Bohemian Rhapsody ist ein biografisches Filmdrama von Bryan Singer und Dexter Fletcher aus dem Jahr 2018. Der Film behandelt die Geschichte Freddie Mercurys von der Gründung der Band Queen bis zum Auftritt bei Live Aid sechs Jahre vor seinem Tod. Der Film erschien am 31. Oktober 2018 in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg. Bei den Golden Globe Awards 2019 wurde Bohemian Rhapsody als bestes Filmdrama und Rami Malek als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Bei der Oscarverleihung 2019 wurde der Film mit vier Oscars ausgezeichnet, unter anderem Malek als bester Hauptdarsteller.
Mit einem Einspielergebnis von 903,7 Mio. Dollar weltweit ist der Film die bis dato finanziell erfolgreichste Filmbiografie. Im Juni 2026 überholte Michael Bohemian Rhapsody als erfolgreichstes Musik-Biopic.
Handlung Der musikbegeisterte Grafikdesign-Student Farrokh Bulsara, von allen Freddie genannt, steigt 1970 als Sänger in die Band Smile ein. Das Publikum ist begeistert von Bulsaras Gesang, seinem extravaganten Auftritt und seinem mutigen Kleidungsstil. Die Verkäuferin Mary Austin, Fan der ersten Stunde, beginnt eine Beziehung mit Bulsara, der sich jetzt Mercury nennt. Die Band heißt nun Queen und nimmt erste Songs in einem Studio auf. Der erfahrene Musikmanager John Reid, dem der experimentelle Charakter der Band zusagt, nimmt Queen unter Vertrag.
Durch Auftritte bei der BBC und eine Konzerttournee durch Japan und die USA wird die Gruppe populär. Mercury, der sich vor der Tour mit Austin verlobt hatte, fühlt sich zu Männern hingezogen. Zurück in der Heimat beginnen die Musiker mit den Aufnahmen zum Album A Night at the Opera. Ihr Vorhaben, opernhafte Rockmusik zu spielen, will der Labelchef Ray Foster zunächst nicht akzeptieren. Erst nach Zureden von Reid und dem Anwalt der Band genehmigt Foster das Album.
Für die Produktion zieht sich die Band auf einen Bauernhof zurück. Da sie unter erheblichem Erfolgsdruck steht, liegen die Nerven blank, und es kommt öfter zu Reibereien. Die Aufnahme des Stücks Bohemian Rhapsody gerät besonders aufwändig, doch obwohl die Band es für ein Meisterwerk hält, lehnt Foster das Lied als Single-Auskopplung zunächst ab, da es mit einer Länge von sechs Minuten nicht radiotauglich sei, der Text wirr und der Titel sperrig. Im Streit darum, welches Lied ausgekoppelt werden soll, endet die Zusammenarbeit mit Foster.
Nach seiner Rückkehr von einer Welttournee mit Queen lösen Freddie Mercury und Mary Austin ihre Verlobung, denn während er sich für bisexuell hält, ist sie sicher, dass er schwul ist. Die beiden bleiben aber zeitlebens eng befreundet. In den folgenden Jahren lebt Mercury seine Vorliebe für exzessive Partys, Drogenkonsum und wechselnde Partnerschaften aus. Darunter leiden sowohl die Freundschaften zu Austin und seinen Kollegen als auch die produktive Studioarbeit. Mercury findet in München seine Wahlheimat, wo die Band einige Aufnahmen einspielt. Er taucht in die schwule Party- und Lederszene ein, was zu zahlreichen Gerüchten in der Boulevard-Presse führt. Eine Pressekonferenz gerät zu einer Art Kreuzverhör über Mercurys Sexualleben. Er fühlt sich erstmals krank.
Er beginnt, an Queen zu zweifeln, ist aber zunächst von Reids Angebot für einen Solovertrag so entsetzt, dass er den Manager feuert. Später nimmt er das Angebot an, womit seine Bandkollegen nicht einverstanden sind. Während Mercury in München auch an seinen Soloalben arbeitet, schottet ihn sein Assistent und Geliebter Paul Prenter nun regelrecht von alten Verbindungen ab; so leitet er auch Anfragen nicht weiter, ob Queen bei Bob Geldofs Wohltätigkeitskonzert Live Aid auftreten wolle.
Eines Tages steht Mary Austin vor seiner Tür und bittet ihn, zurück nach London zu kommen und sein altes Leben mit Queen wieder aufzunehmen. Sie erwähnt auch das Angebot für den Auftritt bei Live Aid. Da wird ihm klar, dass Prenter ihm nicht guttut und er wieder mit Queen auf der Bühne stehen will. Er bricht mit Prenter, kehrt in seine Heimat zurück, versöhnt sich mit der Band und sie beschließen, trotz mangelnder Spielpraxis bei Live Aid aufzutreten.
