August von Hobe, vollständig August Johann Ludwig Elias Friedrich von Hobe (* 26. August 1791 in Chemnitz in Mecklenburg (heute Ortsteil von Blankenhof); † April 1867 in Potsdam) war ein preußischer Offizier, Landrat und Gutsbesitzer.
Leben mini|hochkant|Hobehaus in Neustrelitz.
Herkunft August von Hobe entstammte dem mecklenburgischen Uradelsgeschlecht von Hobe. Er war ein Sohn des Oberforstmeisters und späteren Hofmarschalls am Hof von Mecklenburg-Strelitz Friedrich Eugen von Hobe (1760–1808) und seiner Frau Lisette, geborene von Lützow, und wuchs in Neustrelitz im heute so genannten Hobehaus am Schloss auf. Die Schriftstellerin und Malchower Stiftsdame Charlotte von Hobe war seine Schwester. Sein Bruder Karl von Hobe fiel als Leutnant der C-Husaren in der Völkerschlacht von Leipzig, bei Möckern.
Militärischer Werdegang Schon früh wurde er in das Kadettenhaus in Berlin gegeben, um sich auf den preußischen Militärdienst vorzubereiten. Am preußischen Hof diente er als Leibpage der Königin Luise bis zu ihrem Tod 1810.Friedrich Wilhelm Adami: Vor fünfzig Jahren: Nach den Aufzeichnungen von Augenzeugen und den Stimmen jener Zeit. F. Heinicke, Berlin 1863, S. 285.
1812 war Hobe Sekondeleutnant im Brandenburgischen Husaren-Regiment, das unter dem Kommando seines Verwandten, des damaligen Majors Karl Friedrich Bernhard Helmuth von Hobe, stand. Die 3. Eskadron, in der er diente, wurde ausgelost, als Teil eines preußischen Hilfskorps den Russlandfeldzug Napoleons mitzumachen.Lit.: A. v. Ardenne, Berlin 1874, S. 295.
Am 5. Juli 1812 zeichnete er sich beim Gefecht bei Koschiany an der Dysna (heute Kasjany in Belarus) aus, als er als einer der ersten den Fluss durchquerte. Dafür erhielt er das Ritterkreuz der Ehrenlegion und im folgenden Jahr den Orden Pour le Mérite. Er überlebte den Russlandfeldzug, blieb aber beim Rückzug in Königsberg krank zurück.Lit.: A. v. Ardenne, Berlin 1874, S. 343; Vgl. Hobes eigener Bericht, In: Friedrich Wilhelm Adami: Vor fünfzig Jahren: Nach den Aufzeichnungen von Augenzeugen und den Stimmen jener Zeit. F. Heinicke, Berlin 1863, S. 285 ff. Nach der Konvention von Tauroggen stellte er sich Anfang 1813 General Ludwig Yorck von Wartenburg zur Verfügung, der ihn zusammen mit Karl von Canitz und Dallwitz in das Hauptquartier des russischen Obersts Friedrich Karl von Tettenborn beorderte, um beim Aufbau von Freiwilligenverbänden mitzuwirken.Friedrich Wilhelm Adami: Vor fünfzig Jahren: Nach den Aufzeichnungen von Augenzeugen und den Stimmen jener Zeit. F. Heinicke, Berlin 1863, S. 285. In Soldin erreichte er Tettenborn und zog mit dessen Truppen am 20. Januar 1813 in Berlin ein. Tettenborn ernannte ihn Ende März als Rittmeister zum Chef der 3. Eskadron der Hanseatischen Legion, die von dem wohlhabenden Hamburger Kaufmann Johann Joachim Hanfft (1780–1827) auf eigene Kosten errichtet worden war und eine Stärke von 220 Mann hatte. 1814 wechselte er zur 2. Eskadron und war Führer des 1. Kavallerie-Bataillons.Friedrich Georg Buek: Hamburgische Alterthümer: Beitrag zur Geschichte der Stadt und ihrer Sitten. Perthes-Besser & Mauke, Hamburg 1859, S. 206. Für sein Wirken in der Legion erhielt er den Orden des Heiligen Wladimir IV. Klasse.
Von 1815 bis 1817 war er, nun wieder als Leutnant, Adjutant im 7. Husaren-Regiment.Adolf von Deines: Das Husaren-Regiment König Wilhelm I. (1. Rheinisches) Nr. 7 von der Formation des Stammregiments bis zur Gegenwart. Berlin 1876, S. 90, Nr. 336. Er nahm seinen Abschied als Rittmeister und erwarb das Gut Dyrotz bei Nauen, heute Ortsteil von Wustermark.Kulturverein Wustermark: Chronik von Dyrotz, Stand 30. April 2018.
Landrat Ab 1828 war von HobeHandbuch über den Königlich Preussischen Hof und Staat für das Jahr 1834, (G.) Decker (d. Ä.) Geheime Ober-Hof-Buchdruckerei, Berlin 1834, S. 244. königlicher Landrat für den Landkreis Osthavelland. Nach einer Disziplinar-Untersuchungssache wurde er Ende 1841 in den Ruhestand versetzt. mini|hochkant|Das Gutshaus Dyrotz neben der Dorfkirche. 1838 vernichtete ein Feuer einen großen Teil von Dyrotz, darunter auch das Gutshaus. Daraufhin errichtete von Hobe einen Neubau, der in den Grundzügen bis heute erhalten ist.Almut Andreae, Udo Geiseler: Die Herrenhäuser des Havellandes. Eine Dokumentation ihrer Geschichte bis in die Gegenwart. Lukas Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-931836-59-2, S. 107–110.
