Der Eichbach ist ein Gewässer im Grenzbereich des Landkreises Ludwigsburg und des Rems-Murr-Kreises im mittleren Baden-Württemberg, der nach etwa vier Kilometer langem, südlichem bis südwestlichem Lauf unterhalb von Kirchberg an der Murr von rechts in die untere Murr mündet.
Geographie Verlauf Der Eichbach entsteht etwa zwei Kilometer nordöstlich des Ortskerns des Marbacher Stadtteils Rielingshausen im Hardtwald am Westfuß des Bülzbergs. An einem Waldwegstern auf etwa , wenig entfernt von der K 1607 Kleinaspach–Rielingshausen, treffen zwei zwei- bis dreihundert Meter lange Obertälchen zusammen, das flachere von Nordwesten und eine häufig wasserführende Klinge aus dem Nordosten, welche höher am Berg auf etwa einsetzt.
Der Bach fließt zunächst neben der Kreisstraße ungefähr einen halben Kilometer lang südwärts bis an den Rand der offenen Flur auf etwa . Ab dort folgt er mit einem bis anderthalb Meter breiten, zuweilen trocken fallenden Bett auf nunmehr südöstlichem Lauf noch einmal so lange im Wald dem Flurrand und nimmt dabei den periodischen Abfluss einer weiteren, fast 700 Meter langen Klinge aus dem Nordosten vom Südabfall des Bülzbergs auf.
Dann kehrt er sich in einem kleinen Erlenwäldchen am Rand der L 1124 Frühmeßhof–Rielingshausen auf nunmehr beständigen Südwestlauf in offener Landschaft. Nach der Straßenunterquerung und der Unterquerung der historischen Salzstraße gleich danach, heute ein Wirtschaftsweg, folgt dem Bach ein Feldweg, jenseits dessen bald rechts ein kleiner Teich von knapp 0,1 ha Größe liegt. Etwa 300 Meter nach der Straße fließt von zuletzt Osten her ein 0,8 km langer Wiesengraben zu, der wenig südlich des Frühmeßhofes beginnt. mini|links|Versinkungsdoline des Eichbachs Gleich nach dessen Einmündung versinkt der Eichbach im Gewann Schelmenhölzle in einem eng umgebenden Feldgehölz in einer Doline; auf den nächsten etwa dreihundert Metern seines nun deutlich eingetieften, aber zunächst noch flachgründigen Tals gibt es keinen offenen Lauf mehr zu finden, erst wieder am Anfang der sogenannten Eichbachklinge. Diese beginnt zu Füßen des kleinen Hangwalds Büchle am linken Hang, der wenig über den Bach hinweg bis auf den rechten Hangfuß reicht.
Im Waldbereich verstärken den oft trockenliegenden Bach zuweilen zwei Wasserläufe aus dem Osten, zunächst dicht am Waldeintritt ein Waldklingenbach, der auf der linken Randhöhe inmitten der Kirchberger Obertorhöfe seinen Lauf als Feldgraben beginnt. Nach einer kurzen Dolinenfolge am rechten Unterhang liegt am linken ein kleiner, aufgelassenen Muschelkalkbruch. Auf diesen zieht vom Hang herab am Südrand des Büchles eine teils durch einen Graben verbundene Dolinenkette zu, in einer der Dolinen versinkt ein kurzer Wasserlauf, der also wohl meist unterirdisch ebenfalls den Eichbach speist.
Dieser läuft zunächst weiterhin südwestwärts im Wald, über dem aber bald der größte Teil nun auch des linken Hangs Ackerland ist. Ein Fahrweg von Rielingshausen nach Kirchberg an der Murr überquert ihn. Schließlich öffnet sich die Flur für die letzten weniger als einen Kilometer Bachlauf im eigenen Tal. Über Freizeitgrundstücken auf dessen Grund liegen nun am linken Hang Obstwiesen und Felder, am rechten, sonnenexponierten und von vielen alten Weinbergsmauern gegliederten Hang zunächst Obstwiesen und verwilderte Weingärten, später bewirtschaftete Weinberge am Talsporn Eisenberg, die sich um den Sporn herum auch auf dem rechten Murrtalhang fortsetzen.
Nachdem der Bach zwischen dem Eisenberg rechts und dem Engelsberg links die Kirchberger Kläranlage durchlaufen hat, wechselt er unter der K 1834 am rechten Rand des Flussgrundes hindurch in die hier einen Viertelkilometer breite rechte Talaue Brühl der Murr, die er in schnurgeradem Graben quert. Schließlich mündet er auf etwa gegenüber der Bahnstrecke Backnang–Ludwigsburg von rechts und Nordosten in die untere Murr.
