Emskirchen ist ein Markt im mittelfränkischen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Bayern. mini|Blick von der Bahnbrücke auf Emskirchen mini|Emskirchen – Hindenburgstraße
Geografie Topografie Der Ort liegt an der Mittleren Aurach. Der Flugs- und Floresbach münden dort als linke Zuflüsse in die Mittlere Aurach und der Stubengraben als rechter Zufluss. Im Südwesten liegt das Waldgebiet Hoch.
Gemeindegliederung
Es gibt 31 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Die Einöden Schauerberger Mühle, Ziegelhütte (Emskirchen) und Ziegelhütte (Hohholz) sind keine amtlich benannten Gemeindeteile. Vierzehnmorgen ist bereits 1905 zur Wüstung geworden.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Brunn, Buchklingen, Dürrnbuch, Eckenberg, Emskirchen, Gunzendorf, Hohholz, Mausdorf, Neidhardswinden, Pirkach, Rennhofen und Schauerberg. Die Gemarkung Emskirchen hat eine Fläche von 9,578 km². Sie ist in 2752 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3480,54 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Fallmeisterei, Prackenhof, Sixtmühle, Wulkersdorf und Ziegelhütte.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn):
Geschichte Bis zum 19. Jahrhundert Während der Ära der Stammesherzogtümer lag Emskirchen im Herzogtum Franken. Die ehemalige Königshube hatte sich bereits vor 800 vom Königshof Riedfeld gelöst.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 102. Der Ort wurde 1132/47 als „Empichiskirchen“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Empichi, der der Stifter einer dort errichten Kirche gewesen ist. 1156 wurde es, bezeugt von Ekehardus de Ritfelt, als „Enspenkirch(en)“ urkundlich erwähnt, als Bischof Gebhardt von Würzburg die Güter der Pfarrei Emskirchen dem Kloster Münchaurach übereignete. 1158 wurde es erstmals „Emskirchen“ genannt.W.-A. von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. S. 64.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 22 (dort „Enspenkirchen“). Im 13. Jahrhundert war ein gewisser Hartung Vogt der Kirche von Emskirchen. Hartung, der unter dem Vicedominat des Gutend von Seckendorff als Advocatus-Vogt in Riedfeld bzw. Neustadt an der Aisch tätig war, schenkte der Kirche im Jahr 1300 seinen Zehnt zu Mettelaurach.Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 28.
Als der Sondergesandte (Legatus a latere) des Papstes, der Kardinaldiakon Johannes von San Angelo, in Neustadt („in Nova Civitate Herbipolensis dioeceseos“) war, stellte er am 2. oder 3. November 1448 einen Ablassbrief für die Kirche von Emskirchen aus.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 50 und 91.
Friedrich Wildner, der 1529 die neue Kirchenordnung annahm, war wahrscheinlich der erste evangelische Pfarrer Emskirchens.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 191.
Emskirchen profitierte von seiner Lage an der Handelsstraße Nürnberg–Frankfurt. 1623 wurde in Emskirchen eine Poststation an der Postkutschen-Verbindung Nürnberg–Frankfurt errichtet. Nach dem Dreißigjährigen Krieg, in welchem Emskirchen vor allem am 1. und 2. Dezember 1631 schweren Plünderungen ausgesetzt war,M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 237. siedelten sich in dem entvölkerten Ort rund 160 protestantische Glaubensvertriebene aus Österreich an, die in ihrer neuen Heimat maßgeblich zum Wiederaufbau beitrugen.Eberhard Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Neustadt an der Aisch. Nürnberg 2012 (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 27), passim. ISBN 978-3-929865-32-5 Später wurde Emskirchen auch zur Niederlassung vieler Hugenotten, von denen die heutige Friedhofskirche erbaut wurde.