Saint-Mesmin (okzitanisch Sent Maimin) ist eine südfranzösische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016 Aquitaine). Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Kanton Isle-Loue-Auvézère. Zuständiger Gemeindeverband ist die Communauté de communes Isle-Loue-Auvézère en Périgord. Die Einwohner werden Saint-Mesminois bzw. Saint-Mesminoises genannt.
Etymologie Das Toponym Saint-Mesmin leitet sich ab vom Heiligen Maximin von Trier (auch Maximinus von Trier), Bischof von Trier von 329 bis 346.
Geographie mini|300px|Lagekarte von Saint-Mesmin mini|300px|Panorama vom Puy des Âges – mit 415 Meter der höchste Punkt in der Gemeinde Saint-Mesmin
Saint-Mesmin ist Grenzgemeinde zum Département Corrèze.
Der Ort Saint-Mesmin liegt gut 50 km (Fahrtstrecke) nordöstlich von Périgueux in einer Schleife der Auvézère im waldreichen Périgord vert in einer Höhe von ca. .Saint-Mesmin – Karte mit Höhenangaben Er besteht aus dem Hauptort sowie mehreren Weilern (hameaux) und Einzelgehöften (fermes).
Saint-Mesmin wird von folgenden Nachbargemeinden umgeben:
Die Gemeinde besteht neben dem Ortskern aus folgenden Geländepunkten, Weilern und Gehöften:
Barracat, Bois Tallet, Boussac, Brussy, Chacord, Charoncle, Chez Bobas, Chez Combeau, Chez le Belleu, Combe Peloux, Côtes de Batissou, Étang de la Forge, Étangs des Jarthes, Fargeas, Forêt de Lavaurie, La Béchadie, La Clautre, La Côte, La Forêt Noble, La Pierre Plate, La Quintinie, La Rouye, La Rivaille, Las Peycharias, Las Seillas, Lavaurie, Le Bois de Chat, Le Bois Long, Le Frugier, Le Grand Clos, Le Mercier, Le Poteau de Brussy, Le Tuquet, Les Ages, Les Bessades, Les Chaumettes, Les Fontanelles, Les Gravettes, Les Jarthes, Les Longières, Les Monts, Les Pagnons, Les Petits Forts, Les Tombadies, Les Trente Sous, Leymarie, Linard, Mezurat, Mont Cocu, Puy Chétif, Puy des Ages (Puy des Âges), Saint-Dominique, Sainte-Marguerite, Tournier du Breuil, Veau le Coteau und Veaupeytourie.
Der topographisch niedrigste Punkt der Gemeinde Saint-Mesmin liegt auf 182 Meter an der Auvézère im Südwesten – dort, wo der Fluss die Gemeinde verlässt. Der höchste Punkt nimmt 415 Meter ein und befindet sich an der Nordostgrenze am Puy des Âges. Die absolute Höhendifferenz beträgt 233 Meter, die durchschnittliche Meerhöhe 299 Meter. Das Rathaus kommt auf 289 Meter zu liegen.
Die Gemeinde nimmt eine Gesamtfläche von 29,58 Quadratkilometer ein.
Verkehrsanbindung Der Ortskern liegt an der D 72 E5, die nach Nordwesten in das Gemeindegebiet von Savignac-Lédrier führt. Sie zieht dann weiter nach Südosten zur D 5 E3 von Saint-Cyr-les-Champagnes nach Génis, quert diese und endet im Südosten an der D 52 in Juillac. Die Nordost-Südwest verlaufende D 5 E3 stellt in der Gemeinde die wichtigste Verkehrsverbindung dar, sie berührt aber nicht den Ortskern, sondern läuft südlich an ihm vorbei. Kommunalstraßen stellen die Verbindung zu den einzelnen Weilern her.
Fernwanderweg Durch die Gemeinde Saint-Mesmin führt der von Payzac kommende Fernwanderweg GR 646. Er beginnt am Pont Louveyrat in Payzac und zieht dann durch die Schluchten der Auvézère weiter nach Génis.
Bodenbedeckung mini|300px|Bodenbedeckung in der Gemeinde Saint-Mesmin
Die Bodenbedeckung der Gemeinde Saint-Mesmin schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:
heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 31,0 % Wälder – 39,8 % Wiesen – 27,6 % Buschwerk – 1,0 % Kulturland – 0,6 % baulich beansprucht – 0,1 %.
Die landwirtschaftliche Nutzung steht eindeutig im Vordergrund. Der Anteil der landwirtschaftlichen Nutzflächen ist von 58,9 % im Jahr 1990 auf 59,2 % im Jahr 2018 leicht angestiegen.
