17. Leichtathletik-Europameisterschaften zentriert|100px Stadt Stadion Népstadion Teilnehmende Länder 44 Teilnehmende Athleten 1330 Wettbewerbe 46 (Männer: 24 / Frauen: 22) Europarekorde 1 Eröffnung 18. August 1998 Schlussfeier 23. August 1998 Chronik ← Helsinki 1994 München 2002 → Medaillenspiegel (Endstand nach 46 Entscheidungen) Platz Land 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze 40px|Gesamt 1 9 4 3 16 2 8 7 8 23 3 6 9 7 22 4 3 4 1 8 5 3 2 2 7 6 3 2 1 6 7 2 4 3 9 8 2 3 1 6 9 2 1 4 7 10 2 1 1 4 Vollständiger Medaillenspiegel Die 17. Leichtathletik-Europameisterschaften fanden vom 18. bis zum 23. August 1998 in der ungarischen Hauptstadt Budapest statt. Die Wettkämpfe wurden im Népstadion ausgetragen, in dem bereits die Europameisterschaften 1966 stattgefunden hatten. Das Stadion war auf den neuen Anlass hin renoviert worden. Es nahmen 1330 Athletinnen und Athleten aus 44 Ländern teil.

Wettbewerbe mini|hochkant=1.9| Das Wettkampfprogramm der Frauen wurde um zwei Disziplinen erweitert. Hinzu kamen der Stabhochsprung sowie der Hammerwurf. So waren die Sprung- und Wurfwettbewerbe – abgesehen von unterschiedlichen Gewichten der Wurfgeräte – jetzt bei Frauen und Männern identisch.

Außerdem wurde der 3000-Meter-Lauf der Frauen ersetzt durch den 5000-Meter-Lauf. So waren nun auch die Streckenlängen in den Laufwettbewerben bei Frauen und Männern identisch. Bei den Frauen fehlte allerdings noch der 3000-Meter-Hindernislauf, der 2006 ins EM-Programm kommen sollte.

Unterschiede zwischen Frauen- und Männerprogramm gab es darüber hinaus noch in den Gehwettbewerben. Bei den Frauen gab es nur eine Gehdisziplin, bei den Männern waren und sind es zwei. Die Distanz der Frauenstrecke betrug 10 Kilometern, die kürzere Männerdisziplin wurde schon seit langer Zeit über 20 Kilometer ausgetragen. Hier erfolgte eine entsprechende Anpassung bei den Europameisterschaften 2006. 2018 sollte dann auch für die Frauen ein zweiter Gehwettbewerb ins EM-Programm kommen, zunächst wie bei den Männern ausgetragen über 50 Kilometer. Ab 2022 wurde die längere Gehstrecke dann für beide Geschlechter verkürzt auf 35 Kilometer.

Doping Bei diesen Europameisterschaften kam es zu einem nachgewiesenen Dopingfall: Dana Cervantes (Spanien), Stabhochsprung (zunächst Elfte) – Ihr wurde ein Verstoß gegen die Antidopingbestimmungen nachgewiesen. Es erfolgte die Disqualifikation, die nach ihr rangierenden Athletinnen rückten um jeweils einen Platz nach vorne.Sportteil, KURZ NOTIERT. In: Hamburger Abendblatt 18. Februar 1999, abgerufen am 17. Januar 2023

Sportliche Leistungen Bei den Nationen stand diesmal Großbritannien mit neun EM-Titeln ganz vorne. Deutschland folgte mit acht, dahinter Russland mit sechs Goldmedaillen.

