mini|hochkant|Angélique Kidjo mit Sing The Truth auf dem Rudolstadt-Festival 2019 mini|hochkant|Angélique Kidjo 2017 Angélique Kidjo [] (* 14. Juli 1960 in Ouidah, Benin) ist eine beninisch-französische Singer-Songwriterin und Choreografin. Sie wurde fünfmal mit dem Grammy Award ausgezeichnet.

Leben und Wirken Angélique Kidjo wurde von ihren beiden Großmüttern und ihrer Mutter aufgezogen. Von ihrer Mutter, die ein Theater in Benin führte, erlernte sie früh das Singen und Tanzen. Ihr Vater war sehr musikinteressiert und brachte Schallplatten aus aller Welt mit nach Hause. Er zeigte ihr auch die ersten Griffe auf dem Banjo. Auch Angélique Kidjos ältere Brüder, die in einer Band spielten, übten großen musikalischen Einfluss auf sie aus. 1983 verließ sie Benin und ging nach Paris, nachdem sie die Repressionen der damaligen kommunistischen Regierung zunehmend als Bedrohung ihrer Freiheit empfunden hatte.

In Paris studierte sie Gesang an der Jazz-Hochschule Centre d’informations musicales (CIM) und kurzzeitig auch Jura, da sie sich für die Menschenrechte einsetzen wollte. Sie gab das Jura-Studium bald wieder auf, um sich voll und ganz der Musik zu widmen. Sie wurde bekannt für Weltmusik mit unterschiedlichsten musikalischen Einflüssen, zum Beispiel Musik aus ihrer Heimat Benin, Afro-Pop, R&B, Jazz, aber auch lateinamerikanische und afrokaribische Musik. Einen beachtlichen Teil ihrer Lieder singt sie in den in ihrem Heimatland gesprochenen Sprachen Fon und Yoruba, außerdem singt sie auf Englisch, Französisch und Spanisch. Seit Mitte der 1990er Jahre lebt Angélique Kidjo in New York.

Kidjo machte zudem durch ihre aus traditionellen Tänzen weiterentwickelten Tanz-Performances auf sich aufmerksam, die in ihren Musikvideos eine wichtige Rolle spielen.

Nach einigen Tourneen mit Jasper van’t Hofs Pili-Pili und den folgenden drei Studioalben Jakko (1987), Be in Two Minds (1988), produziert vom Dissidenten-Schlagwerker Marlon Klein, und Hotel Babo (1990) wurde sie 1994 mit ihrem Titel Agolo (Platz 57 in Deutschland) international bekannt.

Ihr Album Djin Djin (2007), auf dem unter anderem Joss Stone, Alicia Keys und Peter Gabriel als Gastsänger mitwirkten, wurde von Tony Visconti produziert.

Zu ihren prägendsten musikalischen Einflüssen gehören u. a. Jimi Hendrix und Miriam Makeba.

Am 25. Juli 2002 wurde sie zur internationalen UNICEF-Botschafterin ernannt. Seit mehreren Jahren ist sie Global Campaigner bei der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam, bei deren Kampagnen Make Trade Fair und Control Arms sie besonders aktiv war. Kidjo ist zudem Mitgründerin der Batonga Foundation, die benachteiligte Mädchen und Frauen in Benin unterstützt.

Im Jahr 2004 begann sie als Hommage an Nina Simone mit Lizz Wright und Dianne Reeves das Projekt Sing the Truth. Inzwischen wurde Dianne Reeves von Cécile McLorin Salvant ersetzt. Unter der künstlerischen Leitung der Schlagzeugerin Terri Lyne Carrington widmen sich die Musikerinnen dem Werk engagierter Frauen wie Odetta, Billie Holiday, Miriam Makeba und anderen.Programmheft zum Rudolstadt-Festival 2019, S. 102 2014 war sie an dem britischen Benefiz-Projekt Band Aid 30 beteiligt, dann an Les Amazones d’Afrique. Auf ihrem Album Celia (2019) beschäftigt sie sich mit der Musik von Celia Cruz. Im Jahr 2021 wurde eine Version des Liedes Biko von Peter Gabriel von dem Multimedia-Musikprojekt Playing for Change aufgenommen und zu Ehren des Black History Month veröffentlicht, 40 Jahre nach der ersten Veröffentlichung des Songs. Mehr als 25 Musiker aus sieben Ländern wirkten an der Aufnahme mit, darunter Angélique Kidjo, der Cellist Yo-Yo Ma und die Bassistin Meshell Ndegeocello. 2026 erschien ihr Album HOPE!!, für das unter anderem Pharrell Williams Stücke produzierte und an dem Ayra Starr, Quavo, Nile Rodgers und Diane Warren als Kollaborationspartner beteiligt waren.

Preise und Auszeichnungen Kidjo erhielt 1992 den Prix Afrique en Creation und Octave RFI, 1995 die Danish Music Awards als Best Female Singer. Im selben Jahr wurde sie in der Kategorie „Bestes Musikvideo“ und 1999 und 2003 in der Kategorie „Bestes World-Music-Album“ für den Grammy nominiert. 1997 wurde sie mit dem Kora All African Music Award als Best African Female artist geehrt, 2002 mit den MOBO Awards. In den Jahren 2008, 2015, 2016, 2020 und 2021 wurde sie mit Grammys für das Beste (zeitgenössische) Weltmusikalbum (Djin Djin, Eve, Sings, Celia, Mother Nature) ausgezeichnet. Insgesamt wurde sie 17-mal für einen Grammy nominiert.

Weiterhin bekam sie vom Africa Festival Würzburg für ihr großes musikalisches Talent 2006 den Africa Festival Award. Im Jahr 2011 wurde sie mit dem Champions of Earth Award ausgezeichnet. 2016 zeichnete sie Amnesty International als Botschafterin des Gewissens aus. 2020 wurde sie vom Magazin Forbes zu den 50 mächtigsten Frauen Afrikas gezählt. 2021 nahm das Magazin Time sie in seine Liste der 100 einflussreichsten Menschen des Jahres auf. 2023 erhielt sie den Polar Music Prize.polarmusicprize.org 2023: Laureate Angélique Kidjo, abgerufen am 28. März 2023 2026 erhielt sie als erste afrikanische Musikerin einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.

Diskografie

Alben

Weitere Alben 1981: Pretty (nur in Afrika veröffentlicht) 1990: Parakou 1991: Logozo 2001: Keep On Moving: The Best Of Angélique Kidjo 2003: Global Balalaika Show (als Gast der Leningrad Cowboys) 2010: Õÿö 2011: Red Hot and Rio 2 (CD1 track 12) 2012: Spirit Rising (Live) 2013: Red hot and Fela (track 2) 2014: Eve 2018: Remain in Light 2026: HOPE!!

Singles

Weitere Singles 2015: Love Song to the Earth (Verkäufe: + 11.000; als Teil von Friends of the Earth) 2017: Mama Africa (Kids United feat. Angélique Kidjo & Youssou N’Dour, FR: )Auszeichnungen für Musikverkäufe: FR

Weblinks

(deutsch) Ectophiles' Guide entry on Angélique Kidjo Englischsprachige Seite zur Botschafterin Angélique Kidjo der UNICEF

Beate Raguse in: Kirche-im-wdr.de, 29. August 2019

Einzelnachweise

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