Chantérac (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle Vern Salembre en Périgord. Die Einwohner werden Chanteracois und Chanteracoises genannt.

Geografie

Chantérac liegt etwa 21 Kilometer westlich von Périgueux und etwa 36 Kilometer nördlich von Bergerac am Übergang der Région naturelle des Ribéracois zur Double. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Beauronne, die sie im Westen begrenzt, von der Salembre, die sie im Osten begrenzt, von den Flüsschen Rieutord (in seinem Oberlauf Nauve genannt), Roueix, Bardot und Ruisseau de la Bataille, sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Chantérac liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.

Das Relief des Gebiets von Chantérac zeigt eine Hügellandschaft, die bis auf das Roueix-Tal bewaldet ist und durch die Täler der Beauronne, des Roueix und der Salembre tief eingeschnitten wird. Die Erhebungen nehmen von Süd nach Nord zu und erreichen dort Höhen von über . Der topografisch höchste Punkt liegt dort mit in der Nähe des Weilers L’Hopital, der tiefste Punkt mit im äußersten Südosten am Zusammenfluss von Roueix und Salembre. Das Zentrum liegt oberhalb des Roueix-Tals auf etwa Höhe.

Rund 53 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 45 % werden landwirtschaftlich, hauptsächlich heterogen genutzt, rund 3 % entfallen auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.

Chantérac wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:

Natürliche Risiken mini|Risikokarte zur Quellungs/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Chantérac Naturrisiken manifestieren sich in Chantérac als Dürren Waldbrände Bodensetzungen.

Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.

Wie die Risikokarte zeigt, ist fast das gesamte Gemeindegebiet von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. In den Jahren 1989, 1992, 2003, 2011 und 2022 sind beispielsweise Dürreperioden als Naturkatastrophen klassifiziert. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.

Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes erschien ungefähr zur gleichen Zeit wie seine befestigte romanische Kirche als Chantairac (1104), nur wenig später in der Schreibweise Cantairac (1122). Er stammt vom Namen einer gallorömischen Person Cantharus, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Cantharacum, Domäne des Cantharus).Tanet, Hordé, Seite 99

Der Standort von Chantérac liegt auf einem Hügel, was der Siedlung in der Antike Schutz bot. Einige gallorömische Überreste sowie der Ursprung des Namens Chantérac belegen die lange Geschichte menschlicher Besiedlung an diesem Ort. Darüber hinaus zeugen der Rundturm der ehemaligen Feudalburg und eine Wehrkirche von den Unruhen im Mittelalter.

Chantérac umfasste mindestens zwei bedeutende gallorömische Villen umfasste und erlebte während der Merowingerzeit eine bedeutende Entwicklung und einen großen Einfluss. Die heutige Kirche entstand im 12. Jahrhundert an der Stelle eines Vorgängerbaus aus dem 9. Jahrhundert. Vermutlich gab es im 9. Jahrhundert und seit der Merowingerzeit ein befestigtes Kloster. Das Bistum Périgueux war seit dem 10. Jahrhundert in fünfzehn Erzpriestertümer unterteilt, davon eines das Erzpriestertum von Chantérac, das 16 Pfarrgemeinden umfasste, was die Bedeutung des kleinen Dorfes und seiner Kirche erklärt.

Die Kastellanei von Chantérac war im 14. Jahrhundert der Kastellanei der nahegelegenen Gemeinde Saint-Astier unterstellt. Im Hundertjährigen Krieg (1337–1453) wurde die Kirche von Soldaten geschändet und musste erneut geweiht werden. Während der Hugenottenkriege (1562–1598) wurde sie erneut in Mitleidenschaft gezogen, ein Grund, warum sie erweitert und renoviert wurde.

Der Verlust an Einfluss zugunsten besser erreichbarer Verkehrswege, die durch Ribérac im Norden, das Beauronne-Tal im Osten und das Isle-Tal im Süden repräsentiert werden, reduzierte allmählich das Erscheinungsbild von Chantérac, das wir heute kennen.

Bevölkerungsentwicklung

Der kontinuierliche Bevölkerungsrückgang im 20. Jahrhundert ist im Wesentlichen auf die Mechanisierung der Landwirtschaft und die Aufgabe von bäuerlichen Kleinbetrieben zurückzuführen. Der erneute Bevölkerungsanstieg seit den 1980er Jahren hängt mit der relativen Nähe zur Stadt Périgueux zusammen.

Sehenswürdigkeiten mini|Inneres der Kirche Saint-Pierre-ès-Liens Die befestigte Kirche Saint-Pierre-ès-Liens ist dem Apostel Petrus geweiht. Der wehrhaft wirkende Westturm stammt noch aus dem 12. Jahrhundert. Im 16. Jahrhundert wurde auf der Südseite ein größeres Seitenschiff angebaut und die gesamte Kirche erhielt ein einheitliches Rippengewölbe mit wappengeschmückten Schlusssteinen und hohe spätgotische Maßwerkfenster. Ein gemaltes schwarzes Trauerband (litre funéraire) umzieht den gesamten Innenraum mitsamt der flach geschlossenen Apsis. Der geschnitzte Altaraufbau und die Kanzel entstammen dem 19. Jahrhundert. Die Kirche ist bereits seit dem Jahr 1914 als Monument historique klassifiziert. Umgebung Das etwa ein Kilometer nordwestlich des Ortes gelegene Schloss Chantérac stammt aus dem 18. Jahrhundert. Fassaden und Dächer der Gebäude aus dem 18. Jahrhundert sind seit 1959 als Monument historique eingeschrieben.

Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 295 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Chantérac erwerbstätig, entsprechend 79,1 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (82,3 %) sehr viel höher war als bei den Frauen (76,0 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 28 Personen im Jahr 2022 gleich hoch wie im Jahr 2016. Die Arbeitslosenquote sank aufgrund der höheren Zahl der Erwerbstätigen von 10,3 % (2016) auf 9,5 % (2022).

Branchen und Betriebe 40 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Chantérac wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Gesamt40Fertigung, Bergbau und andere Industrien1127,5 %Baugewerbe615,0 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie410,0 %Immobilien12,5 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten512,5 %Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln922,5 %Andere Dienstleistungen410,0 %

Landwirtschaft Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 34 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 17 im Jahr 2000, auf 15 im Jahr 2010 und auf 8 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 76,5 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 478 Hektar im Jahre 1988 auf 113 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb blieb hingegen bei 14,1 Hektar.

Verkehr Chantérac liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Zwei Departementsstraßen, die D 43 und die D 44 streifen lediglich das Gemeindegebiet im äußersten Norden bzw. im äußersten Süden. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum von Chantérac mit den Weilern der Gemeinde und mit Nachbargemeinden.

Literatur Alain Connangle: Chantérac des Temps Anciens – de l’Age de Fer à la Révolution. 2017

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Ersterwähnung 1104