Łuknajno () ist ein kleiner Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zur Stadt- und Landgemeinde Mikołajki () im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg).

Geographische Lage Łuknajno liegt im mittleren Osten der Woiwodschaft Ermland-Masuren im Landschaftsschutzpark Masuren (Mazurski Park Krajobrazowy) am Südufer des Lucknainer Sees (), 24 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Mrągowo (). mini|Das einstige Lucknainer Gut im jetzigen Łuknajno mini|Blick auf den Jezioro Łuknajno (Lucknainer See) mini|Aussichtsturm am Jezioro Śniardwy

Geschichte Bei der heutigen Waldsiedlung (polnisch: Osada leśna) handelt es sich um einen früheren GutsortDietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Lucknainen, der bis etwa 1898/1905 Lucknainer Fähre, dann auch als Gemeinde Lucknainen genannt wurde. Am 8. April 1874 wurde der Gutsort Lucknainer Fähre Amtssitz und namensgebend für einen AmtsbezirkRolf Jehke, Amtsbezirk Lucknainen, Olschwen/Erlenau, der bis zum 23. August 1932 bestand und zum Kreis Sensburg im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Er ging danach an den „Amtsbezirk Olschewen“ (polnisch Olszewo) über.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Lucknainen gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Lucknainen stimmten 40 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 114

Der Gutsbezirk Lucknainen schloss sich am 30. September 1928 mit den Gutsbezirken Georgenthal (), Grünhof (Leśny Dwór), Ossa (1938 bis 1945 Schwanhof, polnisch: Osa) und Pienkowen (nicht mehr existent) sowie dem Fischereietablissement Lucknainerbude zur neuen Landgemeinde Lucknainen zusammen.

Als 1945 in Kriegsfolge das gesamte südliche Ostpreußen an Polen überstellt wurde, war auch Lucknainen davon betroffen. Es erhielt die polnische Namensform „Łuknajno“ und ist heute eine Ortschaft im Verbund der Stadt- und Landgemeinde Mikołajki (Nikolaiken) iom Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg), bis 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Einwohnerzahlen Jahr Anzahl 1818 20 1839 26 1867 63 1885 54 1898 46 1905 31 1910 47 1933 126 1939 110

Amtsbezirk Lucknainen (1874–1932) Der 1874 gebildete Amtsbezirk Lucknainen bestand aus neun Kommunen:

Name Geänderter Name1938 bis 1945 Polnischer Name Bemerkungen Diebowen Dommelhof Dybowo Dlugigrund (ab 1928:)Langengrund Długi Grąd ab 1928 zur Landgemeinde Olschewen Georgenthal Urwitałt ab 1928 zur Landgemeinde Lucknainen Grabowken (ab 1929:)Buchenhagen Grabówka Grünhof Leśny Dwór ab 1928 zur Landgemeinde Lucknainen Lucknainer Fähre (ab 1898/1905:) Lucknainen Łuknajno Olschewen Erlenau Olszewo Ossa Schwanhof Osa ab 1928 zur Landgemeinde Lucknainen Pienkowen ab 1928 zur Landgemeinde Lucknainen

Am 24. August 1932 gehörten zu dem an den Amtsbezirk Olschewen gehenden Amtsbezirk Lucknainen die vier Gemeinden Buchenhagen, Diebowen, Lucknainen und Olschwewen.

Kirche Bis 1945 war Lucknainen in die evangelische Pfarrkirche NikolaikenWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 501 in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union sowie in die katholische St.-Adalbert-Kirche Sensburg im Bistum Ermland eingepfarrt.

Heute gehört Łuknajno zur katholischen Pfarrei WoźniceParafia Woźnice/Diecezja Ełk (Wosnitzen, 1938 bis 1945 Julienhöfen) im Bistum Ełk in der polnischen katholischen Kirche bzw. zur evangelischen Kirche Mikołajki in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Verkehr Łuknajno liegt südlich der polnischen Landesstraße 16 (ehemalige deutsche Reichsstraße 127) und ist von dort sowohl über Mikołajki als auch über Woźnice auf Nebenstraßen zu erreichen. Ein Anschluss an das Schienennetz besteht nicht.

Weblinks

Łuknajno - Lucknainen bei ostpreussen.net Einzelnachweise

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