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Emskirchen 61 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Fraischvogteiamt Emskirchen-Hagenbüchach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kasten- und Jurisdiktionsamt Emskirchen. Grundherren waren das Fürstentum Bayreuth (54 Anwesen; Kasten- und Jurisdiktionsamt Emskirchen: 2 Höfe, 1 Dreiviertelhube, 1 Hof, 1 Halbhube, 1 Viertelhube, 2 Achtelhuben, 2 Mühlen, 20 Häckersgüter, 6 halbe Häckersgüter, 12 Tropfgüter, 1 Tropfsölde, 1 Tropfhaus, 1 Haus, 1 Ziegelei, 1 Wasenmeisterei; Klosteramt Münchaurach: 1 Wirtshaus), das Gotteshaus Emskirchen (1 Tropfhaus) und die Pfarrei Emskirchen (1 Gut, 1 Halbgut, 1 Tropfgut, 3 Tropfhäuser).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 91.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Markt Erlbach und Kammeramt Emskirchen. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 der Steuerdistrikt Emskirchen gebildet, zu dem Altschauerberg, Dürrnbuch, Elgersdorf, Fallmeisterei, Finkenmühle, Flugshof, Gunzendorf, Neidhardswinden, Neuschauerberg, Plankstatt, Prackenhof, Riedelhof, Schneemühle, Sixtmühle und Ziegelhütte gehörten. 1813 entstand die Munizipalgemeinde Emskirchen, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war mit Ausnahme von Dürrnbuch, das nun mit Finkenmühle und Neidhardswinden eine eigenständige Ruralgemeinde war. Die Gemeinde Emskirchen war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Munizipalgemeinde aufgespalten in Munizipalgemeinde Emskirchen mit Sixtmühle und Ziegelhütte; Ruralgemeinde Gunzendorf mit Elgersdorf, Fallmeisterei, Gunzendorf, Plankstatt, Prackenhof, Schneemühle; Ruralgemeinde Schauerberg mit Altschauerberg, Flugshof, Neuschauerberg und Riedelhof. Am 9. November 1824 wurde die Fallmeisterei wieder nach Emskirchen umgemeindet.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 199 u. 223 f. Ab 1862 gehörte Emskirchen zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Markt Erlbach (1919–1929: Finanzamt Markt Erlbach, 1929–1972: Finanzamt Neustadt an der Aisch, seit 1972: Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Markt Erlbach (1879 in das Amtsgericht Markt Erlbach umgewandelt), von 1959 bis 1972 das Amtsgericht Fürth, seitdem ist es das Amtsgericht Neustadt an der Aisch. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 7,175 km².
20. und 21. Jahrhundert Im Jahre 1926 wurde in Emskirchen ein Geflügelzüchterverein gegründet, der sich unter anderem dem Import züchterisch wertvoller Gänseeier widmete.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. S. 456.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Emskirchen einen hohen Zustrom von Flüchtlingen. Diese waren in der Mehrzahl katholisch, so dass in den Folgejahren eine katholische Kirche gebaut und 1958 eingeweiht wurde. Durch die Gebietsreform 1972 vergrößerte sich das Gemeindegebiet beträchtlich, da zahlreiche Dörfer und Weiler eingegliedert wurden. Die Marktgemeinde bildete zusammen mit den Gemeinden Hagenbüchach und Wilhelmsdorf die Verwaltungsgemeinschaft Emskirchen – eine der ersten Verwaltungsgemeinschaften nach der Gebietsreform.
Der Arzt und Publizist Gustav Sondermann, der 1973 in Emskirchen starb, war mit seiner Rede Die Judenfrage am Erfolg des „Völkischen Blocks“ bei der Reichstagswahl 1924 ebenso beteiligt wie der Emskirchener Hauptlehrer Rödel mit seinem Vortrag Juda, Rom und wir.Wolfgang Mück: NS-Hochburg in Mittelfranken: Das völkische Erwachen in Neustadt an der Aisch 1922–1933. Verlag Philipp Schmidt, 2016 (= Streiflichter aus der Heimatgeschichte. Sonderband 4); ISBN 978-3-87707-990-4, S. 59 f. 1969 wurde Sondermann Ehrenmitglied des Heimatvereins Emskirchen und Umgebung.Nordbayerische Nachrichten vom 9. Oktober 1969.
Im Januar 1996 wurde mit den Gemeindewerken Emskirchen das erste Kommunalunternehmen in Bayern gegründet. Am 31. Dezember 2006 wurde der Markt Emskirchen durch Beschluss des Bayerischen Landtags aus der Verwaltungsgemeinschaft Emskirchen entlassen.
