Der ist der drittlängste Fluss und der längste schiffbare Wasserweg Neuseelands. Er besitzt eine Länge von ungefähr 320 km und fließt ausschließlich durch die Region . Anders als sein nördlicher Nachbar, der , ist der wesentlich naturbelassener, da er durch keinen großen Ballungsraum, indes aber durch zwei Nationalparks fließt und Neuseelands Zentrum für Flusskajakfahrer ist.

Namensherkunft Im Jahr 1991 wurde der Fluss nach dem Willen der ansässigen (-Stämme) offiziell wieder in umbenannt, nachdem er zuvor lange hieß. Die Stadt und der Distrikt behielten aber über lange Zeit die Schreibweise in ihren Namen.

Juristische Person Im Jahr 2017 wurde dem , zusammen mit den ihn umgebenden Gebieten, aufgrund seiner kulturellen Bedeutung für das Volk der , der Status einer juristischen Person zuerkannt. Dies geschah weltweit erst zum zweiten Mal bei einer natürlichen Ressource (nach dem ebenfalls in Neuseeland befindlichen ).

Geographie Der entspringt an den Hängen des tief im gleichnamigen Nationalpark. Von dem Berg wendet sich der Fluss durch dichten Regenwald zuerst in Richtung Nordwesten, bevor er bei dem 5000-Einwohner-Städtchen in südwestlicher Richtung weiterführt. Ab hier ist der Fluss schiffbar. Diese hügelige Gegend, die zum einen Teil von ausgedehntem Grasland und zum anderen Teil von heimischem Regenwald bewachsen ist, heißt . Nach diesem rauen, teilweise buschbewachsenen Gebiet wendet sich der in südöstliche Richtung. Bevor er bei , einem Vorort der 42.500-Einwohner-Stadt auf ausgedehnte Dünenlandschaften stößt und an der in die Tasmansee mündet, durchströmt er den erst im Jahr 1986 gegründeten , der zu beiden Seiten des Flusses die naturbelassenen Regenwaldgebiete schützt, aber den Flusslauf selbst nicht einschließt.

Insgesamt zeichnet sich der , der wie kein anderer großer Fluss Neuseelands die Vielfalt des Landes besser widerspiegelt, durch eine unverwechselbare Umgebung aus: Neben der Tatsache, dass der Fluss zahlreiche oben genannte Vegetationszonen durchströmt, windet sich der Fluss teilweise in unzähligen engen Flussschleifen in tiefen, scharfkantigen Tälern durch den Regenwald. Das ganze Gebiet ist wesentlich dünner besiedelt als zum Beispiel die Ufergegenden des , nur wenige asphaltierte Straßen führen durch das Gebiet. Es existiert hier keine Großstadt; die größte Ortschaft ist kurz vor der Mündung.

Legende Die Entstehung des erklärten sich die mit Hilfe der -Legende. Danach soll sich der in früheren Zeiten zusammen mit den drei Vulkanen , und im Zentralen Hochplateau befunden haben. Als der aber einen Streit mit dem sich ebenfalls dort befindlichen kleinen anfing, wurde dieser von in Schutz genommen. Während des Streits wurde unter anderem der Himmel dunkel und die Erde bebte. Nach der verlorenen Auseinandersetzung beschloss der gekränkte und zornige , sich von den anderen zu entfernen und fand sich bald an seiner heutigen exponierten Stelle wieder. Die auf seiner Reise hinterlassene Furche füllte sich bald darauf mit klarem Wasser vom . Viele glaubten, dass der eines Tages wieder zu den anderen Bergen zurückkehren könnte und mieden teilweise dieses Gebiet als Wohnort.

Geschichte Trotz dieser Legende waren die die ersten, die den Fluss erkundeten und ihn als Nahrungsquelle nutzten. Die Ehre, als erster Mensch den Fluss entdeckt zu haben, kommt zuteil. Als immer mehr Polynesier, die in ihren Kanus Neuseeland besiedelten, in diese Gegend kamen, entwickelte sich der Fluss als wichtiger Handels- und Reiseweg. Die ersten Europäer erreichten 1831 die Mündung des und die gründete 1840 dort das heutige , das 20 Jahre später bereits 2000 Einwohner zählte. Obwohl der Fluss über 200 Stromschnellen aufweist und damit nicht immer einfach zu befahren war, diente er dennoch lange Zeit als bedeutendster Weg ins Innere der Nordinsel. Dieser Status wurde mit der Eröffnung der ersten regelmäßig verkehrenden Dampfschifflinie im Jahr 1892 nochmals gestärkt. Mit der Fertigstellung des , der wichtigsten Eisenbahnstrecke der Nordinsel (zwischen und ) verlor die Dampfschifffahrt ihre Bedeutung und die Wirtschaft der Region richtete sich auf das Forstwesen aus. Heute verkehrt wieder ein restauriertes Dampfschiff, die , als Touristenattraktion auf dem Fluss.

mini|links|hochkant|Kajak auf dem mini|hochkant|Die restaurierte -Getreidemühle in (1854) Zu Beginn des 20. Jh. stellte der Fluss eines der beliebtesten Touristenziele Neuseelands dar. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde vergeblich versucht, Kriegsheimkehrer in dem bisher undurchdringlichen Urwald anzusiedeln, die dort Farmen aufbauen sollten. Ein bekanntes Zeugnis für die fehlgeschlagenen "Kolonisierungsversuche" ist die (deutsch: Brücke nach Nirgendwo). Die 145 km lange Kajak-Tour zählt zu den neun .

Am 22. März 2017 wurde der Fluss vom neuseeländischen Parlament zur juristischen Person erklärt, um die Möglichkeiten zu verbessern, diesen zu schützen. Zwei zu diesem Zweck eingesetzte Wächter () können so beispielsweise im Namen des Flusses gegen Verschmutzung klagen, ohne dazu eine Schädigung Dritter nachweisen zu müssen.

Flora und Fauna mini|250px|Blick auf den Verlauf des im mittleren Abschnitt zwischen und Flora Bevor die ersten Menschen die Region erreichten, war – bis auf wenige Stellen in Sumpfgebieten oder auf Dünen – die ganze Gegend bewaldet. Während auf den Berggraten der Hügel meist Südbuchen wuchsen, stellten Bedecktsamer und Steineibengewächse die Mehrzahl der Baumarten an den Hängen und in der Ebene. Unter Letzteren ist vor allem der (Dacrydium cupressinum) stark vertreten, obwohl er häufig zur Holzgewinnung gefällt wurde. Unter den Bedecktsamern ist der (Beilschmiedia tawa) am meisten verbreitet, weitere bekannte Bäume sind Baumfarne sowie Māhoe.

Fauna Während im Fluss selbst besonders viele Süßwasseraale und Neunaugen leben, bieten die angrenzenden Regenwälder ausgezeichnete Bedingungen für viele neuseeländische Vogelarten. Beispiele dafür sind der Braune Kiwi (Apteryx mantelli), Schnäpper, der Maori-Glockenhonigfresser (englisch: ; Anthoris melanura), Maori-Fruchttauben (: ; Hemiphaga novaeseelandiae) und viele weitere.

Weblinks

DestinationWanganui.com (englisch)

Einzelnachweise Koordinaten und Längenbestimmungen wurden mittels Google Earth Pro Version 7.3.4.8248 am 21. November 2021 vorgenommen