Theodor Fontane beschreibt in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg eine Wahlveranstaltung unter freiem Himmel in Finkenkrug unter dem Vorsitz von Hobes:
1848 war er Special-Director der Provinzial-Feuer-Socität.Handbuch über den Königlich Preussischen Hof und Staat für das Jahr 1848. Decker, Berlin 1848, S. 307. 1851 protestierte er gegen seine Beteiligung am Provinziallandtag und dessen Kosten, da er ihn für ungesetzlich hielt.Bayreuther Zeitung vom 6. September 1851 nach einem Bericht der Vossischen Zeitung. mini|hochkant|Erworben: Bismarck-Porträt von Moritz Berendt. Als Anfang der 1850er Jahre der Maler Moritz Berendt sein ganzfiguriges Porträt Otto von Bismarcks, das diesen als Abgeordneten des Vereinigten Landtags vor dem Hintergrund des Gutes Schönhausen zusammen mit seiner dänischen Dogge Odin zeigte, über eine Verlosung verkaufen wollte, tat sich von Hobe mit einer Gruppe von märkischen Gutsbesitzern zusammen, um es zu erwerben. Seine Frau gewann das Bild, und auf ihre Veranlassung hin stiftet der Major a. D. von Bredow auf Briesen 1854 dem Magistrat der Stadt Brandenburg an der Havel, wo es im Neustädtischen Rathaus hing.Otto Tschirch: Ein vergessenes Bismarck-Bild. In: Westermanns Monatshefte. 52, Selbstverlag, Braunschweig 1908, S. 137. Mit der Zerstörung des Rathauses im Zweiten Weltkrieg ist es ebenfalls zerstört worden.Sebastian Kinder, Haik Thomas Porada (Hrsg.): Brandenburg an der Havel und Umgebung. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Brandenburg an der Havel, Pritzerbe, Reckahn und Wusterwitz. In: Landschaften in Deutschland. Band 69, Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2006, ISBN 3-412-09103-0, S. 417.
1856 nannte er sich Rittmeister und Landrat a. D.Karl Friedrich Rauer (Hrsg.): Alphabetischer Nachweis (Adressbuch) des in den Preussischen Staaten mit Rittergütern angesessenen Adels, Selbstverlag, Berlin 1857, S. 93. Anlässlich seiner 50-jährigen Inhaberschaft verlieh ihm König Wilhelm I. am 9. Januar 1862 die Krone zum Orden Pour le Merite. 1865 verkaufte er Dyrotz an Karl Johann Maximilian von Bredow (1832–1914) und zog nach Potsdam. Hobe war MitgliedDirk Stegmann: Deutscher Konservatismus im Neunzehnten und Zwanzigsten Jahrhundert. Festschrift für Fritz Fischer zum 75. Geburtstag und zum 50. Doktorjubiläum, Verlag Neue Gesellschaft, Bonn 1983, ISBN 3-87831-369-1, S. 82. des Treubund mit Gott für König und Vaterland.
Familie Seit dem 12. Dezember 1815 war er verheiratet mit Johanne August Caroline Christiane von Beyer, einer Tochter des Geheimen Kriegsrates Friedrich Carl Ferdinand von Beyer. Nach ihrem Tod 1821 heiratete er in zweiter Ehe 1823 Cäcilie von Knobelsdorff, die Tochter des preußischen Generalmajors und Inspekteurs der Gardekavallerie Heinrich von Knobelsdorff und dessen Ehefrau Friederike, geborene von Rauch. Hobes zweite Ehefrau Cäcilie starb bereits 1825 in Berlin.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1902. Dritter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1901, S. 467. 1831 schloss er in Magdeburg seine dritte Ehe mit Marie Luise du Titre. Die Tochter Elisabeth (1842–1866) aus der dritten Ehe heiratete den Kammerherrn und Schweriner Hoftheaterintendanten Carl Freiherrn von Ledebur.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Deutscher Uradel. 1922. Jahrgang 23, Justus Perthes, Gotha November 1921, S. 345 ff.
Literatur Armand von Ardenne: Geschichte des Zieten’schen Husaren-Regiments. E. S. Mittler und Sohn, Berlin 1874, S. 307. (Digitalisat) Gustaf Lehmann: Die Ritter des Ordens pour le mérite. Band 2, E. S. Mittler und Sohn, Berlin 1913, S. 89. (Digitalisat) Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Deutscher Uradel. 1922, 23. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha November 1921, S. 347. (Digitalisat)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Person in den Koalitionskriegen (Preußen) Kategorie:Angehöriger der Hanseatischen Legion Kategorie:Landrat (Provinz Brandenburg) Kategorie:Person (Landkreis Havelland) Kategorie:Rittmeister (Preußen) August Kategorie:Träger des Pour le Mérite (Militärorden) Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Ritter) Kategorie:Träger des Ordens des Heiligen Wladimir Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1791 Kategorie:Gestorben 1867 Kategorie:Mann