Der Langfinger-Streifenbeutler (Dactylonax palpator, Synonym: Dactylopsila palpator) ist eine auf der Halbinsel Vogelkop im Westen von Neuguinea vorkommende Art der Gleitbeutler (Petauridae).
Merkmale Der Langfinger-Streifenbeutler erreicht eine Kopfrumpflänge von 20 bis 26 cm, hat einen 17 bis 24 cm langen Schwanz und erreicht ein Gewicht von 320 bis 550 g. Das Fell ist weißlich bis hellgrau. Drei dunkelbraune bis schwarze Streifen verlaufen auf dem Rücken. Von den Streifenbeutlern der Gattung Dactylopsila unterscheidet sich der Langfinger-Streifenbeutler durch den stark verlängerten vierten Finger am Vorderfuß und den relativ zum Rumpf vergrößerten Kopf. Der Beutel der Weiblichen Tiere ist durch eine mittige Hautfalte in zwei Bereiche geteilt, von denen jeder eine einzelne Zitze hat.
Lebensraum und Lebensweise mini|Die Verbreitungsgebiete von: Der Langfinger-Streifenbeutler kommt in primären Bergwäldern in Höhen von 850 bis 3050 Metern vor. Die meisten Exemplare leben oberhalb von 1200 Metern. Die Beuteltierart ernährt sich unter anderem von größeren Insektenlarven, die auf den Bäumen oder im Erdboden gesucht werden. Da die Tiere sowohl in Baumhöhlennestern als auch in Nestern im Erdboden schlafen, gelten sie als nicht so strikt baumbewohnend (arboreal) wie die anderen Streifenbeutler. In den Nestern wurden schon 4 bis 5 Tiere zusammen gefunden. Genaueres über Verhaltensweisen und die Fortpflanzung ist nicht bekannt.
Systematik Die wissenschaftliche Erstbeschreibung des Langfinger-Streifenbeutlers wurde im Jahr 1888 durch den französischen Zoologen Alphonse Milne-Edwards veröffentlicht. Der britische Zoologe Oldfield Thomas führte im Jahr 1910 für die Art eine eigenständige, monotypische Gattung ein, Dactylonax. Diese wurde jedoch schon 1914 wieder mit Dactylopsila synonymisiert, was später von den meisten Autoren übernommen wurde. Anfang 2026 wurde die Gattung Dactylonax vor allem aufgrund der deutlichen morphologischen Unterschiede zu Dactylopsila jedoch wieder revalidiert.
Gefährdung Die IUCN stuft den Langfinger-Streifenbeutler als ungefährdet (Least Concern) ein. Grund ist das relativ große Verbreitungsgebiet und das Vorkommen in mehreren Schutzgebieten.
Belege Tim F. Flannery, Kenneth P. Aplin, Carlos Bocos, Loukas G. Koungoulos, Kristofer M. Helgen (2026): Found Alive After 6,000 years: Modern Records of An ‘Extinct’ Papuan Marsupial, Dactylonax kambuayai (Marsupialia: Petauridae), with A Revision of the Systematics and Zoogeography of the Genus Dactylonax. Records of the Australian Museum. 78; 17-34. DOI: doi: 10.3853/j.2201-4349.78.2026.3003 Stephen Jackson: Family Petauridae (Striped Possums, Leadbeater's Possum and Lesser Gliders). S. 559 in Don E. Wilson, Russell A. Mittermeier: Handbook of the Mammals of the World – Volume 5. Monotremes and Marsupials. Lynx Editions, 2015, ISBN 978-84-96553-99-6
Alphonse Milne-Edwards (1888): Note sur une espèce nouvelle du genre Dactylopsila. In: Mémoires publiés par la Société philomathique à l'occasion du centenaire de sa fondation 1788–1888 173–177. Willy Ramme (1914): Dactylopsila hindenbergi, ein neuer Streifenbeutler aus Kaiser-Wilhems-Land. Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin - Sitzungbericht 1914: 413–419. Oldfield Thomas (1910): A new genus for Dactylopsila palpator. Annals and Magazine of Natural History (8)6: 610. doi: 10.1080/00222931008692892
Kategorie:Gleitbeutler