Malý Horšín (deutsch Klein Gorschin) ist eine Wüstung in der Gemeinde Rybník nad Radbuzou (deutsch Waier) im westböhmischen Okres Domažlice in Tschechien. mini|Mauerreste in Malý Horšín Geographie Das kleine Dorf Klein Gorschin lag etwa 5 km westlich von Muttersdorf und 2,6 km nördlich von Waier.Josef Bernklau nach Johann Micko: Kleingorschin. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler KG, Eichstätt 1967, S. 330. Die Radbuza befindet sich ungefähr 600 m entfernt im Tal westlich von Klein Gorschin. Klein Gorschin lag an einer alten Zollstraße, die von Hostau über Muttersdorf, Wasserau (Ostrov), Klein Gorschin, über den Sattel zwischen Glöckelberg (Malý Zvon) und Weingartenfels, am Reichenstein vorbei nach Schönsee führte.Josef Georg Lehanka und Karl Hannakam: Muttersdorf. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler KG, Eichstätt 1967, S. 338. Bei Klein Gorschin kommt Granulit, eine Abart des Gneises vor.Josef Bernklau, Wilhelm Kurt: Geologischer Aufbau. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler, Eichstätt 1967, S. 12.
Geschichte Klein Gorschin wurde 1579 erstmals schriftlich erwähnt. Klein Gorschin gehörte zum 1609 von den Herren von Wiedersperg auf Muttersdorf gekauften Gut Schwanenbrückl. Zu diesem Gut gehörten außerdem die Dörfer Pfaffenberg, Großgorschin, Putzbühl, Althütten, Johanneshütte, Friedrichshof, Schnaggenmühle, Franzbrunnhütte, Schwarzach, Oberhütten und Unterhütten.Josef Bernklau unter Mitarbeit von Johann Richter: Schwanenbrückl. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler, Eichstätt 1967, S. 358–360. 1644 gab es in Klein Gorschin sechs Höfe, deren Besitzer die folgenden Namen trugen: Steffl Sperl, Bartl Sperl, Friedl Sperl, Wölfl Safra, Fridl Safra, Martin Multermacher. Im Jahr 1656 gehörte Klein Gorschin mit fünf Chalupnern, einem Gärtner, 20 Gespannen, 10 Kühen, 20 Stück Jungvieh und 21 Schweinen zum Gut Neu Schwanenbrückl.Dr. Karl Stich: Die Steuerrolle 1654. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler KG, Eichstätt 1967, S. 96. Ab 1675 gehörte der Weiler Putzbühl zu Klein Gorschin.Josef Bernklau nach Johann Micko: Putzbühl. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler KG, Eichstätt 1967, S. 351. 1717 hatte Klein Gorschin acht Höfe.
Das Dorf war Teil der Gemeinde Groß Gorschin und gehörte zunächst zur Pfarrei und zum Gut Muttersdorf. Auch die Kinder gingen nach Muttersdorf zur Schule. Ab 1787 waren die Kinder zum näher gelegenen Schwanenbrückl eingeschult.
In Klein Gorschin befand sich eine Station des Militär-Kordon, der 1772 bis 1822 der Grenzbewachung diente.Johann Micko: Der Grenzverkehr. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler KG, Eichstätt 1967, S. 872–873
Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner Anmerkungen 1644 k. A. 6 Hausbesitzer 1717 k A. 8 Hausnummern 1722 35 1784 38 1796 36 1829 63 1832 58 1851 68 1890 50 1921 51 1930 37 8 Häuser Volkszählungsergebnisse vom 1. Dezember 1930. In: Franz Liebl, Heimatkreis Bischofteinitz (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz. Brönner & Daentler KG, Eichstätt 1967, S. 882
Siehe auch Liste der Wüstungen im Okres Domažlice
Literatur Franz Liebl u. a. (Hrsg.): Unser Heimatkreis Bischofteinitz mit den deutschen Siedlungen im Bezirk Taus. Furth im Wald 1967. Zdeněk Procházka: Auf den Spuren der verschwundenen Dörfer des Böhmischen Waldes – Tauser Teil. Übersetzung ins Deutsche: A. Vondrušová, Verlag Nakladatelství Ceského lesa Domažlice
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung in Rybník nad Radbuzou Kategorie:Ersterwähnung 1579