Die Waibel KG ist ein deutsches Baustoffindustrieunternehmen mit Sitz in Gernsheim, das über eine angeschlossene Reederei verfügt. Das mittelständische Familienunternehmen wurde 1946 von Reinhard Waibel (1920–2003) in Neckarsteinach gegründet. Die Binnenschiffe des Baustoffunternehmens (Sand, Kies, Splitt, Beton), das zudem seit 1985 im Recycling tätig ist, verkehren auf dem Rhein.
Unternehmen Die Waibel KG ist seit den 1950er Jahren als mittelständisches Unternehmen in Familienbesitz am Baustoffmarkt tätig. Seit 1972 ist das Unternehmen als Kommanditgesellschaft eingetragen. Die Waibel KG verwaltet eine eigene Reederei und mehrere Hafenanlagen. Zudem hält die Unternehmensgruppe Waibel 88 Prozent der Anteile am Gernsheimer Rheinhafen. Er wurde durch die Waibel KG in den 1990er Jahren wieder profitabel gemacht.
Die Produktspanne liegt im Bereich der Baustoffe und seit 1985 darüber hinaus im Recycling von Baustellenabfällen, Erdaushub sowie Altbaustoffen. Daneben wird auch Sperrmüll durch das Unternehmen recycelt. Die Reederei betreibt im französischen Oberhergheim einen eigenen Greifbagger, der zur Gewinnung von Baustoffen eingesetzt wird.
Die Unternehmensgründung erfolgte im Jahr 1946 in Neckarsteinach. Erst im Jahr 1957 wurde der Standort des Unternehmens nach Gernsheim verlegt. Deshalb ist auch eine Harfe in die Reedereiflagge der Waibel KG integriert, da die Harfe des Minnesängers Bligger von Steinach das Wappensymbol der Stadt Neckarsteinach darstellt.
Die Waibel KG umfasst insgesamt 12 Tochterunternehmen und ist mit Beteiligungen in sieben weitere Unternehmen involviert.
Seit 2016 nimmt ein Vertreter der Waibel KG im Ausschuss für Biotechnologie und Umwelt des Bundesverbands der Deutschen Transportbetonindustrie platz.Jahresbericht 2016/2017. Herausgegeben vom Bundesverband der Deutschen Transportbetonindustrie e. V. (BTB), Berlin 2017, S. 44. (PDF; 5,8 MB)
Containerterminal 1993 gründete die Waibel KG zusammen mit der Reederei Haniel die Gernsheimer Umschlags- und Terminalbetriebsgesellschaft (GUT). In der Folge stieg der Containerumschlag in den Häfen Gernsheim an. Die Container werden beispielsweise mit aus PET-Flaschen gewonnenem Recyclingmaterial beladen und nach China exportiert.
Das Dienstleistungsangebot der GUT umfasst das Kommissionieren, Verpacken und Entpacken. Somit ist es möglich, dass die Schiffe, welche regelmäßig zwischen der Nordsee und dem Gernsheimer Rheinhafen verkehren, ohne Zeitverlust ihren Dienst vollbringen können.
Standorte mini|Umschlagstelle Waibel Beton der Waibel KG im Frankfurter Osthafen mini|LKW mit Baustoffbehälter der Unternehmensgruppe Waibel in Frankfurt am Main mini|Kommandobrücke und Schornstein eines Binnenhandelsschiffes der Reederei Waibel im Rheinhafen Karlsruhe Deutschland Gernsheim (Hauptsitz des Unternehmens) Frankfurt am Main Darmstadt Lampertheim Erpolzheim Karlsruhe
Ehemalig: Neckarsteinach Biebesheim am Rhein
Frankreich Dalhunden Saint-Hippolyte Bergheim Oberhergheim Gravière des Elben S.A. Mulhouse
Ehemalig: Lauterbourg
Flotte der Reederei Waibel Die Flotte der Reederei Waibel hat eine Ladekapazität von insgesamt 37000 Tonnen. Zur Schiffsflotte gehören drei Gütermotorschiffe, ein Schubboot sowie zehn Schubleichter. Das Flaggschiff ist das 1989 auf der Werft Ebert und Söhne erbaute Motorgüterschiff Reinhard Waibel sen.
