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Die Joseph-Serlin-Entbindungs- und Frauenklinik (1951–1997; ), ehemals Deutsche Schule Sarona (1931–1944; oder bzw. haGermanī), war ein Krankenhaus für Gynäkologie und Geburtshilfe in Tel Aviv-Jaffa und diente zuvor als deutsche Auslandsschule vor allem für auslandsdeutsche Schüler aus Jaffa, Sarona und um zu. Da Sarona zwischen 1948 und 2003 vor allem unter der Bezeichnung haQirjah (, oft auch haKirya buchstabiert) bekannt war, nannten viele die Klinik umgangssprachlich Beit Cholim haQirjah (). Zwischen 1941 und 1949 diente das Schulgebäude als Polizeischule der Notrim, während der Schulbetrieb der Kinder noch bis 1944 an einem Ausweichquartier fortgeführt wurde. Das ehemalige Schulgebäude wurde in den 1960er Jahren erweitert. 2002 wurde der Bau abgerissen, nachdem die Klinik 1997 in einen Neubau umgezogen war.
Deutsche Schule Sarona Die Deutsche Schule Sarona entstand 1929 durch Zusammenschluss der Schule der Tempelgemeinde Sarona (Gemeinde der pietistischen Tempelgesellschaft) mit der Deutschen Schule Jaffa (auch Realschule), die Immanuelkirchgemeinde und Tempelgemeinde Jaffa gemeinsam trugen,Francis Nicosia, The Third Reich and the Palestine Question, New Brunswick: Transaction Publishers, 1999, S. 205, ISBN 978-0-7658-0624-6. was auf beider Schulkooperation seit 1913 zurückging.Ejal Jakob Eisler (), „«Kirchler» im Heiligen Land: Die evangelischen Gemeinden in den württembergischen Siedlungen Palästinas (1886–1914)“, in: Dem Erlöser der Welt zur Ehre: Festschrift zum hundertjährigen Jubiläum der Einweihung der evangelischen Erlöserkirche in Jerusalem, Karl-Heinz Ronecker (Hg.) im Auftr. von 'Jerusalem-Stiftung' und 'Jerusalemsverein', Leipzig: Evangelische Verlags-Anstalt, 1998, S. 81–100, hier Seite wie hinter der Fußnotenzahl angegeben. ISBN 3-374-01706-1. Evangelische Schüler besuchten seit 27. Oktober 1913 die 1912 neu erbaute Schule der Templer, seither eine gemischt konfessionelle Einrichtung, in Walhalla, einem Vorort von Jaffa.Ejal Jakob Eisler (), Der deutsche Beitrag zum Aufstieg Jaffas 1850–1914: Zur Geschichte Palästinas im 19. Jahrhundert, Wiesbaden: Harrassowitz, 1997, (=Abhandlungen des Deutschen Palästina-Vereins; Bd. 22), Seite wie hinter der Fußnotenzahl angegeben. ISBN 3-447-03928-0. Der Kirchengemeinde stand zu, für zwei Lehrerstellen Mitglieder ihrer Kirche zu bestimmen.Roland Löffler, Protestanten in Palästina: Religionspolitik, sozialer Protestantismus und Mission in den deutschen evangelischen und anglikanischen Institutionen des Heiligen Landes 1917–1939, Stuttgart: Kohlhammer, 2008, (=Konfession und Gesellschaft: Beiträge zur Zeitgeschichte; Bd. 37), zugl.: Marburg, Univ., Diss., 2005/2006, S. 171, ISBN 978-3-17-019693-3.
Die Tempelschule Jaffa war bei Niederlassung der Templer 1869 gegründet worden und mehrfach in Neubauten umgezogen oder vergrößert worden. Nachdem einige Templer 1874 aus der Tempelgesellschaft ausgetreten waren, schloss die Tempelschule Kinder der Apostaten vom Schulbesuch aus.Abdel-Raouf Sinno (), Deutsche Interessen in Syrien und Palästina, 1841–1898: Aktivitäten religiöser Institutionen, wirtschaftliche und politische Einflüsse, Berlin: Baalbek, 1982, (=Studien zum modernen islamischen Orient; Bd. 3), S. 131, ISBN 3-922876-32-3. Die meisten der Ausgetretenen schlossen sich 1886 der Evangelischen Kirche der älteren Provinzen Preußens an und gründeten 1889 die evangelische Gemeinde Jaffa. Der neuen Gemeinde gewährte der Jerusalemsverein zu Beginn des Jahres 1890 eine Anschubfinanzierung für die eigene Schule. Mit den Subventionen konnte am 1. Oktober 1890 im Hause von Johann Georg Kappus sen. (1826–1905) die evangelische Schule ihre Pforten öffnen.
