Alte Japan Airlines (1923–1939) Die 1920er Jahre 1923 bis 1928 Die Anfänge der Vorläufer der heutigen japanischen Luftfahrtgesellschaft Japan Airlines reichen bis in das Jahr 1923 zurück. Im Januar 1923 nahm die „Tozai Teiki Kokukwai (T.K.K.)“ als erste Fluggesellschaft in Japan den zivilen Flugbetrieb auf. Im April 1925 folgte die Gründung der ersten Fluggesellschaft mit dem Namen „Japan Air Lines (J.A.L.)“. Im September 1928 beginnt die „Nihon Kōkū Kabushiki Kaisha (N.K.K.K.)“ in Tokio mit den Flugbetrieb.
1929 Am 1. April 1929 fusionierten diese drei Fluggesellschaften zur „Nihon Kōkū Kabushiki Kaisha (N.K.K.K.)“ mit Sitz in Tokio. Da der Luftverkehr in Japan Ende der 1920er Jahre zunimmt, wurde beschlossen, in Tokio einen großen Flughafen zu bauen. Erst mit der Eröffnung des neuen Flughafens im Jahre 1931 (später Tokio-Haneda genannt) erhielt die Fluggesellschaft eine entsprechende Heimatbasis.
Die 1930er Jahre 1936 bis 1939 mini|links|Eine Flugbegleiterin der Dai Nippon Kōkū (Imperial Japanese Airways) verteilt Getränke, um 1940 mini|210px|links|Deckblatt des Flugplans von Dezember 1938 bis März 1939
Ab 1936 kamen erstmals zweimotorige Nakajima AT-2, ein japanischer Lizenzbau der Douglas DC-2, zum Einsatz. Nakajima baute bis 1937 insgesamt fünf DC-2 in Lizenz, bevor die Fertigung auf die DC-3 umgestellt wurde. Von 1938 bis 1939 wurden 24 Aufklärungsflugzeuge des Typs Mitsubishi G3M2 der japanischen Luftwaffe in Zivilmaschinen umgebaut und in den Flottenpark der Nihon K.K.K. eingereiht. Diese Flugzeuge boten Platz für jeweils 8 Passagiere und waren mit 2 Motoren je 900 PS ausgestattet, die Reisegeschwindigkeit betrug 280 km/h, die maximale Reichweite war mit 3500 Kilometern schon für damalige Zeit beachtlich. Bereits im Jahr 1937 war vorab eine solche umgebaute Mitsubishi G3M2 als ziviler Prototyp erstmals im einmaligen saisonalen Liniendienst auf der Strecke Tokio nach London (auf der sogenannten Seidenroute) eingesetzt worden, wobei drei Zwischenstopps eingelegt wurden. Die Flugzeit betrug 51 Stunden.
Im Dezember 1938 wurde die Nihon Kōkū K.K. verstaatlicht und fusionierte mit der Manchuria Aviation Company. Sie änderte ihren Namen in „Dai-Nippon Kōkū Kabushiki Kaisha“ (engl. Imperial Japanese Airways), was übersetzt „Fluggesellschaft des Kaiserreichs Japan“ bedeutet. Das Streckennetz war schon sehr ausgedehnt, es wurden vom Heimat-Flughafen Tokio-Haneda aus alle japanischen Hauptinseln angeflogen sowie Okinawa, Formosa (heutiges Taiwan), Hongkong, Korea und die Mandschurei (Nordöstliches China, seit 1931 durch Japan besetzt).
Von Anfang 1938 bis Ende 1939 wurden auch 20 neue amerikanische Douglas DC-3 per Schiff nach Japan geliefert. Zugleich erwarb 1938 der japanische Hersteller Nakajima von Douglas die Lizenzrechte zur Fertigung des Flugzeugtyps DC-3 und konnte am 30. September 1938 die erste vollständig in Japan gebaute DC-3 auf dem Flughafen Tokio-Haneda an die Dai Nippon K.K.K. übergeben.
Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit Im Laufe des Zweiten Weltkrieges war der zivile Luftverkehr in Japan sehr eingeschränkt. Auch kam ein Großteil der Zivilmaschinen als Transporter bei den japanischen Streitkräften zum Einsatz und endete als Totalverlust durch Abschüsse oder durch amerikanische Luftangriffe auf japanische Flughäfen und Stützpunkte – ähnlich den Maschinen der Deutschen Lufthansa auf dem europäischen Kriegsschauplatz bis 1945.
1940er Jahre 1940 bis 1941 Bis 1941 wurden noch etwa 30 weitere DC-3 von Nakajima gebaut und der Fluggesellschaft übergeben. Bei Beginn des Krieges im Pazifik mit dem Angriff der japanischen Streitkräfte auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 besaß die Dai Nippon Kōkū K.K. eine Flotte von etwa 100 überwiegend zweimotorigen Verkehrsflugzeugen. Sie war zu der Zeit die größte Fluggesellschaft in Asien.
