mini|hochkant=2.4| Der Hammerwurf der Frauen bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking wurde am 18. und 20. August 2008 ausgetragen. Fünfzig Athletinnen nahmen teil.
Olympiasiegerin wurde die Kubanerin Yipsi Moreno. Silber ging an die Chinesin Zhang Wenxiu, Bronze gewann Manuela Montebrun aus Frankreich.
Aktuelle Titelträgerinnen Olympiasiegerin 2004 Olga Kusenkowa () 75,02 m Athen 2004 Weltmeisterin 2007 Betty Heidler () 74,76 m Ōsaka 2007 Europameisterin 2006 Tatjana Lyssenko () 76,67 m Göteborg 2006 Panamerikanische Meisterin 2007 Yipsi Moreno () 75,20 m Rio de Janeiro 2007 Zentralamerika- und Karibik-Meisterin 2008 Candice Scott () 69,26 m Cali 2008Campeonato CAC de Atletismo 2008, athlecac.org, abgerufen am 19. März 2022 Südamerika-Meisterin 2007 Johana Moreno () 61,93 m São Paulo 2007Campeonato Sudamericano de Atletismo 2007, athlecac.org, abgerufen am 19. März 2022 Asienmeisterin 2007 Liao Xiaoyan () 60,58 m Amman 2007Asian Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 19. März 2022 Afrikameisterin 2004 Marwa Hussein () 62,26 m Addis Abeba 2008 Ozeanienmeisterin 2008 Kelly Humphries () 45,57 m Saipan 2008Oceania Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 19. März 2022
Rekorde Bestehende Rekorde Weltrekord77,80 mTatjana Lyssenko ()Tallinn, Estland15. August 2006Athletics - Progression of outdoor world records (Women), Hammer throw - Women, sport-record.de (englisch), abgerufen am 19. März 2022Olympischer Rekord75,02 mOlga Kusenkowa ()Finale OS Athen, Griechenland25. August 2004 Rekordverbesserung Die kubanische Olympiasiegerin Yipsi Moreno verbesserte den bestehenden olympischen Rekord im Finale am 20. August um achtzehn Zentimeter auf 75,20 m. Den Weltrekord verfehlte sie damit um 2,60 m.
Doping Wie bei allen Stoß- und Wurfdisziplinen der Frauen bei diesen Spielen gab es auch im Hammerwurf Dopingfälle. Betroffen waren zwei Athletinnen, die beide aus Belarus kamen. Aksana Mjankowa – zunächst Erste. Sie wurde 2016 des Dopingmissbrauchs überführt und disqualifiziert. Die Goldmedaille wurde ihr aberkannt.Doping bei Olympia in Peking 2008 und London 2012: Täglich ein neuer Medaillenspiegel, eurosport.de 23. November 2016; abgerufen am 19. März 2022 Darja Ptschelnik – zunächst Vierte bzw. Dritte nach Mjankowas Disqualifikation. Auch ihr wurde 2016 bei Nachkontrollen der Einsatz verbotener Mittel nachgewiesen, sie wurde disqualifiziert. Ihre Bronzemedaille musste sie abgeben. Die im Finale nach den Dopingsünderinnen platzierten Sportlerinnen rückten in der offiziellen Wertung jeweils einen Platz bzw. zwei Plätze nach vorne.IOC sanctions eight athletes for failing anti-doping test at Beijing 2008 and London 2012, The Athlete, Darya PCHELNIK, olympics.com (englisch), abgerufen am 19. März 2022
Betroffen von diesem Betrug waren fünf Athletinnen: Manuela Montebrun, Frankreich – Sie erhielt acht Jahre nach diesem Wettbewerb ihre Bronzemedaille, musste also über einen langen Zeitraum davon ausgehen, medaillenlos geblieben zu sein. Außerdem konnte sie nicht an der Siegerehrung teilnehmen. Betty Heidler, Deutschland – Ihr hätten auf Rang sieben im Finale drei weitere Versuche zugestanden. Jelena Prijma, Russland – Ihr hätten auf Rang acht im Finale drei weitere Versuche zugestanden. Maryja Smaljatschkowa, Belarus – Sie wäre über ihre Platzierung im Finale startberechtigt gewesen. Stéphanie Falzon, Frankreich – Sie wäre über ihre Platzierung im Finale startberechtigt gewesen.