Güterschiffe Liste der Gütermotorschiffe, die im Dienst der Reederei Waibel standen oder stehen, sortiert nach dem Jahr der Indienststellung. BildNameBaujahrMotorleistungTonnageWerft BemerkungenLiesel270 t1946 begann Reinhard Waibel sen. mit dem MS Liesel seine Reederei aufzubauen.Elisabeth Waibel1905900 PS1978 t1989 als Grizzly bei einem anderen Unternehmen verblieben.Michael Waibel1950578 PS400 tDe Biesbosch, Dordrecht1981 als Annemarie Minthe bei einem anderen Unternehmen verblieben.Doris Waibel1954650 PS930 tGisela Waibel1955560 PS920 tSchiffswerft & Maschinenfabrik, Mainz-GustavsburgAls Merkur bei einem anderen Unternehmen verblieben.Waibel 1519591200 PS1989 tRuhrorter Schiffswerft, DuisburgSeit 1990 als Main im Dienst eines anderen Unternehmens.Reinhard Waibel jun.1965901 PS1590 tArminiuswerft, BodenwerderSeit 1998 als Orca im Dienst eines anderen Unternehmens.rahmenlosWaibel 1119731612 PS2236 tde Wachter, HemiksemFür die Reederei Waibel in Fahrt.rahmenlos|verweis=Special:FilePath/File:MS_Waibel_19.jpgWaibel 1919811610 PS2912 tScar, StrasbourgFür die Reederei Waibel in Fahrt.Hannelore Waibel19821200 PS2936 tEbert & Söhne, Neckarsteinach2012 verschrottet.rahmenlosReinhard Waibel sen.19891600 PS3107 tEbert & Söhne, NeckarsteinachFür die Reederei Waibel in Fahrt.
Schubschifffahrt Die Reederei Waibel begann mit der Schubschifffahrt im Jahr 1979 durch die Übernahme eines Schubschiffes der Reederei Roba AG Basel.
Schubleichter Liste der Schubleichter, die im Dienst der Reederei Waibel stehen, sortiert nach dem Jahr der Indienststellung. BildNameBaujahrTonnageWerft BemerkungenWaibel 1019782317 tScar, StrasbourgWaibel 919792317 tScar, StrasbourgrahmenlosWaibel 1419792262 tScar, StrasbourgrahmenlosWaibel 1619792317 tScar, StrasbourgWaibel 1719802258 tScar, StrasbourgWaibel 1819812317 tScar, StrasbourgWaibel 2019822317 tScar, StrasbourgWaibel 2119822317 tScar, StrasbourgrahmenlosWaibel 2219832317 tScar, Strasbourg
Schubboote Liste der Schubboote, die im Dienst der Reederei Waibel standen oder stehen, sortiert nach dem Jahr der Indienststellung. BildNameBaujahrMotorleistungTonnageWerft BemerkungenWaibel 119722 × 900 PS90 tBaan Hofman, GorinchemZuvor unter dem Namen Roba 1 im Dienst eines anderen Unternehmens. Seit 1985 als Velebit bei einem anderen Unternehmen im Dienst.Waibel 219352 × 510 PS74 tWar ab 1981 für die Reederei Waibel in Fahrt. Zuvor als Freiburg im Dienst eines anderen Unternehmens.
Reedereiflagge mini|Hausflagge der Reederei Waibel Die Flagge der Reederei Waibel KG ist in drei Sektionen eingeteilt, die von links nach rechts abfallend schräg zueinander verlaufen. Die beiden äußeren Sektionen sind in rot gehalten. Die mittlere Sektion ist in weiß gelegt. Die Initialen des Reedereigründers Reinhard Waibel sind in der mittleren Sektion von links oben schräg abfallen ein fettgedrucktes schwarzes R gefolgt von einer Harfe in der Mitte und einem fettgedruckten schwarzen W am Ende. Die Harfe ist in einen Wappenschild auf gelben Grund gebettet. Die Umrandung des Wappenschildes ist in schwarz gehalten.
Siehe auch Liste von Reedereien Unternehmerfamilie
Literatur Festschrift zur 800-Jahr-Feier mit Mastweihe am 1., 2. und 3. August 1953. Herausgegeben vom Schifferverein Neckarsteinach e. V. Heidelberger Gutenberg-Druckerei, Heidelberg 1953, (), S. 22, 52, 55. Revue de la navigation intérieure et rhénane. Herausgegeben von der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt, Editions de la navigation du Rhin. Band 50, Strasbourg 1978, (), S. 294. Waibel KG Gernsheim. In: Herbert Komarek: Neckarsteinach 850 Jahre Schiffahrt im Wandel der Zeit. Herausgegeben vom Schifferverein Neckarsteinach e. V. Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2003, ISBN 3-8313-1321-0, S. 49–51. Hans-Josef Becker: Heimat am Strom – Beiträge zur Heimatgeschichte 650 Jahre Stadtrechte Gernsheim am Rhein 1356–2006. Herausgegeben vom Magistrat der Schöfferstadt Gernsheim, Gernsheim 2006, ISBN 3-00-019884-9, S. 91, 195, 199.
Weblinks Website der Waibel KG Reederei Waibel in Gernsheim in der Schiffsdatenbank Vereniging de Binnenvaart (niederländisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Unternehmen (Landkreis Groß-Gerau) Kategorie:Schifffahrt (Hessen) Kategorie:Reederei (Hessen) Kategorie:Organisation (Rheinschifffahrt) Kategorie:Neckarsteinach Kategorie:Binnenschifffahrt (Deutschland) Kategorie:Binnenhafen in Deutschland Kategorie:Gernsheim Kategorie:Containerverkehr Kategorie:Unternehmensgründung 1946