Zohar Fraiman (geboren 15. Oktober 1987 in Jerusalem) ist eine israelische Künstlerin figurativer Malerei. Sie lebt in Berlin.
Leben Aufgewachsen in Israel, begann Zohar Fraiman ihr Studium der Malerei 2003 an der School of the Museum of Fine Arts in Boston und war von 2005 bis 2009 in der Meisterklasse der privaten Jerusalem Studio School in Israel. Ab 2011 studierte sie an der Universität der Künste Berlin, wo sie von 2013 bis 2015 als Meisterschülerin bei Burkhard Held ihr Studium abschloss. Sie gehört dem internationalen Frauennetzwerk Saloon an und war Mitglied des Malerinnennetzwerkes Berlin-Leipzig.Renate Puvogel: Show me your Sheroes. Zohar Fraiman. Ausstellungsbesprechung, aus: Kunstforum International, Bd. 275/2021, S. 276–278 (paywall)
Werk Zohar Fraiman arbeitet vorwiegend figurativ in Ölmalerei. Daneben hat sie bisher auch großformatige Installationen und Zeichnungen geschaffen.
In ihren jüngeren Werkreihen behandelt sie vor allem die Konstruktion weiblicher Identität im digitalen Zeitalter. In Ausstellungen wie Show Me Your Sheroes (2021), Meme Me (2024) oder You-Phoria (2025)Tobias Krone: Künstlerin Zohar Fraiman – Selfie-Kult in Öl, Deutschlandfunk Kultur, 20. Mai 2025 (Audio) setzt sie sich mit der Darstellung von Frauenbildern in den neuen Medien und dem Einfluss der sozialen Medien auf Selbstwahrnehmung und Selbstinszenierung auseinander.
Häufiges Stilmittel in den Arbeiten Fraimans ist die collageartige Verbindung von Zitaten aus der klassischen Malerei mit Motiven der Popkultur: Ihre Werke greifen Anleihen bei alten Meistern, etwa aus der Renaissancemalerei, ebenso wie bei Strömungen der klassischen Moderne wie dem Surrealismus auf, und kontrastieren diese mit Figuren aus Comics, Zeichentrickfilmen und der Werbung.
Fraiman setzte sich in früheren Werkphasen mit kulturellen und religiösen Dimensionen des Judentums auseinander, wobei sie sich auf die weiblichen Aspekte der religiösen und sozialen Zeremonien konzentrierte. In anderen Gemälden verarbeitete sie Themen des jüdischen Volksglaubens, wie die Legende vom Dibbuk. Auf ihre Initiative entstand mit neun jüdischen, christlichen und muslimischen Künstlerinnen und Künstlern eine gemeinsame Ausstellung, die Stéphane Bauer kuratierte und 2012 in Berlin und Jerusalem gezeigt wurde.Christian W. Find: Reise nach Jerusalem. Ausstellung internationaler Künstler in Berlin, Deutschlandfunk, 7. Juli 2012 Das Thema waren künstlerische Positionen zu Religion, Tradition und Tabu. In ihren Werken setzten sich die Künstler mit den Ambivalenzen ihrer religiösen Gefühle auseinander.Irmgard Berner: Ausstellung in Berlin Kreuzberg. Religion, Tradition und Gefühl, Frankfurter Rundschau, 18. Juli 2012Simone Reber: Gärstoff Glaube, Der Tagesspiegel, 31. Juli 2012
Ausstellungen (Auswahl) Beteiligungen 2012: Reise nach Jerusalem, mit Trudy Dahan, Nezaket Ekici, Pavel Feinstein, Rabi Georges, Stevie Hanley, Ervil Jovkovic, Yury Kharchenko, Iwajla Klinke, Benyamin Reich. Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Berlin 2012/2013: Reise Nach Jerusalem – Tradition and Taboo, Jerusalem Artists House, IsraelReise Nach Jerusalem, Jerusalem Artists' House 2016: Zohar Fraiman & Elena Kozlova – Open the Void, Galerie The Grass is greener in der Leipziger BaumwollspinnereiPortal Kunstgeschichte 2016: Cornelia Lochmann & Zohar Fraiman, Museion (Bozen) Atelier-HouseCornelia Lochmann & Zohar Fraiman, Website der Kunsthalle Bozen 2018: Monster und Geister, Museum Überlingen 2019: Magna Rota I, II, mit Julius Bobke, Maya Gallery, Tel Aviv und Kunstverein Schweinfurt 2019: Keeping at Distance, Petach Tikva Museum of Art 2021: The Fine Hands Show, Museum Ploshchad Mira, Krasnojarsk 2022: Art Cologne, Stand Priska Pasquer Gallery, Köln 2022: Artissima, Stand Galerie Russi Klenner, Turin 2023: The Way I See It, Kunsthalle Wilhelmshaven 2023: Zustandsbericht, Kunstraum Potsdam 2024: Dissonance, Nationales Kunstmuseum Rumäniens in Kooperation mit der Stadtgalerie Kiel 2025: Exit Paradise - The Miettinen Collection, Schloss Sacrow 2025: Where Are We Now - Highlights of the Miettinen Collection, Sammlung Philara, Düsseldorf 2025: the artist is naked, Kunstpalais ErlangenJulian Ignatowitsch: „The artist is naked“ – Unverhüllte Kunst im Kunstpalais Erlangen, Deutschlandfunk Kultur, 28. Januar 2025 (Audio). Einzelausstellungen 2014: Devils and Brides – Malerei und Objekte aus der Serie „The Dybbuk“, Haus am Kleistpark, BerlinDevils and Brides – Malerei und Objekte. Zohar Fraiman. Haus am Kleistpark 2021: Show me your Sheroes, Galerie Priska Pasquer, Köln 2022: Self-Ish, Galerie Russi Klenner, Berlin 2023: Tending Trending, Priska Pasquer, Paris 2024: Viral Rival, Städtische Galerie im Park, Viersen 2024: Meme Me, Haus am Lützowplatz, Berlin 2024: Game of Phones, Galerie Russi Klenner, Berlin 2025: You-Phoria, Kunstpalais Erlangen 2026: Queen of Hearts, Galerie Russi Klenner, Berlin 2026: Zohar Fraiman. Players in Paradise, Kunstsammlung Jena
Gruppenausstellungen mit dem Malerinnennetzwerk Berlin-Leipzig 2018: Painting XXL, Galerie Leuenroth, Frankfurt 2018: Zündung, Turps Gallery, LondonZÜNDUNG, Turps Gallery, 21. Juli - 18. August 2018 2019: VOIX, Museum der bildenden Künste, LeipzigVoix, Malerinnennetzwerk Berlin-Leipzig, Museum der bildenden Künste, 2019
Veröffentlichungen Stéphane Bauer, Zohar Fraiman (Hrsg.): Reise nach Jerusalem. Künstlerische Positionen zu Religion, Tradition und Tabu, Kerber Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-86678-795-7 (deutsch, englisch)
Weblinks www.zoharfraiman.com Artfacts
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Berlin) Kategorie:Maler (Israel) Kategorie:Israeli Kategorie:Geboren 1987 Kategorie:Frau