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: – verzichtet x ungültig
Qualifikation Sieben Athletinnen (hellblau unterlegt) übertrafen die direkte Finalqualifikationsweite von 71,50 m. Damit war die Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmerinnen nicht erreicht und das Finalfeld wurde mit den fünf nächstbesten Starterinnen beider Gruppen (hellgrün unterlegt) auf zwölf Wettbewerberinnen aufgefüllt. So mussten schließlich 69,36 m für die Finalteilnahme erbracht werden. Zu den fünf über ihre Platzierung für das Finale qualifizierten Werferinnen gehörten auch die Dopingbetrügerinnen Darja Ptschelnik und Aksana Mjankowa, sodass schließlich nur zehn Athletinnen in die Finalwertung kamen.
Gruppe A mini|hochkant=0.9| mini|hochkant=1.4| 18. August 2008, 9:10 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung 1 Yipsi Moreno 71,31 m x 73,92 m 73,92 m 2 Martina Hrašnová 70,03 m x 72,87 m 72,87 m 3 Anita Włodarczyk 71,76 m - - 71,76 m 4 Betty Heidler 66,28 m 71,51 m - 71,51 m 5 Styliani Papadopoulou 66,68 m 69,36 m 69,29 m 69,36 m 6 Maryja Smaljatschkowa x 69,22 m x 69,22 m eigentlich fürdas Finale qualifiziert 7 Stéphanie Falzon x 68,93 m x 68,93 m 8 Ivana Brkljačić 66,54 m x 68,38 m 68,38 m 9 Bianca Perie 68,21 m 66,29 m x 68,21 m 10 Iryna Nowoschylowa 67,36 m x 68,11 m 68,11 m 11 Anna Bulgakowa x 68,04 m x 68,04 m 12 Jelena Konewzewa 66,81 m 67,83 m x 67,83 m 13 Inna Sajenko x 66,92 m x 66,92 m 14 Merja Korpela 62,70 m 65,76 m 66,29 m 66,29 m 15 Wang Zheng 65,64 m 61,36 m x 65,64 m 16 Sultana Frizell x 60,43 m 65,44 m 65,44 m 17 Éva Orbán 65,01 m x 65,41 m 65,41 m 18 Zoe Derham 64,74 m 64,61 m 64,57 m 64,74 m 19 Zalina Marghieva x 64,20 m x 64,20 m 20 Loree Smith 62,25 m 62,33 m 63,60 m 63,60 m 21 Silvia Salis x x 62,28 m 62,28 m 22 Vânia Silva x 58,10 m 59,42 m 59,42 m 23 Galina Mitjajewa x 48,49 m 51,48 m 51,48 m Jessica Cosby x x x ogV DOP Darja Ptschelnik 69,43 m 71,30 m 69,24 m 71,30 m im Finale dabei, später disqualifiziert Weitere in Qualifikationsgruppe A ausgeschiedene Hammerwerferinnen:
