Der Hammerwurf der Frauen bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen wurde am 23. und 25. August 2004 im Olympiastadion Athen ausgetragen. 47 Athletinnen nahmen teil.

Olympiasiegerin wurde Olga Kusenkowa aus Russland. Sie gewann vor den beiden Kubanerinnen Yipsi Moreno und Yunaika Crawford.

Mit Andrea Bunjes, Betty Heidler und Susanne Keil gingen drei deutsche Teilnehmerinnen an den Start. Heidler und Bunjes erreichten das Finale, in dem Heidler Rang vier und Bunjes Rang elf belegte. Keil schied in der Qualifikation aus. Athletinnen aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein waren nicht unter den Teilnehmerinnen.

Aktuelle Titelträgerinnen Olympiasiegerin 2000 Kamila Skolimowska () 71,16 m Sydney 2000 Weltmeisterin 2003 Yipsi Moreno () 73,33 m Paris 2003 Europameisterin 2002 Olga Kusenkowa () 72,94 m München 2002 Panamerikanische Meisterin 2003 Yipsi Moreno () 74,25 m Santo Domingo 2003 Zentralamerika und Karibik-Meisterin 2003Wettbewerb nicht im Meisterschaftsprogramm St. George’s 2003Central American and Caribbean Championships (Women), gbrathletics.com, abgerufen am 28. Februar 2022 Südamerika-Meisterin 2003 Katiuscia de Jesus () 61,01 m Barquisimeto 2003South American Championships (Women), gbrathletics.com, abgerufen am 28. Februar 2022 Asienmeisterin 2003 Gu Yuan () 70,78 m Manila 2003Asian Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 28. Februar 2022 Afrikameisterin 2004 Marwa Hussein () 66,14 m Brazzaville 2004 Ozeanienmeisterin 2002 Sharyn Tennent () 54,63 m Christchurch 2002Oceania Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 28. Februar 2022

Rekorde Bestehende Rekorde Weltrekord76,07 mMihaela Melinte ()Rüdlingen, Schweiz29. August 1999Athletics - Progression of outdoor world records (Women), Hammer throw - Women, sport-record.de (englisch), abgerufen am 28. Februar 2022Olympischer Rekord71,16 mKamila Skolimowska ()Finale OS Sydney, Australien29. September 2000

Rekordverbesserungen In dieser noch jungen Disziplin wurde der bestehende olympische Rekord viermal verbessert. Darüber hinaus gab es zwei Landesrekorde. Olympische Rekorde: 71,65 m – Gu Yuan (Volksrepublik China), Qualifikation am 23. August, erster Versuch 73,71 m – Olga Kusenkowa (Russland), Qualifikation am 23. August, erster Versuch 74,27 m – Olga Kusenkowa (Russland), Finale am 25. August, zweiter Versuch 75,02 m – Olga Kusenkowa (Russland), Finale am 25. August, dritter Versuch Landesrekorde: 69,94 m – Candice Scott (Trinidad und Tobago), Finale am 25. August, zweiter Versuch 72,73 m – Betty Heidler (Deutschland), Finale am 25. August, dritter Versuch

Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: – verzichtet x ungültig

Anmerkungen: Alle Zeitangaben sind auf Ortszeit Athen (UTC+2) bezogen. Alle Weiten sind in Metern (m) angegeben.