Der Eichbach mündet nach 4,1 km langem Lauf mit mittlerem Sohlgefälle von ca. 27 ‰ etwa 111 Höhenmeter unterhalb seines Ursprungs an der Waldwegegabel.
Einzugsgebiet Der Eichbach hat ein 4,1 km² großes Einzugsgebiet, in dem er am Mittellauf deutlich näher der rechten Wasserscheide läuft. Es gehört, naturräumlich gesehen, mit seinen obersten Anteilen im Hardtwald dem Unterraum Südwestliche Löwensteiner Berge der Schwäbisch-Fränkischen Waldberge an, dem bachabwärts ein Streifen des Unterraums Äußere Backnanger Bucht des Neckarbeckens folgt, ehe etwa ab dem Beginn der Eichbachklinge der restliche Anteil zur Gänze im Unterraum Innere Backnanger Bucht der Neckarbucht liegt. Der mit höchste Punkt darin liegt auf der Hochfläche des Bülzbergs an seiner Nordostecke, während der Kaisersberg an der Nordwestecke nur erreicht.
Hier im Norden grenzt außerhalb das Einzugsgebiet der Gäfenklinge an, die über den Kaisersbach und dann den (Steinheimer) Otterbach ein Stück abwärts des Eichbachs ebenfalls in die Murr mündet. Im weiteren Verlauf der rechten, nordwestlichen Wasserscheide liegt zunächst weiter das Kaisersbach-Einzugsgebiet an, später das des Weidenbachs, des in Rielingshausen entstehenden kürzeren und nächsten abwärtigen Murr-Zuflusses. Das Gebiet hinter der linken und südöstlichen Wasserscheide hingegen entwässert im höheren Teil zum langen, flussaufwärts ebenfalls die Murr erreichenden Wüstenbach, der nördlichste Teil hinter dem Bülzberg über dessen Zulauf Diebsbrunnenbach, im niedrigeren über unbedeutendere Trockentäler oder allenfalls kurze Wasserläufe in und um Kirchberg ebenfalls zur Murr.
Der Wald beschränkt sich fast ganz auf den nördlichen Teil und gehört dort zum weiten und geschlossenen Hardtwald. Sonst steht nur im Büchle am linken Mittellauf noch etwas Wald und in geringer Breite danach auch auf dem Talgrund. Die übrige offene Landschaft steht überwiegend unterm Pflug, die Talgründe des Eichbachs und seines einzigen größeren Zuflusses ausgenommen. Am rechten Talsporn Eisenberg zum Murrtal wird Wein angebaut.
Der Hardtwaldanteil im Norden ist kleinteilig auf mehrere Kommunen zersplittert. Ursprung und oberster Lauf liegen in der kleinen Waldexklave der Gemeinde Pleidelsheim weit im Westen, fast bis an den Lauf heran reicht hier aber von Westen her das Gebiet der Stadt Steinheim an der Murr. Ein kleiner Reststreifen Waldes und das anschließende offene Gebiet rechts des Baches liegen überwiegend in der Gemarkung des Dorfes Rielingshausen, das eine Exklave der ebenfalls recht fernen Gemeinde Marbach am Neckar ist. Auf dem letzten Stück Lauf im Wald liegt links die Waldexklave der Gemeinde Erdmannhausen, östlich derer im Osten ein Zwickel zu einer weiteren, nur Wald umfassenden Exklave Marbachs gehört. Der noch vor dem Rielingshausener größte Teil des Gebietes – dank der größeren Breite nach links am Mittellauf und weil deren Gebiet am Unterlauf bis auf den Eisenberg herüberreicht – gehört aber zur Gemeinde Kirchberg an der Murr, die zum Rems-Murr-Kreis gehört, während alle übrigen genannten im Landkreis Ludwigsburg liegen.
Am Bach selbst gibt es keine Besiedlung, im Einzugsgebiet liegen jedoch zwei landwirtschaftliche Gebäude von Rielingshausen zwischen der Hardtwaldgrenze und der L 1124, der Kirchberger Weiler Frühmeßhof links am Südrand des Hardtwaldes und dessen zerstreute Aussiedlerhofgruppe Obertorhöfe links auf der Höhe über dem Mittellauf. Das selbst außerhalb liegende Rielingshausen reicht fast bis an die rechte Wasserscheide.
Zuflüsse und Seen Liste der Zuflüsse und 10px Seen von der Quelle zur Mündung. Gewässerlänge, Seefläche, Einzugsgebiet und Höhe nach den entsprechenden Layern auf der Onlinekarte der LUBW. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.
Ursprung des Eichbachs auf etwa im Hardtwald am Westfuß des Bülzbergs () an einer Waldweggabel dicht an der K 1607 Kleinaspach–Rielingshausen am Zusammenlauf eines Klingenrisses und einer flachen Talmulde.
