Der Diskuswurf der Männer bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen wurde am 21. und 23. August 2004 im Olympiastadion Athen ausgetragen. 39 Athleten nahmen teil.
Olympiasieger wurde Virgilijus Alekna aus Litauen. Er gewann vor dem Ungarn Zoltán Kővágó und dem Esten Aleksander Tammert.
Mit Lars Riedel, Torsten Schmidt und Michael Möllenbeck gingen drei deutsche Teilnehmer an den Start. Riedel sowie Schmidt erreichten das Finale und belegten dort die Ränge sieben und neun. Möllenbeck schied in der Qualifikation aus. Athleten aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein waren nicht unter den Teilnehmern.
Aktuelle Titelträger Olympiasieger 2000Virgilijus Alekna ()69,30 mSydney 2000Weltmeister 200369,69 mParis 2003Europameister 2002Róbert Fazekas ()68,83 mMünchen 2002Panamerikanischer Meister 2003Jason Tunks ()63,70 mSanto Domingo 2003Pan American Games, gbrathletics.com, abgerufen am 21. Februar 2022Zentralamerika und Karibik-Meister 2003Yania Ferrales ()59,07 mSt. George’s 2003Central American and Caribbean Championships (Men), gbrathletics.com, abgerufen am 21. Februar 2022Südamerika-Meister 2003Marcelo Pugliese ()57,44 mBarquisimeto 2003South American Championships (Men), gbrathletics.com, abgerufen am 21. Februar 2022Asienmeister 2003Wu Tao ()61,43 mManila 2003Asian Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 21. Februar 2022Afrikameister 2004Frantz Kruger ()63,85 mBrazzaville 2004African Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 21. Februar 2022Ozeanienmeister 2002Chris Mene ()50,52 mChristchurch 2002Oceania Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 21. Februar 2022
Rekorde Bestehende Rekorde Weltrekord74,08 mJürgen Schult ()Neubrandenburg, Deutschland6. Juni 1986Athletics - Progression of outdoor world records, Discus throw - Men, sport-record.de (englisch), abgerufen am 21. Februar 2022Olympischer Rekord69,40 mLars Riedel ()Finale OS Atlanta, USA31. Juli 1996 Rekordverbesserung Olympiasieger Virgilijus Alekna aus Litauen verbesserte den bestehenden olympischen Rekord im Finale am 23. August um 49 Zentimeter auf 69,89 m. Zum Weltrekord fehlten ihm 4,19 m.
Doping Ursprünglich hatte der Ungar Róbert Fazekas nach dem Finale mit einer Weite von 70,93 m vorne gelegen und galt für kurze Zeit als Olympiasieger. Anschließend verbrachte er viele Stunden bei seiner Dopingprobe und ihm gelang es trotz großer Mengen von Flüssigkeiten, die er zu sich nahm, die Urinprobe nicht zu ermöglichen. Die zuständigen Kontrolleure verhinderten derweil, dass Fazekas eine sorgfältig vorbereitete Betrugsmasche mittels eines in seinem Genitalbereich angebrachten Plastiksacks mit Fremdurin in Gang setzen konnte.Austausch von Körperflüssigkeiten. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung 30. April 2004, abgerufen am 21. Februar 2022
Benachteiligt wurden in erster Linie zwei Werfer: Mariano Pestano, Spanien – Ihm wurde die Teilnahme am Finale genommen, für das er sich über seine Weite eigentlich qualifiziert hatte. Hannes Hopley, Südafrika – Ihm hätten drei weitere Versuche im Finale der besten acht Werfer zugestanden.
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: – verzichtet x ungültig Anmerkungen: Alle Zeitangaben sind auf Ortszeit Athen (UTC+2) bezogen. Alle Weiten sind in Metern (m) angegeben.
Qualifikation 21. August 2004, 10:45 Uhr
Die Qualifikation wurde in zwei Gruppen durchgeführt. Zwei Teilnehmer (hellblau unterlegt) übertrafen die direkte Finalqualifikationsweite von 64,50 m. Damit war die Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmern nicht erreicht. So wurde das Finalfeld mit zehn weiteren Wettbewerbern (hellgrün unterlegt) aus beiden Gruppen nach den nächstbesten Weiten aufgefüllt und für die Teilnahme am Finale waren schließlich 61,91 m zu erbringen.
