Christian Hennig „von Jessen“mit diesem Namenszusatz nach seinem Geburtsort bezeichnete sich Hennig in der Regel selbst (* 30. November 1649 in Jessen;Franz Tetzner: Zur Geschichte des polabischen Wörterbuchs. In: Braunschweigisches Jahrbuch. 1 (1902), S. 67–96, hier S. 96 (Digitalisat). † 27. September 1719 in Wustrow, Wendland) war ein deutscher Pastor und Sprachforscher, der eine der wichtigsten Quellen zum Wortschatz der im 18. Jahrhundert ausgestorbenen polabischen Sprache lieferte, für die er die Bezeichnung „Wendisch“ prägte.
Leben mini|hochkant|Vocabularium Venedicum, Teilabdruck bei Johann Georg von Eckhart (1711). Christian Hennig wurde als Sohn des Schulmeisters, Tuchmachers und späteren Stadtrichters Christian Hennigk d. Ä. und dessen Ehefrau Ursula geb. Fischer geboren. Ab 1670 studierte er evangelische Theologie an der Universität Wittenberg. 1675 erhielt er seine erste Anstellung als Kantor und Schulmeister in Wienhausen bei Celle. Von 1679 an bis zu seinem Tod wirkte er als Pastor in Wustrow.
Johann Georg von Eckhart druckte Auszüge aus Hennigs Vocabularium Venedicum 1711 in seiner Historia studii etymologici linguae germanicae.Johann Georg von Eckhart: Historia studii etymologici linguae germanicae. Nikolaus Förster, Hannover 1711, S. 268–273 und 275–306 (Digitalisat).
Werke Vocabularium Venedicum (oder Wendisches Wörter-Buch). Nachdruck besorgt von Reinhold Olesch. Böhlau, Köln [u. a.] 1959, .
Literatur Reinhard Hennings: Christian Hennig von Jessen (1649–1719): Pastor, Sprachwissenschaftler und Brauchtumsforscher in Wustrow. In: Stephan von Welck (Hrsg.): Ernst-Köhring-Vorträge zur Geschichte des Wendlandes 2009–2011 (= Regionalgeschichte Hannoversches Wendland; 1). Köhring, Lüchow 2012, ISBN 978-3-926322-53-1, S. 185–194.
Reinhold Olesch: Nachwort. In: Christian Hennig von Jessen: Vocabularium Venedicum (oder Wendisches Wörter-Buch). Böhlau, Köln [u. a.] 1959, , S. 397–406. Heinrich Wilhelm Rotermund: Das gelehrte Hannover. Band 2. Schünemann, Bremen 1823, S. 698 f. (Digitalisat). Franz Tetzner: Christian Hennig, der Geschichtsschreiber der Polaben. In: Zeitschrift des historischen Vereins für Niedersachsen, 1902, S. 182–272 ().
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