Kněžská (deutsch Pfaffenberg) ist eine Wüstung in der Gemeinde Rybník nad Radbuzou (deutsch Waier) im westböhmischen Okres Domažlice in Tschechien. mini|Knežská – Pfaffenberg Geographie Das Dorf Pfaffenberg lag etwa 5,5 km südwestlich von Muttersdorf und 1,7 km nordöstlich von Waier.Josef Bernklau nach Johann Micko: Pfaffenberg. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler KG, Eichstätt 1967, S. 345–346. Die Radbuza befindet sich ungefähr 700 m entfernt im Tal westlich von Pfaffenberg. Am Westhang des 717 m hohen Muschnaberges (tschechisch: Mošna) entspringt der Lohbach. Er fließt in westlicher Richtung an Pfaffenberg vorbei und mündet etwa 700 m weiter südwestlich in die Radbuza.Ludwig Schötterl: Die Gewässer. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler KG, Eichstätt 1967, S. 18.

Ortsname Der Legende nach wurden evangelische Geistliche vom Baron von Muttersdorf verfolgt und versteckten sich bei einem Felsen, der später Pfaffensprung, Pfaffenfels oder auch Pfaffenberg genannt wurde. Als sie vom Baron entdeckt wurden, stürzte dieser sie vom Felsen hinab.

Tatsache ist, dass Johann III. von Wiedersperg in Muttersdorf (1590–1640) auf seinem Gebiet die Protestanten verfolgte. So gibt es Berichte, dass zu dieser Zeit ein Pastor aus Schilligkau von der Kanzel in Muttersdorf herabgezerrt wurde und befreit werden musste.

Geschichte Die Gründung Pfaffenbergs geht wahrscheinlich auf die 1620er Jahre zurück. Pfaffenberg wurde mit 4 Häusern 1644 erstmals schriftlich erwähnt. Die Hausbesitzer hießen: Hans Stelzig, Urban Schmid, Wolf Heger und Wölfl Widl. 1654 gab es in Pfaffenberg 3 Chalupner, 8 Ochsen, 1 Kuh, 7 Kälber und 6 Schweine.Dr. Karl Stich: Die Steuerrolle 1654. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler KG, Eichstätt 1967, S. 96. Pfaffenberg gehörte zum Gut Schwanenbrückl, zur Gemeinde Groß Gorschin und zur Pfarrei Muttersdorf.Josef Bernklau unter Mitarbeit von Johann Richter: Schwanenbrückl. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler KG, Eichstätt 1967, S. 358–360.Josef Bernklau nach Karl Liebscher: Strasshütte. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler KG, Eichstätt 1967, S. 364–365. Die Kinder waren nach Waier eingeschult.

In Pfaffenberg befand sich eine Station des Militär-Kordons, der 1772 bis 1822 der Grenzbewachung diente.Johann Micko: Der Grenzverkehr. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler KG, Eichstätt 1967, S. 872–873

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner Anmerkungen 1644 k. A. 4 Häuser 1656 3 Chalupner 1722 16 1784 34 1832 27 1890 22 1900 30 1910 32 1921 26 1930 25 Deutsche 4 Häuser Volkszählungsergebnisse vom 1. Dezember 1930. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler KG, Eichstätt 1967, S. 882

Siehe auch Liste der Wüstungen im Okres Domažlice

Literatur Franz Liebl u. a. (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz mit den deutschen Siedlungen im Bezirk Taus. Furth im Wald 1967. Zdeněk Procházka: Auf den Spuren der verschwundenen Dörfer des Böhmischen Waldes – Tauser Teil. Übersetzung ins Deutsche: A. Vondrušová, Verlag Nakladatelství Ceského lesa Domažlice

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung in Rybník nad Radbuzou Kategorie:Ersterwähnung 1644