Gruppe B mini|hochkant=1| 18. August 2008, 10:50 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung 1 Zhang Wenxiu 73,36 m - - 73,36 m 2 Manuela Montebrun 69,80 m 69,86 m 72,81 m 72,81 m 3 Clarissa Claretti 67,15 m 71,82 m - 71,82 m 4 Jelena Prijma 70,69 m 69,79 m 65,64 m 70,69 m 5 Kamila Skolimowska 65,79 m 69,79 m 67,01 m 69,79 m 6 Arasay Thondike x 66,68 m 68,74 m 68,74 m 7 Sviatlana Sudak 68,22 m 67,36 m 67,18 m 68,22 m 8 Amber Campbell 67,68 m x x 67,68 m 9 Eileen O’Keeffe 62,53 m 62,05 m 67,66 m 67,66 m 10 Kathrin Klaas 66,39 m 67,54 m 66,95 m 67,54 m 11 Iryna Sekatschowa 62,83 m x 67,47 m 67,47 m 12 Lenka Ledvinová 65,98 m 65,23 m 67,17 m 67,17 m 13 Alexandra Papageorgiou 66,72 m 65,73 m x 66,72 m 14 Jennifer Dahlgren 58,60 m x 66,35 m 66,35 m 15 Yunaika Crawford 66,16 m 65,00 m 64,08 m 66,16 m 16 Johana Moreno x 64,31 m 64,66 m 64,66 m 17 Małgorzata Zadura 63,35 m 64,13 m x 64,13 m 18 Candice Scott 63,03 m 62,53 m x 63,03 m 19 Berta Castells 62,44 m 61,76 m x 62,44 m 20 Marina Marghieva 61,03 m x 62,12 m 62,12 m 21 Paraskevi Theodorou x 61,00 m x 61,00 m 22 Sanja Gavrilović 60,55 m 60,37 m 60,36 m 60,55 m Amélie Perrin x x x ogV Georgina Tóth x x x DOP Aksana Mjankowa 62,95 m 65,55 m 69,77 m 69,77 m im Finale dabei, später disqualifiziert Weitere in Qualifikationsgruppe B ausgeschiedene Hammerwerferinnen:
Finale 20. August 2008, 19:20 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung 1 Yipsi Moreno x 73,95 m 72,61 m x 74,70 m 75,20 m 75,20 m OR 2 Zhang Wenxiu 74,00 m 74,32 m 73,40 m 73,50 m 70,75 m 73,53 m 74,32 m 3 Manuela Montebrun 67,63 m 70,55 m 70,01 m 72,54 m 71,92 m 70,63 m 72,54 m 4 Anita Włodarczyk 69,39 m x 71,56 m 70,86 m x x 71,56 m 5 Clarissa Claretti x 71,33 m x x x x 71,33 m 6 Martina Hrašnová 60,28 m x 71,00 m x 70,19 m x 71,00 m 7 Betty Heidler x x 70,06 m eigentlich für das Finaleder besten Acht qualifiziert 70,06 m 8 Jelena Prijma 68,19 m 69,72 m 67,33 m 69,72 m 9 Styliani Papadopoulou x x 64,97 m nicht im Finale derbesten acht Werferinnen 64,97 m Kamila Skolimowska x x x ogV DOP Aksana Mjankowa 74,40 m x 72,23 m x 76,34 m 51,72 m 76,34 m disqualifiziert nachacht Jahren Darja Ptschelnik 69,10 m 72,46 m 72,82 m 71,00 m 72,83 m 73,65 m 73,65 m Für das Finale hatten sich zwölf Athletinnen qualifiziert, sieben von ihnen über die Qualifikationsweite, weitere fünf über ihre Platzierungen. Vertreten waren je zwei Polinnen und Belarussinnen sowie je eine Teilnehmerin aus China, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kuba, Russland und der Slowakei. Unter ihnen waren die beiden Belarussinnen Aksana Mjankowa und Darja Ptschelnik, die im Jahre 2016 wegen Dopingmissbrauchs disqualifiziert wurden.
