Mateuszek () ist ein kleiner Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zur Stadt- und Landgemeinde Mikołajki () im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg).

Geographische Lage Mateuszek liegt südlich des Großen Schimon-Sees (1938 bis 1945 Schmidtsdorfer See, ) in der östlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 21 Kilometer östlich der Kreisstadt Mrągowo ().

Geschichte Der nach 1785 Matteusseck und bis 1938 Matheussek genannte heutige Weiler () Mateuszek wurde 1621 als kleiner Gutsort gegründetDietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Mathießen. 1874 wurde der Gutsbezirk Matheussek in den neu errichteten Amtsbezirk Schimonken () eingegliedertRolf Jehke, Amtsbezirk Schimonken/Schmidtsdorf, der – 1938 in „Amtsbezirk Schmidtsdorf“ umbenannt – bis 1945 bestand und zum Kreis Sensburg im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Matheussek gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Matheussek stimmten 20 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 114

Am 30. September 1928 gab Matheussek seine Eigenständigkeit auf und wurde Teil der Gemeinde SchimonkenMatheussek bei GenWiki (1938 bis 1945 Schmidtsdorf, polnisch Szymonka). Aus politisch-ideologischen Gründen der Abwehr fremdländische erscheinender Bezeichnungen wurde Matheussek 1938 in „Mathiessen“ umbenannt.

In Kriegsfolge kam der Ort 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen und erhielt die polnische Namensform „Mateuszek“. Heute ist er eine Ortschaft innerhalb der Stadt- und Landgemeinde Mikołajki (Nikolaiken) im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg), bis 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Einwohnerzahlen Jahr Anzahl 1818 21 1839 42 1867 50 1885 60 1898 86 1905 69 1910 60

Kirche Von den 69 Einwohnern Matheusseks im Jahre 1905 waren alle evangelischer Konfession. Der Ort war in die Kirche Schimonken in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union sowie in die katholische St.-Adalbert-Kirche Sensburg im Bistum Ermland eingepfarrt.

Heute gehört Mateuszek zur evangelischen Pfarrei Mikołajki in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen und außerdem zur katholischen Pfarrei Woźnice im Bistum Ełk in der polnischen katholischen Kirche.

Verkehr Mateuszek liegt an einer verkehrsarmen Nebenstraße, die die polnische Landesstraße 16 (einstige deutsche Reichsstraße 127) bei Woźnice (Wosnitzen, 1938 bis 1945 Julienhöfen) mit der Woiwodschaftsstraße 643 bei Szymonka (Schimonken, 1938 bis 1945 Schmidtsdorf) verbindet. Eine Anbindung an das Schienennetz existiert nicht.

Einzelnachweise

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