Eingemeindungen Am 1. Januar 1970 wurde die Gemeinde Schauerberg eingegliedert. Am 1. Juli 1970 kamen Teile von Eggensee hinzu. Brunn, Dürrnbuch, Eckenberg, Gunzendorf, Hohholz und Rennhofen sowie Teile von Buchklingen kamen am 1. Januar 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern hinzu. Pirkach folgte am 1. April 1972. Die Reihe der Eingemeindungen wurde mit der Eingliederung von Mausdorf und Neidhardswinden am 1. Januar 1978 abgeschlossen.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 4867 auf 6038 um 1171 Einwohner bzw. um 24,1 %. Gemeinde Emskirchen Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2005 2010 2015Einwohner 753 909 941 886 954 958 941 958 887 867 935 941 886 912 845 885 989 1082 1750 1823 1961 2407 4835 6112 6030 5956HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2015 als Wohngebäude. 96 108 132 144 142 148 146 224 331 1282 1744Quelle
Ort Emskirchen Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2014Einwohner 753 886 862 900 831 869 811 1750 1856 2132 2468 3319Häuser 96 105 136 134 136 214 313 645 Quelle
Politik Marktgemeinderat Der Gemeinderat von Emskirchen hat 20 Mitglieder. CSU FW Grüne/ÖDP ÖDP/ZG SPD Gesamt 2002 9 3 – 4 4 20 Sitze 2008 9 4 – 5 2 20 Sitze 2014 7 4 – 5 4 20 Sitze202084–4420 Sitze20261064––20 Sitze
Bürgermeister Bei der Bürgermeisterwahl am 16. März 2014 kam Amtsinhaber Harald Kempe (ÖDP) auf 46,5 %. Sandra Winkelspecht (CSU) erzielte 27,5 % und Christian Pöschl (SPD) 26,0 %. Die Stichwahl zwischen Sandra Winkelspecht und Harald Kempe konnte Kempe für sich entscheiden.
Bei der Bürgermeisterwahl 2020 am 15. März erreichte im ersten Wahlgang Sandra Winkelspecht (CSU) 48,50 %, Christian Pöschl (SPD) 28,19 % und Siegfried Schönleben (FW Emskirchen) 23,31 %. In der am 29. März folgenden Stichwahl gewann Winkelspecht die Wahl mit 63,33 % gegenüber Pöschl (36,67 %). Amtsinhaber Harald Kempe (ÖDP) war nicht mehr angetreten.
Die Kommunalwahl 2026 brachte in Emskirchen folgende Ergebnisse: Die CSU blieb mit 51,4 % stärkste Kraft. Die Freien Wähler erhielten 29,8 %. Die ÖDP, die bei der letzten Wahl erstmals als ÖDP/ZG firmierte, hatte keine eigene Liste. Stattdessen gab es eine gemeinsame Liste Grüne/ÖDP, welche 18,8 % erhielt. Die SPD kandidierte nicht erneut.
Wappen und Flagge Wappen
Flagge Die Gemeindeflagge ist schwarz-weiß.rand|50pxrand|150pxBannerHissflagge
Gemeindepartnerschaften Emskirchen hat seit 1990 eine Partnergemeinde, den Ort Roquebillière in Frankreich.
Raumordnung Die Gemeinde Emskirchen ist Mitglied der 2009 gegründeten Kommunalen Allianz Aurach-Zenn, das ein Integriertes ländliches Entwicklungskonzept ist und mit den benachbarten Allianzen NorA und Kernfranken die Lokale Aktionsgruppe Rangau bildet.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Pfarrkirche St. Kilian
Von der spätromanischen Chorturmanlage ist der später veränderte Turm erhalten. Daran wurde 1788–92 der Langhausbau angebfügt. Der elegante Saalbau mit zwei umlaufenden Emporen, dem Kanzelaltar und der ausladenden Orgelempore hat noch den Deckenstucke der Bauzeit. Bemerkenswert ist ein überlebensgroßes spätgotisches Kruzifix.
Schloss Brunn Das Neue Schloss Brunn wurde 1753 von den Grafen Pückler-Limpurg erbaut. Es befindet sich in Privatbesitz. Von 1992 bis 2015 beherbergte es ein Rundfunkmuseum. Gegenüber dem Neuen Schloss liegt das Alte Schloss. Es stammt im Kern von 1525.
Burgruine