Hans-Hasso Otto Klaus von Bismarck (* 22. Juli 1902 in Lüneburg, Niedersachsen; † 22. Juni 1941 in Tauroggen, Litauen) war ein deutscher Athlet bei den Olympischen Winterspielen 1932. Im Zweiten Weltkrieg war er Unteroffizier und starb am ersten Tag des Unternehmens Barbarossa.
Herkunft Hasso von Bismarck entstammte der Familienlinie von Bismarck–Schloss Schönhausen II. Sein Urgroßvater Friedrich von Bismarck († 1846) konnte den alten Familiensitz nicht mehr halten und verkaufte diesen dann 1830. Einige Jahrzehnte später allerdings, 1885, wurde Schönhausen II vom preußischen Staat wieder aufgekauft und den Bismarks rückübergeben und gehörte dann der fürstlichen Linie der Familie. Hassos Großvater Busso von Bismarck († 1887) wurde Senatspräsident, sein Vater Busso von Bismarck († 1943) preußischer Oberstleutnant. Seine Mutter war dessen erste Ehefrau Maria Frederich († 1921) aus Lüneburg. Hasso von Bismarck hatte eine Zwillingsschwester Ursula, verheiratet mit Stephan Freiherr Haupt von Buchenrode, Besitzes eines Gut in Ungarn, sie lebten später in Brasilien. Und er hatte einen 1911 geborenen Bruder Busso, verheiratet mit Charlotte Freiin von Kottwitz. Aus der zweiten Ehe des Vaters mit Helene Freiin von Friesen war Halbbruder Klaus.
Olympia Hasso von Bismarck verstärkte 1932 als Bobfahrer das deutsche Olympiaaufgebot und wurde in Lake Placid im Viererbob-Wettbewerb zusammen mit dem „Notpiloten“ Walther von Mumm, Georg Gyssling und Gerhard von Hessert Siebter und Letzter, nach dem zweiten Lauf lag die Mannschaft sogar noch auf Platz sechs. Die Bob-Besatzung war in letzter Minute eingesprungen, nachdem nach schweren Stürzen von Werner Zahn und Fritz Grau zahlreiche Sportler aus den ursprünglichen Besatzungen im Krankenhaus lagen. Von Bismarck startete für den Berliner Sport-Club (Berliner SC).
Zweiter Weltkrieg Von Bismarck beantragte am 26. Juni 1939 die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 1. September desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 7.111.963).Bundesarchiv (BArch) R 9361-IX KARTEI/3080915. Er diente im Zweiten Weltkrieg als Unteroffizier und wurde am ersten Tag des Unternehmens Barbarossa, beim Überfall auf die Sowjetunion in Taurage, Litauen, getötet.Matthias Graf von Schmettow (Hrsg.): Gedenkbuch des deutschen Adels. (Hauptband), In: Aus dem Deutschen Adelsarchiv. Band 3, C. A. Starke-Verlag, Limburg (Lahn) 1968, S. 25.Vgl. Engelberg: Auszug - Die Bismarcks.
Hasso von Bismarck war nicht verheiratet, seine letzte Berufsbezeichnung war Kaufmann. Sein Bruder Busso starb als Oberleutnant 1941 vor Leningrad.
Literatur Hans Friedrich von Ehrenkrook, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1957. Band III, Band 15 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Glücksburg (Ostsee) 1957, , S. 32–33. Ernst Engelberg, Achim Engelberg: Die Bismarcks: Eine preußische Familiensaga vom Mittelalter bis heute. Siedler Verlag, München 2010, ISBN 978-3-88680-971-4.
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Einzelnachweise
Kategorie:Bobfahrer (Deutschland) Kategorie:Olympiateilnehmer (Deutschland) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 1932 Kategorie:Sportler (Berliner Sport-Club) Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1902 Kategorie:Gestorben 1941 Kategorie:Mann