mini|Nerz-Kurzmantel, gefärbt, Oberteil mit eingebrannter Musterung durch Lasern (Regensburg, 2016) mini|Die (Zobel-)Mütze des Monomach, Vorläuferin der Zarenkrone (15. Jahrhundert)

Als Pelz (über mittelhochdeutsch belz und althochdeutsch pelliz entlehnt von mittellateinisch-romanisch pellicia „Pelz“, abgeleitet von lateinisch pellis „Haut“, urverwandt mit „Fell“Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage. Hrsg. von Walther Mitzka. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 192 und 538.) oder auch Rauchwerk bezeichnet man zu Kleidung und Accessoires verarbeitete Fellarten und Felle von Säugetieren mit zumeist sehr dicht stehenden Haaren.

Felle, Pelze und Pelzwaren gehörten für lange Zeit zu den frühesten Waren des Welthandels.Richard Hennig: Der europäische Pelzhandel in den älteren Perioden der Geschichte, in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 23 (1930) 1–25 und Bruno Schier: Wege und Formen des ältesten Pelzhandels in Europa, Frankfurt 1951. Inhaltsverzeichnis. In Europa kam der Fernhandel erst nach der Karolingerzeit aufgrund von Impulsen aus der islamischen Welt auf. Die Jagd erfolgt vielfach durch Angehörige indigener Völker und hauptberufliche Fallensteller. Die koloniale Expansion der europäischen Mächte in Nordamerika, Nordeuropa und in Nordasien war stark vom Pelzhandel motiviert. Herstellung, Verarbeitung und Verkauf wurden von Kürschnern, Zünften, Märkten und Messeplätzen und Handelsgesellschaften organisiert. Diese wurden von den beteiligten Städten und Flächenstaaten privilegiert und politisch sowie militärisch unterstützt. Bis in das späte 17. Jahrhundert gab es in Europa Erlasse und Kleiderordnungen, die manche Pelzarten nur bestimmten Personengruppen und Ständen gestatteten.

Mit der Industrialisierung wurde zwar die Zucht zur Hauptquelle des Ausgangsprodukts, doch wurde der Pelz gegenüber anderen Warengruppen immer unbedeutender; das galt umso mehr für die Fallenstellerei. Der Handel mit den Fellen bestimmter, insbesondere vom Aussterben bedrohter Tierarten, ist aufgrund des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens und anderer Vorgaben seit den 1970er-Jahren eingeschränkt oder verboten. Viele Tierschützer und insbesondere Tierrechtler lehnen darüber hinaus die Nutzung von Pelzen ab.

Die häufigsten zur Pelzgewinnung gehaltenen Tiere sind dabei Fuchs, Iltis, Nerz, Marderhund (unter verschiedenen Namen im Handel, häufig als „Finnraccoon“), Nutria und Chinchilla. In Dänemark ist Nerz, in Finnland Fuchs das am meisten gehaltene Pelztier.

Der Markt für Pelze hat sich seit Ende des 20. Jahrhunderts erheblich nach Asien verlagert. Im Jahr 2002 lag der Gesamtwert der in der EU produzierten Pelze bei 625 Millionen Euro.

Herkunft von Pelz Übersicht

Die Herkunft der Pelze lässt sich gliedern in: Felle, die als Nebenprodukt der Nutztierhaltung und Fleischerzeugung anfallen (etwa 40 % der Pelzproduktion) Felle von Tieren, die unabhängig von der Pelzgewinnung gejagt werden, weil sie als Schädlinge oder Lästlinge wirken oder empfunden werden Felle von Pelztieren, die allein wegen ihres Fells gejagt, gefangen oder gezüchtet werden. Bei der Schlachtung von Nutztieren fallen unter anderem Felle von Lamm und Schaf, (Persianer, viele verschiedene Schafrassen), Kaninchen (Kaninfell), Ziege und Zickel, Rind und Kalb, Pferd und Fohlen, Rentier (oder Pijiki) und Känguru (Wallabyfell) an.

Die Nutzungsarten waren einem erheblichen historischen Wandel unterworfen. So werden einzelne Schaf- und Kaninchenrassen speziell wegen ihrer besonderen Felleigenschaften gezüchtet. Hierzu gehören zum Beispiel das Karakulschaf (gelockter Persianer), das Merinoschaf (seidig, für Wolle und Lammveloure), die Chinchilla und Rexkanin. Nutztiere wie Hamster, Meerschweinchen, Pferde und Esel oder gar Hunde kommen prinzipiell als Pelzlieferanten in Frage. Sie wurden und werden in manchen Ländern und Kulturen je nach Nahrungstabu ebenso als Fleischlieferanten genutzt. Der Pelzlieferant Biber war im Mittelalter eine beliebte Fastenspeise, Opossum und Sumpfbiber (Nutriafell) werden teilweise noch heute verzehrt. Seehunde sind ein Grundnahrungsmittel der Eskimos.