Bei den einzelnen Sportlern sind besonders folgende Erfolge zu nennen. Besondere Leistungen: Christine Arron (Frankreich) – 100 Meter, Europarekord mit 10,73 s Darüber hinaus gab es in 9 Disziplinen 36 neue oder egalisierte Meisterschaftsrekorde. Des Weiteren wurden in elf Disziplinen achtzehn Landesrekorde bzw. nationale Bestleistungen neu aufgestellt. Sechs Athleten errangen je zwei Goldmedaillen bei diesen Meisterschaften: Sonia O’Sullivan (Irland) – 5000 Meter, 10.000 Meter Darren Campbell (Großbritannien) – 100 Meter, 4-mal 100 Meter Douglas Walker (Großbritannien) – 200 Meter, 4-mal 100 Meter Iwan Thomas (Großbritannien) – 400 Meter, 4-mal 400 Meter Christine Arron (Frankreich) – 100 Meter, 4-mal 100 Meter Grit Breuer (Deutschland) – 400 Meter, 4-mal 400 Meter Neun der Europameister von 1998 hatten bereits vorher EM-Titel gewonnen: Heike Drechsler (Deutschland) – Weitsprung, vierter Sieg in Folge seit 1986, darüber hinaus Europameisterin 1986 über 200 Meter, damit nun fünffache Europameisterin Grit Breuer (Deutschland) – 400 Meter, Wiederholung ihres Erfolgs von 1990,/4-mal 400 Meter, Wiederholung ihres Erfolgs von 1990, damit vierfache Europameisterin Colin Jackson (Großbritannien) – 110 Meter Hürden, dritter Sieg in Folge seit 1990, damit dreifacher Europameister Steve Backley (Großbritannien) – Speerwurf, dritter Sieg in Folge seit 1990, damit dreifacher Europameister Irina Priwalowa (Russland) – 200 Meter, Wiederholung ihres Erfolgs von 1994, damit zweifache Europameisterin Sonia O’Sullivan (Irland) – 5000 Meter, Wiederholung ihres Erfolgs von 1994 über 3000 Meter, damit zweifache Europameisterin Maria Manuela Machado (Portugal) – Marathon, Wiederholung ihres Erfolgs von 1994, damit zweifache Europameisterin Swetla Dimitrowa (Bulgarien) – 100 Meter Hürden, Wiederholung ihres Erfolgs von 1994, damit zweifache Europameisterin Wita Pawlysch (Ukraine) – Kugelstoßen, Wiederholung ihres Erfolgs von 1994, damit zweifache Europameisterin – zehn Jahre später nach mehreren Dopingvergehen auf Lebenszeit gesperrtPavlysh gets life ban for doping, m.rediff.com/sports 2. Juni 2004 (englisch), abgerufen am 17. Januar 2023

Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: ER Europarekord CR Championshiprekord NR nationaler Rekord NBL nationale Bestleistung e egalisiert w Rückenwindunterstützung über dem erlaubten Limit von 2,0 m/s DNF Wettkampf nicht beendet (did not finish) DSQ disqualifiziert

Resultate Männer 100 m

mini|Sprinteuropameister Darren Campbell – hier in einer Aufnahme aus dem Jahr 2009 Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Darren Campbell 10,04 CR 2 Dwain Chambers 10,10 3 Harálabos Papadiás 10,17 4 Stefano Tilli 10,20 5 Marlon Devonish 10,24 6 Alexandr Porchomowski 10,29 7 Marcin Krzywański 10,29 8 Marcin Nowak 10,36 Finale: 19. August

Wind: +0,3 m/s

200 m

Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Douglas Walker 20,53 2 Douglas Turner 20,64 3 Julian Golding 20,72 4 Geir Moen 20,78 5 Rodrigue Nordin 20,83 6 Christophe Cheval 20,91 7 Prodomos Katsontonis 21,24 Troy Douglas Finale: 21. August

Wind: −0,1 m/s

Troy Douglas hatte nach Entscheidung anhand des Zielfotos zunächst Platz vier knapp hinter Julian Golding belegt. Als Douglas allzu heftig gegen dieses Urteil protestierte, wurde er schließlich disqualifiziert.

