Das Landesgymnasium Fellin war im 19. Jahrhundert eine berühmte Schule in Fellin im Gouvernement Livland des Russischen Kaiserreiches. mini|250px|Das Schulgebäude 2018
Geschichte Im Jahr 1844 gründete Gustav Max SchmidtWilhelm Lenz (Bearb.): Album Livonorum. Philisterverein der Livonia, Lübeck 1972. Nr. 732 in Fellin eine Lehr- und Erziehungsanstalt, deren Leiter er bis zu seinem Tod 1874 war. Schmidt hatte als Schüler die Lateinschule des Waisenhauses der Franckeschen Stiftungen in Halle besucht, in Halle auch studiert und in Dorpat das Lehrerexamen gemacht. Als Lehrer war er von 1935 bis 1843 in Birkenruh tätig gewesen. 1875 übernahm die Livländische Ritterschaft die Schmidtsche Anstalt nun als Landesgymnasium. Der Neubau eines großen repräsentativen Hauptgebäudes nach den Plänen des Rigenser Architekten R. Häussermann wurde 1877 eingeweiht.Geschichtlicher Überblick auf der Seite des heutigen Gymnasiums Direktoren waren 1875–1877 Carl Hoheisel, 1877–1883 Heinrich Seesemann und 1884–1892 Franz Waldmann. Als ab 1892 in den Ostseegouvernements Deutsch als Unterrichtssprache verboten wurde, wurde das Gymnasium – wie auch das Landesgymnasium Birkenruh – geschlossen. Von 1906 bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges und während der deutschen Besatzung 1918 bestand eine deutsche Schule in dem Gebäude, welches nach der estnischen Unabhängigkeit verstaatlicht wurde.Geschichtlicher Überblick auf der Seite des heutigen Gymnasiums Heute befindet sich dort die Viljandi Kesklinna Kool (Stadtzentrums-Schule Viljandi).
Bekannte Lehrer Theophil Ernst Kriese (1785–1848), Pädagoge Arthur Malmgren (1860–1947), Theologe Theodor Schiemann (1847–1921), Historiker Ernst Seraphim (1862–1945), Historiker Eduard Thraemer (1843–1916), Klassischer Philologe Arnold Wehrenfennig (1867–1937), Theologe
Bekannte Schüler Piers Bohl (1865–1921), Mathematiker Arved Konrad von Brasch (1847–1899), Jurist Ernst Carl von der Brüggen (1840–1903), Redakteur Johann Matthias von Holst (1839–1905), Architekt Viktor Knorre (1840–1919), Astronom Raimund von Zur Mühlen (1854–1931), Sänger Rudolf Julius von zur Mühlen (1845–1913), Maler Otto Seesemann (1866–1945), Theologe
Literatur Franz Waldmann: Vorgeschichte und Geschichte des ersten Jahrzehnts 1875-1885 des livländischen Landesgymnasiums zu Fellin und Bericht über den Bestand und die Thätigkeit 1885. Fellin 1885. Franz Waldmann: Schlussbericht über den Bestand und die Thätigkeit des livländischen Landesgymnasiums zu Fellin 1875–1892. Fellin 1892. Alexander Bergengruen: Die Abschiedsgrüße unserer Landesgymnasien. In: Baltische Monatsschrift Bd. 40, 1893, S. 245–263. Gustav Max Schmidt: Aus meinem Leben. Erinnerungen. Dorpat 1878.
Weblinks Geschichtlicher Überblick auf der Seite des heutigen Gymnasiums (estnisch)
Einzelnachweise
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