(Klingenriß vom westlichen Bülzberg herab), linker Oberlauf von Nordosten, unter 0,3 km und unter 0,1 km². Entsteht auf etwa am oberen Westhang des Bülzbergs. Unbeständig wasserführend. (Obertalmulde), rechter Oberlauf von Nordwesten, unter 0,3 km und unter 0,1 km². Entsteht auf allenfalls am Sattel zur Gäfenklinge. Nach Karte ist unklar, ob ein beständiges Bachbett existiert. (Klingenriß von südlichen Bülzberg herab), von links und Nordosten auf etwa am Beginn des Erlenwäldchens vor der L 1124, ca. 0,7 km und ca. 0,3 km². Entsteht auf etwa im Richtstall am Rand der Marbacher zur Erdmannhausener Waldexklave. 10px Passiert auf etwa einen Teich jenseits des begleitenden Feldwegs am rechten Ufer nach der Unterquerung der L 1124 Frühmeßhof–Rielingshausen, knapp 0,1 ha. (Wiesenbach vom Frühmeßhof her), von links und Ostnordosten auf etwa ca. 0,3 km nach der Unterquerung der L 1124 Frühmeßhof–Rielingshausen, 0,8 km und ca. 0,7 km² Entsteht auf etwa nahe an einem Wasserhäuschen wenig südlich des Frühmeßhofes.Gleich nach diesem Zufluss verschwindet der Bach im Sinkloch einer Doline. (Klingenzulauf im nördlichen Büchle), von links und Osten auf etwa nach dem Wiedereinsetzen des Bachbetts am Beginn des Klingentalwaldes, ca. 1,0 km und ca. 0,3 km². Entsteht auf etwa als unbeständig wasserführender Flurgraben an der die Kirchheimer Obertorhöfe miteinander verbindenden Straße. (Grabenverbundende Dolinenkette mit zuführendem Wasserlauf am Südrand des Büchles), von links und Osten auf rund im Bereich eines aufgelassenen Kleinsteinbruchs. ca. 0,3 km und ca. 0,3 km². Beginnt auf etwa .
Mündung des Eichbachs von rechts und Nordosten auf wenig unter im Brühl und gegenüber der Bahnstrecke Backnang–Ludwigsburg abwärts von Kirchberg an der Murr in die untere Murr. Der Bach ist ab seinem Ursprung an der Waldwegegabel 4,1 km lang und hat ein 4,1 km² großes Einzugsgebiet.
Geologie Die geologisch höchsten Schichten des Trias liegen an der Nordwest- und vor allem Nordostecke des Einzugsgebietes im Hardtwald. Die Kuppe des Bülzbergs ist von einer Schicht Kieselsandstein (Hassberge-Formation) bedeckt, um die ein Ring von Unteren Bunten Mergeln (Steigerwald-Formation) liegt, um diese wiederum eine breite Zone von Schilfsandstein (Stuttgart-Formation). Gegenüber der obersten Talmulde reicht das Schichtenpaket an der Nordwestecke auf dem etwas niedrigeren Kaisersberg dagegen nur bis zu den Unteren Bunten Mergeln, umgeben von einer nur schmalen Schilfsandsteinzone.
Darunter steht in einigen Schichtinseln der Gipskeuper (Grabfeld-Formation) an bis hinunter gegenüber dem Büchle. Links der Bachmulde dagegen liegt schon nach dem Zulauf des Wiesenbachs vom Frühmeßhof her Lettenkeuper (Erfurt-Formation), ebenfalls in Inseln bis zu den Gipfeln der beiden Sporne am Murrtalrand. Der darunterliegende Obere Muschelkalk setzt in der Talmulde bald nach dem Waldeintritt ein und zieht sich dann kontinuierlich bis zum Talende, wo er bis zur halben Hanghöhe reicht.
Der größte Teil des Einzugsgebietes, abseits der genannten Schichtinseln, ist dagegen von Lösssediment aus quartärer Ablagerung bedeckt, teils in Gestalt von lössführender Fließerde, teils als Lösslehm.
Das auffälligste tektonische Phänomen im Einzugsgebiet ist der Durchgang der ostnordöstlich ziehenden Neckar-Jagst-Furche, einer großräumigen Senkungszone, die hier als tektonischer Graben auftritt mit einem Teil des Bülzbergs in der Grabensenke; dieser gegenüber der Umgebung recht hohe Berg zeigt also Reliefumkehr. Etwa auf der Linie des Wiesengrabens vom Frühmeßhofs her zieht weiter südlich versetzt eine zweite Störung mit der Tiefscholle ebenfalls an der Nordnordwestseite.