Klima Das Klima in Saint-Mesmin ist gemäßigt; Regen fällt übers Jahr verteilt.Saint-Mesmin – Klimadiagramme Die Gemeinde besitzt ein abgeschwächtes ozeanisches Klima mit gemäßigtem Sommer (Cfb nach Köppen und Geiger), das sich durch folgende Parameter auszeichnet:
Klimaparameter im Zeitraum 1971–2000
Jahresmittel: 11,5 °C Anzahl der Tage unter −5 °C: 3,4 Anzahl der Tage oberhalb 30 °C: 6,8 Maximum im Tages-Temperaturunterschied: 15,1 °C Jahresniederschlag: 1048 mm Niederschlagstage im Januar: 12,7 Niederschlagstage im Juli: 7,5
Durch den Klimawandel zeichnen sich Erhöhungen im Jahresmittel ab, die sich bereits auch bemerkbar machen. So ist beispielsweise an der 33 Kilometer entfernten Wetterstation in Brive das langjährige Jahresmittel von 12,7 °C für 1971–2000 über 12,7 °C für 1981–2010 auf 13,0 °C für 1991–2020 angestiegen – ein Zuwachs um 0,3 °C innerhalb von 20 Jahren.
Hydrographie mini|300px|Hydrographische Karte von Saint-Mesmin mini|300px|Einzugsgebiete in der Gemeinde Saint-Mesmin
Bedeutendster Fluss in Saint-Mesmin ist die Auvézère. Sie fließt generell von Nordost nach Südwest und bildet auf rund 2 Kilometer die Nordwestgrenze zu Savignac-Lédrier. Sodann wechselt sie auf Gemeindegebiet von Savignac-Lédrier, um noch vor Erreichen des Ortskerns, den sie in einer nördlichen Schleife passiert, wieder nach Saint-Mesmin zurückzukehren. Auf gut 3 Kilometer traversiert sie den Nordwesten des Gemeindegebietes und verlässt Saint-Mesmin schließlich nach Génis. Sehenswert sind ihre Schluchten, insbesondere die Stromschnellen des Saut Ruban.
Die Auvézère hat zwei bedeutendere linke Nebenflüsse und einen rechten Nebenfluss. Ein linker Nebenfluss ist der Ruisseau de la Forge, der im Osten der Gemeinde an der Grenze zu Saint-Cyr-les-Champagnes entspringt und dann auf 8,5 Kilometer nach Westen zur Auvézère hin abfließt. Er besitzt seinerseits mehrere (vorwiegend linke) Seitenarme und wird zu Weihern aufgestaut. Ähnlich der 6,5 Kilometer lange Ruisseau de Porte-Étoupe, der nordöstlich oberhalb des Ortskerns in die Auvézère mündet. Er hat einen kleinen linken Seitenarm und wird ebenfalls zu einem Weiher aufgestaut. Sehenswert sind seine Kaskaden. Der Ruisseau de Gabourat ist ein rechter Nebenfluss und bildet auf 2 Kilometer die Gemeindegrenze zu Génis. Er entspringt in der Gemeinde Savignac-Lédrier südlich des Rathauses und fließt dann in Südrichtung zur Auvézère.
Die Auvézère und ihre Seitenarme gehören zum Flusssystem Isle-Dronne, jedoch verläuft entlang der Südostgrenze zu Juillac bereits die Wasserscheide zum Flusssystem Vézère-Corrèze.
Das Entwässerungsnetz in der Gemeinde Saint-Mesmin besitzt eine Gesamtlänge von 39 Kilometer.
Geologie mini|hochkant=1.6|Geologische Karte von Saint-Mesmin mini|300px|Puy-des-Âges-Quarzit von Chacord
Die Gemeinde Saint-Mesmin liegt vollständig auf dem metamorphen Grundgebirge des nordwestlichen Massif Central. Die Gesteine des Anstehenden gehören überwiegend zur Thiviers-Payzac-Einheit, nur am äußersten Südrand erscheint auch noch die Génis-Einheit.
Thiviers-Payzac-Einheit Im äußersten Nordosten steht der Payzac-Quarzit (tfρ3Χ) an – eine höher metamorphe Fazies des rhyodazitischen Thiviers-Sandsteins. Weiter südwärts folgen sodann die Serizitschiefer des Donzenac-Schiefers (S1-2), die aus Peliten und Areniten hervorgegangen sein dürften und auch Grauwackenlagen enthalten. Eingefaltet in den Donzenac-Schiefer sind zwei Züge des Engastine-Mafits (nördlich von Linard und nordöstlich von Frageas) – Grünschiefer (S11δθ oder δS11), die aus ehemaligen Doleriten und basaltischen Tuffen entstanden sind. Im Donzenac-Schiefer finden sich auch zwei Graphitzüge (gra oder Sgr) (bei Fargeas und bei Linard). Im Süden des Donzenac-Schiefers steht sodann der Puy-des-Âges-Quarzit an (Formation o2χ). Der steilstehende Quarzit bildet innerhalb der Thiviers-Payzac-Einheit die stratigraphisch höchstgelegene Formation aus dem Unterordovizium – eingefaltet in die Muldenachse des Puy-des-Âges-Synklinals. Er folgt der Südostrichtung und ist nicht viel mehr als 100 Meter mächtig. Weiter südwärts anschließend erscheint erneut der Engastine-Mafit. Der Mafit enthält mittig einen dünnen, Südost-streichenden Quarzitzug. Sodann wird der Thiviers-Sandstein angetroffen (tfρ3), welcher gut zwei Drittel des Gemeindegebiets in Anspruch nimmt. Der Thiviers-Sandstein enthält viele Diabasgänge (δΣβ), die vorwiegend Südost streichen, sie zeigen aber auch ein Eindrehen in die Nordost-Richtung. Direkt an der Südostecke steht nochmals der Donzenac-Schiefer an.