Gruppe A
Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite 1 Virgilijus Alekna x 63,80 67,79 67,79 2 Aleksander Tammert 65,70 – – 65,70 3 Hannes Hopley 62,71 62,50 63,89 63,89 4 Gabor Mate 57,40 62,43 63,41 63,41 5 Torsten Schmidt 56,86 60,63 63,40 63,40 6 Libor Malina 60,54 x 62,12 62,12 7 Jarred Rome 59,35 x 61,55 61,55 8 Jason Tunks 61,21 60,02 60,34 61,21 9 Frank Casañas 60,60 60,15 57,27 60,60 10 Gerd Kanter x 60,05 x 60,05 11 Ian Waltz 58,97 58,55 57,52 58,97 12 Emeka Udechuku x 58,41 55,79 58,41 13 Leanid Tscharauko 57,98 x 57,89 57,98 14 Marcelo Pugliese x 56,06 54,45 56,06 15 Vadim Hranovschi 53,77 52,30 55,64 55,64 16 Dragan Mustapić 54,66 x x 54,66 17 Jaroslav Žitňanský 53,30 x 51,87 53,30 Anil Kumar x x x ogV Dmitri Schewtschenko x x x
Gruppe B mini|hochkant=0.9| Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung 1 Lars Riedel 64,20 – – 64,20 2 Casey Malone 59,99 63,27 61,83 63,27 3 Wassil Kapzjuch 63,04 x 62,93 63,04 4 Frantz Kruger 62,32 60,91 x 62,32 5 Zoltán Kővágó x 61,91 60,77 61,91 6 Mariano Pestano x x 61,69 61,69 eigentlich für das Finale qualifiziert 7 Vikas Shive Gowda 61,35 61,39 59,87 61,39 8 Rutger Smith x 61,11 x 61,11 9 Wu Tao 48,96 x 60,60 60,60 10 Michael Möllenbeck 56,42 59,79 x 59,79 11 Savvas Panavoglou 57,26 58,47 57,62 58,47 12 Aljaksandr Malaschewitsch x 57,67 58,45 58,45 13 Alexander Boritschewski 58,12 58,12 57,86 58,12 14 Ercüment Olgundeniz 57,13 58,17 x 58,17 15 Abbas Samimi 57,57 x 56,24 57,57 16 Lois Maikel Martinez 57,18 57,10 x 57,18 17 Igor Primc 55,70 56,33 55,43 56,33 18 Omar Ahmed el-Ghazaly x 55,53 55,27 55,53 19 Shaka Sola 50,36 51,10 50,97 51,10 DOP Róbert Fazekas 63,88 68,10 – 68,10 für das Finale zugelassen Weitere in Qualifikationsgruppe B ausgeschiedene Werfer:
Finale mini|hochkant=1.1| 23. August 2004, 20:20 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung 1 Virgilijus Alekna 69,89 OR x x x 69,49 x 69,89 OR 2 Zoltán Kővágó 57,31 66,40 66,03 67,04 58,25 x 67,04 3 Aleksander Tammert 66,66 x 64,28 63,95 64,04 x 66,66 4 Wassil Kapzjuch 65,10 59,82 62,88 63,44 64,89 63,63 65,10 5 Frantz Kruger 64,34 61,01 x 62,53 x 60,73 64,34 6 Casey Malone 62,80 60,34 x 64,33 62,73 63,65 64,33 7 Lars Riedel x 62,80 x – – – 62,80 8 Hannes Hopley 60,18 61,99 62,58 eigentlich zu drei weiteren Würfen berechtigt 62,58 9 Torsten Schmidt x 61,18 61,10 nicht im Finale derbesten acht Werfer 61,18 10 Libor Malina 57,39 58,78 58,78 58,78 11 Gabor Mate 57,02 x 57,84 57,84 DOP Róbert Fazekas 70,93 66,39 69,35 68,92 67,64 – 70,93 Für das Finale hatten sich zwölf Athleten qualifiziert, nur zwei von ihnen über die Qualifikationsweite, weitere zehn über ihre Platzierungen. Vertreten waren alle drei Ungarn, zwei Deutsche, zwei Südafrikaner sowie je ein Teilnehmer aus Estland, Litauen, Tschechien, Belarus und den Vereinigten Staaten. Aufgrund der anschließenden Disqualifikation des Ungarn Róbert Fazekas – näher beschrieben im Abschnitt "Doping" oben – kamen allerdings nur elf Werfer in die Wertung.
