Der Webersberg ist ein Ortsteil von Schönheide mit etwa 50 WohnhäusernDas Verzeichnis der Gemeinde Schönheide über die ab 1. Januar 1975 vergebenen neuen Hausnummern enthielt für den Webersberg 44 Hausnummern.Hausnummern-Verzeichnis der Gemeinde Schönheide für den Webersberg sowie weiteren Gebäuden wie Garagen, früheren Scheunen und Ställen sowie Schuppen und sonstigen Baulichkeiten.

Geografische Lage Der Ortsteil liegt im nordöstlichen Teil Schönheides auf einer hochebeneartigen unbewaldeten Hochfläche, die sich im Wesentlichen leicht nach Westen und Süden neigt. Sie wird von dem Vorderberg () und dem Hinterberg () geprägt, die allerdings aus ihrer Umgebung nicht sehr herausragen. Nördlich und östlich der Wohnbebauung, Gärten und Landwirtschaftsflächen liegen Wälder. Im Wald verläuft nördlich die Gemeindegrenze zu Stützengrün. Nach Osten hin steigt diese Fläche zu einem von Wald umgebenen, unbenannten Berg von Höhe und dem südlich davon und ebenfalls im Wald liegenden, hohen und von zahlreichen Felsen geprägten Ottillienstein an.Landesvermessungsamt Sachsen: Topographische Karte 1:10.000, Blatt 5441-SW Schönheide, Normalausgabe, 1. Auflage, Dresden 1995, ISBN 3-86170-609-1 Nach Westen und nach Süden fällt das Gelände am Rand des Ortsteils zum Schönheider Filzbach steil ab. Vom Webersberggebiet fließt ein namenloser Bach nach Südosten zum Filzbach. In einer Landkarte von 1876 sind Moorflächen eingetragen und Abbaubereiche mit Torfstich bezeichnet.Blatt 136 – Section Schneeberg- der Topographischen Karte (Äquidistantenkarte) Sachsen, bearbeitet im topographischen Bureau des Königlichen Generalstabes, – 1:25000. Jahr 1876 (Digitalisat der Landkarte) Über die Torfvorkommen „bey Schönheyde“ wird schon im Jahr 1777 berichtet.Schulz in: Schriften der Leipziger ökonomischen Societät 3. Band, Walthersche Hofbuchhandlung 1777, zitiert in: Wittenbergsches Wochenblatt zum Aufnehmen der Naturkunde und des ökonomischen Gewerbes, unter Churfürstlich Sächsischem Privilegio, Ausgabe vom 14. May 1779, S. 150 (Digitalisat)

Das Gebiet liegt nach der Naturraumkarte von Sachsen in der Mesogeochore „Schönheider Hochflächen“ und gehört zur Mikrogeochore „Schönheider Kuppengebiet“. Hochflächen finden sich nur selten in den oberen Lagen des Westerzgebirges.Landschaftssteckbrief des BfN „42100 Obere Lagen auf der Nordabdachung des West- und Mittelerzgebirge“ (Bundesamt für Naturschutz), Abruf am 2. November 2018 Zwei auffallende Felsformationen in der Form von Wollsackverwitterungen finden sich im Webersbergbereich. Sie haben schon seit über hundert Jahren die von ihren Formen abgeleiteten Bezeichnungen „Taubenschüssel“ (oberhalb des Ortsteils Schwarzwinkel) und „Kanapee“ (oberhalb der Ziegenleithe).Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Schönheide o. J. (1909), S. 17 (Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden)

