Der Arfak-Streifenbeutler (Dactylonax kambuayai, Synonym: Dactylopsila kambuayai) ist eine im Arfakgebirge auf der Halbinsel Vogelkop im Westen von Neuguinea vorkommende Art der Gleitbeutler (Petauridae).
Merkmale Für die Erstbeschreibung des Arfak-Streifenbeutler wurden Knochenreste verwendet, die in einer Höhle gefunden wurden. Der Holotyp ist ein teilweise erhaltener rechter Unterkiefer mit einem Schneidezahn und einem Backenzahn sowie den Wurzeln von drei weiteren Backenzähnen. Weitere für die Erstbeschreibung untersuchte Knochen waren weitere Unterkieferfragmente mit teilweise erhaltener Bezahnung, der distale Teil des rechten Humerus und ein Fragment des rechten Darmbeins. Angaben zu den Körpermaßen, zum Gewicht und genauere Angaben zur Fellfarbe liegen erste seit kurzem vor. Der Arfak-Streifenbeutler ist die kleinste Art der Streifenbeutler. Die Kopf-Rumpf-Länge des einzigen bisher genau vermessenen Exemplars, ein Weibchen, beträgt 17,6 Zentimeter. Der Schwanz ist 18 Zentimeter lang, die Hinterfußlänge beträgt 4,2 Zentimeter und die Ohren sind 3 Zentimeter lang. Sie sind deutlich länger als bei anderen Streifenbeutlerarten. Das Tier wog 216 Gramm. Der verlängerte vierte Finger ist genauso lang ist wie beim viel größeren Dactylonax ernstmayri und somit proportional länger. Die Kralle dieser Zehe ist nicht so stark reduziert wie bei anderen Vertretern der Gattung und auch nicht so stark zurückgebogen. Wie alle Streifenbeutler hat der Arfak-Streifenbeutler ein weißliches bis hellgraues Fell mit drei dunkelbraunen bis schwarzen Streifen auf dem Rücken, das aber weniger kontrastreich ist. Ein weißes Band erstreckt sich von der Oberlippe bis zum unteren Augenrand. Die Schnauze ist relativ kurz.
mini|Die Verbreitungsgebiete von:
Lebensraum und Lebensweise Der Arfak-Streifenbeutler kommt im Arfakgebirge unterhalb des Lebensraums des Langfinger-Streifenbeutlers vor und teilt seinen Lebensraum mit dem Großen Streifenbeutler (Dactylopsila trivirgata). Wahrscheinlich ernährt sich die Art vor allem von größeren, in morschem Holz bohrenden Insektenlarven. Dabei bewegt sie sich bodennah und springt von Baumstamm zu Baumstamm, ähnlich wie die afrikanischen Galagos. Über die Fortpflanzung ist nichts bekannt.
Gefährdung Die IUCN listet den Arfak-Streifenbeutler nicht. Bisher gibt es sehr wenige Sichtungen der Art.
Belege Aplin, K.P., Pasveer, J.M. & Boles, W.E. 1999. Late Quaternary vertebrates from the Bird's Head Peninsula, Irian Jaya, Indonesia, including descriptions of two previously unknown marsupial species. Records of the Western Australian Museum Suppl. 57:373-379. Tim F. Flannery, Kenneth P. Aplin, Carlos Bocos, Loukas G. Koungoulos, Kristofer M. Helgen (2026): Found Alive After 6,000 years: Modern Records of An ‘Extinct’ Papuan Marsupial, Dactylonax kambuayai (Marsupialia: Petauridae), with A Revision of the Systematics and Zoogeography of the Genus Dactylonax. Records of the Australian Museum. 78; 17-34. DOI: doi: 10.3853/j.2201-4349.78.2026.3003 Stephen Jackson: Family Petauridae (Striped Possums, Leadbeater's Possum and Lesser Gliders). S. 559 in Don E. Wilson, Russell A. Mittermeier: Handbook of the Mammals of the World – Volume 5. Monotremes and Marsupials. Lynx Editions, 2015, ISBN 978-84-96553-99-6
Kategorie:Gleitbeutler