Qualifikation Die Qualifikation wurde in zwei Gruppen durchgeführt. Elf Athletinnen (hellblau unterlegt) übertrafen die direkte Finalqualifikationsweite von 68,50 m. Damit war die Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmerinnen nicht erfüllt. So wurde das Finalfeld mit der nächstbesten Werferin (hellgrün unterlegt) beider Gruppen auf zwölf Wettbewerberinnen aufgefüllt. Für die Teilnahme waren schließlich 68,27 m zu erbringen. Gruppe A mini|hochkant=1| 23. August 2004, 9:05 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung 1 Gu Yuan 71,65 OR – – 71,65 OR 2 Irina Sekatschowa 66,57 71,63 – 71,63 3 Andrea Bunjes 70,73 – – 70,73 4 Yipsi Moreno 70,56 – – 70,56 5 Kamila Skolimowska 67,29 68,66 – 68,66 6 Ivana Brkljačić 63,21 68,21 68,15 68,21 7 Jelena Konewzewa 66,88 67,83 x 67,83 8 Katalin Divós 67,39 67,64 x 67,64 9 Julianna Tudja 62,80 65,94 66,85 66,85 10 Erin Gilreath 66,71 65,46 66,52 66,71 11 Berta Castells 64,30 x 66,05 66,05 12 Maryja Smaljatschkowa 65,68 65,31 x 65,68 13 Ester Balassini x 54,97 65,58 65,58 14 Yuka Murofushi 65,33 x 63,42 65,33 15 Clarissa Claretti 62,43 x 65,06 65,06 16 Bronwyn Eagles x 64,09 x 64,09 17 Brooke Krueger 63,00 x 63,88 63,88 18 Vânia Silva 63,81 61,77 61,44 63,81 19 Evdokia Tsamoglou 57,56 62,76 x 62,76 20 Shirley Webb 61,60 x x 61,60 21 Lucie Vrbenská x 60,14 60,29 60,29 22 Jennifer Dahlgren x x 59,52 59,52 23 Sanja Gavrilović 56,79 x x 56,79 Elena Teloni x x x ogV Weitere in Qualifikationsgruppe A ausgeschiedene Hammerwerferinnen:

Gruppe B mini|hochkant=0.9| 23. August 2004, 10:50 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung 1 Olga Kusenkowa 73,71 OR – – 73,71 OR 2 Yunaika Crawford 71,74 x x 71,74 3 Zhang Wenxiu 71,56 x x 71,56 4 Betty Heidler 66,20 69,81 x 69,81 5 Wolha Zander 66,20 x 69,61 69,61 6 Alexandra Papageorgiou 64,59 68,58 x 68,58 7 Candice Scott x 66,97 68,27 68,27 8 Liu Yinghui 66,67 66,30 68,12 68,12 9 Manuela Montebrun 64,31 67,74 67,90 67,90 10 Tatjana Lyssenko x 65,57 66,82 66,82 11 Susanne Keil 66,35 x x 66,35 12 Sini Pöyry 66,05 x 64,35 66,05 13 Éva Orbán 65,76 63,68 63,31 65,76 14 Anna Mahon 64,11 64,99 64,65 64,99 15 Lorraine Shaw 63,06 63,13 64,79 64,79 16 Swjatlana Sudak x x 64,42 64,42 17 Violeta Guzmán 62,76 58,18 61,45 62,76 18 Aldenay Vasallo 62,64 60,71 61,08 62,64 19 Marwa Hussein 62,27 x 57,24 62,27 20 Jackie Jeschelnik 58,00 x 62,23 62,23 21 Stiliani Papadoupolou 61,48 61,61 x 61,61 22 Deborah Sosimenko x 57,79 57,62 57,79 23 Marina Lapina 55,34 50,60 x 55,34 Lisa Misipeka x x x ogV Weitere in Qualifikationsgruppe B ausgeschiedene Hammerwerferinnen:

Finale mini|hochkant=1.2| 25. August 2004, 22:10 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung 1 Olga Kusenkowa 73,18 74,27 OR 75,02 OR x 72,60 74,92 75,02 OR 2 Yipsi Moreno x 72,68 x x 73,36 x 73,36 3 Yunaika Crawford 70,98 71,43 73,16 x x 70,06 73,16 4 Betty Heidler x 67,71 72,73 DR 72,41 70,21 68,49 72,73 DR 5 Kamila Skolimowska 69,51 68,50 72,57 x x 67,06 72,57 6 Wolha Zander 66,91 70,15 72,27 65,01 x 68,63 72,27 7 Zhang Wenxiu x 72,03 x 68,03 x x 72,03 8 Irina Sekatschowa 69,40 70,11 67,34 66,40 70,40 x 70,40 9 Candice Scott 63,13 69,94 NR 68,51 nicht im Finale derbesten acht Werferinnen 69,94 NR 10 Gu Yuan 67,59 68,62 69,76 69,76 11 Andrea Bunjes 68,40 61,78 68,22 68,40 12 Alexandra Papageorgiou x 63,26 66,83 66,83

Für das Finale hatten sich zwölf Athletinnen qualifiziert, elf von ihnen über die Qualifikationsweite, eine weitere über ihre Platzierung. Vertreten waren zwei Chinesinnen, zwei Deutsche und zwei Kubanerinnen sowie je eine Teilnehmerin aus Griechenland, Russland, Weißrussland, Polen, Trinidad und Tobago und der Ukraine.