1945 Mit der japanischen Kapitulation nach Ende der Kampfhandlungen im Pazifik am 2. September 1945 kam auch jeglicher Flugbetrieb zum Erliegen. Die Zivilmaschinen waren im Zweiten Weltkrieg größtenteils zerstört und es fehlte zudem an Flugzeugtreibstoff.
Des Weiteren wurde auf alliierten Befehl jeder Flugbetrieb japanischer Flugzeuge untersagt. Außerdem war es japanischen Staatsbürgern nicht gestattet, Flugzeuge zu fliegen bzw. eine Fluggesellschaft zu gründen.
Neugründung und Wiederaufstieg Die 1950er Jahre 1951 mini|Mehrere Flugbegleiterinnen der neuen Japan Air Lines posieren am 25. Oktober 1951 vor einer Martin 2-0-2
Die neue „Japan Air Lines“ wurde am 1. August 1951 unter dem Namen „Japan Air Lines Co. Ltd.“ von privaten Geschäftsleuten mit einem Kapital von 100 Millionen Yen gegründet. Die ersten inoffiziellen Flüge begannen am 23. August 1951 mit einer von Philippine Air Lines angemieteten Douglas DC-3. Der regionale Flugdienst wurde offiziell am 10. Oktober 1951 auf der Strecke von Tokio Haneda nach Osaka mit drei von Transocean Air Lines geleasten und betriebenen Martin 2-0-2 aufgenommen. Parallel bildete Transocean Air Lines die künftigen japanischen Besatzungen aus. Ab Ende 1951 wurden noch zwei weitere zweimotorige Propellermaschinen des Typs Martin 2-0-2, inklusive US-amerikanischer Piloten, gemietet und eingesetzt. Japan Air Lines beschäftigte zu dieser Zeit 298 Mitarbeiter.
1952 Im Jahr 1952 kaufte Japan Air Lines die staatliche Vorkriegs-Airline „Dai Nippon Kōkū Kabushiki Kaisha“ auf. Anfang 1952 wurden von Northwest Airlines noch weitere zwei Martin 2-0-2 gemietet. Am 9. April 1952 musste die noch junge Fluggesellschaft den ersten Rückschlag hinnehmen, als eine Martin 2-0-2 abstürzte und alle Insassen ums Leben kamen. Zum 1. Juli 1952 wurde von Japan Air Lines die „Japan Aircraft Maintenance Company“ (JAMCO) als Tochtergesellschaft gegründet. Sie war zuständig für die komplette Wartung und Reparaturen von Flugzeugen. Im Juli 1952 wurden zur Pilotenausbildung drei einmotorige Schulflugzeuge des Typs Beechcraft Mentor durch Japan Air Lines erworben.
Ende Oktober 1952 wurden die vier Martin 2-0-2 aus dem Betrieb genommen und an die Northwest Airlines zurückgegeben. Am 25. Oktober 1952 wurden die ersten von insgesamt elf Douglas DC-4 (JA6001), die teilweise von Northwest Airlines angekauft wurden, im Liniendienst eingesetzt, wobei jetzt erstmals auch wieder japanische Besatzungen die Maschinen fliegen durften. Dies war möglich geworden durch das am 8. September 1951 unterzeichnete und zum 28. April 1952 in Kraft getretene Friedensabkommen von San Francisco zwischen Japan und den Alliierten. Damit wurde Japan wieder ein unabhängiger Staat.
1953 Die Existenz des Privatunternehmens wurde durch Pläne der japanischen Regierung bedroht, eine neue staatliche Fluggesellschaft zu gründen und dieser sämtliche internationalen Flüge zu übertragen. In Absprache mit den Anteilseignern der Japan Air Lines wurde stattdessen beschlossen, das Privatunternehmen zu verstaatlichen. Hierzu verabschiedete das japanische Parlament am 1. August 1953 das sogenannte Japan-Air-Lines-Gesetz, in dem die Neugründung einer gleichnamigen staatlichen Fluggesellschaft (Nippon Kōkū K. K.) beschlossen wurde, die mit einem Aktienkapital von 2000 Mrd. Yen ausgestattet wurde. Die private Fluggesellschaft ging am 1. Oktober 1953 in dem neuen Staatsunternehmen auf, das den Betrieb unter dem bisherigen Namen Japan Air Lines fortsetzte.
Am 15. September 1953 erreichte die erste Douglas DC-6 (JA6201) die Flotte. Sie wurde auf den Namen „City of Tokyo“ getauft. Ab 2. Oktober 1953 kamen die Douglas DC-6A/B zum Einsatz, wobei mit diesen Maschinen zunächst die Inlands-Strecke Tokio – Sapporo bedient wurde.
1954 mini|Die Douglas DC-6 mit dem Taufnamen „City of Nara“ im März 1954 auf dem San Francisco International Airport
Am 4. Februar 1954 wurde Japan Air Lines Mitglied in der IATA. Am selben Tage wurde mit den neuen Douglas DC-6 die erste internationale Route der Japan Air Lines von Tokio über Wake Island und Honolulu, Hawaii, nach San Francisco (Pazifikroute) eröffnet. Ab dem 5. Februar 1954 wurde dann die Strecke Tokio – Okinawa – Hongkong bedient.