Auch bei der Nennung der Favoritinnen stößt man unumgänglich auf eine Dopingsünderin. Es handelt sich um die russische Weltrekordlerin Tatjana Lyssenko, die im Mai 2007 positiv getestet und nach Verzicht der B-Proben-Öffnung eine zweijährige Sperre erhielt, sodass sie hier nicht starten durfte. Ihre zuletzt erzielte Bestmarke wurde annulliert, ihr Weltrekord aus dem Jahre 2006 blieb jedoch bestehen.Doping Rule Violation, iaaf.org 19. Mai 2008 (englisch), abgerufen am 19. März 2022 Aber es gab auch ohne gedopte Athletinnen weitere hochkarätige Teilnehmerinnen an diesem Wettbewerb. Dazu zählten insbesondere die Olympiasiegerin von 2004, Weltmeisterin von 2005 und Vizeweltmeisterin von 2007 Yipsi Moreno aus Kuba, die Weltmeisterin von 2007 und Olympiavierte von 2004 Betty Heidler aus Deutschland, die Chinesin Zhang Wenxiu als jeweils Dritte der Olympischen Spiele von 2004, der Weltmeisterschaften von 2005 und der Weltmeisterschaften von 2007, die französische Vizeweltmeisterin von 2005 Manuela Montebrun sowie die Polin Kamila Skolimowska als Olympiasiegerin von 2000, WM-Fünfte von 2005, EM-Dritte von 2006 und WM-Vierte von 2007.
Das Finale war vor allem vom zweiten Durchgang an von starken Leistungen gekennzeichnet. Bereits in Runde eins erzielte Zhang genau 74 Meter und lag damit auf Platz zwei hinter der gedopten Miankowa. Anschließend verbesserte sich Zhang mit 74,36 m weiter. Doch einige Konkurrentinnen kamen ihr jetzt näher. Moreno gelangen 73,95 m, die gedopte Ptschelnik warf 72,46 m, die Italienerin Clarissa Claretti erzielte 71,33 m, Montebrun kam auf 70,55 m. Im dritten Durchgang verbesserte sich die Polin Anita Wlodarczyk auf 71,56 m und übernahm damit Position fünf. Ptschelnik lag mit nun 72,82 m auf Rang drei. Die Olympiasiegerin von 2000 Kamila Skolimowska schied nach drei ungültigen Versuchen aus. Auch die amtierende Weltmeisterin Betty Heidler konnte sich mit für sie schwachen 70,06 m nicht für das Finale der besten acht Werferinnen qualifizieren. Sie wäre jedoch wie die Russin Jelena Priyma weiter im Wettbewerb geblieben, wenn der Dopingbetrug der beiden im Wettbewerb befindlichen Belarussinnen zu diesem Zeitpunkt bekannt gewesen wäre.
In Runde vier, dem ersten Finaldurchgang der besten Acht, verdrängte Montebrun mit 72,54 m die Polin vom fünften Platz. Auch in der vorletzten Runde gab es wieder zahlreiche Würfe, die deutlich weiter waren als siebzig Meter. Miankowa setzte sich mit ihrer besten Weite von 76,34 m an die Spitze. Dahinter es blieb bei der Reihenfolge Zhang vor Ptschelnik, Moreno, Montebrun, Wlodarczyk und Claretti. Mit ihrem letzten Versuch von 75,20 m gelang Yipsi Moreno schließlich noch der Wurf zu Rang zwei, der ihr acht Jahre später den Olympiasieg einbrachte. Sie verbesserte damit gleichzeitig auch den olympischen Rekord ihrer inzwischen zurückgetretenen Vorgängerin Olga Kusenkowa aus Russland um vierzehn Zentimeter. Silber gewann Zhang Wenxiu, Manuela Montebrun erhielt Bronze. Den vierten Rang belegte Anita Włodarczyk vor Clarissa Claretti. Sechste wurde die Slowakin Martina Hrašnová vor Betty Heidler und Jelena Priyma.
Yipsi Moreno gewann mit ihrer Goldmedaille nach Silber in Athen vor vier Jahren bereits ihre zweite Medaille im Hammerwurf. Es war der erste kubanische Olympiasieg in dieser noch jungen Disziplin.
Die Chinesin Zhang Wenxiu und die Französin Manuela Montebrun errangen die jeweils ersten Medaillen für ihre Länder im Hammerwurf der Frauen.
Video ATHLETICS HAMMER THROW WOMEN - FINAL, youtube.com, abgerufen am 19. März 2022
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