Der FC Petrocub Hîncești ist ein 1994 gegründeter moldauischer Fußballverein aus der Stadt Hîncești, der seit 2015 in der höchsten Liga des Landes, der Super Liga, spielt.
Geschichte Anfänge voller Rückzüge (1992–2014)
Der Verein wurde im Jahr 1992 gegründet, als die Republik Moldau sich für unabhängig erklärte. Ursprünglich nannte er sich Petrocub-Condor Sărata Galbenă und nahm seinen Spielbetrieb in der drittklassigen Divizia B auf.
1993 war Petrocub-Condor in die Divizia A aufgestiegen und spielte somit fortan auf Profiniveau. Seine erste Saison beendete er auf Rang 9 von 17. Ab der nachfolgenden Spielzeit trat er unter dem neuen Namen Spicul Sărata-Galbenă an und etablierte sich in der zweithöchsten Liga des Landes, ohne nennenswerte Platzierungen zu erzielen.
1998 wurde der Name in Petrocub-Spicul Sărata-Galbenă abgeändert. In der Saison 1999/2000 stieß der Verein auf Platz 3 vor und entging dem Aufstieg nur knapp, weil die zweite Mannschaft des damals dominanten Sheriff Tiraspol Meister wurde und somit dem Vizemeister der Aufstieg zuerkannt wurde.
Mit der neuen Spielzeit nahm der Verein wieder seinen allerersten Namen Petrocub-Condor Sărata-Galbenă an. Auch diesmal erreichte man Platz 3, jedoch wurde die Relegation neu eingeführt. Der vorgesehene Gegner war der Vorjahresaufsteiger Haiduc-Sporting USM Chişinău (heute Politehnica Chișinău). Dieser trat jedoch nicht zur Relegation an und Petrocub-Condor gelang damit erstmals der Aufstieg in die Divizia Națională, die höchste Spielklasse der Republik Moldau.
Bei seinem Erstliga-Debüt benannte sich der Verein kurz und prägnant in FC Hîncești um. Damit wollte man auch außerhalb des eigenen Landes größere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Unter acht Teams landete der Verein in der Saison 2001/02 auf Platz 5. Allerdings war in der nachfolgenden Saison auch schon Schluss im Oberhaus. Der FC Hîncești verlor seine ersten 14 Spiele und zog sich noch während der Winterpause zurück. Alle Ergebnisse wurden annulliert, der FC Hîncești war spurlos verschwunden.
Der Verein wagte als Petrocub Sărata-Galbenă einen Neuanfang und kehrte zur Saison 2007/08 in die zweite Liga zurück. Zusammen mit vier weiteren Vereinen zog sich Petrocub jedoch erneut aus dem Spielbetrieb zurück. Aufstieg zum Profiklub (2014–2020)
Petrocub Hîncești verbrachte die weiteren Jahre bis 2014 unterklassig, ehe er in eben jenem Jahr wieder in die Divizia A aufstieg. Dort gelang zur Saison 2014/15 der Durchmarsch ins Oberhaus. Dieses wurde seither auch nicht mehr verlassen.
In seiner erst dritten Spielzeit in der Divizia Națională holte der Verein Platz 8, die Liga umfasste damals zehn Teams. In der nachfolgenden Spielzeit verbesserte man sich um zwei Ränge und wurde Sechster. Es folgte eine Übergangssaison, die nur von Juli bis November ausgetragen wurde. Hierbei sicherte sich Petrocub einen starken dritten Platz, der die erstmalige Teilnahme am Europapokal ermöglichte.
Im Zuge der Qualifikation zur UEFA Europa League war der NK Osijek aus Kroatien der erste internationale Gegner. Petrocub sicherte sich im Hinspiel ein 1:1, verlor jedoch das Rückspiel in Osijek mit 1:2 und schied aus.
Seit die Saisons nach Kalenderjahr ausgetragen wurden, spielte Petrocub immer weit vorne mit. 2018 wurde man erneut Dritter, da man mit dem Vizemeister FC Milsami punktgleich war, jedoch die schlechtere Tordifferenz aufwies. Auch diesmal kam der Verein nicht über die 1. Qualifikationsrunde der Europa League hinaus, da man gegen AEK Larnaka aus Zypern beide Spiele verlor.
