Die Stadt Datteln liegt im nördlichen Ruhrgebiet im Zentrum des Landes Nordrhein-Westfalen und ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im Kreis Recklinghausen im Regierungsbezirk Münster. Von internationaler Bedeutung ist das Kanalkreuz Datteln, welches den weltweit größten Knotenpunkt künstlicher Wasserstraßen darstellt.

Zu Datteln gehören die früher selbständigen Dörfer Horneburg im Südwesten und Ahsen im Nordwesten.

Geografie Lage Datteln liegt südwestlich des Wesel-Datteln-Kanals und der Lippe. Nordwestlich liegt der Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland mit der Haard.

Nachbargemeinden Datteln hat gemeinsame Grenzen mit folgenden Städten: Im Norden grenzt es zum Münsterland hin an die Stadt Olfen, nordöstlich an Selm, im Osten an Waltrop, im Süden an Castrop-Rauxel und Recklinghausen sowie im Westen an Oer-Erkenschwick und Haltern am See.

Zusammen mit Waltrop und Oer-Erkenschwick bildet Datteln die inoffizielle Region Ostvest.

Stadtgliederung mini|hochkant=1.5|Karte des Deutschen Reiches 1 : 100.000 des heutigen Dattelner Gebietes Ende des 19. Jahrhunderts;Ahsen, Horneburg und Ostleven kamen erst 1975 hinzu Die Stadt Datteln in ihren Grenzen von 1975 ist aus dem Kirchspiel Datteln und den Bauerschaften Pelkum (Peluchem 890; Nordosten), Natrop (Nordnordosten), Klostern (Knostern 1541; Norden), Bockum (äußerster Nordwesten), Hachhausen (1344 Hachhusin; nördlicher Westen), Hagem (Haginheim 1160, bis ins 20. Jahrhundert Hagen; Süden) und Meckinghoven (curia Meckinghofan 1188; äußerster Süden) zusammengewachsen. Frühe Erwähnung fanden die Wohnplätze Sutum (Suethem 1188), Wentrup (Venninctorpe 1325) und Drybern (Driburi, 14. Jh.). Im Jahr 1975 wurden dann Ahsen im äußersten Nordnordwesten und Horneburg am Südwestrand eingemeindet.

Datteln verfügt heute über keine offiziellen Stadtteile nach Hauptsatzung, ist jedoch in 22 statistische Bezirke aufgeteilt, die auch als Stadtbezirke bezeichnet werden und neben einwohnerstarken Kernstadtteilen und den beiden freistehenden Dörfern Horneburg und Ahsen auch spärlich besiedelte Bauerschaften enthalten. Anlage und Planung neuer Baugebiete entsprechend wurden die Stadtbezirke zum 1. Januar 2009 neu geordnet. Am 31. Oktober 2025 hatten diese folgende Einwohnerzahlen:Website Datteln – Statistik: Anzahl der Einwohner*innen nach Stadtbezirken (PDF, 46 kB)

Bezirks-Nr. Bezirk Einwohner110 Stadtmitte 6.045120 Hachhausen 6.295130 Beisenkamp 2.555140 Hagem 4.533150 Hötting 3.386160 Dümmer 3.460170 Meckinghoven 3.365180 Im Winkel 684190 Ahsen 1.101200 Horneburg 1.552210 Emscher-Lippe 819220 Schwakenburg 734230 Bauerschaft Hagem 211240 Bauerschaft Losheide 96250 Bauerschaft Natrop 113255 Natrop 405260 Bauerschaft Pelkum 223270 Bauerschaft Klostern 387280 Bauerschaft Ostleven 140290 Bauerschaft Bockum 151300 Bauerschaft Hachhausen 127310 Bauerschaft Löringhof 11  Datteln 36.393

Kernstadtgebiet mini|Das Rathaus aus der Vogelperspektive

An die Stadtmitte schließt sich nach Norden Natrop, nach Nordosten Hötting, nach Südosten Schwakenburg, nach Süden Beisenkamp und nach (Südwesten bis) Westen Hachhausen an. Beisenkamp geht nach Süden in Emscher-Lippe und, westlich davon, Hachhausen in Hagem und dieses schließlich in Dümmer über. Noch weiter südsüdwestlich schließt sich Meckinghoven an. Die genannten Ortsteile bilden mehr oder weniger Dattelns Kernstadt mit 30.323 Einwohnern, wobei Meckinghofen und Schwakenburg auch über bauerschaftliche Anteile verfügen. Beisenkamp und Dümmer sind alte Zechenkolonien, während die nach Hagem, Hachhausen und Natrop benannten Teile der Kernstadt erst später auf den Gebieten der betreffenden Bauerschaften entstanden sind. Das nach einem Natroper Hof benannte Hötting war bereits 1925 bebaut, die beiden durch den Dattelner Mühlenbach getrennten Siedlungsteile hatten aber noch keine verzeichneten Namen.

