Das FFH-Gebiet Uracher Talspinne ist ein im Jahr 2005 durch das Regierungspräsidium Tübingen nach der Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) angemeldetes Schutzgebiet (Schutzgebietskennung DE-7522-341) im deutschen Bundesland Baden-Württemberg. Mit Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen zur Festlegung der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung vom 5. November 2018 (in Kraft getreten am 11. Januar 2019), wurde das Schutzgebiet ausgewiesen.
Lage Das weitestgehend zusammenhängende, 4772,0 Hektar große Schutzgebiet gehört zu den Naturräumen 094 – Mittlere Kuppenalb und 101 – Vorland der mittleren Schwäbischen Alb innerhalb der naturräumlichen Haupteinheiten 09 – Schwäbische Alb und 10 – Schwäbisches Keuper-Lias-Land. Es liegt entlang des Albtraufs und auf der Schwäbischen Alb rund um die Stadt Bad Urach und erstreckt sich über die Markungen von neun Städten und Gemeinden sowie über den Gutsbezirk Münsingen im Landkreis Reutlingen:
Bad Urach: 3079,39 ha = 64,53 % Dettingen an der Erms: 313,04 ha = 6,56 % Eningen unter Achalm: 96,39 ha = 2,02 % Grabenstetten: 196,13 ha = 4,11 % Hülben: 155,09 ha = 3,25 % Metzingen: 426,62 ha = 8,94 % Münsingen: 136,96 ha = 2,87 % Gutsbezirk Münsingen: 9,07 ha = 0,19 % Römerstein: 32,93 ha = 0,69 % Sankt Johann: 326,88 ha = 6,85 %
Beschreibung und Schutzzweck Das Schutzgebiet erstreckt sich über den Albtrauf im Ermstal rund um Bad Urach mit Tal- und Hochflächen. Es handelt sich um ein Gebiet mit 126 Höhlen.
Lebensraumklassen (allgemeine Merkmale des Gebiets) (prozentualer Anteil der Gesamtfläche)
Angaben gemäß Standard-Datenbogen aus dem Amtsblatt der Europäischen Union
Lebensraumtypen Folgende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie kommen im Gebiet vor:
EUCode Lebensraumtyp (offizielle Bezeichnung) Kurzbezeichnung Hektar 3150 Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions Natürliche nährstoffreiche Seen 1,31 3260 Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion Fließgewässer mit flutender Wasservegetation 3,57 5130 Formationen von Juniperus communis auf Kalkheiden und -rasen Wacholderheiden 6,90 6110 Lückige basophile oder Kalk-Pionierrasen (Alysso-Sedion albi) Basenreiche oder Kalk-Pionierrasen 0,10 6210 Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia) Kalk-Magerrasen 20,41 6430 Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe Feuchte Hochstaudenfluren 6,63 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) Magere Flachland-Mähwiesen 78,69 7220 Kalktuffquellen (Cratoneurion) Kalktuffquellen 2,04 8160 Kalkhaltige Schutthalden der collinen bis montanen Stufe Mitteleuropas Kalkschutthalden 4,69 8210 Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation 48,13 8310 Nicht touristisch erschlossene Höhlen Höhlen und Balmen 0,32 9130 Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) Waldmeister-Buchenwald 3258,07 9150 Mitteleuropäischer Orchideen-Kalk-Buchenwald (Cephalanthero-Fagion) Orchideen-Buchenwälder 147,39 9180 Schlucht- und Hangmischwälder (Tilio-Acerion) Schlucht- und Hangmischwälder 226,68 91E0 Auen-Wälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) Auenwälder mit Erle, Esche, Weide 4,92
Arteninventar Folgende Arten von gemeinschaftlichem Interesse kommen im Gebiet vor:
Bild EUCode
Art wissenschaftlicher Name Artengruppe 150px|Schmale Windelschnecke 1014
Schmale Windelschnecke Vertigo angustior Schnecken 150px|Spanische Flagge 1078
Spanische Flagge Callimorpha quadripunctaria Schmetterlinge 150px|Hirschkäfer 1083
Hirschkäfer Lucanus cervus Käfer 150px|Alpenbock 1087 Alpenbock Rosalia alpina Käfer150px|Steinkrebs 1093
Steinkrebs Austropotamobius torrentium Krebse 150px|Groppe 1163 Groppe Cottus gobio Fische und Rundmäuler 150px|Mopsfledermaus 1324 Mopsfledermaus Barbastella barbastellus Säugetiere 150px|Wimperfledermaus 1321 Wimperfledermaus Myotis emarginatus Säugetiere 150px|Bechsteinfledermaus 1323 Bechsteinfledermaus Myotis bechsteinii Säugetiere 150px|Großes Mausohr 1324 Großes Mausohr Myotis myotis Säugetiere 150px|Grünes Besenmoos 1381 Grünes Besenmoos Dicranum viride Moose 150px|Dicke Trespe 1882 Dicke Trespe Bromus grossus Pflanzen
Zusammenhängende Schutzgebiete Die Landschaftsschutzgebiete 4.15.127 Fischburgtal und 4.15.135 Reutlinger und Uracher Alb überschneiden sich ganz oder teilweise mit dem FFH-Gebiet. Es liegt nahezu vollständig im Vogelschutzgebiet Nr. 7422-441 Mittlere Schwäbische Alb. Folgende Naturschutzgebiete liegen im FFH-Gebiet: Rutschen Nägelesfelsen
Siehe auch Liste der FFH-Gebiete in Baden-Württemberg
Weblinks
Standarddatenbogen für das FFH-Gebiet „Uracher Talspinne“
Karte des Schutzgebiets im Daten- und Kartendienst der LUBW
Steckbrief des Natura 2000 Gebiets 7522-341 Uracher Talspinne (FFH-Gebiet) beim Bundesamt für Naturschutz
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