400 m Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Iwan Thomas 44,52 CR 2 Robert Maćkowiak 45,04 3 Mark Richardson 45,14 4 Tomasz Czubak 45,43 5 Piotr Haczek 45,46 6 Ashraf Saber 45,67 7 David Canal 45,93 Solomon Wariso Finale: 21. August

800 m

Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Nils Schumann 1:44,89 2 André Bucher 1:45,04 3 Lukáš Vydra 1:45,23 4 James McIlroy 1:45,46 5 Balázs Korányi 1:45,78 6 Wojciech Kałdowski 1:46,60 7 Andrea Longo 1:46,66 8 Wilson Kipketer 1:50,13 Finale: 23. August

1500 m

mini|hochkant=1.3|Reyes Estévez – hier im Jahr 2010 – setzte sich im Spurt gegen seine Konkurrenten durch Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Reyes Estévez 3:41,31 2 Rui Silva 3:41,84 3 Fermín Cacho 3:42,13 4 Anthony Whiteman 3:42,27 5 John Mayock 3:42,58 6 Matthew Yates 3:42,63 7 Rüdiger Stenzel 3:42,73 8 Abdelkader Chékhémani 3:42,92 Finale: 20. August

5000 m

Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Isaac Viciosa 13:37,46 2 Manuel Pancorbo 13:38,03 3 Mark Carroll 13:38,15 4 Mustapha Essaïd 13:39,89 5 Abdellah Béhar 13:40,26 6 Samuli Vasala 13:40,68 7 Driss El Himer 13:41,36 8 Miroslav Vanko 13:41,92 Datum: 22. August

10.000 m

Platz Athlet Land Zeit (min) 1 António Pinto 27:48,62 2 Dieter Baumann 27:56,75 3 Stéphane Franke 27:59,90 4 Jon Brown 28:02,33 5 Bruno Toledo 28:15,17 6 Enrique Molina 28:19,54 7 Rachid Berradi 28:22,32 8 Kamiel Maase 28:26,37 Datum: 18. August

Marathon mini|hochkant=0.6|Erster EM-Titel für Stefano Baldini nach guten Platzie­rungen bei großen Stadtmarathons

Platz Athlet Land Zeit (h) 1 Stefano Baldini 2:12:01 2 Danilo Goffi 2:12:11 3 Vincenzo Modica 2:12:53 4 José Ramón Rey 2:13:17 5 Alejandro Gómez 2:13:23 6 Antoni Peña 2:13:53 7 Giovanni Ruggiero 2:13:59 8 Richard Nerurkar 2:14:02 Datum: 22. August

Marathon-Cup

Platz Land Athleten Zeit (h) 1 Stefano BaldiniDanilo GoffiVincenzo Modica 6:37:05 2 José Ramón ReyAlejandro GómezAntoni Peña 6:40:33 3 João LopesAntónio SalvadorPaulo Catarino 6:44:14 4 Hakim BagyPascal BlanchardJean-Pierre Monciaux 6:48:37 5 Mukhamet NazipovOleg StrizhakovEduard Tuchbatullin 6:52:41 6 Richard NerurkarDavid BuzzaMark Hudspith 6:53:28 7 Gergely RezessyMárton LajtosZoltán Holba 7:01:21 Datum: 22. August

Im Marathon gab es zusätzlich auch eine Teamwertung, für die die Zeiten der drei besten Läufer je Nation addiert wurden. Die Wertung zählte allerdings nicht zum offiziellen Medaillenspiegel.

(nur sieben Teams in der Wertung)

110 m Hürden

mini|hochkant=1.3|Colin Jackson – dritter EM-Titel in Folge Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Colin Jackson 13,02 CRe 2 Falk Balzer 13,12 3 Robin Korving 13,20 4 Florian Schwarthoff 13,23 5 Artur Kohutek 13,29 6 Tony Jarrett 13,32 7 Mike Fenner 13,38 8 Jonathan N’Senga 13,54 Finale: 22. August

Wind: +1,5 m/s

Bereits in der Vorrunde hatte Europameister Colin Jackson seinen eigenen Meisterschaftsrekord bei einem Rückenwind von 1,9 m/s auf 13,02 s verbessert. Diesen Rekord egalisierte er dann im Finale noch einmal.

