mini|Grundriss der 1890–1893 von Paul Rowald errichteten Bürgerschule in der Burgstraße von Hannover
Die Knabenschule an der Burgstraße in Hannover, zeitweilig auch Bürgerschule 33/34, später Volksschule I oder Bürgerschule I und Volksschule Burgstraße 22 genannt, war eine im 19. Jahrhundert nur für Knaben eingerichtete Schule. Das Schulgebäude der Bürgerschule und späteren Volksschule fand sich in der – damaligen – Burgstraße 22 im heutigen hannoverschen Stadtteil Mitte.Helmut Zimmermann: Burgstraße, in: ders.: Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover, Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 52
Baubeschreibung Die Knabenschule wurde in den Jahren von 1890 bis 1893 für seinerzeit 172.000 Mark (umgerechnet heute etwa Euro) entlang der Burgstraße errichtet. Nach Plänen durch den Stadt-Bauinspektor Paul Rowald entstand dabei ein Schulhaus mit 15 Klassenräumen, von denen zwei durch eine vierteilige Verbindungstür verbunden waren, die sich nach dem Öffnen zu einem großen Saal vor allem zum gemeinsamen Singen vergrößern ließ. Die Klassenräume reihten sich an der Hofseite zwischen den beiden Kopfenden eines vier Meter breiten Ganges auf.
Geschichte Zu Beginn des Ersten Weltkrieges brachte die Stadt Hannover Bewohner aus der in Lothringen gelegenen Stadt Metz in den Räumen der hannoverschen Bürgerschule in der Burgstraße unter. Erst am 8. September 1914 vermeldete der Magistrat der Stadt Hannover die Umquartierung von insgesamt 210 der Ausgewiesenen von der Burgstraße nach Laatzen und Grasdorf in die beiden städtischen Ziegeleien in Laatzen und Grasdorf II.Michael Ehrhardt: Die Aufnahme von Flüchtlingen aus Ostpreußen im heutigen Niedersachsen 1914/1915, in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Jahrgang 81 (2009), S. 143–176; hier: S. 147; auch als vollständiger Jahrgangsband im PDF-Format von der Seite der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen
Persönlichkeiten Schüler Ostern 1927 bis Ostern 1935: Herschel Grynszpan um 1932: Helmut Fürst Johann Trollmann (Rukeli)Roger Repplinger: Leg dich, Zigeuner. Die Geschichte von Johann Trollmann und Tull Harder. Piper ebooks, München 2012, ISBN 978-3-492-95565-2 [E-Book ohne Seitennummer]
Siehe auch Hof-Söhne und Töchterschule
Weblinks
Einzelnachweise Lutz van Dijk: Der Attentäter. Herschel Grynszpan und die Vorgänge um die „Kristallnacht“ (= Rororo-Rotfuchs, Bd. 527), Original-Ausgabe, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 1988, ISBN 978-3-499-20527-9 und ISBN 3-499-20527-0, S. 28 u.ö.; Martina Mußmann (Red.), Matthias Horndasch, Helmut Fürst: Ich war Deutscher wie jeder andere! Matthias Horndasch im Gespräch mit dem Zeitzeugen und Holocaustüberlebenden Helmut Fürst (= Schriftenreihe der Mahn- und Gedenkstätte Ahlem, Bd. 6), hrsg. von der Region Hannover, Team Kultur, Hannover: Region Hannover, 2008, ISBN 978-3-00-024079-9, S. 6 Lutz van Dijk: „Das freche Argument … mit dem erschossenen Legationsrat ein homosexuelles Verhältnis gehabt [zu haben].“ In: Invertito. Jahrbuch für die Geschichte der Homosexualitäten, Jg. 21 (2019), S. 106–123, hier: S. 111 o. V.: Verwaltungsbericht des Magistrats der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Hannover, 1906-07, Hannover: A. Eberlein, 1908, S. 318; o. V.: Centralblatt der Bauverwaltung ..., W. Ernst & Sohn, 1897, S. 387f.;
Kategorie:Ehemalige Jungenschule Kategorie:Ehemalige Schule in Hannover Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in Hannover Kategorie:Erbaut in den 1890er Jahren Kategorie:Zerstört in den 1940er Jahren Kategorie:Mitte (Hannover) Kategorie:Zerstört im Zweiten Weltkrieg Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1893