Shinchi (jap. , -machi) ist eine japanische Stadt im Landkreis Sōma in der Präfektur Fukushima.

Geografie Shinchi liegt an der ostjapanischen Pazifikküste an der Sendai-Bucht in der Küstenregion Hamadōri als nördlichste Gemeinde der Präfektur Fukushima. Das Gemeindegebiet erstreckt sich im Westen bis zum beginnenden Abukuma-Hochland. Die höchste Erhebung von diesem in der Gemeinde ist der hohe Karō-san (). Diesem Hochland entspringen mehrere Flüsse, die das Gemeindegebiet durchfließen und in den Pazifik münden. Es sind dies von Nord nach Süd: Rachi-gawa (), Mitaki-gawa (), Sunakoda-gawa (), Nigori-gawa (), sowie der Tatsuta-gawa () als Zufluss des Jizō-gawa () der zwar weiter südlich von Shinchi fließt aber seine Mündung im Süden der Ortschaft hat.

Im Südosten am Hafen Sōma liegt das Kohlekraftwerk Shinchi mit 2000 MW Leistung.

Umgeben ist Shinchi von Yamamoto im Norden, Marumori im Westen und Sōma im Süden.

Geschichte Am 1. April 1889 wurden bei der Reorganisation des japanischen Gemeindewesens die fünf Dörfer Yachigoya (, -mura) im Norden, Ogawa (, -mura), Ōdohama (, -mura), Imaizumi (, -mura) im Süden, sowie Suginome (, -mura) im Hinterland im Landkreis Uda zur neuen Dorfgemeinde Shinchi (, -mura, wörtlich: „Neuland“) zusammengelegt. Die Namen dieser haben sich noch als Obergemeindeteile (ōaza) erhalten. Sieben Jahre später fusionierten die Landkreise Uda und Namekata zum neuen Landkreis Sōma. Zum 20. August 1954 wurden die Dörfer Komagamine (, -mura) im Süden und Fukuda (, -mura) im Norden Shinchi zugeschlagen. Am 1. August 1971 erfolgte die Aufstufung zur kreisangehörigen Stadt (machi).

Tōhoku-Erdbeben 2011 mini|links|Das Bahnhofsgebäude dem von der JR East betriebenen Bahnhof Shinchi (, -eki) stürzte infolge der Katastrophe vom 11. März 2011 völlig ein. Auch die Überführung wurde beschädigt und ein Zug der Jōban-Linie entgleiste (Foto: 4. April 2011) Am 11. März 2011 wurde die Stadt vom Tōhoku-Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami getroffen. Die Anzahl der völlig zerstörten Wohngebäude wird auf 439 und die der teilweise zerstörten auf 138 beziffert. Der Tsunami richtete bedeutende Schäden an der Jōban-Linie an. Insbesondere wurde ein Zug gestoppt und das Bahnhofsgebäude der Station Shinchi zerstört.

Die Stadt Shinchi gehört zu der im Nordosten der Präfektur Fukushima liegenden Region Sōsō, die mit seinen insgesamt 200.000 Einwohnern zu den am schwersten von der Dreifachkastatrophe betroffenen Gegenden Japans zählte.

Die Brand- und Katastrophenschutzbehörde meldete in ihrem Schadensbericht 98 Tote und 10 Vermisste in Shinchi. (), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 7. März 2018.

Gemessen an der Gesamtbevölkerung Shinchis, die bei der Volkszählung von 2010 mit 8.224 angegeben worden war, (PDF, japanisch), stat.go.jp (Statistics Japan - Statistics Bureau, Ministry of Internal Affairs and communication), Volkszählung 2010, Zusammenfassung der Ergebnisse für die Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima, URL: http://www.stat.go.jp/data/kokusei/2010/index.html. betrug die Opferrate durch die Katastrophe von 2011 1,3 %, wenn alle in dem 157. FDMA-Schadensbericht vom 7. März 2018 registrierten Toten und Vermissten berücksichtigt werden beziehungsweise 1,20 %, wenn von den registrierten Opfern die von der Wiederaufbaubehörde (Reconstruction Agency, RA) gemeldeten katastrophenbedingten Todesfälle abgezogen werden, wodurch sich eine Zahl von 99 Toten und Vermissten ergibt. Mit der gleichen Datengrundlage, aber allein auf das Überflutungsgebiet des Tsunamis in Natori bezogen, das eine Fläche von 11 km2 umfasste, ergab sich eine Opferquote von 2,12 %. (Online veröffentlicht am 15. August 2017), hier S. 22, Tabelle 2., 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 153. Bericht, 8. März 2016.

Sehenswürdigkeiten Sehenswürdigkeiten sind der Berg Karō-san, der Tsurushihama-Strand und die Burgruine Komagamine (, -jō).

Verkehr Wichtigste Fernstraßen sind die Jōban-Autobahn nach Misato oder Watari, die Nationalstraße 6 nach Tokio oder Sendai, sowie die Nationalstraße 113 nach Niigata oder Nan’yō.

Anschluss an das Schienennetz besteht über die JR East Jōban-Linie nach Tokio oder Iwanuma.

Bildung In Shinchi befinden sich die Grundschulen Fukuda, Komagamine und Shinchi, die Shōei-Mittelschule, sowie die Oberschule Shinchi.

Städtepartnerschaften Date, Schwesterstadt seit dem 21. Juli 1981

Weblinks

10万分1浸水範囲概況図, 国土地理院 (Kokudo Chiriin, Geospatial Information Authority of Japan, ehemals: Geographical Survey Institute = GSI), www.gsi.go.jp: 地理院ホーム > 防災関連 > 平成23年(2011年)東北地方太平洋沖地震に関する情報提供 > 10万分1浸水範囲概況図: Das GSI veröffentlicht an dieser Stelle eine Landkarte mit Shinchi (浸水範囲概況図14), auf der die vom Tōhoku-Tsunami 2011 überfluteten Gebiete auf Grundlage von Auswertungen von Luftbildern und Satellitenaufnahmen eingezeichnet sind, soweit dies möglich war.

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Präfektur Fukushima Kategorie:Hamadōri Kategorie:Ort mit Seehafen