Etwas abseits, an der Grenze zu Oer-Erkenschwick, liegen jeweils das alte Dorf Horneburg westlich von Meckinghoven und die Siedlung Im Winkel westsüdwestlich von Hachhausen. Ganz deutlich abseits, im äußersten Norden, liegt schließlich Ahsen. Alle anderen statistischen Bezirke sind nur bauerschaftlich besiedelt. (PDF; 700 kB)

Ortsteile nach Bauerschaften mini|hochkant=2|Datteln nach historischen Stadtteilen; abweichende Grenzen statistischer Bezirke sind ebenfalls eingezeichnet

Die Stadt Datteln verwendet den Namen „Bauerschaft“ etwas irreführend. Haus Löringhof war eine Burg im Südosten der Bauerschaft Hagem und die Losheide (Lösheide) liegt im äußersten Südsüdwesten von Pelkum. Auch eine Bauerschaft Ostleven gab es nie – (Ost-)Leven ist ein Weiler innerhalb der Ahsener Gemeinheit, die die land- und landwirtschaftlich genutzten Teile von Ahsen bezeichnet (während Westleven ein Weiler der Gemeinde Flaesheim ist, die früher ebenfalls zum Amt Datteln gehörte).

Benennt man, wie in Nachbarstädten üblich, die Stadtteile nach den ehemaligen Gemeinden und Bauerschaften, auf deren Gebiet sie liegen, ergäbe das in etwa folgende Gliederung: Datteln (5.941 Einwohner) Stadtmitte (5.941) Pelkum (gut 2.000 Einwohner) Nordosthälfte von Schwakenburg (Mehrheit von 728) Südosten von Hötting (etwa ein Drittel von 3.380) Bauerschaft Pelkum (162) Bauerschaft Losheide (101) Natrop (etwa 3.200 Einwohner) Hötting ohne Südosten (etwa zwei Drittel von 3.380) Natrop (416) Bauerschaft Natrop (115) Klostern (379 Einwohner) Bauerschaft Klostern (379) Ahsen (1.295 Einwohner) Ahsen (1.142) Bauerschaft Ostleven (153) Bockum (149 Einwohner) Bauerschaft Bockum (149) Hachhausen (7.043 Einwohner) Hachhausen (6.190) Bauerschaft Hachhausen (144) Im Winkel (709) Hagem (knapp 7.400 Einwohner) Bauerschaft Löringhof (13) ohne Süden Südwesthälfte von Schwakenburg (Minderheit von 728) Beisenkamp (2.496) Hagem (4.637) Bauerschaft Hagem (199) Horneburg (1.576 Einwohner) Horneburg (1.576) Meckinghofen (7.412 Einwohner) Dümmer (3.341) Meckinghoven (3.256) Emscher-Lippe (815) Süden von Bauerschaft Löringhof Hierbei ist zu beachten, dass Teile des nach der Zeche Emscher-Lippe benannten statistischen Bezirks auch auf Hagemer Gebiet liegen. Mehr ins Gewicht fällt die Abgrenzung von Hötting und Schwakenburg. Der rechts des Dattelner Mühlenbachs gelegene Teil von Hötting bildet mit dem besiedelten Nordosten von Schwakenburg eine recht eigene Siedlung auf Pelkumer Boden.

Beisenkamp und Dümmer lassen sich zwar recht gut den Bauerschaften Hagem und Mecklinghoven zuordnen, es handelt sich allerdings um Plankolonien der Zeche. Die heutige Einzeichnung von Dümmer in Karten ist teilweise irreführend. Spätestens ab 1921 waren auf dem Messtischblatt Recklinghausen die Siedelungen Im Dümmer (äußerster Nordwesten) und Böckenheck (äußerster Süden) eingezeichnet, von denen Im Dümmer 1949 zwar angewachsen war, jedoch noch ebenso eingezeichnet blieb. Im Jahr 1959 waren beide Siedlungen zusammengewachsen und in Stadtteilgröße von Norden mit Im Dümmer eingezeichnet. 1989 stand an ebendieser Stelle, unmittelbar nordwestlich der Bebauung, plötzlich Hagem. 1980 war dieser Schriftzug zwar nach Norden gewandert, wo der Teil der gleichnamigen Siedlung links des Dümmerbachs entstanden war, während der Dümmer von Westen mit Dümmer-Siedlung beschriftet war, jedoch stand 1989 an der letztgenannten Stelle der Schriftzug Hagem. So wird es noch 2022 auf vielen Karten eingezeichnet.

Kuriosum Ein Teil der Provinzialstraße gehört halbseitig zu Datteln, die andere Hälfte befindet sich auf Waltroper Stadtgebiet. Das zu Datteln gehörende Straßenstück umfasst die Häuser auf der nördlichen Seite der Straße. Am Ortseingang aus Richtung Waltrop befinden sich zwei Ortsschilder. Das in Fahrtrichtung linke weist auf Waltrop, das rechte auf Datteln. In umgekehrter Fahrtrichtung ist es umgekehrt.