Génis-Einheit Die Génis-Einheit folgt im äußersten Süden auf den Thiviers-Sandstein und den Donzenac-Schiefer. Hierunter die weiter nördlich liegenden rhyolithischen Tuffe (S1ρ) und die rosafarbenen Metaignimbrite (iρ1).
Lockersedimente Der Puy-des-Âges-Quarzit im Nordosten der Thiviers-Payzac-Einheit wird beidseitig von kolluvialen Lockersedimenten begleitet (Formation CFp), die auch aus ihm hervorgegangen sind. Sie überlappen teilweise den Donzenac-Schiefer im Norden und den Engastine-Mafit im Süden. Kolluvium der Formation CF findet sich auch auf dem Thiviers-Sandstein am Ostrand. In den Talungen der Auvézère und in ihren Seitenarmen haben sich rezente alluviale Sedimente (Formation Fz) abgesetzt.
Naturrisiken mini|hochkant=1.6|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Saint-Mesmin
Naturrisiken manifestieren sich in der Gemeinde Saint-Mesmin als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen in den Talungen der Auvézère und ihrer Seitenarme Dürren Stürme Bodensetzungen Radonemanationen.
In den Jahren 1982 und insbesondere 1999 kam es aufgrund erhöhter Niederschläge zu größeren Bodenbewegungen und Rutschungen.
Ein Dürrejahr war 2011. In dieser Periode herrschte erhöhte Waldbrandgefahr.
Ein herausragendes Wintersturmereignis war das Sturmtief Martin im Dezember 1999, das enorme Schäden an den Wäldern und auch an der Infrastruktur hinterließ. Die Zerstörungen in den Wäldern sind selbst im Jahr 2022 noch zu erkennen.
Wie die Risikokarte zeigt, ist Savignac-Lédrier von der Gefahr durch Bodensetzungen betroffen – von mittlerer Stärke im Bereich des Donzenac-Schiefers im Norden und in der Génis-Einheit im äußersten Süden.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.
Die relativ schwache Radongefahr (Zone 3 mit signifikativem Radonpotential) besteht im Inneren von Gebäuden und geschlossenen Räumen.
Ökologie mini|300px|Schutzgebiete des Typus 2 in der Gemeinde Saint-Mesmin mini|300px|Spinnweb-Hauswurz (Sempervivum arachnoideum)
Schutzgebiete Schutzgebiete des Typus 2 Die Gemeinde Saint-Mesmin besitzt zwei Schutzgebiete des Typus 2 (Französisch ZNIEFF = zone naturel d'interêt faunistique et floristique). Einmal das Waldgebiet bei Born (oder Bord – Forêt Domaniale de Born) sowie auf 6 Kilometer die Schluchten der Auvézère (Gorges de l’Auvézère). Die Schluchten haben sich gut 100 Meter tief in das Grundgebirge eingeschnitten. Zu letzterem Gebiet gehört auch noch der Ruisseau de la Forge mit seinen Seitenarmen.
Die Schluchten der Auvézère werden durch 9 Pflanzenarten charakterisiert. Hierzu gehören: Gänseblümchen-Lochschlund (Anarrhinum bellidifolium), Dünnblättriger Nacktfarn (Anogramma leptophylla), der Streifenfarn Asplenium obovatum, der Lippenfarn Cheilanthes tinaei, Nordischer Streifenfarn (Asplenium septentrionale), Spinnweb-Hauswurz (Sempervivum arachnoideum), Türkenbund (Lilium martagon), das Johanniskraut Hypericum linariifolium und der Bergfarn (Oreopteris limbosperma).
Geschichte Aus dem Früh- und Hochmittelalter fehlen Nachrichten; die örtliche Kirche Saint-Maximin wurde erst im 15. Jahrhundert erbaut. Das Presbyterium stammt aus dem 17. Jahrhundert.
Während der Französischen Revolution, d. h. von 1792 bis 1795 wurde der Ort in Mont-Mémin oder Mont Mesmin umbenannt. Im Jahr 1790 gehörte die Gemeinde noch zum Département Corrèze und kam erst 1793 zusammen mit neun anderen Gemeinden zum Département Dordogne.
Bevölkerungsentwicklung