Das Maryland Deathfest ist ein Musikfestival, das seit 2003 jährlich im US-amerikanischen Baltimore stattfindet. Der musikalische Fokus liegt auf internationalen Bands diverser Spielarten der Genres Extreme Metal (primär Death Metal und Black Metal) und Hardcore (primär Grindcore).
Geschichte
Das Festival wurde erstmals 2003 von Evan Harting und Ryan Taylor organisiert. Beide kannten sich von der Highschool, arbeiteten in der gleichen Firma und besuchten gemeinsam das Ohio Deathfest, ein kleines Festival im 630 km entfernten Lorain, das um die Jahrtausendwende herum bis 2005 über mehrere Jahre hinweg stattfand. Der Besuch dieses Festivals gab für Harting und Taylor den Ausschlag, ein ähnliches Festival in Baltimore zu organisieren. Das Maryland Deathfest findet jedes Jahr am Wochenende vor dem Memorial Day statt, also am letzten Wochenende im Mai. Eine Regel der Festivalbetreiber ist, dass eine Band maximal drei Mal auf dem Deathfest auftreten darf, um so genügend Auftrittsmöglichkeiten für neue Bands der dargebotenen Genres zu bieten. Einige Ausnahmen von dieser Regel werden gemacht, so trat die aus Baltimore stammende Band Misery Index bisher sechs Mal auf. Die ersten zwei Jahre war der Club Thunderdome in Baltimore Austragungsort des Festivals. Nach einem Jahr im Musikclub House of Rock fand das Festival von 2006 bis 2013 im und vor dem Club Sonar ein Zuhause. 2006 spielten erstmals Bands aus dem deutschsprachigen Raum auf dem Maryland Deathfest, nämlich Pungent Stench aus Österreich und „Hamburgs schnellste Band“ Yacøpsæ. 2008 wurde das Festival auf drei Tage ausgeweitet. 2009 wurde es so groß, dass für die Veranstaltung vor dem Club eine zweite Bühne installiert wurde. 2010 wurde es auf vier Tage ausgeweitet. Ab 2013 wurden in Baltimore zum Festival zugehörige, aber räumlich getrennte Bühnen installiert, was dem Festival seitdem einen dezentralen Charakter gibt. 2013 wurde die Baltimore Soundstage als Spielstätte für Punk-, Grindcore- und Hardcore-Bands für ins Programm aufgenommen, 2014 das Rams Head Live! (ab 2025 Nevermore Hall) für Black-Metal-, Death-Metal- und Doom-Metal-Bands. 2014 wurde in der Baltimorer Bar The Sidebar eine vierte Bühne eröffnet, was die Anzahl der auftretenden Bands einmalig auf über 100 steigen ließ. 2017 wurde das Festival auf zwei Bühnen verkleinert.
Zwischen 2010 und 2013 entstanden drei mehrstündige Dokumentationen mit Livemitschnitten, Eindrücken vom Festival und Interviews mit teilnehmenden Bands, die als DVDs vertrieben wurden. 2014 erschien der Dokumentarfilm Welcome to Deathfest der Filmemacher Thomas Grahsler und Alicia Lozano. Der Film wurde zum Teil über eine Crowdfunding-Kampagne finanziert und wurde im Jahr seines Erscheinens auf dem Maryland Film Festival gezeigt. 2015 kam es zu einer kleinen Kontroverse, als die Veranstalter mit dem Rap-Duo Mobb Deep erstmals Musiker außerhalb des Extreme-Metal-Spektrums einluden.
Ab 2015 exportierten die Konzertveranstalter ihr Konzept. Seit 2015 wird im kalifornischen Oakland jährlich das California Deathfest abgehalten, von 2016 bis 2018 das Netherlands Deathfest im niederländischen Tilburg, seit 2018 das Quebec Deathfest im kanadischen Montreal und 2019 das Scandinavian Deathfest in Stockholm. 2017 etablierten die Veranstalter ein zweites Festival in Baltimore, das im Herbst stattfindende Days of Darkness, das thematisch mehr klassischen Metal- und weniger Extreme-Metal- und Hardcore-Bands Raum bietet. 2020 und 2021 fiel das Festival wegen der weltweit grassierenden COVID-19-Pandemie aus. 2023 fiel es aus, da die Veranstalter aus persönlichen Gründen eine Pause einlegen wollten.
Harting und Taylor sind auch weiterhin die verantwortlichen (und mittlerweile hauptberuflichen) Organisatoren des Festivals, dass sich bis 2017 laut Newsweek zum bedeutendsten unabhängigen Festival für extreme Musik entwickelt hatte. Das Decibel-Magazin bezeichnet das Maryland Deathfest als das „vielleicht am meisten verehrteste aller Metal-Festivals“, das für viele eine Art jährliche Wallfahrt darstelle.
Line-up