mini|„Justizrat Dr. Adolf Stehmann“; Porträt-Zeichnung von August Heitmüller, um 1929

Adolf Stehmann (geboren um 1860; gestorben 24. Juni 1938 in Hannover)Traueranzeigen im Hannoverschen Kurier vom 25. Juni 1938; Digitalisat der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek war ein deutscher Jurist, Justizrat,Deutsche Justiz. Rechtspflege und Rechtspolitik. Amtliches Blatt der deutschen Rechtspflege. Amtliche Sonderveröffentlichungen der deutschen Justiz, Hrsg.: Reichsjustizministerium, Berlin: R. v. Decker's Verlag, 1938, S. 1058; Industrie-Manager,Tradition. Zeitschrift für Firmengeschichte und Unternehmerbiographie, 8. Jahrgang, hrsg. im Auftrag der Gesellschaft für Unternehmensgeschichte, Frankfurt am Main: Knapp, 1963, S. 52; Kunstsammleranonym: Hannoversche Köpfe aus Verwaltung, Wirtschaft, Kunst und Literatur, (August Heitmüller zeichnete die Köpfe. Wilhelm Metzig entwarf die Gesamtausstattung des Werkes.), Bd. 2, Verlag H. Osterwald, Hannover (um 1929), ohne Seitennummern und Ballonfahrer.

Leben Adolf Stehmann studierte Rechtswissenschaft an der Universität Leipzig. Seit 1881 gehörte er dem Akademischen Turnverein Normannia (1897 Turnerschaft, seit 1907 Burschenschaft Normannia Leipzig) an.Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934, S. 480.

Er galt im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts als energisch auftretender Rechtsanwalt, der 1902 unter anderem als Strafverteidiger für den Domänenpächter Oswald Falkenhagen im Fall des durch ein Duell getöteten Landrates Adolf von Bennigsen auftrat. Der vielbeachtete Prozess vor dem Schwurgericht zu Hannover und Hintergründe und Folgen des Dramas fanden in der Literatur unter dem Titel Der Zweikampf zwischen Landrat v. Bennigsen und Domänenpächter Falkenhagen weite Beachtung.Hugo Friedländer: Der Zweikampf zwischen Landrat v. Bennigsen und Domänenpächter Falkenhagen. In: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 5, Berlin: Hermann Barsdorf, 1912, Seite 224–237; Transkription bei Wikisource Ebenfalls noch zur Zeit des Deutschen Kaiserreichs ließ sich Stehmann in Hannover eine Villa durch den Architekten Maximilian Jagielski errichten.Helmut Knocke: Jagielski, Maximilian. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 322;

In dem 1909 gegründeten Hannoverschen Verein für Luftschiffahrt zählte Stehmann gemeinsam mit dem Ballonfahrer Julius Precht, Kommerzienrat Siegmund Seligmann und dem Bankier und Wirtschaftsführer Bernhard Caspar zu den Ausschuss-Mitgliedern des Vereins, der die Aufbringung einer halben Million Mark zur Errichtung eines Flugplatzes in Hannover für Aeroplane, zum Aufstieg von Ballons sowie eines Hafens vor allem für die Luftschiffe der Zeppelin-Gesellschaft vorantrieb. Schon im Jahr 1910 erörterten die städtischen Kollegien unter Vorsitz von Stadtdirektor Heinrich Tramm den Bau einer stadteigenen Luftschiffhalle, die zur Zeit des Ersten Weltkrieges im Jahr 1915 dann auch errichtet wurde.Wolfgang Leonhardt: Die Luftschiffhalle in Hannover von 1915, in ders.: List, Vahrenwald, Vinnhorst. Drei hannoversche Stadtteile mit Geschichte(n). Books on Demand, Norderstedt 2012, ISBN 978-3-8448-7810-3, v. a. S. 67; Gemeinsam mit Julius Precht war Stehmann selbst einer der Ballonfahrer des 1910 in Betrieb genommenen Ballons Pelikan.Deutsche Zeitschrift für Luftschiffahrt. Illustrierte Aeronautische Mitteilungen. Amtliches Organ des Deutschen Luftschiffer-Verbandes Berlin, Berlin: Braunbeck & Gutenberg-Dr., 1910, S. 9;

Nachdem Stehmann Anfang der 1920er Jahre noch als Rechtsberater des Reifen- und Gummiwaren-Herstellers Continental AG tätig gewesen war, übernahm er 1926 die Aufgaben des Aufsichtsratsvorsitzenden der „Conti“, während im selben Jahr der Continental-Generaldirektor Willy Tischbein als Mitglied in den Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft gewählt wurde.

Privat galt der Justizrat als „eifriger Kunstsammler, der viel für einen behaglichen Lebensgenuß übrig“ hatte. Der Maler und Grafiker August Heitmüller fertigte Ende der 1920er Jahre eine Porträt-Zeichnung Stehmanns als einer der führenden Köpfe Hannovers an.

Noch zur Zeit des Nationalsozialismus wirkte der Justizrat Adolf Stehmann laut dem Adreßbuch der Stadt Hannover von 1934 als Rechtsanwalt und Notar unter der Adresse Georgstraße 20, während er als Eigentümer privat die Wohnung in der Bemeroder Straße 39 nutzte.Vergleiche das Digitalisat des Adressbuches, S. 445 über die Seite der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek

mini|Traueranzeige von Stehmanns Ehefrau, Tochter und Schwiegersohn

Adolf Stehmann starb am 24. Juni 1938 in Hannover im 78. Lebensjahr und wurde auf dem Stadtfriedhof Seelhorst beigesetzt.

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Einzelnachweise

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