1955 Ab 1. November 1955 flog Japan Air Lines die Route Tokio – Hongkong im Direktflug. Bereits am 15. Dezember 1955 bestellte sie mit vier Maschinen des Typs Douglas DC 8-32 ihre ersten Strahlflugzeuge.
1956 Am 4. Oktober 1956 wurde die Route Tokio – Bangkok eröffnet.
1957 Am 1. März 1957 gründete Japan Air Lines die Tochtergesellschaft „Airport Ground Service Company (AGS)“. Ab 23. Dezember 1957 kamen dann die leistungsfähigeren und größeren Douglas DC-7C zur JAL-Flotte. Die erste Maschine (JA6301) wurde in Tokio-Haneda auf den Namen „City of San Francisco“ getauft.
1958 Am 12. Februar 1958 erfolgte dann mit der Douglas DC-7C der Liniendienst auf der Route Tokio – San Francisco. Diese Maschinen stellten neben den Lockheed L-1649 Starlinern den Höhepunkt der damaligen Verkehrsflugzeuge mit Kolbenmotoren und Propellerantrieb dar.
1959 Am 1. Februar 1959 stellte Japan Air Lines ein neues Crew Training Center am Haneda-Airport in Tokio in Dienst. Am 2. Mai 1959 wurde der erste Nur-Frachter-Dienst auf der Strecke Tokio – San Francisco mit einer DC-7CF eingerichtet, ab 28. Mai 1959 von Tokio nach Los Angeles via Honolulu (Pazifikroute) und ab 27. Juni 1959 Tokio nach Seattle über Anchorage, Alaska (Polarroute).
Das Jetzeitalter beginnt Die 1960er Jahre 1960 mini|Die Douglas DC-8 mit dem Taufnamen „Yoshino“ im August 1965 auf dem Flughafen Hamburg
Noch bevor das erste Strahlverkehrsflugzeug an Japan Air Lines ausgeliefert wurde, bestellte die Fluggesellschaft am 13. April 1960 drei weitere vierstrahlige Strahlflugzeuge, diesmal jedoch vom Typ Convair CV-880. Das erste Strahlflugzeug der Japan Air Lines war die am 16. Juli 1960 gelieferte Douglas DC-8-32 (JA8001), die auf den Namen „Fuji“ getauft wurde. Die DC-8-32 wurde ab dem 12. August 1960 auf der Strecke zwischen Tokio und San Francisco (Pazifikroute) eingesetzt. Es war die erste Jet-Verbindung von Japan Air Lines. Insgesamt wurden bis 1973 50 Douglas DC-8-32, sowie DC-8-33, DC-8-55 und DC-8-55AF (Frachter), DC-8-61, DC 8-62 und DC 8-62F in Betrieb genommen.
1961 Am 4. Mai 1961 wurde die einzige Douglas DC-8-33 (JA8006) an Japan Air Lines abgeliefert. Am 6. Juni 1961 wurde die Polarroute Tokio via Anchorge, Alaska nach Kopenhagen, Paris und London mit der DC-8-32 eröffnet. Ab 1. Oktober 1961 kamen die ersten drei von insgesamt neun vierstrahligen Jets des Typs Convair CV-880 (JA8021 bis JA8023) in Betrieb.
1962 Die erste Douglas DC 8-53 (JA8007) wurde am 26. März 1962 an Japan Air Lines geliefert. Am 4. Oktober 1962 wurde die Seidenroute zwischen Japan und Europa über Südostasien und den Mittleren Osten nach Rom, London und Frankfurt mit der Convair 880 eingeweiht.
1963 bis 1964 Im Jahr 1963 übernahm Japan Air Lines die bedeutende 1952 gegründete Tochtergesellschaft Japan Aircraft Maintenance Company (JAMCO) mitsamt 3000 Beschäftigten vollständig und führte sie als interne Abteilung im eigenen Unternehmen weiter. Die letzte Douglas DC-4 wurde 1964 außer Dienst gestellt.
1965 Die neunte und letzte Convair CV-880 (JA8030) wurde am 4. Januar 1965 an Japan Air Lines ausgeliefert. Am 5. März 1965 ging die erste Douglas DC-8-55 (JA8014) in den Flugdienst. Am 1. August 1965 wurde auch die erste von zwölf Boeing 727-046 für Kurz- und Mittelstrecken auf der Route Tokio – Fukuoka in Betrieb genommen. Es war zugleich auch das erste Boeing-Flugzeug für Japan Air Lines. Am 1. Oktober wurde das neue JAL-Logo eingeführt, der „Tsuru“, ein japanischer Kranich auf rotem Kreis. Dieses Logo zierte jedoch erst ab Anfang 1970 in voller Größe auch die Seitenleitwerke der Flugzeuge. Am 30. September 1963 bestellte Japan Air Lines drei Exemplare der Concorde. Die Bestellung wurde jedoch 1973 aufgrund der Ölkrise storniert.
1966