Zu dieser Zeit erhält Mercury die HIV-Diagnose. Diese teilt er der Band mit und auch seinen Entschluss, so lange wie möglich auf der Bühne zu stehen. Er will nicht als bemitleidenswertes Aids-Opfer behandelt werden. Nun beendet er seinen wilden Lebensstil endgültig, beginnt eine Beziehung mit Jim Hutton, der nicht Teil des Musikgeschäfts ist, und stellt ihn seiner konservativen Familie als seinen festen Freund vor, outet sich damit vor ihr und sie akzeptiert seine Homosexualität. Die Band wächst trotz weniger Proben über sich hinaus, und ihr Auftritt bei Live Aid wird weltweit bejubelt.
Produktion Geschichtlicher Hintergrund
Im Film wird ein Zeitraum von 15 Jahren abgedeckt; von der Gründung der Band im Jahr 1970 bis zum Live Aid-Konzert im Juli 1985. Wie unter anderem der Rolling Stone und E! herausstellten, weichen zahlreiche im Film gezeigte Szenen und Details von der historischen Realität ab, so fand beispielsweise die Band auf andere Weise zusammen. Diverse Songs und ihre Entstehung werden zeitlich falsch eingeordnet. Mercurys Soloprojekte sorgten, anders als im Film suggeriert, nicht für Kontroversen innerhalb der Band, denn auch andere Bandmitglieder hatten zuvor bereits Soloalben veröffentlicht. Zudem war die Band nie getrennt, sondern immer aktiv und tourte noch bis acht Wochen vor dem Live-Aid-Auftritt, der im Film als Wiedervereinigung der Band dargestellt wird. Der Film suggeriert zudem fälschlicherweise, dass mit dem Auftritt bei Live Aid die Geschichte von Queen endete und Freddie Mercury wenig später an seiner Aidserkrankung gestorben sei. Tatsächlich produzierte und veröffentlichte die Band jedoch nach Live Aid – in Originalbesetzung – noch drei weitere Studioalben (A Kind of Magic, The Miracle und Innuendo) und ging 1986 noch auf Tour mit 26 Konzerten; Mercury brachte 1988 noch eine Soloplatte heraus und starb erst mehr als sechs Jahre nach Live Aid.
Die Figur des EMI-Chefs Ray Foster ist fiktiv und lose an den realen Labelchef Roy Featherstone angelehnt, der, anders als im Film dargestellt, Queen-Fan war. Jim Hutton war nicht Kellner, sondern Frisör, den Mercury in einem Nachtclub kennenlernte. Der Zeitpunkt, zu dem Mercury die Band über seine Erkrankung informierte, ist umstritten.
Entwicklung mini|hochkant=1.3|Die Schauspieler Joseph Mazzello, Rami Malek und Gwilym Lee im Gespräch mit MTV
Der Film war bereits 2010 angekündigt worden; seitdem wurden sowohl das Produktionsteam als auch die Besetzung geändert. Laut Brian May war zunächst Sacha Baron Cohen für die Rolle des Freddie Mercury vorgesehen, der das Projekt jedoch 2011 aufgrund von künstlerischen Differenzen verließ. Ben Whishaw war zwischenzeitlich als Mercury-Darsteller im Gespräch.Whishaw joins Freddie Mercury biopic. In: bbc.co.uk, 10. Dezember 2013. Schließlich wurde Rami Malek für die Rolle ausgewählt.
Im November 2015 war Anthony McCarten zum Projekt gestoßen, das nun den Arbeitstitel Bohemian Rhapsody trug, benannt nach dem gleichnamigen Lied der Band. Die Vorproduktion begann im Juli 2017 in England, im August wurden weitere Darsteller bekanntgegeben. Ben Hardy spielt Mercurys Kollegen Roger Taylor, Gwilym Lee übernahm die Rolle von Brian May, und Joseph Mazzello spielt den Bassisten John Deacon.
Als Kameramann fungierte Newton Thomas Sigel. Der Regisseur Bryan Singer wurde kurz vor Abschluss der Hauptdreharbeiten durch Dexter Fletcher ersetzt.Mike Fleming Jr: Dexter Fletcher Replaces Bryan Singer On 'Bohemian Rhapsody'. In: deadline.com, 7. Dezember 2017.Bryan Singer: Director fired from Freddie Mercury film. In: bbc.com, 5. Dezember 2017.‘Bohemian Rhapsody’ finds director to replace Bryan Singer. In: The Los Angeles Times, 7. Dezember 2017.Jenna Marotta und Dana Harris: The Bryan Singer Timeline: a History of Allegations and Defenses, from Troubled Films to Sexual Assault Claims. In: indiewire.com, 8. Dezember 2017. Für die Dreharbeiten wurde unter anderem eine exakte Replika der Live-Aid-Bühne gebaut. Des Weiteren soll Brian May einige Originalkostüme von sich aus den 1970ern und 1980ern beigesteuert haben.