Der Wildfang macht global noch etwa 15 % des Aufkommens aus. Bedeutend dabei sind insbesondere die Pelze von Tieren, die als Schädlinge oder Lästlinge gejagt werden.Glosse zum Umgang mit dem Thema bei , Die Welt vom 15. Oktober 2003, von Dirk Maxeiner und Michael Miersch. Hierzu gehören Wildkaninchen, Hamster, Maulwurffell, neuseeländisches Opossum, Marder, Iltis, Wiesel, Nutria, Bisamratte und Waschbär. Dabei sind bestimmte Fallenarten in der EU untersagt.

Bei den Zucht-Pelztieren ging der Hauptanteil 2008 auf den Minknerz zurück, gefolgt von Schafen, Silberfuchs, Blaufuchs, Marderhund (Seefuchsfell), Chinchilla, Nutria, Zobel und Iltis. Je nach Mode wurden mehr oder weniger erfolgreiche Versuche unternommen, weitere Pelztiere zu züchten (unter anderem Waschbär, Bisamratte, Skunk). Die meisten Pelztierfelle stammen aus Pelztierfarmen. Aus Gründen des Tierschutzes ist die Zucht von Pelztieren in Österreich, der Schweiz und in Großbritannien verboten.

Pelztierjagd und Handel mit Pelzen mini|Pelzhändler in Kairo, Gemälde von Jean-Léon Gérôme (1869)

Schon seit dem 16. und 17. Jahrhundert wurden in etlichen Ländern Gesetze zum Schutz verschiedener Jagdtiere beschlossen, in denen bestimmte Schonzeiten festgelegt wurden. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es zusätzliche Bestrebungen zum Erhalt der Tierwelt, die ihren Ausdruck in verschiedenen Gesetzen gefunden haben. Bedeutend war vor allem 1911 die North Pacific Fur Seal Convention zum Schutz des Nördlichen Seebären und des Seeotters. 1973 wurde das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen, international CITES genannt, beschlossen, 1976 wurde es von der Bundesrepublik ratifiziert. In ihm wird der Handel mit wildlebenden Tieren und Pflanzen eingeschränkt und geregelt. Zusätzliche Beschränkungen bestehen durch die Bundesartenschutzverordnung, die am 1. Januar 1987 in Kraft trat.Christian Franke/Johanna Kroll: Jury Fränkel’s Rauchwaren-Handbuch 1988/89, 10. überarbeitete und ergänzte Neuauflage, Rifra-Verlag Murrhardt.

Einige Pelztiere wie Bisamratte und Mink haben sich als Neozoen in der europäischen freien Wildbahn etabliert und verdrängen teilweise endogene Arten wie den europäischen Nerz. Gefangenschaftsflüchtlinge aus der Pelztierhaltung bzw. gewollte Freilassungen werden kontrovers diskutiert. Zu Schutzmaßnahmen gehören internationale Handelsabkommen, die den Pelzhandel einschränken sowie Abschussquoten, Schutzgebiete und Schonzeiten für einzelne Arten. Der World Wildlife Fund akzeptiert die traditionelle Pelztierjagd unter genau definierten Bedingungen.

Dieses Jagdmanagement sowie die Bewirtschaftung von einzelnen wildlebenden Pelztierarten ist umstritten, so bei Robbenjagd und Bisambekämpfung. Der NABU-Deutschland akzeptiert die Verwertung der bei bestandsangepasster Fuchsjagd in Deutschland anfallenden Felle.Kann ein Pelzkragen Öko sein? Welt Online. 14. Februar 2008. Spätestens seit Inkrafttreten des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens ab 1973 werden fast alle gefleckten Katzen (südamerikanische Wildkatzen, Ozelots, alle Großkatzen) und Otter nicht mehr legal gehandelt. Davon unbenommen sind in der EU der Handel und die Einfuhr von Rauchwaren, Fellen und Pelzbekleidung frei und unbeschränkt möglich.

