Cherveix-Cubas (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle-Loue-Auvézère en Périgord. Die Bewohner werden Cherveicubacois und Cherveicubacoises genannt.
Geografie
Cherveix-Cubas liegt etwa 45 Kilometer südöstlich von Nontron, etwa 34 Kilometer ostnordöstlich von Périgueux und etwa 36 Kilometer westnordwestlich von Brive-la-Gaillarde am nordöstlichen Rand des Départements. Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Cherveix, Cubas und Saint-Martial-Laborie. Sie befindet sich in der Région naturelle des Périgord central. Ihr Gebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Auvézère, vom Flüsschen Lourde sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Cherveix-Cubas liegt auf der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär aus Sedimentgesteinen, von denen bestimmte aus dem Känozoikum datieren, andere aus dem Mesozoikum und Paläozoikum.
Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich über eine hügelige und spärlich bewaldete Landschaft, die durch die Täler von Auvézère und Lourde eingeschnitten wird. Die Erhebungen nehmen dabei nach Nordwesten hin zu. So liegt der topografisch höchste Punkt mit im äußersten Nordwesten beim Berührungspunkt zu den Nachbargemeinden Saint-Raphaël, Saint-Médard-d’Excideuil und Anlhiac. Der topographisch tiefste Punkt liegt mit im Süden beim Austritt der Auvézère aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum im Ortsteil Cherveix liegt auf etwa Höhe.
Rund 82 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich genutzt, rund 16 % sind bewaldet, rund 3 % entfallen auf bebaute Flächen.
Cherveix-Cubas wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:
mini|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Cherveix-Cubas Natürliche Risiken Naturrisiken manifestieren sich in Cherveix-Cubas als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen entlang der Flussläufe Dürren Stürme Waldbrände Bodensetzungen Radonemanationen.
Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982, 1993, 2008 und 2025 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.
In einem großen Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte sowie eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.
Wie die Risikokarte zeigt, ist etwa ein Drittel des Gemeindegebiets von Cherveix-Cubas von einer mittleren bis starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1992 und 2011 sind als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.
In einigen Teilen des Landes kann Radon, das sich in manchen Häusern und anderen Gebäuden ansammelt, eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung durch ionisierende Strahlung darstellen. Laut der Klassifizierung von 2018 ist die Gemeinde Cherveix-Cubas der Zone 3 von 3 zugeordnet, was bedeutet, dass dort ein erhebliches Radonpotenzial besteht, jedoch bestimmte geologische Faktoren den Radoneintrag in Gebäuden begünstigen können.
Etymologie und Geschichte Der Name von Cherveix ist nur im 13. Jahrhundert, nach dem Bau der romanischen Kirche, in der Form Charves belegt. Das Wort vertritt das nordokzitanische charbe und cherbe (heute cambe, carbe), das den Hanf bezeichnet. Er kommt von einer veränderten Form des lateinischen cannabis, eines ursprünglich altgriechischen Worts. Die Hanffaser als Textilie hatte in bestimmten Regionen eine Bedeutung vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert. Das lateinische cannabis wurde im 19. Jahrhundert als Bezeichnung des indischen Hanfs verwendet.
Cubas ist ebenfalls spät erwähnt worden, im 13. Jahrhundert in Monasterium de Cubis (1263), erneut im 15. Jahrhundert in einer latinisierten Form Cubasium (1411). Cubas kommt von dem Namen einer gallorömischen Person Cupius. Dieser Name ist vielleicht eine Ableitung des lateinischen cupere ().
Saint-Martial-Laborie besaß im Mittelalter eine Burg und eine Kommende des Templerordens und änderte mehrmals Teile seines Namens. Das Dorf war von Hautefort abhängig, deshalb wurde es im 13. Jahrhundert Sanctus Marcialis de Autefort genannt, im 16. Jahrhundert Sanctus Marcialis inter aquas (1556). „Inter aquas“ () verwies auf die geografische Lage am Zusammenfluss von Auvézère und Lourde. Am gleichen Datum erschien Saint Martial La Borie in den Schriften. La Borie stammt vom okzitanischen bòria, das das lateinische bo(v)arius im Femininum weiterführt, abgeleitet von bos (). Bória bezeichnet einen Bauernhof, ein landwirtschaftliches Gut.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 108–109
Das Dorf Cherveix-Cubas entstand 1829 durch den Zusammenschluss der drei mittelalterlichen Dörfer Cherveix, Cubas und Saint-Martial-Laborie. Obwohl sie heute eine Einheit bilden, haben sich die drei Dörfer unterschiedlich entwickelt.
Der Toponymie zufolge war Cubas bereits in der gallorömischen Zeit besiedelt. Seine Blütezeit erlebte das Dorf jedoch erst im 13. Jahrhundert mit der Gründung des Nonnenpriorats der Abtei Fontevraud nahe der Pfarrkirche Sainte Catherine. Dieses Priorat wurde im 14. Jahrhundert von den Engländern zerstört. Heute ist die Totenleuchte das einzige Überbleibsel dieser ehemaligen Abtei. Die Kirche Sainte Catherine stürzte im 19. Jahrhundert ein. An ihrer Stelle wurde 1839 eine neue, Johannes dem Täufer geweihte Pfarrkirche errichtet.
