leben für den Frieden“ sowie diverse Vorträge im nationalen und internationalen Kontext gehören zu den Tätigkeiten des Frauennetzwerkes für Frieden e. V.

Vereinsstruktur Der Vorstand des Vereins setzt sich aus einer Vorsitzenden sowie zwei Stellvertreterinnen und einer Schatzmeisterin zusammen (geschäftsführender Vorstand), sowie maximal vier Beisitzerinnen. Ehrenvorsitzende des Frauennetzwerks für Frieden e. V. ist Heide Schütz.

Vernetzung Mitgliedsorganisationen Der Verein selbst hat mehrere Mitgliedsorganisationen.

Mitgliedschaften Das Frauennetzwerk ist Mitglied in mehreren Vereinen, Kooperationen, Bündnissen und Kampagnen.

Ehrenmitglieder

Auszeichnungen 2015: Preis der Stiftung Else Mayer 2016: Bundesverdienstkreuz am Bande für die langjährige Friedensarbeit der Vorsitzenden des FNF, Heide Schütz 2017: Helga-und-Werner-Sprenger-Friedenspreis der Freiburger INTA-Stiftung 2023: Engagementpreis für herausragendes persönliches Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit des BMZ, Heide Schütz

Schriften Ralf Buchterkirchen, Elise Kopper, Barbara Lochbihler, Heide Schütz, Simone Wisotzki et al.: Gender, Frauen und Friedensengagement. Dokumentation der Jubiliäumsveranstaltung anlässlich 20 Jahre Frauennetzwerk für Frieden e. V. In: Wissenschaft & Frieden. Nr. 1, 2017.

Weblinks Website Frauennetzwerk für Frieden e. V. Eintrag im Lobbyregister des Deutschen Bundestages

Einzelnachweise

Kategorie:Frauenverband (Deutschland) Kategorie:Organisation der Friedensbewegung Kategorie:Eingetragen im Lobbyregister des Deutschen Bundestags Kategorie:Vereinsgründung 1996