Pelztierhaltung mini|Waschbares Rheuma-Hauskatzenfell

Die Haltung von Pelztieren wird als Aspekt der Landwirtschaft, der Zoologie sowie des Veterinärwesens erforscht, die wissenschaftliche Begleitung der Jagd und Hege von Wildtieren ist Angelegenheit der Vegetationsbiologie wie Forstwirtschaft. Knud Erik Heller von der Universität Kopenhagen befürwortete aufgrund von Untersuchungen des Stressniveaus von Pelztieren etwa eine verdeckte Rückzugsmöglichkeit für Nerze in Käfighaltung, die Käfiggröße als solche habe wenig Einfluss.Mogens Bildsøe, Knud Erik Heller, Leif Lau Jeppesen Effects of immobility stress and food restriction on stereotypies in low and high stereotyping female ranch mink Behavioural Processes, Band 25, Heft 2–3, Dezember 1991, S. 179–189, doi:10.1016/0376-6357(91)90020-Z Die Trageeigenschaften wie die Warmhaltefähigkeit und Temperaturregelung mit und in Pelzen sind von großem Interesse für die Verhaltensforschung sowie bei der Anfertigung entsprechender Kleidung.Thermal properties of furHT Hammel – American Journal of Physiology, 1955 – Am Physiological Society.

In den meisten Staaten fällt die Haltung von Pelztieren unter die allgemeinen Regelungen zur Züchtung sowie zum Schlachten oder Töten von Tieren. Nach § 4 Abs. 1 des Tierschutzgesetzes von 1972 dürften Wirbeltiere „nur unter Betäubung oder sonst, soweit nach den gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden“. Die Durchführung der Tötung, in der Pelzproduktion als Pelzung bezeichnet, werde von entsprechenden Kenntnissen und Fähigkeiten abhängig gemacht und innerhalb der Ausbildung der Pelztierhalter durch Empfehlungen für tierschutzgerechte Tötung von Pelztieren in Zuchtfarmen nachvollzogen. Für Wildfänge gilt unter anderem die Fallenfangverordnung. Der grenzüberschreitende Handel wird durch das internationale Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen geregelt.

Auf europäischer Ebene wurde mit Wirkung zum 31. Dezember 2008 verboten, Katzenfelle und Hundefelle in die Länder der EU ein- oder aus der Union auszuführen; Katzenfelle wurden insbesondere zur Linderung bei Rheumaschmerzen verwendet. Als Grund für das Verbot wird die mangelnde Akzeptanz der Verwendung dieser emotional herausgehobenen Haustiere genannt.EU MEMO/06/436, Brüssel, den 20. November 2006, Fragen und Antworten zum Vorschlag für ein Verbot von Katzen- und Hundefellen in der EU

Nationale Regelungen kommen etwa in der Schweiz und Großbritannien zum Tragen, wo es seit Anfang der 1990er Jahre keine Pelztierhaltungen mehr gibt., 19. Oktober 2001, Fur Farming (Prohibition) (Scotland) Bill, Zusammenfassung des schottischen Parlaments zur Pelztierhaltung in Europa. Die kommerzielle Nutzung lohnt sich nicht mehr, da für diese Wildtiere eine aufwändige Gehegehaltung vorgeschrieben ist. In Österreich ist mit der Verordnung über die Haltung von Pelztieren seit 1998 die Pelztierhaltung zu Erwerbszwecken verboten. Ein europäisches Verbot scheiterte an der Haltung der Skandinavier, insbesondere Finnlands und Dänemarks, wo die Pelzzucht einen wichtigen regionalen Wirtschaftsfaktor darstellt. Imagebroschüre der Finnish Fur Breeders’ Association (FFBA).

Etiketten zur Herkunft Seit 2008 organisierte die International Fur Trade Federation, ein Interessenverband von Pelzhändlern, eine Etikettierung von Pelzen mit der Marke „Origin Assured“. Ein solches Etikett zeigte an, dass die Ware von bestimmten Tierarten und aus bestimmten Ländern stammt, in denen „Regulierungen oder Standards“ zur Produktion der Pelze existieren. Bei den Arten, bei denen das Etikett vergeben wurde, wurde teils zwischen Herkunftsländern und Wild- und Zuchttieren, noch nicht jedoch zwischen Betrieben oder Unternehmen, unterschieden. Seit 2003 existiert auch ein von Pelzproduzenten propagiertes Etikett, das anzeigen soll, dass es sich um (Zitat: Deutsches Pelz Institut) Pelze handelt und dabei die Tierart angibt.