Walter Otto Ulrich Kayser (* 18. Juli 1898Geburtsjahr in einer Entnazifizierungkarteikarte von 1949 in Berlin; † 3. Juli 1977 in München)Landesarchiv Berlin, Geburtsregister Standesamt Berlin Deutsch-Wilmersdorf, Nr. 375/1898 war ein deutscher Dokumentarfilmregisseur.
Leben und Wirken Ulrich Kayser, über dessen Herkunft kaum etwas bekannt ist, hatte ein Hochschulstudium mit der Promotion abgeschlossen und begann seine filmische Tätigkeit 1920 bei der Kulturfilm-Abteilung der UFA. In den folgenden vier Jahrzehnten führte er Regie bei einer Fülle von überwiegend kurzen Industrie-, Dokumentar- und Werbefilmen. Im Dezember 1928 gründete er gemeinsam mit dem Kaufmann Walter Wolffgram die Levante-Film GmbH, die er bis 1931 als Geschäftsführer leitete.HRB Nr. 42161, Einträge im Berliner Handelsregister am 17. Januar 1929 und 14. Oktober 1931 Während Kaysers Filmreisen in der Weimarer Republik ihn bis nach Mazedonien, den Orient und nach Ceylon führten, musste er sich im Dritten Reich mit Aufträgen innerhalb des Reichs begnügen, und er drehte Städtebilder von München München auf filmfest-muenchen.de und Frankfurt am MainFrankfurt auf Frankfurt am Main 1933–1945 sowie Landschaftsporträts von Franken, dem Weserland und mehreren seit 1938 annektierten Gebieten des ehemaligen Österreichs.
Seine bekannteste und aufwendigste Arbeit entstand in den Jahren 1941 bis 1943 unter Kriegsbedingungen in Zusammenarbeit mit Tr. Georg Wittuhn, als er im Auftrag des Hauptamtes Film der NSDAP den mittellangen Dokumentarfilm Der Wille zum Leben inszenierte und damit über medizinische Leistungen und Fortschritte der Medizin bei Kriegsverwundeten informierte.vgl. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 8: T – Z. David Tomlinson – Theo Zwierski. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, Eintrag Tr. Georg Wittuhn, S. 438. Nach dem Krieg setzte Kayser seine Dokumentaristentätigkeit in Westdeutschland und später in der Bundesrepublik fort. So war er beispielsweise 1948/49 Regisseur des knapp einstündigen Wolfsburger VW-Werbefilms mit Spielszenen Kleiner Wagen – große Liebe. 1951 drehte er mit Feurige Hochzeit. Eine Sinfonie in Stahl und Eisen „den ersten Farbfilm der deutschen Montanindustrie“. Feurige Hochzeit auf metropoleruhr.de (Webarchiv) Zuletzt war Ulrich Kayser als Dokumentarist in Düsseldorf ansässig und für die dort beheimatete Firma Kultur- und Wirtschaftsfilm GmbH aktiv.
Filmografie Regie, wenn nicht anders angegeben
1921: Hochseefischerei 1922: Edelstahl 1922: Ein modernes Hüttenwerk (auch Drehbuch) 1923: Die Pritzelpuppe (Kurzfilm über die Puppenkünstlerin Lotte Pritzel) 1924: Armes kleines Mädchen 1925: Liebe als Erzieher 1926: Mit den Wanderschafen auf die Rauhe Alp 1927: Land in Sonne 1927: Land unterm Kreuz 1928: Sonnige Winkel 1928: Sonne auf Macedonien 1928: Hellende Strahlen 1929: Gold des Orients (auch Produzent) 1930: Durch die Lupe (auch Produzent) 1931: Mit der Kamera durch Macedonien (auch Produzent) 1932: P.S. 1932: Besonntes Handwerk. Bilder von der Insel Ceylon 1933: Perlender Sonnenschein 1933: Schokolade 1934: Gestalte mit Licht 1934: Malaria 1935: Heilkräfte der Nordsee 1935: Die Urkräfte des Weltalls 1936: Ruf in die Welt 1936: Große Stadt im engen Tal 1937: Siemens – die Welt der Elektrotechnik 1938: Weserland-Ferienland 1938: München 1939: Der Brummkreisel 1940: Frühlingsbräuche in der Ostmark 1940: Die Historie der Puppe (auch Drehbuch) 1940: Kinderhände-Künstlerhände 1940: Die deutsche Donau 1941: Wehrhaftes Kärnten (auch Drehbuch) 1941: Autarkie im Bergdorf (auch Drehbuch) 1941/44: Der Wille zum Leben (Dokumentarfilm, Co-Regie, Drehbuch) 1942: Holzzieher (auch Produktionsleitung) 1943: Goldene Hochzeit im Salzburger Land (auch Produktionsleitung) 1943: Herrscher Strom. Ein Film vom Donaudelta 1943: Heimat am Steilhang 1949: Kleiner Wagen – große Liebe 1949: Der große Bergpreis (auch Drehbuch, Produktionsleitung) 1951: Unser Stahlroß 1952: Feurige Hochzeit (auch Drehbuch, Produktionsleitung) 1952: Unsere Affenkinder 1953: Seifen Kisten Derby 1953 1954: Der Dom zu Köln 1954: Winterferien in Deutschland 1956: Zauberhaftes Pelzwerk 1956: Der Rhein – Herzstrom Europas 1957: Sonne-Wasser-Wald 1958: Lebensquell für jedes Haar 1958: Mut zur Farbe 1959: Traumhaftes Land zwischen Wüste und Meer
Einzelnachweise
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