Auch 2019 wurde Platz 3 erreicht, im Juni 2020 konnte daraufhin der erste Vereinstitel gewonnen werden. Im Finale des moldauischen Pokals spielte man gegen Sfântul Gheorghe Suruceni 0:0 unentschieden und gewann anschließend im Elfmeterschießen. Petrocub unterlag aber auch diesmal in der 1. Qualifikationsrunde der Europa League. Diesmal hatte man in nur einem Spiel gegen den FK TSC aus Serbien das Nachsehen. Schrittweise zum Double (2020–2024)
Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde das Ligasystem im Jahr 2020 wieder auf Herbst-Frühjahr umgestellt. Die Saison 2020/21 schloss Petrocub erstmals als Vizemeister ab, wies jedoch einen Rückstand von 16 Punkten auf den Meister Sheriff Tiraspol auf. In der neu gegründeten UEFA Europa Conference League überstand der Klub aus Hîncești erstmals eine Qualifikationsrunde. Gegen den nordmazedonischen Vertreter Sileks Kratovo sicherte man sich einen 1:0-Heimsieg (nach einem 1:1 im Hinspiel), womit erstmals ein internationales Fußballspiel gewonnen wurde. Allerdings konnte das Kunststück gegen Sivasspor aus der Türkei nicht wiederholt werden und Petrocub schied nach zwei 0:1-Niederlagen aus.
Auch in der Saison 2021/22 ging der Verein als Vizemeister hervor, diesmal war der Rückstand auf Sheriff aber deutlich kleiner (6 Punkte). In der Conference-League-Qualifikation legte man diesmal einen kleinen Lauf hin, der bis in die 3. Runde reichte. Überwunden wurde hierbei zunächst der Floriana FC, anschließend bezwang man auch den KF Laçi. Das Hinspiel endete noch 0:0, dafür gelang mit einem 4:1 im Rückspiel der erste internationale Auswärtssieg. In der 3. Runde war man jedoch dem Fehérvár FC deutlich unterlegen.
Zur Saison 2022/23 wurde die Divizia Națională zur Super Liga reformiert. Dabei wurde auch ein Zwei-Phasen-System eingeführt, bei dessen Premiere Petrocub zweimal den 2. Platz holte. Diesmal startete der Verein in der Conference-League-Qualifikation eine Runde später, hatte gegen Maccabi Tel Aviv jedoch keine Chance.
Für Petrocub wurde die Saison 2023/24 historisch. In Phase I der Meisterschaft wurde man zwar erneut Zweiter, doch in Phase II gelang sensationell der Sprung an die Tabellenspitze, weil Sheriff Tiraspol schwächelte. Der Verein sicherte sich damit seinen ersten Meistertitel und triumphierte wenige Tage später mit 3:1 auch im Pokalfinale gegen Zimbru Chișinău. Petrocub Hîncești wurde Doublesieger. Gegenwart (seit 2024)
Durch den Meistertitel debütierte der Verein in der Qualifikation zur UEFA Champions League. In der 1. Runde konnte er knapp gegen Ordabassy Schymkent gewinnen, musste daraufhin jedoch gegen APOEL Nikosia die Segel streichen. Beim Wechsel in die Europa-League-Qualifikation schlug man The New Saints FC und erreichte damit erstmals ein europäisches Play-off. Ludogorez Rasgrad ließ dem damaligen moldauischen Meister jedoch keine Chance.
Als Trostpreis blieb Petrocub Hîncești die Teilnahme an der neu eingeführten Ligaphase in der UEFA Conference League 2024/25. Sein Endrunden-Debüt gab der Klub mit einem Heimspiel gegen den ebenfalls debütierenden Paphos FC, verlor jedoch deutlich mit 1:4. Der erste Punktgewinn gelang am 4. Spieltag mit einem 1:1 bei Istanbul Başakşehir FK. Zudem rang man am letzten Spieltag Heart of Midlothian ein 2:2 ab. Dennoch war Petrocub unter allen 36 Teams das niedrigstplatzierte in der Tabelle.
Die erhöhte Belastung durch die Conference League machte sich auch auf nationalem Niveau bemerkbar. In Phase I wurde man nur Dritter und musste in Phase II sogar mit Platz 4 – der schlechtesten Platzierung seit acht Jahren – vorliebnehmen. Es folgte die erneute Teilnahme an der Conference-League-Qualifikation. Den FC Birkirkara überwand man zwar noch, es folgte jedoch das deutliche Ausscheiden gegen den Sabah FK.
In der Saison 2025/26 kehrte man wieder auf das Spitzenniveau zurück. Beide Phasen wurden als Spitzenreiter abgeschlossen, Petrocub sicherte sich damit seinen zweiten Meistertitel.
Erfolge Moldauische Meisterschaft (2): 2023/24, 2025/26 Moldauischer Pokal (2): 2019/20, 2023/24
Europapokalbilanz
Stand: 30. Juli 2026
Weblinks Vereinsprofil bei Soccerway.com Vereinsprofil bei Weltfussballarchiv.com
Kategorie:Moldauischer Fußballverein Kategorie:Sport (Hîncești) Kategorie:Vereinsgründung 1994