Konfessionsstatistik Im Jahr 2013 zählte die evangelische Gemeinde 9916 Mitglieder. Im Jahr 2022 waren es noch 8791 (25 % der Gesamtbevölkerung). 2022 traten 114 Dattelner aus der evangelischen Kirche aus und 189 Dattelner aus der katholischen Kirche.Jennifer Wachter: In Datteln sind 2022 so viele Menschen aus der Kirche ausgetreten wie noch nie. Dattelner Morgenpost, 20. April 2023, abgerufen am 17. Mai 2023. Die katholische Gemeinde hatte im Jahr 2022 10.744 Mitglieder, 2023 waren es 10.470.

Geschichte Erstmals erwähnt wurde Datteln 1147 in einem Schreiben von Papst Eugen III., in dem der Papst der Benediktiner-Abtei St. Heribert in Deutz eine Reihe von Besitzrechten bescheinigte, unter anderem an der Kirche in Datteln (in Datlem ecclesiam).Hermann Grochtmann: Geschichte des Kirchspiels Datteln von den Anfängen bis zu Gegenwart. Datteln, Ahsen, Horneburg. Datteln o. J. , S. 15.Hildegard Krause: Die Urkunde von 1147: Die erste schriftliche Erwähnung Dattelns. In: Datteln 1147–1997. Beiträge zur Geschichte. Datteln 1997, S. 13–23. Das Schreiben datiert auf den 17. Juni 1147.

Datteln entwickelte sich im Mittelalter zu einem der größten Kirchspiele des Vests Recklinghausen. Keimzelle der Stadt ist die Kirchengemeinde St. Amandus. In dieser wuchs u. a. der spätere Bischof von Münster, Reinhard Lettmann, auf.

Das Vest Recklinghausen und damit auch Datteln unterstand dem Kurfürsten von Köln bis zum 26. November 1802, denn mit dem Frieden von Lunéville fiel das Vest dem Herzog Ludwig Engelbert von Arenberg zu. Schon am 25. Januar 1811 ließ Napoleon das Vest per Dekret an das Großherzogtum Berg fallen und damit gehörte es zum Arrondissement Essen, wobei die Verfassung keine Gültigkeit mehr hatte und es viele Änderungen gab. Unter anderem wurden Datteln und Waltrop zu einer Bürgermeisterei zusammengelegt. Der Graf Max von Boenen zu Löringhof wurde zum Bürgermeister ernannt und das Amtsbüro wurde in Datteln eröffnet. Im Zuge der Befreiungskriege rückten preußische Truppen der Nordarmee, die nach der Völkerschlacht bei Leipzig die fliehenden Franzosen verfolgten, am 11. November 1813 in das Vest ein. 1836 wurde Leppelmann zu Waltrop Bürgermeister und verlegte das Amtsbüro nach Waltrop. 1857 wurden die beiden Ämter getrennt und Datteln bekam einen eigenen Bürgermeister.Quelle: Universitäts- und Landesbibliothek Münster Die Gemeinde Datteln Jansen, Anton (Pfarrer, 1827–1900) Datteln i. W., 1881 (digitale Quelle)

Aus kirchlicher Sicht gehörte das Vest Recklinghausen dem Erzbistum Köln an und wurde 1821 dem Bistum Münster zugesprochen. Am 5. August 1864 veranlasste der Bischof Johann Georg die Teilung des Vestes Recklinghausen in zwei Dekanate, Dekanat Recklinghausen und Dekanat Dorsten, weil das Vest wegen seiner großen Ausdehnung besonders für die Firmungen besondere Schwierigkeiten für den Bischof brachte. Datteln gehörte jedoch weiter zum Dekanat Recklinghausen.

Aus Höfen, die in dieser Zeit von Grundherren als Lehen vergeben wurden, entwickelten sich im Laufe von Jahrhunderten rund 100 selbständige Höfe. Datteln war daher sehr von Landwirtschaft geprägt, obgleich auch das Handwerk zu florieren begann; so wies Datteln zu dieser Zeit folgende Handwerksbetriebe auf: Leinen- und Wollweberei Seilerei Stellmacherei Stielmacherei Stuhlmacherei Holzschuhmacherei.

Schließlich ging gegen Ende des 19. Jahrhunderts der Ausbau des Wasserstraßennetzes voran. So wurde am 11. August 1899 der Dortmund-Ems-Kanal von Kaiser Wilhelm II. freigegeben. 1914 geschah dies mit dem Datteln-Hamm-Kanal und der Anbindung an den Rhein-Herne-Kanal. 1930 wurde auch der Wesel-Datteln-Kanal angeschlossen.

Etwa im selben Zeitabschnitt stieg die Einwohnerzahl nach der Eröffnung der Zeche Emscher-Lippe im Jahr 1906 von rund 3500 (zur Jahrhundertwende) auf etwa 20.000 (1920) an. Aus dieser Entwicklung resultierte die Gründung der Kruppschen Beisenkampsiedlung.