400 m Hürden

Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Paweł Januszewski 48,17 2 Ruslan Maschtschenko 48,25 3 Fabrizio Mori 48,71 4 Carlos Silva 49,02 5 Vadim Zadoinov 49,10 6 Laurent Ottoz 49,15 7 Jiří Mužík 50,51 8 Wladislaw Schirjajew 50,94 Finale: 20. August

3000 m Hindernis

Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Damian Kallabis 8:13,10 2 Alessandro Lambruschini 8:16,70 3 Jim Svenøy 8:18,97 4 Luis Miguel Martín 8:20,54 5 Luciano Di Pardo 8:20,96 6 Ramiro Morán 8:24,06 7 Eliseo Martín 8:26,60 8 Rafał Wójcik 8:27,74 Finale: 23. August

4 × 100 m Staffel

Platz Land Athleten Zeit (s) 1 Allyn CondonDarren CampbellDouglas Walker (Finale)Julian Golding (Finale)im Vorlauf außerdem:Marlon DevonishDwain Chambers 38,52 2 Thierry Lubin (Finale)Frédéric KrantzChristophe ChevalNeedy Guimsim Vorlauf außerdem:Rodrigue Nordin 38,87 3 Marcin KrzywańskiMarcin NowakPiotr BalcerzakRyszard Pilarczyk 38,98 4 Alexandros GenovelisAlexios AlexopoulosGeorgios PanagiotopoulosCharalambos Papadias 39,07 5 Patrick SchneiderJérôme CrewsManuel MildeMarc Blume 39,09 6 Patrick LövgrenMatias GhansahTorbjörn ErikssonPeter Karlsson 39,32 7 Martijn UngererPatrick SnoekPatrick van BalkomDennis Tilburg 39,79 8 Francesco Scuderi (Finale)Andrea Colombo (Finale)Alessandro AtteneSandro Florisim Vorlauf außerdem:Andrea AmiciStefano Tilli 39,85 Finale: 22. August

4 × 400 m Staffel

Platz Land Athleten Zeit (min) 1 Mark HyltonJamie BaulchIwan Thomas (Finale)Mark Richardson (Finale)im Vorlauf außerdem:Sean BaldockSolomon Wariso 2:58,68 2 Piotr RysiukiewiczTomasz Czubak (Finale)Piotr HaczekRobert Maćkowiak (Finale)im Vorlauf außerdem:Piotr DługosielskiJacek Bocian 2:58,88 3 Antonio AndrésJuan TrullAlberto MartínezDavid Canal 3:02,47 4 Walter PirovanoMarco VaccariAndrea NutiAshraf Saber 3:02,48 5 Laurent ClercKevin WidmerAlain RohrMathias Rusterholz 3:02,91 6 Stefan LetzelterKlaus EhrnspergerThomas GollerJens Dautzenberg 3:03,19 7 Jan PoděbradskýJan StejfaKarel BláhaJiří Mužík 3:04,37 Pierre-Marie HilaireMarc FoucanFred MangoStéphane Diagana (Finale)im Vorlauf außerdem:Marc Raquil Finale: 23. August

20 km Gehen

mini|hochkant=1.3|Mitfavorit Ilja Markow siegte im<br/ >20-km-Gehen Platz Athlet Land Zeit (h) 1 Ilja Markow 1:21:10 2 Aigars Fadejevs 1:21:25 3 Francisco Javier Fernández 1:21:39 4 Andreas Erm 1:21:53 5 Sándor Urbanik 1:22:12 6 Iwan Trozki 1:22:46 7 Denis Lenglois 1:23:02 8 Jewgeni Schmaljuk 1:23:32 Datum: 18. August

50 km Gehen

Platz Athlet Land Zeit (h) 1 Robert Korzeniowski 3:43:51 2 Valentin Kononen 3:44:29 3 Andrei Plotnikow 3:45:53 4 Mikel Odriozola 3:47:27 5 Tomasz Lipiecz 3:48:05 6 Santiago Perez 3:48:17 7 Arturo Di Mezza 3:48:49 8 Denis Trautmann 3:49:46 Datum: 21. August

Hochsprung mini|hochkant=0.7|Artur Partyka errang hier nach vielen olympischen, WM- und EM-Medaillen seinen ersten großen Titel