Das alte Dorf Cherveix entwickelte sich vermutlich im Mittelalter um den Hanfanbau. Mit seinen hohen, breiten Häusern, die mit Schiefer oder Flachziegeln gedeckt sind, zeugt der Ort von einer reichen landwirtschaftlichen Vergangenheit. Seine Pfarrkirche stammt aus dem 12. Jahrhundert. Eine seiner Glocken stammt aus der ehemaligen Kapelle des Wassertempels, der Kapelle Sainte-Élaise in Saint-Martial-Laborie. Saint-Martial-Laborie selbst entstand im Mittelalter durch die Viehzucht.
Die Templerkommende Temple de l’Eau () am Ufer der Auvézère erstreckte sich über ein Gebiet um das Dorf Cherveix bis zum Lieu-dit Le Maillot. Sie wurde 1274 durch eine Schenkung von Marguerite de Born erweitert, die ihr ein Stück Land von Saint-Martial-Laborie abtrennte, wodurch sie zeitweise den Namen „Templerhaus an der Brücke von Saint-Martial“ erhielt. Der Fluss ermöglichte es ihnen, eine Fischerei zu betreiben, da sie verpflichtet waren, dreimal wöchentlich Fisch zu essen, Steuern auf Waren zu erheben, die über die Brücke transportiert wurden, und eine Getreidemühle zu errichten.
Die Templer konnten einen Taubenschlag bauen, der sich aufgrund des Taubenkots, den sie als Dünger verwendeten, als sehr nützlich erwies. Die Kommende besaß auch eine dem Heiligen Blasius geweihte Kapelle. Sie teilte sich denselben Priester mit der Kommenden des Temple-Laguyon, ihrer Zwillingskommenden. Beide Kommenden unterstanden der Gerichtsbarkeit der Kommenden von Andrivaux in der heutigen Gemeinde Chancelade.
Im heutigen Gebäude befand sich die Kommende höchstwahrscheinlich im Zentrum. Sie besaß ein Schieferdach, im Erdgeschoss einen Wohnraum und darüber einen Ruheraum, die durch eine vermutlich außenliegende Treppe mit einer Schießscharte verbunden waren. Von der Kommenden sind heute nur noch das im 17. Jahrhundert umgebaute Hauptgebäude, der Altarstein mit seinem Tatzenkreuz und der Taubenschlag erhalten.
Nach der Verhaftung der Templer am 13. Oktober 1307 ging der Wassertempel, wie auch der Laguyon-Tempel, in den Besitz der Johanniter der Kommende Condat über.
Alle Gebiete im Elsass innerhalb von 10 Kilometern zur deutschen Grenze wurden 1939 zu Beginn des Zweiten Weltkriegs evakuiert. Auch Straßburg war betroffen, und 120.000 Einwohner wurden mit Bus und Bahn in die Dordogne gebracht. Die Stadt Cherveix-Cubas nahm 326 Personen auf, überwiegend Frauen, da die Männer zum Wehrdienst eingezogen worden waren. Im Juli 1940, nach der Niederlage, wurden Elsass und Lothringen vom Deutschen Reich annektiert. Gemäß den Bedingungen des Waffenstillstands von Compiègne wurden die elsässischen Einwohner zur Rückkehr in ihre Heimat aufgefordert, doch einige lehnten ab und blieben in der Dordogne. Juden waren ohnehin unerwünscht.
Am 2. April 1944, während die Einwohner von Cherveix-Cubas Palmsonntag feierten, stürmte die Division Brehmer aufgrund von Insiderinformationen das Dorf. Die Nazis verhafteten umgehend fünf Frauen und zwei Kinder jüdischen Glaubens. Am 8. April wurden sie zum Sammellager Drancy gebracht, dann nach Auschwitz-Birkenau, von wo niemand zurückkehrte. 2025 wurde eine Stele zu ihrem Gedenken in Cherveix-Cubas aufgestellt.
Am 28. und 29. Juni 1944 plünderten die Deutschen die Häuser im Dorf Cherveix und durchkämmten anschließend das Gebiet um die Nationalstraße N 704 bis zum Weiler Le Chalard im Norden der Gemeinde Anlhiac, wobei sie sieben Menschen töteten, fünf davon in der Nähe des Lieu-dits Puy de Bord.Siehe Michel Massénat, Seiten 257–260
Bevölkerungsentwicklung
Sehenswürdigkeiten Die Gründung der romanischen Kirche Saint-Martial-Laborie wird den örtlichen Seigneurs oder aber dem Templerorden zugeschrieben. Der einschiffige und nahezu fensterlose Kirchenbau verfügt über eine Apsis und einen Vierungsturm hat einen gewissen Wehrcharakter; er ist seit 1974 als Monument historique eingeschrieben. Die Kirche Saint-Roch in Cherveix stammt aus dem 19. Jahrhundert. Der Turm wurde am 1. Juli 2014 vom Blitz getroffen, wodurch einige Steine zu Boden fielen. Die ursprünglich romanische Kirche von Cubas stürzte im Jahr 1836 ein und wurde anschließend in leicht veränderter Form, aber mit Bruchsteinen wieder aufgebaut. Eine Totenleuchte mit rundem Querschnitt stammt aus dem 13. Jahrhundert; sie ist seit dem Jahr 1939 als Monument historique eingeschrieben. Das in Teilen spätmittelalterliche Herrenhaus Le Temple de l’Eau erlebte spätere Umbauten. Das Gelände gehörte ursprünglich dem Templerorden. Die Fassaden und Dächer, das Treppenhaus im Inneren, der Speisesaal mit seinem Kieselboden sind seit dem Jahr 1975 als Monument historique eingeschrieben.
Bildung Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École élémentaire).
Wirtschaft Erwerbstätigkeit