Der Ausgang der großen Meisterschaften und internationalen Vergleiche der letzten Jahre ließ einen engen Wettkampf erwarten. Die größten Chancen wurden Virgilijus Alekna aus Litauen eingeräumt. Er war der Olympiasieger von 2000, amtierender Weltmeister, Vizeweltmeister von 2001 und Vizeeuropameister von 2002. Seine Hauptrivalen waren der nach dem Wettkampf disqualifizierte Róbert Fazekas sowie der Deutsche Lars Riedel als fünffacher Weltmeister und Olympiasieger von 1996, der allerdings immer wieder von Verletzungen geplagt nicht mehr die Glanzform vergangener Jahre hatte. Weitere Kandidaten für vordere Platzierungen waren der belarussische WM-Dritte Wassil Kapzjuch, der Deutsche Michael Möllenbeck als WM-Fünfter und WM-Dritter von 2001, der Südafrikaner Frantz Kruger und der Este Aleksander Tammert. Möllenbeck war allerdings bereits in der Qualifikation hängen geblieben.
Das Finale entwickelte sich zu einem Zweikampf zwischen den Favoriten Alekna und dem später dopingbedingt disqualifizierten Fazekas. Gleich im ersten Durchgang gelangen ihnen Würfe auf 69,89 m (Olympiarekord für Alekna) und 70,93 m (Fazekas). Tammert war Dritter mit 66,66 m vor Kapzjuch – 65,10 m – und Kruger – 64,34 m. Damit hatten diese fünf Werfer ihre besten Weiten für diesen Wettkampf bereits erzielt. Doch es gab noch eine Änderung dieses Zwischenstandes. Nachdem er mit seinem zweiten Wurf bereits 66,40 m geworfen hatte, erzielte der Ungar Zoltán Kővágó in Runde vier 67,04 m, womit er sich hinter Fazekas und Alekna auf Rang drei schob. Dem Litauer gelangen in seinem fünften Wurf noch einmal 69,49 m. Damit bestätigte er nach drei ungültigen Versuchen noch einmal seine Klasse. Sein letzter Wurf war dann wieder ungültig. Riedel hatte sich zwar für das Finale der besten Acht qualifizieren können, trat jedoch verletzungsbedingt nach seinen ersten drei Würfen nicht mehr an.
Virgilius Alekna wiederholte damit seinen Olympiasieg von 2000 in Sydney, denn Fazekas wurde bei seinem anschließenden Betrugsversuch während der Dopingkontrolle entlarvt und disqualifiziert. Zoltán Kővágó gewann die Silbermedaille, Bronze ging an Aleksander Tammert. Vierter wurde Wassil Kapzjuch vor Frantz Kruger und dem US-Amerikaner Casey Malone. Lars Riedel belegte am Ende Platz sieben.
Videolinks 2004 Olympics Men's Discus Throw - 1st - Virgilijus Alekna, youtube.com, abgerufen am 21. Februar 2022 2004 Olympics Men's Discus Throw - 3rd - Aleksander Tammert, youtube.com, abgerufen am 21. Februar 2022 Discus Throw Mens Olympics 2004 Athens, youtube.com, abgerufen am 1. Mai 2018
Weblinks Athletics. Official Report of the XXVIII Olympiad – 3 Results, Athletics, Resultate Leichtathletik, S. 205–209, digital.la84.org, englisch/französisch (PDF, 2219 KB), abgerufen am 21. Februar 2022 Athletics at the 2004 Summer Olympics, Discus Throw, Men, olympedia.org (englisch), abgerufen am 21. Februar 2022 Athens 2004, Athletics, discus throw men Results, olympics.com, abgerufen am 21. Februar 2022 Athletics at the 2004 Athina Summer Games: Men's discus throw, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 21. Februar 2022
Einzelnachweise
Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 2004 Kategorie:Leichtathletikwettbewerb in Marousi