mini|Der Heimberg im FFH-Gebiet „Östlicher Großer Heuberg“ Das FFH-Gebiet Östlicher Großer Heuberg liegt im Süden von Baden-Württemberg und ist Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Es wurde 2005 durch das Regierungspräsidium Tübingen angemeldet. Mit Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen zur Festlegung der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung vom 5. November 2018 (in Kraft getreten am 11. Januar 2019), wurde das Schutzgebiet ausgewiesen.

Lage Das rund 2189 Hektar (ha) große Schutzgebiet Östlicher Großer Heuberg liegt in den Naturräumen Südwestliches Albvorland und Hohe Schwabenalb. Die elf Teilgebiete befinden sich in den Gemeinden Dotternhausen, Ratshausen, Balingen, Obernheim, Hausen am Tann, Meßstetten, Albstadt, Nusplingen und Schömberg im Zollernalbkreis sowie Egesheim im Landkreis Tuttlingen.

Beschreibung Die Landschaft des östlichen Großen Heubergs auf der Hohen Schwabenalb mit Höhen bis 1000 m ü. NN hat nicht nur klimatisch einen rauen Charakter. Der Landschaftscharakter des Schutzgebiets wird im Wesentlichen durch die Hochfläche des Großen Heubergs mit seinen Mageren Berg- und Flachlandmähwiesen, Wacholderheiden und Magerrasen sowie die steilen, felsigen Hänge des Albtraufs geprägt. Diese typischen Elemente der vom Menschen geschaffenen kleinbäuerlichen Kulturlandschaft sollen ebenso langfristig erhalten bleiben wie die naturnahen Wälder im Gebiet, insbesondere die Waldmeister- und Orchideen-Buchenwälder sowie die bodensauren Fichtenwälder. Buchen-Tannen-Fichtenwälder prägen am Nordabhang der Schwäbischen Alb zusammen mit den Felsen und Schutthalden des Albtraufs ein einzigartiges Landschaftsbild und sind Lebensraum für eine reiche Pflanzen- und Tierwelt.

Unter den naturnahen Wäldern des Gebiets beeindrucken besonders das Bannwaldgebiet Untereck bei Albstadt-Laufen und der Schonwald Plettenkeller bei Ratshausen. Hier kommen die auf der Schwäbischen Alb seltenen Bodensauren Fichtenwälder und das stark gefährdete Grüne Koboldmoos vor. Untereck wurde wegen seiner Fichten-Blockwälder als Bannwald und Naturschutzgebiet ausgewiesen. Vor Urzeiten häuften sich hier herabstürzende Felsblöcke zu einer mächtigen Blockhalde an. Man hat den Eindruck, dass sich kaum Boden gebildet hat und die Fichten allein im Steinwerk wurzeln.

Schutzzweck Lebensraumtypen Folgende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie kommen im Gebiet vor:

EUCode

Lebensraumtyp (offizielle Bezeichnung) Kurzbezeichnung 3150

Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions Natürliche nährstoffreiche Seen 3260

Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion Fließgewässer mit flutender Wasservegetation 5130

Formationen von Juniperus communis auf Kalkheiden und -rasen Wacholderheiden 6110

Lückige basophile oder Kalk-Pionierrasen (Alysso-Sedion albi) Kalk-Pionierrasen 6210

Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia) Kalk-Magerrasen 6410

Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae) Pfeifengraswiesen 6430

Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe Feuchte Hochstaudenfluren 6510

Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) Magere Flachland-Mähwiesen 6520

Berg-Mähwiesen Berg-Mähwiesen 7220

Kalktuffquellen (Cratoneurion) Kalktuffquellen 7230

Kalkreiche Niedermoore Kalkreiche Niedermoore 8160

Kalkhaltige Schutthalden der collinen bis montanen Stufe Mitteleuropas Kalkschutthalden 8210

Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation 8310

Nicht touristisch erschlossene Höhlen Höhlen und Balmen 9130

Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) Waldmeister-Buchenwald 9150

Mitteleuropäischer Orchideen-Kalk-Buchenwald (Cephalanthero-Fagion) Orchideen-Buchenwälder 9180

Schlucht- und Hangmischwälder (Tilio-Acerion) Schlucht- und Hangmischwälder 91E0

Auen-Wälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) Auenwälder mit Erle, Esche, Weide 91U0

Kiefernwälder der sarmatischen Steppe Steppen-Kiefernwälder 9410

Montane bis alpine bodensaure Fichtenwälder (Vaccinio-Piceetea) Bodensaure Nadelwälder

Arteninventar Folgende Arten von gemeinschaftlichem Interesse kommen im Gebiet vor:

Bild EUCode

Art wissenschaftlicher Name Artengruppe 150px|Steinkrebs 1093

Steinkrebs Austropotamobius torrentium Krebse 150px|Groppe 1163

Groppe Cottus gobio Fische und Rundmäuler 150px|Großes Mausohr 1324

Großes Mausohr Myotis myotis Säugetiere 150px|Biber 1337

Biber Castor fiber Säugetiere 150px|Grünes Besenmoos 1381

Grünes Besenmoos Dicranum viride Moose 150px|Grünes Koboldmoos 1386

Grünes Koboldmoos Buxbaumia viridis Moose 150px|Dicke Trespe 1882

Dicke Trespe Bromus grossus Pflanzen

Zusammenhängende Schutzgebiete Folgende Naturschutzgebiete sind Bestandteil des FFH-Gebiets: Untereck Dobelwiesen Hülenbuchwiesen Plettenkeller Scheibhalden Westerberg Heimberg Schafberg-Lochenstein Stromelsberg-Hessenbühl

Siehe auch Liste der FFH-Gebiete in Baden-Württemberg

Einzelnachweise

Weblinks

Standarddatenbogen für das FFH-Gebiet „Östlicher Großer Heuberg“

Karte des Schutzgebiets im Daten- und Kartendienst der LUBW

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