Guangfu () ist eine Landgemeinde im Landkreis Hualien in der Republik China (Taiwan).
Lage und Klima Guangfu liegt in der nördlichen Hälfte des Huatung-Tals, das sich entlang der Ostküste Taiwans erstreckt. Die natürlichen Grenzen sind das Haian-Gebirge im Osten und das Taiwanische Zentralgebirge im Westen. Die drei Hauptfließgewässer sind der Tai’an (), der Hualien () und der Guangfu (). Die Nachbargemeinden sind Fenglin im Norden, Fengbin im Osten, Ruisui im Süden und Wanrong im Westen.
Das Klima ist subtropisch und vom Monsun geprägt. Die Jahresmitteltemperatur beträgt etwa 22,7 °C, der Jahresniederschlag liegt bei etwa 2590 mm, mit durchschnittlich 143 Regentagen im Jahr.
Geschichte Die ursprünglichen Bewohner der Gegend gehörten den indigenen Völkern Taiwans, meist den Amis, an. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wanderten zunehmend Han-Chinesen ein. Nachdem Taiwan nach dem Zweiten Weltkrieg von Japan an die Republik China übergeben worden war, erhielt die Gemeinde zum Gedenken an dieses Ereignis am 1. März 1947 den Namen Guangfu (, guangfu bedeutet „glanzvolle Wiederherstellung“ oder „Wiedergewinnung“).
Mit der Übersiedlung der nationalchinesischen Regierung nach Taiwan im Jahr 1949 kamen viele Kuomintang-Anhänger vom chinesischen Festland nach Taiwan. Viele davon, vor allem aus den südlichen Provinzen Fujian und Guangdong, ließen sich in Guangfu nieder. Oft handelte es sich um ehemalige Militärangehörige. Dadurch veränderte sich die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung erheblich.
Den historisch höchsten Bevölkerungsstand erreichte Guangfu im Jahr 1971 mit 23.628 Einwohnern. Seitdem ging die Einwohnerzahl kontinuierlich zurück.
Im Jahr 2014 erhoben Vertreter der indigenen Bevölkerung die Forderung, dass der Gemeindename in den ursprünglichen amisischen Namen Matai () geändert werden solle. Gliederung von Guangfu 350px
Administration Guangfu ist in 14 Dörfer untergliedert: Dahua (), Da’an (), Dajin (), Datong (), Daping (), Beifu (), Dama (), Daxing (), Dafeng (), Dongfu (), Dafu (), Daquan (), Xifu () und Nanfu ().
Bevölkerung Ende 2017 lebten in Guangfu 6822 Angehörige indigener Völker, entsprechend etwa 53 Prozent der Bevölkerung. Die andere Hälfte der Bevölkerung besteht überwiegend aus Hoklo und Hakka. Letztere sind in Guangfu im Vergleich zum taiwanischen Durchschnitt überproportional stark vertreten.
Landwirtschaft Der größte Teil der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft beschäftigt. Typische Produkte der Region sind verschiedene Reissorten, Früchte und Gemüse, Bambussprossen, Catjangbohnen (, „Baumbohnen“), Betelnüsse u. a. m. Der früher dominierenden Zuckerrohranbau ist aufgrund des Preisverfalls ganz zurückgegangen.
Verkehr Die wichtigsten Verkehrsverbindungen folgen dem Verlauf des Huatung-Tals. Am westlichen Rand verläuft die Provinzstraße 9, am östlichen Rand die Kreisstraße 193. Quer dazu durchquert die Provinzstraße 11A () den nördlichen Abschnitt der Gemeinde. Weitgehend parallel zur Provinzstraße 9 verläuft die Taitung-Linie () der Taiwanischen Eisenbahn mit den Haltebahnhöfen Guangfu () und Dafu ().
Tourismus Touristische Ziele in Guangfu sind unter anderem das Matai’an-Feuchtgebiet (), ein geschützter Naturpark, in dem sich zahlreiche Wasserpflanzen und Kleintiere finden, und die alte Zuckerfabrik, die auf die japanische Kolonialzeit zurückgeht.
Weblinks
Einzelnachweise
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