Für diesen Wettkampf gab es zwei Topfavoritinnen. Die Kubanerin Yipsi Moreno hatte die Weltmeisterschaften 2001 und 2003 gewonnen. Die Russin Olga Kusenkowa war jeweils Vizeweltmeisterin und im Jahr 2002 Europameisterin geworden. Weitere Athletinnen mit Medaillenchancen waren die französische WM-Dritte von 2003 Manuela Montebrun, die WM-Vierte und Asienmeisterin Gu Yuan sowie die Olympiasiegerin von 2000 Kamila Skolimowska. Von ihnen scheiterte Montebrun bereits in der Qualifikation.

Im Finale ging es im Kampf um den Olympiasieg und die Medaillen bis zum Schluss sehr eng zu. Wie sich schon in der Qualifikation angedeutet hatte, war das Niveau der noch jungen Disziplin sehr hoch. Kusenkowa kam in Runde eins mit 73,18 m nah an ihren olympischen Rekord aus der Qualifikation heran. Die Kubanerin Yunaika Crawford lag mit 70,98 m auf Platz zwei, Moreno hatte einen ungültigen Versuch. In Runde zwei gab es sechs Würfe über die 70-Meter-Marke. Kusenkowa verbesserte ihren Olympiarekord auf 74,27 m. Moreno gelangen 72,68 m, damit war sie Zweite. Die Chinesin Zhang Wenxiu lag mit 72,03 m knapp dahinter auf Rang drei vor Crawford mit 71,43 m.

Kusenkowa verbesserte sich auch mit ihrem nächsten Wurf, der bei 75,02 m landete. Crawford gelangen 73,16 m, womit sie wieder Zweite war. Auch dahinter verschob sich wieder alles. Die Deutsche Betty Heidler warf 72,73 m und lag damit auf Rang drei. Moreno hatte einen ungültigen Versuch und war Vierte vor Skolimowska mit 72,57 m und der Belarussin Wolha Zander, die sich auf 72,27 m verbesserte. Zhang fiel damit zurück auf Platz sieben. Für das Finale der besten Acht hatten sich genau die Athletinnen qualifiziert, die weiter als siebzig Meter geworfen hatten. In Runde vier gab es keine Veränderungen. Im fünften Durchgang gelangen Moreno 73,36 m, damit verbesserte sich die Mitfavoritin auf den zweiten Platz und verdrängte die bis dahin vor ihr liegenden Crawford und Heidler um jeweils einen Rang nach hinten.

Damit war die Entscheidung gefallen, im letzten Durchgang gab es keine Verschiebungen mehr. Olga Kusenkowa war Olympiasiegerin und stellte mit 75,02 m einen neuen olympischen Rekord auf. Yipsi Moreno gewann Silber, ihre Landsfrau Yunaika Crawford Bronze. Betty Heidler belegte mit neuem deutschen Rekord einen überraschenden vierten Platz vor Kamila Skolimowska und Wolha Zander. Siebte wurde Zhang Wenxiu, Achte die Ukrainerin Irina Sekatschowa.

Zwischen Platz eins und sieben lagen nur knapp drei Meter, die Zweite trennte nicht einmal ein Meter von der Fünften. Die Olympiasiegerin von 2000 Kamila Skolimowska hatte ihre Weite von vor vier Jahren um knapp eineinhalb Meter gesteigert und musste sich dennoch mit Rang fünf zufriedengeben.

Videolinks Hammer Throw Womens Final Athens Olympics 2004, youtube.com, abgerufen am 16. Mai 2018 Alexandra Papageorgiou Olympic Games Athens 2004, youtube.com, abgerufen am 28. Februar 2022

Weblinks Athletics. Official Report of the XXVIII Olympiad – 3 Results, Athletics, Resultate Leichtathletik, S. 355–361, digital.la84.org, englisch/französisch (PDF, 2219 KB), abgerufen am 28. Februar 2022 Athletics at the 2004 Summer Olympics, Hammer Throw, Women, olympedia.org (englisch), abgerufen am 28. Februar 2022 Athens 2004, Athletics, hammer throw Women Results, olympics.com, abgerufen am 28. Februar 2022 Athletics at the 2004 Athina Summer Games: Women's hammer throw, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 28. Februar 2022

Einzelnachweise

Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 2004 Kategorie:Frauenleichtathletikwettbewerb Kategorie:Leichtathletikwettbewerb in Marousi