mini|Bazora in den 1960er-Jahren. Im Hintergrund die Drei Schwestern mini|Luftbild des Gebietes, links Gaviduraalpe, Mitte Bazora, rechts Gurtis Der Name Bazora bezeichnet in Frastanz eine Rotte (etwa , weitgehend Ferienhäuser), ein etwa 1300 Meter langes Flurstück (etwa bis ), eine Alpe (), einen Skilift und einen Gasthof.

Name Das Gebiet Bazora bezieht sich heute auf ein größeres Gebiet als das, worauf sich der ursprüngliche Flurname bezog. Bazora hat einen rätoromanischen Ursprung und soll auf lateinisch: "pratu de supra" ("obere Wiese") zurückzuführen sein. Damit war ursprünglich das Alpgebiet unter der Gurtisspitze gemeint.Thomas Welte: Bazora im Wandel. In: Inatura (Hrsg.): Natur im Schatten. Stutz – Stutzberg – Bazora. Die Wunderwelt ob Frastanz, S. 37.

Geschichte Das Flurstück und die Alpe werden bereits seit dem Mittelalter bewirtschaftet. Am 3. September 1937 wurde Albert Scheurer (* 13. September 1910), ein Organisator des Transfers von Spanienfreiwilligen in die Schweiz, in Bazora verhaftet und bis Jänner 1938 in Feldkirch inhaftiert.Lexikon "Verfolgung und Widerstand in Vorarlberg 1933-1945", Webseite Johann-August-Malin-Gesellschaft, Historischer Verein für Vorarlberg.

Topographie, Geografie, Lage und Verkehr Unter dem Begriff Bazora wird, neben der kleinen Siedlung mit den Ferienhäusern, auch der von Nordwesten nach Südosten ausgerichtete und ansteigende Hang verstanden. Der Hang ist das nördliche Ende der Galina-Gruppe, einer Untergruppe des Rätikons. Dieses Flurstück ist von der Rheintalautobahn in Höhe Feldkirch gut zu sehen.

Westlich des Flurstücks Bazora liegt die Gaviduraalpe, östlich das Dorf Gurtis (Nenzing), nördlich, zum Tal hin, das Flurstück Stutzberg und Stutz und südlich die Gurtisspitze ().

Den geologischen Untergrund des Hanges bildet Vorarlberger Flysch mit Moräneschutt.Kundig in Revue suisse de Zoologie, Genf 1993, S. 521.

Bewirtschaftung und Natur Die Alpe Bazora und das gleichnamige Flurstück werden von der Alpgenossenschaft Frastanz Alpe Gavadura – Bazora – Frastanz bewirtschaftet. Die Alpe Gavidura ist eine Unteralpe der Bazoraalpe.

Bemerkenswert sind die großflächig erhaltenen Magerwiesen und Flachmoore sowie eine große Vielzahl an Pilzen, Pflanzen und Vögeln.

Sport Schilift Bazora mini|Skilift Bazora im Frühjahr 2019 mini|Skigebiet Bazora Über die Möglichkeiten, welche die Bazora für den damals neuen Skisport in Vorarlberg bot, wurde bereits am 22. Dezember 1906 in der „Vorarlberger Landeszeitung“ berichtet.Thomas Welte: Bazora im Wandel. In: Natur im Schatten. Stutz – Stutzberg – Bazora, S. 39. 1926 erfolgte in Frastanz die Gründung des Schiklubs Frastanz (erster Obmann: Josef Hanusch) und am 30. Jänner 1927 wurde das erste Vereinsrennen auf der Bazora abgehalten. Der Start lag unterhalb der Alpe Bazora, das Ziel war in der Felsenau. Die etwa 8 km langen Rennstrecke bestand zu zwei Drittel aus Abfahrtsstrecke und einem Drittel Langlaufpassage. Der Skiclub gab auch im selben Jahr bereits in der Nähe des neuen Bazorahotels Ski-Kurse für Anfänger u. Fortgeschrittene.Inserat im Frastanzer Gemeindeblatt vom 19. November 1927. 1928 wurde die neue Skihütte des Skiclubs auf der Bazora nach viermonatiger Bauzeit feierlich eröffnet.Thomas Welte: Bazora im Wandel. In: Natur im Schatten. Stutz – Stutzberg – Bazora, S. 40.