Soundtrack mini|hochkant=1.3|Das Duett von Freddie Mercury und Brian May in Love of My Life stammt vom Festival Rock in Rio im Jahr 1985
Im fast ausschließlich aus Original-Aufnahmen bestehenden Soundtrack befinden sich einige der größten Hits von Queen, einschließlich aller elf Stücke, die Platz eins der Charts erreicht hatten. Der Soundtrack wurde von Brian May und Roger Taylor produziert, die bei ihrer Arbeit von den langjährigen Queen-Studio-Mitarbeitern Justin Shirley-Smith, Kris Fredriksson und Joshua J. Macrae unterstützt wurden. Gemastert wurden die Aufnahmen von Adam Ayan und Bob Ludwig.
Die Hauptaufgabe des Teams hinter dem Soundtrack war es, die passendsten Versionen der Songs der Band zur Handlung des Drehbuchs zu finden, insbesondere bei den Live-Auftritten.Queen – Bohemian Rhapsody Film Sound Editor John Warhurst Discusses Mixing Thousands Of Fans Recordings Together For Performance Scene. In: bravewords.com, 23. Oktober 2018. Anhand dieser Aufnahmen konnte der Hauptdarsteller Rami Malek nicht bloß den Gesang, sondern auch Mimik und Körperhaltung proben. Während Malek bei den Filmaufnahmen selbst gesungen hatte, wurde in der Postproduktion das Soundalike verwendet.Antje Wessels: Bohemian Rhapsody. In: programmkino.de. Abgerufen am 25. Oktober 2018.
Die eigens für den Film arrangierte Version der berühmten „Fox-Fanfare“ von 20th Century Fox geht auf eine Idee von Brian May zurück. Während im Film die Songs nur ausschnittweise zu hören sind, enthält der Soundtrack die kompletten Versionen. Er umfasst 21 Titel und wurde von Virgin Records am 19. Oktober 2018 auf CD und als Download veröffentlicht.
Veröffentlichung Auf der CinemaCon wurde der erste Trailer im April 2018 vorgestellt. Am 15. Mai 2018 wurde der erste offizielle Trailer veröffentlicht. Der zweite Trailer folgte am 17. Juli.
Der Film feierte am 23. Oktober 2018 in der Londoner Wembley Arena Premiere, die genau gegenüber dem Wembley-Stadion liegt, in dem Queen 1985 beim Live-Aid-Konzert ihre Show spielten.Torsten Landsberg: Queen-Film „Bohemian Rhapsody“ feiert Weltpremiere in London. In: dw.com, 23. Oktober 2018.Peter White: ‘Bohemian Rhapsody’ To Have Its World Premiere At Wembley – Site Of Queen’s Famous Live Aid Show. In: deadline.com, 10. September 2018. Er lief am 31. Oktober 2018 in Deutschland,http://www.insidekino.com/DStarts/DStartplan.htm der Schweiz und Österreich und am 2. November 2018 in den USA an. Ab dem 11. Januar 2019 wurde in über 750 nordamerikanischen Kinos eine „Sing-Along Version“ des Films gezeigt, bei der Kinobesucher die Lieder mithilfe von auf der Kinoleinwand angezeigten Liedtexten selbst mitsingen konnten. Fox kündigte an, den Film am 22. März 2019 in China zu veröffentlichen, obwohl die dortige Zensur „streng mit der Darstellung oder Andeutung von Homosexualität“ umgehe. So wurde eine Kussszene zwischen Mercury und Prenter, das Gespräch über die Sexualität von Mercury, die erste Begegnung von Mercury und Hutton sowie einige intime Szenen zwischen ihnen und die Nachstellung des Songs I Want to Break Free herausgekürzt.
Am 14. März 2019 erschien der Film als DVD und Blu-ray. Neben dokumentarischen Kurzfilmen zur Entstehung des Films ist auch eine 22-minütige Fassung des vollständigen Live-Aid-Auftritts mitsamt den Songs We Will Rock You und Crazy Little Thing Called Love enthalten. In Deutschland konnte Bohemian Rhapsody zur meistverkauften DVD in den ersten drei Quartalen des Jahres 2019 werden.
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