Sie zog 1900 in ein eigenes Gebäude, das Heilpernsche Haus im Rechov Beer-Hofmann 9, wo zuvor das deutsche Vizekonsulat zu Jaffa seinen Sitz hatte (Amerikanisch-Deutsches Viertel). Die Evangelische Jerusalem-Stiftung übernahm die Trägerschaft,Frank Foerster, Mission im Heiligen Land: Der Jerusalems-Verein zu Berlin 1852–1945, Gütersloh: Mohn, 1991, (=Missionswissenschaftliche Forschungen; [N.S.] Bd. 25), Seite wie hinter der Fußnotenzahl angegeben. ISBN 3-579-00245-7. die ab 1921 auf die Immanuelkirchgemeinde überging, so dass sie und die Tempelgemeinde Jaffa Trägerinnen der gemischt-konfessionellen Schule in Walhalla waren. Bereits seit 1892 schoss das Reich regelmäßig Beträge zu Betrieb und Unterhalt der deutschsprachigen Schulen im Heiligen Lande zu.Matthias Bode, Die auswärtige Kulturverwaltung der frühen Bundesrepublik: eine Untersuchung ihrer Etablierung zwischen Norminterpretation und Normgenese, Tübingen: Mohr Siebeck, 2014, (=Studien und Beiträge zum öffentlichen Recht: StudÖR; Bd. 18), S. 141, zugl.: Göttingen, Univ., Diss., 2012, ISBN 978-3-16-152211-6.
mini|Der Beit Carmi, ehemals Saronas Gemeinde(rat)haus mit Schule, nach Versetzung um einige Meter 2005 nunmehr im Rechov Eliʿeser Kaplan 32, hier Ostfassade 2014 In Sarona, das 1871 gegründet worden war, bestand seit 1873 ebenfalls eine Schule der Tempelgesellschaft; bis 1911 im alten Gemeindehaus (später auch Post) an der Südwestecke der Straßen Rechov Kaplan und Rechov Rav-Aluph Elʿazar,Nir Mann, „“ (Schatz in der Abteilung Gynäkologie entdeckt), 17. Mai 2009, auf: מָקוֹר רִאשׁוֹן, abgerufen am 28. Mai 2018. danach gegenüber an der Südostecke im Gemeindesaal.Helmut Glenk in Zusammenarbeit mit Horst Blaich und Manfred Haering, From desert sands to golden oranges: the history of the German Templer settlement of Sarona in Palestine 1871–1947, Victoria, British Columbia: Trafford Publishing, 2005, Seite wie hinter der Fußnotenzahl angegeben. ISBN 1-4120-3506-6.
An der Palästinafront eroberten britische Streitkräfte am 17. November 1917 Jaffa und Sarona, und die meisten Männer deutscher oder anderer Feindstaatsangehörigkeit, wurden in Wilhelma als feindliche Ausländer interniert. 1918 verlegte die britische Besatzungsmacht die Internierten nach Ghazza und bald weiter nach Ägypten.Cf. Roland Löffler, „Die Gemeinden des Jerusalemsvereins in Palästina im Kontext des kirchlichen und politischen Zeitgeschehens in der Mandatszeit“, in: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem! Festschrift zum 150jährigen Jubiläum von Talitha Kumi und des Jerusalemsvereins, Almut Nothnagle (Hg.) im Auftr. des 'Jerusalemsvereins’ im Berliner Missionswerk, Leipzig: Evangelische Verlags-Anstalt, 2001, S. 185–212, hier S. 193. ISBN 3-374-01863-7. Die Besatzungsverwaltung Occupied Enemy Territory Administration South (OETA South) beschlagnahmte alles Eigentum von natürlichen und juristischen Personen mit Zugehörigkeit zu den feindlichen Mittelmächten und mit der Einrichtung einer regulären britischen Verwaltung später im Jahre 1918 übernahm Edward Keith-Roach (1885–1954) als Public Custodian of Enemy Property die Verwaltung des beschlagnahmten Eigentums und vermietete es, bis die Gebäude 1925 (Inkrafttreten des Vertrags von Lausanne mit der Türkei am 5. August 1925) schließlich an die früheren Eigentümer restituiert wurden.
Bei Rückkehr der internierten Einwohner Saronas aus Ägypten ab 1920 wurde der Gemeindesaal noch als britisches Lazarett genutzt,Aviva Bar-ʿAm und Schmuʾel Bar-Am, „Sarona: From Templers, to Nazis, government, terror and, hopefully, to tranquility“, in: The Times of Israel, 18. Juni 2016, abgerufen am 27. Mai 2018. weshalb die Schüler Saronas zunächst in die Deutsche Schule in Walhalla gingen.Helmut Glenk in Zusammenarbeit mit Horst Blaich und Manfred Haering, From desert sands to golden oranges: the history of the German Templer settlement of Sarona in Palestine 1871–1947, Victoria, British Columbia: Trafford Publishing, 2005, S. 109. ISBN 1-4120-3506-6. 1928 bezogen die Schulen in Walhalla und Sarona noch getrennt Reichszuschüsse.Roland Löffler, Protestanten in Palästina: Religionspolitik, sozialer Protestantismus und Mission in den deutschen evangelischen und anglikanischen Institutionen des Heiligen Landes 1917–1939, Stuttgart: Kohlhammer, 2008, (=Konfession und Gesellschaft: Beiträge zur Zeitgeschichte; Bd. 37), zugl.: Marburg, Univ., Diss., 2005/2006, Fußnote 685 auf S. 169, ISBN 978-3-17-019693-3. Die Schule Sarona wurde 1929 mit der vereinigten Deutschen Schule in Walhalla fusioniert.