Am 13. Januar 1929 wurde vom Wintersportverein Feldkirch in der Nähe des Bazorahotels eine Sprungschanze eröffnet. Edwin Hartmann gewann das Eröffnungsspringen vor Franz Josef Tiefenthaler. Ein Jahr später wurde die erste Vorarlberger Ski-Landesmeisterschaft hier abgehalten. Am 13. Februar 1938 wurde auf der Bazora der 13. Vorarlberger Staffellauf abgehalten, ein Rennen über 4 × 9 Kilometer.Thomas Welte: Bazora im Wandel. In: Natur im Schatten. Stutz – Stutzberg – Bazora, S. 41 f.

Von 1948 bis 1953 war ein Schlittenlift an der Bazora in Betrieb. 1952 wurden mehrere sicherheitstechnische Auflagen erteilt, wodurch der Weiterbetrieb unwirtschaftlich geworden wäre. Es wurde ein Schlepplift mit Umlaufsystem mit einer Länge von nicht ganz einem Kilometer Länge gebaut, der 1953/54 den Probebetrieb aufnahm. Es war die zu diesem Zeitpunkt, nach dem Zürserseelift, der längste Schlepplift in Vorarlberg. 1964 wurde von Eugen Linher der sogenannten Sechstannenlift errichtet, der nur bis 1972 bestand. Um 1954 wurde auch der Bau eines Sesselliftes angedacht, um den damals starken Andrang an Skifahrern zu bewältigen. In weiterer Folge auch eine 1350 Meter lange Seilbahn von Frastanz (Frastafeders) zum Bazorahotel. Beide Projekte wurden nicht verwirklicht.Thomas Welte: Bazora im Wandel. In: Natur im Schatten. Stutz – Stutzberg – Bazora, S. 45 ff. Das Skigebiet ist heute ein Teil des Skigebiets mit den Schleppliften in Gurtis.

Paragliding Der Startplatz Bazora (etwa ) liegt in der Nähe der Bergstation des Schilift Bazora mit einem einfachen Schwierigkeitsgrad, weswegen dieser Startplatz auch als Schulungsplatz zugelassen ist. Der Startplatz ist nur zu Fuß erreichbar (ca. 45 Minuten Gehzeit und 300 Höhenmeter).

Segelfliegen Von der Bazora und Amerlügen (z. B. vom Sturnabühel ) wurden ab August 1934 bzw. 1935 und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg Starts mit Segelflugzeugen durchgeführt. Die Startplätze waren seit 1935 behördlich genehmigt. Um 1950 wurde z. B. ein Flug vom Bazorahang aus unternommen. Das Segelflugzeug mit dem Namen „Bazora“ (15 Meter Spannweite, 84 kg Leergewicht) wurde von Hand mit einem eigenen Anhänger bis zur Siedlung Bazora gezogen und von dort mit dem damaligen Schlittenlift bis zur Endstation bei den „Sechstannen“ transportiert, von wo das Flugzeug dann bis zum Startplatz hinauf gezogen und von Hand mit einem Gummiseil gestartet wurde.Thomas Welte: Es war einmal: Flugplatz Frastanzer Ried. In: Frastanzer Ried, inatura forschen und entdecken, Band 13, S. 65 f. ().Thomas Welte: Bazora im Wandel. In: Natur im Schatten. Stutz – Stutzberg – Bazora, S. 43.

Literatur Inatura (Hrsg.): Natur im Schatten. Stutz – Stutzberg – Bazora. Die Wunderwelt ob Frastanz, Dornbirn 2017, Bucher Verlag, ISBN 978-3-99018-408-0.

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Einzelnachweise

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