Das FFH-Gebiet Großer Heuberg und Donautal liegt im Süden von Baden-Württemberg und ist Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Es wurde 2015 durch die Zusammenlegung von drei bereits bestehenden FFH-Gebieten durch das Regierungspräsidium Freiburg ausgewiesen.

Lage Das rund 8662 Hektar (ha) große Schutzgebiet Großer Heuberg und Donautal liegt in den Naturräumen Baar, Südwestliches Albvorland, Hegaualb, Hohe Schwabenalb und Baaralb und Oberes Donautal. Die drei Teilgebiete befinden sich in den Gemeinden Balgheim, Bärenthal, Böttingen, Bubsheim, Buchheim, Deilingen, Denkingen, Dürbheim, Egesheim, Fridingen an der Donau, Gosheim, Gunningen, Hausen ob Verena, Irndorf, Kolbingen, Königsheim, Mahlstetten, Mühlheim an der Donau, Neuhausen ob Eck, Reichenbach am Heuberg, Renquishausen, Rietheim-Weilheim, Seitingen-Oberflacht, Spaichingen, Tuttlingen, Wehingen und Wurmlingen im Landkreis Tuttlingen, Beuron im Landkreis Sigmaringen und Nusplingen und Ratshausen im Zollernalbkreis.

Beschreibung Der Landschaftscharakter des Schutzgebiets wird im Wesentlichen durch den Großen Heuberg mit seinen Mageren Berg- und Flachlandmähwiesen, Wacholderheiden und Magerrasen sowie die steilen, felsigen Hänge des Albtraufs geprägt. Ein weiteres Landschaftsbestimmendes Element ist das Durchbruchstal der Oberen Donau. Im Westen gehört der Zeugenberg Hohenkarpfen sowie das Dürbheimer Moos zum FFH-Gebiet.

Geschichte Das Schutzgebiet ist durch die Zusammenlegung der ursprünglichen FFH-Gebiete 7918-341 „Hohenkarpfen“, 7918-342 „Südwestlicher Großer Heuberg“ und 7919-341 „Donautal und Hochflächen von Tuttlingen bis Beuron“ entstanden. Diese bestanden bereits seit dem Jahr 2005.

Schutzzweck Lebensraumtypen Folgende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie kommen im Gebiet vor:

EUCode

Lebensraumtyp (offizielle Bezeichnung) Kurzbezeichnung 3150 Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions Natürliche nährstoffreiche Seen 3260 Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion Fließgewässer mit flutender Wasservegetation 4030 Trockene europäische Heiden Trockene Heiden 5130 Formationen von Juniperus communis auf Kalkheiden und -rasen Wacholderheiden 6110

Lückige basophile oder Kalk-Pionierrasen (Alysso-Sedion albi) Kalk-Pionierrasen 6210

Naturnahe Kalktrockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia) (*besondere Bestände mit bemerkenswerten Orchideen) Kalk-Magerrasen – orchideenreiche Bestände* 6230

Artenreiche montane Borstgrasrasen (und submontan auf dem europäischen Festland) auf Silikatböden Artenreiche Borstgrasrasen 6430 Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe Feuchte Hochstaudenfluren 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) Magere Flachland-Mähwiesen 6520 Berg-Mähwiesen Berg-Mähwiesen 7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore Übergangs- und Schwingrasenmoore 7220

Kalktuffquellen (Cratoneurion) Kalktuffquellen 8160

Kalkhaltige Schutthalden der collinen bis montanen Stufe Mitteleuropas Kalkschutthalden 8210 Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation 8310 Nicht touristisch erschlossene Höhlen Höhlen und Balmen 9130 Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) Waldmeister-Buchenwald 9150 Mitteleuropäischer Orchideen-Kalk-Buchenwald (Cephalanthero-Fagion) Orchideen-Buchenwälder 9170 Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald Galio-Carpinetum Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald 9180

Schlucht- und Hangmischwälder (Tilio-Acerion) Schlucht- und Hangmischwälder 91E0

Auen-Wälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) Auenwälder mit Erle, Esche, Weide 91U0 Kiefernwälder der sarmatischen Steppe Steppen-Kiefernwälder

Arteninventar Folgende Arten von gemeinschaftlichem Interesse kommen im Gebiet vor:

Bild EUCode

Art wissenschaftlicher Name Artengruppe 150px|Schmale Windelschnecke 1014 Schmale Windelschnecke Vertigo angustior Schnecken 150px|Spanische Flagge 1078

Spanische Flagge Callimorpha quadripunctaria Schmetterlinge 150px|Alpenbock 1087 Alpenbock Rosalia alpina Käfer 150px|Bitterling 1134 Bitterling Rhodeus sericeus Fische und Rundmäuler 150px|Groppe 1163 Groppe Cottus gobio Fische und Rundmäuler 150px|Kammmolch 1166 Kammmolch Triturus cristatus Amphibien 150px|Große Hufeisennase 1304 Große Hufeisennase Rhinolophus ferrumequinum Säugetiere 150px|Bechsteinfledermaus 1323 Bechsteinfledermaus Myotis bechsteinii Säugetiere 150px|Großes Mausohr 1324 Großes Mausohr Myotis myotis Säugetiere 150px|Biber 1337 Biber Castor fiber Säugetiere 150px|Grünes Besenmoos 1381 Grünes Besenmoos Dicranum viride Moose 150px|Grünes Koboldmoos 1386 Grünes Koboldmoos Buxbaumia viridis Moose 150px|Dicke Trespe 1882 Dicke Trespe Bromus grossus Pflanzen 150px|Gelber Frauenschuh 1902 Gelber Frauenschuh Cypripedium calceolus Pflanzen

Zusammenhängende Schutzgebiete Folgende Naturschutzgebiete sind Bestandteil des FFH-Gebiets: Hintelestal Irndorfer Hardt Dürbheimer Moos Hohenkarpfen Kraftstein Buchhalde-Oberes Donautal Simonstal Triebhalde Galgenberg Grasmutter Klippeneck Stettener Halde Alter Berg Hüttenberg (Naturschutzgebiet) Schloßhalde-Mannsteighalde Ortenberg Stiegelesfels-Oberes Donautal Galgenwiesen Trobenholz-Vogelbühl

Siehe auch Liste der FFH-Gebiete in Baden-Württemberg Großer Heuberg

Weblinks

Standarddatenbogen für das FFH-Gebiet „Großer Heuberg und Donautal“

Karte des Schutzgebiets im Daten- und Kartendienst der LUBW

Einzelnachweise

Kategorie:FFH-Gebiet im Landkreis Sigmaringen Kategorie:FFH-Gebiet im Landkreis Tuttlingen Kategorie:FFH-Gebiet im Zollernalbkreis Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa Kategorie:Schutzgebiet der Schwäbischen Alb Kategorie:Schutzgebietsgründung 2015