Name Eine Erklärung für den Namen gibt es nicht. Im Asterschen Kartenwerk wird 1792 der Begriff „Der Webersberg“ verwendet.Friedrich Ludwig Aster: Sächsische Meilenblätter, Blatt 196 im Berliner Exemplar (Link zum Kartenblatt in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) Im 1833 erschienenen Band 18 des Schumannschen Lexikons bezeichnet Albert Schiffner das Gebiet als Vorderer Berg und Hinterer Berg, letzterer habe 16 Häuser, „meist Güter“, ersterer nur wenige Häuser. Der Begriff „Webersberg“ kommt nicht vor.Friedrich August Gottlob Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen, enthaltend eine richtige und ausführliche geographische, topographische und historische Darstellung aller Städte, Flecken, Dörfer, Schlösser, Höfe, Gebirge, Wälder, Seen, Flüsse etc. gesammter Königl. und Fürstl. Sächsischer Lande mit Einschluß des Fürstenthums Schwarzburg, des Erfurtschen Gebietes, so wie der Reußischen und Schönburgischen Besitzungen. Band 18, Zwickau 1833, Seite 727 (Digitalisat) Derselbe Autor erwähnt in seinem Handbuch von 1839 ebenfalls Hinteren und Vorderen Berg („nord-östlich vom Niederdorfe“), allerdings auch den Webersberg. Dabei entsteht der Eindruck, als seien dies getrennte Teile von Schönheide.Albert Schiffner: Handbuch der Geographie, Statistik und Topographie des Königreiches Sachsen. Erste Lieferung, den Zwickauer Directionsbezirk enthaltend, bei Friedrich Fleischer, Leipzig 1839, S. 194 (Digitalisat) Auch in seinem 1840 herausgebrachten Werk Beschreibung von Sachsen führt Albert Schiffner „hintere, vordere“ Berg und zusätzlich „Webersberg auf.Albert Schiffner: Beschreibung von Sachsen und der Ernestinischen, Reußischen und Schwarzburgischen Lande. Mit 192 Ansichten und 2 Karten, J. Scheible’s Buchhandlung, Stuttgart 1840, S. 305 (Link zum Digitalisat in der Sächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) Etwa 1848 erwähnt Albert Schiffner in seinem Werk „Führer im Muldenthale“ den Ortsteil, er gehöre zu den „Häuser-Gruppen, die sich in den Nebenschluchten und auf den Höhen verstreuen“. Der Autor berichtet auch von hinterem und vorderem Berg, ohne einen Zusammenhang zum Webersberg herzustellen.Albert Schiffner: Der Führer im Muldenthale, von des Voigtlands Höhen bis zur Vereinigung beider Mulden. In 16 Lieferungen, enthaltend 37 Ansichten, nach der Natur aufgenommen von Gustav Täubert, lithographiert von J. Riedel, Verlag von Gustav Täubert, Dresden (o. J., 1848), S. 12f. (Link zum Digitalisat in der Universitätsbibliothek Leipzig S. 12 ist nicht direkt aufrufbar, im Digitalisat bis dorthin durchblättern oder im Inhaltsverzeichnis links am Rand auf „Schönheide“ klicken.) “Das Alphabetische Orts-Verzeichnis von 1862 stellt den Ortsteil so dar: „Webersberg (Vorder- und Hinterberg)“, nennt dies „Ortstheil“ und führt damit zu Klarheit. Angaben zur Zahl der Gebäude und der Einwohner finden sich nicht.Alphabetisches Orts-Verzeichniß des Königreiches Sachsen, bearbeitet nach officiellen Unterlagen durch das statistische Bureau des Ministeriums des Innern, Druck und Verlag von C. Heinrich, Dresden 1862, S. 694 (Digitalisat) miniatur|zentriert|800px|Ortsteil Webersberg vom Berg Allee () aus gesehen, im Wald rechts der Ottilienstein () und ganz rechts der Butterberg ()