Die vereinigte Schule Sarona-Jaffa brauchte mehr Platz und man entschied sich für einen Neubau. Die Schulträger Immanuelkirchgemeinde und vereinigte Tempelgemeinde Jaffa-Sarona beschlossen, den Neubau am nordöstlichen Rande Saronas zu errichten. Die Schulträger finanzierten den Bau, das Reich gewährte einen Zuschuss.Ejal Jakob Eisler (), Norbert Haag und Sabine Holtz, Kultureller Wandel in Palästina im frühen 20. Jahrhundert: eine Bilddokumentation; zugleich ein Nachschlagewerk der deutschen Missionseinrichtungen und Siedlungen von ihrer Gründung bis zum Zweiten Weltkrieg, Verein für Württembergische Kirchengeschichte (Hrsg.), Epfendorf: Bibliotheca-Academica-Verlag, 2003, Seite wie hinter der Fußnotenzahl angegeben. ISBN 3-928471-55-4. Die Schulträger beauftragten den Architekten Theodor 'Theo' Wieland, der sich selbst ein Haus in Sarona erbaut hatte,G.H., „Arbeiten eines deutschen Architekten in Palästina“, in: Der Baumeister, Jg. 35, Heft 4 (April 1937), S. 120–125, hier S. 120. die Baupläne zu liefern, während das Baugeschäft Josef WennagelJoseph Martin Wennagel (1878–1949) war Sohn des Bauunternehmers Johannes Wennagel (1846–1927) aus Sarona. Noch im väterlichen Baugeschäft wirkte er als Architekt mit bei der Bauausführung der Immanuelkirche (Tel Aviv-Jaffa) mit. Später arbeitete er bei der Bagdadbahn, bevor und im Ersten Weltkrieg zur Osmanischen Militärbahn in Palästina kam. Vgl. Brigitte Hoffmann, “Treffpunkt - Gemeinde aktuell: Jahresrückblick 2007 – Die Wennagel-Story (27. April)”, auf: Tempelgesellschaft: Freie Christliche Gemeinschaft; abgerufen am 18. September 2025. den Bau ausführte.
Am 28. Juni 1930 wurde der Grundstein für den Neubau der Schule gelegt.Alfred Schwab, „Geschichte des deutschen Schulwesens in Jaffa“, in: Die Deutsche Schule im Auslande, Jg. 22 (1930), S. 260–279, hier S. 265. Geladen und zugegen waren Major James Edward Francis Campbell (OBE; District Commissioner des Süddistrikts, einer der Distrikte Mandatspalästinas), der Jerusalemer Generalkonsul Erich Nord (1881–1935), Tempelvorsteher Christian Rohrer (1860–1934), seit März 1930 zugleich Ehrensenator der Universität Tübingen, Reinhardt Lippmann (1868–1940) und Wilhelm Aberle (1885–1973), Saronas Bürgermeister, Älteste der Tempelgemeinde Jaffa-Sarona Johannes Frank und Gotthilf Wagner, ferner Vertreter der deutschen Siedlungen und Viertel in Bethlehem in Galiläa, Bir-Salem, im Tale Rephaʾim bei Jerusalem, Nazareth, Tiberias, Waldheim und Wilhelma. Ansprachen hielten Nord und Wagner (1887–1946), Industrieller der Eisengießerei Gebrüder Wagner (später Fa. Nechuschtan) in Walhalla an der Derech Japho (jetzt Standort des Migdal Neweh Zedeq []).
Der Grundstein enthielt einen versiegelten Zylinder mit einer länglichen dicken Kupfertafel mit eingraviertem deutschen Text zum Anlass, zehn Architekturskizzen des Baus und einen Satz lokaler Münzen aller Nominale.Zwei Kupfermünzen à ein und zwei Mill, drei perforierte Münzen aus Nickellegierung à fünf Mill, half penny genannt, à zehn und 20 Mill sowie zwei Silbermünzen à 50 und 100 Mill, one shilling bzw. two shillings genannt. Diese waren aus der ersten Prägung von Münzen des Palästinapfundes von 1927, bis dahin hatte man ägyptische Münzen genutzt. Die Skizzen zeigten die Baupläne der Schule und ihrer Klassenzimmer mit unterschiedlichen Ansichten, darunter auch das Musikzimmer. Diese Pläne zeigen, dass der Bau dreigeschossig im Stil des Bauhauses aufgeführt wurde. Wielands Bau hatte die Form eines Winkels mit zwei symmetrischen Armen, einen nach Westen und einen nach Süden. Das Foyer mit Eingang von Norden (Rechov Puʿah) lag fast im Winkel der Arme, mit einem nur kurzen Korridor nach Osten und einem kleinen vertikalen Winkel nach Norden. Vor dem Eingang führten Stufen hinab.