Geschichte Der Siedlungsbeginn von Schönheide wird auf 1537 datiert.Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Schönheide o. J. (1909), S. 177 (Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) In der Gründungsurkunde für Schönheide, dem sogenannten Befreiungsbrief vom des Balthasar Friedrich Edler von der Planitz,Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Schönheide o. J. (1909), S. 178 Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden wird die Lage der Doppel-Hufen als einerseits vom Dorfbach nördlich bis zum Filzbach und andererseits südlich bis zur Zwickauer Mulde reichend beschrieben. Die zwanzig HufenErnst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Schönheide o. J. (1909), S. 191 Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden der Gründungsphase reichten vom östlichen Dorfrand bis etwa zum Quellbereich des Dorfbachs. Gleichwohl meint der Autor Ernst Flath, der Anfang des 20. Jahrhunderts eine Geschichte Schönheides veröffentlichte: „Nahe liegt die Vermutung, dass auf dem Webersberg die allerersten Wohnungen errichtet wurden; möglicherweise sind mit ihnen die dort befindlichen alten Mauerreste in Einklang zu bringen.“Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Schönheide o. J. (1909 oder 1910), S. 177 (Link zum Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden)mini|Kulturdenkmal: Frühere Stickereibesitzer-Villa Kunzmann mini|Bockbier: Anzeige im Schönheider Wochenblatt vom Februar 1930 Weil der Ortsteil Webersberg „von dem eigentlichen Complexe des enger zusammengebauten Dorfes in größerer Entfernung abgelegen und in sich selbst zerstreuter erbaut worden“ ist, wurde er von dem Verbot von Schindel-, Stroh- und Rohrdächern befreit, Gottlob Leberecht Funke: Die Polizei-Gesetze und Verordnungen des Königreiches Sachsen, mit Inbegriff der organischen und formellen Bestimmungen, V. Band, Hahn’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1856, S. 345 Digitalisat das in Sachsen für Städte „und auf dem Land“ durch „Verordnung, baupolizeiliche Maßregeln zu Abwendung von Feuersgefahr betreffend vom 11. März 1841“ eingeführt wurde. Rudolf von Trautzschen: Die Baugesetze und baupolizeilichen Bestimmungen des Königreichs Sachsen, F. A. Brockhaus, Leipzig 1859, S. 288 Digitalisat

Im unteren Bereich des Webersbergs steht das inzwischen in Wohnungen umgewandelte Fabrikgebäude des Stickereibetriebes von Emil KunzmannAdressbuch von 91 Städten und Ortschaften des sächsischen Erzgebirges, Druck und Verlag von Oskar Meister, Werdau o. J. (1913 oder 1914), S. 279 (Schreibweise: Emil Kunstmann)(Link zum Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) (später von Kunzmann & Müller).Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Schönheide o. J. (1909 oder 1910), S. 335 (Link zum Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) Kunzmanns Villa, Webersberg 3, heute ein Mehrfamilienhaus, ist vom Sächsischen Landesamt für Denkmalpflege als Kulturdenkmal eingestuft worden. Es wird vom Landesamt auf 1910 datiert und als „stark ortsbildprägend, in stattlicher Ausprägung“ bezeichnet und ist das einzige Kulturdenkmal des Ortsteils Webersberg.Vergl. Liste der Kulturdenkmale in Schönheide.Denkmalnummer 08957077 („Wohnhaus; Putzbau mit Fachwerkelementen, im Reformstil, stark ortsbildprägend, baugeschichtlich von Bedeutung“), Denkmalliste Sachsen (nicht direkt aufrufbar, in die Suchmaske eingeben: Webersberg, Schönheide), abgerufen am 8. April 2018

Nach dem Ersten Weltkrieg fand im Ortsteil Webersberg ein großes Turnfest statt, zu dem zahlreiche Turner aus dem Vogtland und dem Erzgebirge zusammentrafen. Zwei „Restaurationen mit Bier- und Branntweinausschank“ gab es schon vor der Wende zum 20. Jahrhundert.Möckels Adreß- und Auskunftsbücher: Schönheide, Möckel-Verlag, Leipzig 1894, S. 24 (Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) Angesichts der geringen Zahl von Bewohnern um die Gaststätte ist es verständlich, dass einer der Schankwirte zugleich einen anderen Beruf, den eines Modelltischlers, ausübte.„Adressbuch von 91 Städte und Ortschaften des sächsischen Erzgebirges“, Werdau o. J. (1913 oder 1914), S. 280 (Link zum Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden)Adreßbuch für die Amtshauptmannschaft Schwarzenberg, Auer Druck- und Verlagsgesellschaft, Aue (Sachsen) 1926, S. 830 (Link zum Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) Die im oberen Bereich des Webersberges gelegene Gaststätte „Zum Ottilienstein“, benannt nach dem in der Nähe liegenden felsreichen Berg selben Namens (), brannte im Jahr 1934 ab. Das Haus wurde nicht wieder aufgebaut. Die andere Gastwirtschaft bestand ungefähr bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Heute gibt es keine Gaststätte im Ortsteil Webersberg.

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